Als Buchstabe wird das Zeichen einer Schrift bezeichnet. Dieses Schriftzeichen steht stellvertretend für einen Laut, eine Lautfolge oder eine Lautverbindung der jeweiligen Sprache. Demzufolge dienen Buchstaben der Verschriftlichung einer Sprache. Die Gesamtheit der einzelnen Buchstaben einer Sprache ergibt das Alphabet. Die Laute (Phonem) werden also in Zeichen (Graphem) fixiert.

Die Herkunft des Begriffs ist nicht gänzlich geklärt. Dennoch gibt es einige Ansätze. So wird der senkrechte Hauptstrich der Rune, einem alten Schriftzeichen der Germanen, als Stab bezeichnet. Demnach heißt das Schriftzeichen, das für eine Rune steht, Runenstab. Daraus folgt, dass die Schriftzeichen, die in Büchern vorkommen, als Buchstaben bezeichnet werden.

Eine weitere Erklärung geht auf die Fixierung der einstigen Schriftzeichen zurück. Runen wurden, wenn sie aufgeschrieben wurden, in dünne Holztäfelchen geritzt. Dafür eignete sich vor allem das Holz der Buche und der Esche. Die Runen wurden demnach in hölzerne Stäbe geritzt, woraus sich letzten Endes die Bezeichnung Buchstabe ableiten lässt. Allerdings ist keiner der beiden Theorien gesichert.

Hinweis: Wolfgang Pfeifer führt im Etymologisches Wörterbuch des Deutschen an, dass es tatsächlich unwahrscheinlich sei, dass es einen Zusammenhang zwischen Buchstabe und Buche gibt. Denn die Bezeichnung ist allenfalls für die Schriftzeichen eines Buches belegt, nicht im Zusammenhang mit germanischen Runen. Das würde für die erste der angeführten Theorien sprechen.

Buchstaben zum Buchstabieren

Schwierige Wörter sowie Fachbegriffe werden dem Gegenüber sehr häufig buchstabiert, so dass keine Fehler beim Schreiben gemacht werden. Vor allem am Telefon, bei uneindeutigen Namen oder bei sehr komplizierten Wörtern des Diktats wird auf diese Methode zurückgegriffen. Buchstabieren bedeutet, dass das Wort buchstabenweise diktiert wird. Dafür können Buchstabiertafeln genutzt werden.

Solche Buchstabiertafeln ermöglichen eine höchstmögliche Genauigkeit in Bezug auf das Verständnis des buchstabierten Wortes. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Buchstabieren, wobei ein Wort Buchstabe für Buchstabe diktiert wird, werden hierbei ganze Wörter mit dem jeweiligen Anfangsbuchstaben genannt.

Buchstabiertafeln kommen vor allem im Sprechfunk zum Einsatz, um auch bei einer schlechten Verbindung möglichst genau buchstabieren zu können. Aus diesem Grund haben die jeweiligen Wörter solcher Tafeln mehrere Silben, so dass kein Buchstabe untergeht. Als Beispiel folgt nun das NATO phonetic alphabet.

Schriftzeichen im NATO phonetic alphabet (Klappt beim Klicken auf!)

BuchstabeEntsprechungBuchstabeEntsprechung
AAlfaNNovember
BBravoOOscar
CCharliePPapa
DDeltaQQuebec
EEchoRRomeo
FFoxtrotSSierra
GGolfTTango
HHotelUUniform
IIndiaVVictor
JJuliettWWhiskey
KKiloXX-Ray
LLimaYYankee
MMikeZZulu

Der obigen Tabelle folgend, würde diese Webseite (Wortwuchs) folgendermaßen per Telefon oder im Diktat buchstabiert werden: Whiskey Oscar Romeo Tango Whiskey Uniform Charlie Hotel Sierra.

Buchstaben im Deutschen

Das deutsche Alphabet hat 26 Buchstaben, hinzu kommen die drei Umlaute und das Eszett (ß). Diese unterteilen sich in die Konsonantenbuchstaben und die Vokalbuchstaben. Eine solche Unterteilung basiert auf der Artikulation, also Aussprache, der einzelnen Buchstaben.

Vokalbuchstaben sind Schriftzeichen, welche den Vokalen (a, e, i, o, u) entsprechen, weiterhin zählen hier die Umlaute ä, ö, ü sowie das y dazu. Als Vokale werden sämtliche Laute bezeichnet, bei denen die Luft ohne Hemmnis aus dem Mundraum des Sprechenden entweichen kann. Der Luftstrom wird also nicht behindert, weshalb sich der Sprechapparat weder verengt noch verschließt.

Das Gegenstück hierzu bilden die Konsonantenbuchstaben, welche alle anderen Zeichen des Alphabets umfassen. Die Besonderheit ist hierbei, dass der Luftstrom beim Sprechen der Konsonanten ein Hemmnis überwinden muss. Ein solches Hemmnis wird als Hemmstelle bezeichnet.

Die einzelnen Konsonanten einer Sprache lassen sich unterscheiden, indem geprüft wird, an welcher Stelle des Sprechapparats dieses Hemmnis sitzt. Sprechen wir ein p, fällt auf dass wir es mit den Lippen bilden, sprechen wir ein n, wird der Laut am Zahndamm gebildet. Das gilt auch für das d im Nomen Dach.

Wer das ganze Alphabet durchprobiert, bemerkt, dass es ganz unterschiedliche Orte im Mundraum gibt, die beim Artikulieren der Buchstaben sowie Laute genutzt werden. Diese werden als Artikulationsorte bezeichnet. Mehr Informationen zu den einzelnen Artikulationsorten finden sich im Hauptartikel zum Konsonanten.

Übersicht: Das Wichtigste im Überblick

  • Als Buchstaben werden allgemein die einzelnen Schriftzeichen einer Sprache bezeichnet. Diese können dazu genutzt werden, eine Sprache zu verschriftlichen und demnach konservierbar zu machen. Ein Text besteht demzufolge aus der Aneinanderreihung einzelner Schriftzeichen. Sämtliche Buchstaben einer Sprache werden als Alphabet bezeichnet.
  • Da diese Schriftzeichen die Laute einer Sprache fixieren und lesbar machen, hängt der Umfang eines Alphabets natürlich von der jeweiligen Sprache ab. Das Deutsche kennt beispielsweise genau 30 verschiedene Buchstaben. Diese können unter Umständen durch die Diakritika erweitert werden – solche sind aber im Deutschen nicht gebräuchlich und nur in einigen Fremdwörtern und Eigennamen erhalten (vgl. Trema).
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Buchstabe
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001