Die Bluette, auch Blüette, ist ein kleines, witzsprühendes Bühnenstück sowie im weitesten Sinn eine dramatische Kleinigkeit oder ein kleines musikalisches Tonwerk. Zumeist ist damit aber das witzige Bühnenstück gemeint, das in der Regel nur aus einem Akt besteht, teils einen satirischen Charakter hat und in der Regel auf eine Pointe zugespitzt wird. Belegt ist die Bezeichnung darüber hinaus für ein Gedicht, das sich durch Kürze und Witz auszeichnet und wird auch selten auf Novellen angewandt.

Der Begriff geht auf das französische Verb bluetter zurück, das sich mit Funken sprühen übersetzen lässt, wobei sich aus diesem das Nomen bluette ableitet, das für eine harmlose Liebesgeschichte, einen Feuerfunken oder einen witzigen Einfall steht. Folglich verweist bereits die Übersetzung des Wortes darauf, worum es grundsätzlich geht: nämlich um einen witzigen und kurzen Einfall, der künstlerisch dargestellt wird. Im übertragenen Sinne handelt es sich folglich um einen Geistes- oder eben Witzfunken.

Als Beispiel Le moineau de Lesbie kann von Armand Barthet (1820-1874) angeführt werden, eine einaktige Komödie in Versen aus dem Jahr 1849. Barthet, ein französischer Schriftsteller und Dichter, verfasste neben Lyrik und Prosa mehrere dramatische Einakter. Allerdings gilt Le moineau de Lesbie, das er für die berühmte Elisa Rachel schrieb, als sein bekanntestes Werk, das sich vor allem durch pointierten Witz auszeichnet.

Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Bluette
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001