WORTWUCHS | Literaturlexikon

Merkmale eines Berichts

Der Bericht ist eine Textform, die vor allem bei der journalistischen Arbeit zum Tragen kommt, weshalb wir ihn vor allem aus Printmedien (Zeitung, Wochenblatt etc.) kennen. Der Bericht soll folglich in erster Linie über einen Handlungsverlauf informieren und die gesammelten Fakten und Merkmale für den Leser aufbereiten. Oftmals spricht man auch von einer Meldung oder einer Nachricht.

Dadurch sind die Merkmale eines Berichts recht übersichtlich und schnell zusammengefasst, da sich der Bericht vornehmlich an den sogenannten W-Fragen (Wer? Wo? Was? Wann? Wie? Warum? Welche Quellen? Welche Folgen?) orientiert und dabei eine sachliche, nüchterne Sprache hat. Die Zeitform des Berichts ist dabei das Präteritum.

Hinweis: Wenn wir eine Inhaltsangabe schreiben, nutzen wir übrigens häufig eine ähnliche Herangehensweise. Allerdings konzentriert sich der Bericht lediglich auf ein einziges Merkmal und nicht auf die Verkettung von Handlungen, die vor oder nach dem Geschehen waren. Einzig auf die Folgen des unmittelbaren Ereignisses wird im Bericht eingegangen.

Merkmale des Berichts

Die wichtigsten Merkmale finden Sie schon in den obenstehenden Einleitung. Allerdings möchten wir die sogenannten W-Fragen einmal durchspielen, um eine genaue Vorstellung davon zu geben, worauf es im Bericht wirklich ankommt. Weiterhin möchten wir Ihnen noch einige Tipps zur Gestaltung anbieten.

  • Wer? Erika Mustermann
  • Wo? Berlin
  • Wann? Um 18 Uhr
  • Was? Verkehrsunfall
  • Wie? Durch Glatteis
  • Warum? Alkohol am Steuer
  • Welche Quelle? Woher stammt diese Information
  • Welche Folgen? Sachschaden, Verletzte und Tote
Hinweis: Prinzipiell sind das alle Angaben und Merkmale, die wir benötigen, um einen eigenen Bericht zu verfassen (-> Bericht schreiben). Allerdings orientiert sich der Bericht, im Gegensatz zur Erzählung, an einer anderen Sprache. Diese ist ein weiteres Merkmal des Berichts.

Sprache im Bericht

Die Sprache des Berichts ist nüchtern, sachlich und klar. Weiterhin nutzen wir im Bericht ausschließlich das Präteritum und schmücken die eigentliche Handlung nicht aus. Dabei ist die Sprache zwar recht knapp, schildert aber dennoch alle wesentlichen Ereignisse. Weiterhin verzichtet der Bericht, wenn möglich, auf wörtliche Rede und gibt diese indirekt wieder. Allerdings ist das kein Muss und viele Zeitungen zitieren wortwörtlich.

Aufbau des Berichts

Der Bericht besteht im Großen und Ganzen aus drei Einheiten. Der Einleitung, dem Hauptteil und dem Schluss. Jedes dieser Elemente beantwortet verschiedene der vorgestellten W-Fragen.

  • Einleitung: Die Einleitung gibt auf die ersten Fragen eine Antwort, sodass sich der Leser einen Überblick verschaffen kann. In Zeitungen nennt man diesen Abschnitt Lead. Häufig ist dieser fett gedruckt. Die Einleitung präsentiert folglich Antworten auf Wo? Wer? Wann? Was (knapp)?
  • Hauptteil: Der Hauptteil des Berichts gibt nun Aufschluss darüber, was tatsächlich vorgefallen ist. Wichtig ist hierbei, dass die zeitliche Abfolge der Geschehnisse eingehalten wird. Wir finden hier also Angaben über das Was, Wie und Warum.
  • Schluss: Der Schluss des Berichts gibt Antworten darauf, welche Folgen das Ereignis hatte oder auch darauf, wie das Problem letzten Endes gelöst wurde. Die Sprache bleibt aber dennoch knapp, sachlich und ohne Deutungsebene des Autors.