AFK

4. September 2013

    AFK gehört zu den häufigsten Abkürzungen aus dem Netzjargon. Folglich begegnet sie uns vornehmlich in Chaträumen, Foren, sozialen Netzwerken oder auch Blogs. Dabei ist eine Verwendung des Kürzels lediglich im „Schreibgespräch“ sinnvoll. Schreibt ein Anwender AFK in einem laufenden Chat, bringt er damit zum Ausdruck, dass er sich für einige Zeit nicht mehr an diesem beteiligen wird.

    Hierbei steht AFK für „away from keyboard“ und meint wortwörtlich „weg von der Tastatur“. Sinngemäß könnten wir die Abkürzung mit „Bin kurz weg.“ in die deutsche Sprache übertragen.

    Wenn wir uns die Bedeutung anschauen, wird außerdem ersichtlich, warum das Kürzel ausschließlich in der Schriftsprache auftaucht und nur in der unmittelbaren Kommunikation Sinn macht. Eine andere Verwendung wäre unüblich, da die Abkürzung eine Tastatur und gleichermaßen eine Gesprächssituation voraussetzt.

    Schauen wir auf die Verbreitung von AFK im Internet, finden wir über die Google-Suche weit über 13.000.000 gelistete Einträge. Allerdings muss bedacht werden, dass die Buchstaben, im Gegensatz zu LMAO oder auch AAMOF, auch in anderen Zusammenhängen Verwendung finden.
    afk suche
    Werfen wir außerdem einen Blick auf die Trendanalyse aus dem Hause Google, können wir sehen, dass das weltweite Interesse an der Abkürzung AFK anhand von Suchanfragen relativ konstant blieb. Lediglich im Dezember 2007 und Februar 2013 können wir leichte Abweichungen beobachten.

    Daraus lässt sich schließen, dass das Kürzel weitestgehend unbekannt ist und sich die Bedeutung nicht in den alltäglichen Sprachgebrauch retten kann. Das meint, dass AFK in Chats und Foren gleichbleibend verwendet wird und die Masse der „Unwissenden“ dennoch konstant bleibt.

    Beispielsweise steht die Abkürzung IMHO im Gegensatz dazu, da hierbei das Interesse im zeitlichen Verlauf schwindet. Das Kürzel wird also im Laufe der Zeit bekannter und seltener über Google erfragt.
    afk trend

    Verwendung von AFK

    Wie beschrieben, taucht die Formulierung „away from keyboard“ vornehmlich im Internet auf. Eine andere Verwendung würde die grundsätzliche Aussage auch enorm entstellen. Dabei wird AFK meist als direkte Erwiderung im Gespräch genutzt oder bildet in der Regel das Ende einer Aussage.

    Mögliche Verwendung der Abkürzung

    User1: Ich muss Dir unbedingt erzählen, was heute passiert ist.
    User2: Mach das. Bin aber nochmal kurz afk.

    <2 Minuten später>

    User3: Ist User2 gerade nicht im Chat?
    User1: Doch, der ist da, ist nur kurz afk.

    Die Abkürzung ist also als Erwiderung und gleichermaßen Abmeldung in einem laufenden Gespräch zu verstehen und kann in Sprechsituationen zum Einsatz kommen.

    AFK und die deutsche Sprache

    Prinzipiell sind Wortkreationen aus dem Netzjargon einem starken Wandel unterworfen und verändern sich durch ihre Benutzung selbst. Natürlich sind auch Erweiterungen oder komplette Neuschöpfungen nicht ausgeschlossen. Folglich ist es schwierig, AFK ins Deutsche einzuordnen.

    Allerdings können wir festhalten, dass solche Konstrukte als Akronyme bezeichnet werden. Akronyme sind Abkürzungen oder auch Kurzwörter, bei denen jeder Buchstabe die Entsprechung eines Wortes bildet. Im Deutschen kennen wir beispielsweise LKW, EDV oder auch UFO.

    Deshalb ist es uns freigestellt, ob wir das Kürzel groß- oder kleinschreiben. Wir haben uns allerdings für die Großschreibung entschieden, um die Lesbarkeit in diesem Beitrag zu erhöhen. Konsequenter wäre allerdings die Kleinschreibung, da away from keyboard im Englischen kleingeschrieben werden.

    Hinweis: Im Internet wird die Großschreibung auch als Schreien interpretiert. Verwenden wir also AFK könnte dies auch als lautstarke Äußerung und somit als „unhöflich“ gelten.