Clemens Brentano


Clemens Brentano war ein deutscher Schriftsteller, der zahlreiche Werke verschiedener literarischen Gattungen veröffentlichte. Brentano gilt als einer der Hauptvertreter der Heidelberger Romantik.

Zu den bekanntesten Werken Brentanos gehört mit Sicherheit die Volksliedersammlung Des Knaben Wunderhorn, die er gemeinsam mit Ludwig Achim von Arnim zwischen 1806 und 1808 herausbrachte sowie der Roman Godwi, der um 1801 erschien (→ Literaturepochen).

Lebenslauf des Clemens Brentanos

  • Am 9. September 1778 wird Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche als Sohn des Frankfurter Kaufmanns Peter Anton Brentano in Ehrenbreitstein bei Koblenz geboren.
  • 1797 nimmt Brentano, nach gescheiterter Kaufmannslehre, das Studium der Kameralwissenschaft[1] und Medizin in Halle und Jena auf. Die begonnene Ausbildung bricht Brentano jedoch kurz darauf wieder ab und lebt fortan vom väterlichen Vermögen.
  • 1803 heiratete er die deutsche Schriftstellerin Sophie Mereau[2] (1770 – 1806).
  • 1804 zieht der Schriftsteller nach Heidelberg. Hier arbeitet er an seinem Versepos Romanzen vom Rosenkranz und an den Rheinmärchen
  • 1806, drei Jahre nach der Hochzeit, verstarb Sophie bei der Geburt ihres dritten Kindes. Brentano heiratete nach ihrem Tod die sechzehnjährige Auguste Bußmann. Diese Ehe wurde 1814 geschieden.
  • 1809 war Brentano Gründungsmitglied der Christlich-Teutschen Tischgesellschaft in Berlin. Die Vereinigung zielte auf eine deutliche Diskriminierung von Juden im gesellschaftlichen Leben. Die teils antisemitistischen Tendenzen[3] der Vereinigung unterstütze er aktiv. Unter anderem mit seiner Schrift Der Philister vor, in und nach der Geschichte.
  • 1811-1814 verwaltet Brentano gemeinsam mit seinem Bruder ein Familiengut in Böhmen
  • 1814 wendet sich Brentano dem Katholizismus zu und macht 1816 Bekanntschaft mit der protestantischen Pfarrerstochter Luise Hensel. Brentano erwog nun, zum Protestantismus zu konvertieren, um Luise Hensel heiraten zu können. Diese wies seinen Antrag jedoch zurück. Dennoch konvertierte sie, aufgrund der Bemühungen Brentanos, 1818 zum Katholizismus
  • 1818 kehrte Brentano Berlin den Rücken und zog nach Dülmen. Dort zeichnete er in den nächsten sechs Jahren (1818-24) die Visionen der stigmatisierten[4] Nonne Anna Katharina Emmerick. Nachdem diese verstarb (1824), lebte der Schriftsteller an wechselnden Orten und verarbeitete die Visionsaufzeichnungen in verschiedenen Büchern (Das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christi und Leben der heiligen Jungfrau Maria)
  • 1833 lernte Brentano die Malerin Emilie Linder kennen. Auch Emilie versuchte er zum katholischen Glauben zu bekehren und warb um ihre Liebe. Diese wies ihn allerdings ab, konvertierte kurz nach seinem Tod jedoch zum Katholizismus. In diese Zeit fällt auch Brentanos lyrisches Spätwerk, das im Zusammenhang mit der Liebe zu Linder steht
  • Am 28. Juli 1842, im Alter von 62 Jahren, verstarb Clemens Brentano in Aschaffenburg. Zu dieser Zeit lebte er im Hause seines Bruders Christian.

Werke Clemens Brentanos (Auswahl)

  • Lyrik
    • Abendständchen (1802)
    • Der Spinnerin Nachtlied (1802)
    • Des Knaben Wunderhorn (1806 und 1808)
    • Eine feine reine Myrte (1834)
    • Was reif in diesen Zeilen steht (1837)
    • Wenn der lahme Weber träumt (1838)

  • Dramatik
    • Gustav Wasa (1800)
    • Godwi und Godwine (1801)
    • Cecilie (1801)
    • Die lustigen Musikanten (1803)
    • Ponce de Leon (1803)
    • Die Gründung Prags (1815)

  • Epik
    • Godwi (1801)
    • Romanzen vom Rosenkranz (1852)

[1] Als Kameralswissenschaft bezeichnete man im 18. und 19. Jahrhundert Wissenschaften, die den Kammerbeamten im absolutistischen Staat die notwendigen Kenntnisse für die Tätigkeit in der Verwaltung im absolutistischen Staat vermittelten.
[2] Erwähnenswert ist, dass Sophie Mereau Bekanntschaft mit Friedrich Schiller geschlossen hatte, der ihr schriftstellerisches Talent erkannte. Schiller förderte sie, indem er Werke Mereaus in seinem Muselalmanach und der Zeitschrift Die Horen abdruckte.
[3] Antisemitismus ist die offenkundige Abneigung oder Feindschaft gegenüber dem Judentum.
[4] Wer stigmatisiert ist, hat die Wunden Jesus Christus empfangen. Derjenige ist also mit den Wundmalen Christi gezeichnet.

Sekundärliteratur zu Clemens Brentano