Als Abhandlung wird die schriftliche, oft wissenschaftliche, Darstellung eines beliebigen Themas, Gegenstandes oder auch Sachverhalts bezeichnet. Da die Abhandlung einen wissenschaftlichen Anspruch verfolgt, ist sie eine Form des wissenschaftlichen Schreibens. Demzufolge ist sie das Ergebnis einer eigenständigen wissenschaftlichen Leistung und dient der Präsentation. An Universitäten muss eine solche Leistung zumeist am Ende des Studiums erbracht werden. Als Abhandlungen können deshalb Essay, Erörterung, Kommentar, Monographie, Traktat, Aufsatz und Dissertation gelten, da diese zumindest einen wissenschaftlichen Anspruch erheben, wenngleich dieser natürlich nicht in jedem Fall erfüllt wird.

Darüber hinaus bezeichnete der Begriff im Barock den Akt, auch Aufzug, im in einem dramatischen Werk und meinte somit einen Hauptabschnitt der Handlung. Heutzutage wird mit dem Begriff allerdings vornehmlich die theoretische und meist wissenschaftliche Darstellung sowie Behandlung von Problemen bezeichnet. Dabei wird in der Regel eine These formuliert, welche es im Laufe der Abhandlung durch Beweise zu sichern gilt und die anschließend unter Umständen verteidigt wird.

Kurzübersicht: Die wesentlichen Merkmale im Überblick

  • Die Textsorten, die sich unter dem Begriff Abhandlung sammeln lassen, können den Sachtexten zugeordnet werden. Das bedeutet, dass sie versuchen, über einen Sachverhalt zu informieren sowie diesen informierend darzustellen und mit Fakten zu belegen.
  • Häufig wird hierbei der Versuch unternommen, den Gegenstand, der untersucht wird, aus dem System, welchem er sich unterordnet, herauszulösen. Der jeweilige Gegenstand wird folglich abgetrennt untersucht, um in der Folge Resultate für das Ganze aus ihm abzuleiten.
  • Das Ziel der Abhandlung ist es demnach, ein Problem oder einen Tatbestand in alle Richtungen zu erhellen und zu untersuchen, um anschließend die Ergebnisse dieser Untersuchung durch logische Beweise wissenschafltich und stichhaltig zu begründen.
  • Demnach beginnen viele Texte dieser Art mit einer Behauptung (These) oder Vermutung, deren Richtigkeit in der Folge untersucht wird. Da die Abhandlung auch die Darlegung von Gedankengängen ist, hantiert sie meist mit abstrakten Begriffen und ist somit theoretisch.
  • Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff nicht ausschließlich in Bezug auf die Wissenschaft verwendet. Hier kann er für schriftliche Ausführungen sowie Darstellungen aller Art stehen oder allgemein einen längeren Aufsatz zu einem beliebigen Thema meinen.

  • Hinweis: Laut Duden können die nachfolgenden Begriffe synonym verwendet werden, wobei ersichtlich wird, dass das Wissenschaftliche nicht immer im Vordergrund steht: Arbeit, Artikel, Aufsatz, Ausführung, Bearbeitung, Behandlung, Beitrag, Bericht, Beschreibung, Besprechung, Buch, Darlegung, Darstellung, Erläuterung, Erörterung, Erzählung, Essay, Forschungsbericht, Niederschrift, Publikation, Rede, Report, Reportage, Schilderung, Schrift, Studie, Text, Titel, Untersuchung, Veröffentlichung, Vortrag, Werk, Elaborat, Analyse, Diatribe, Referat, Story, Traité, Traktat, Elukubration, Exposé
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Abhandlung
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001