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Buchstabieren

Als Buchstabieren wird der Vorgang, die einzelnen Buchstaben eines Wortes nacheinander zu nennen, bezeichnet. Menschen buchstabieren dann, wenn sie sich die richtige Schreibweise eines Wortes oder einer Wortfolge mitteilen möchten. In der Regel wird der Buchstabe beim Buchstabennamen benannt (C ~ Ce, F ~ Eff, J ~ Jot). Die Methode ist allerdings fehleranfällig, da Laute überhört werden können. Deshalb gibt es sogenannte Buchstabiertafeln, die für jeden Buchstaben ein Wort festlegen.

Bei einem Diktat oder einem Gespräch unter vier Augen ist eine solche Buchstabiertafel natürlich hinfällig. Sinnvoll ist sie jedoch dann, wenn über das Telefon oder eine anderweitige Funkverbindung, die anfällig für Störgeräusche ist, buchstabiert wird. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die Begriffe Buchstabieralphabet, Telefonalphabet, Funkalphabet sowie Fliegeralphabet synonym zu Buchstabiertafel gebraucht werden.

Die Geschichte der deutschen Buchstabiertafeln geht auf das Berliner Telefonbuch aus dem Jahr 1890 zurück. Damals wurden den einzelnen Buchstaben des Alphabets Zahlen zugeordnet, welche der Stelle im Alphabet entsprachen. Das A ist der erste Buchstabe und hatte demzufolge die Eins, das B die Zwei usw.

Das Wort Hallo würde demnach folgendermaßen aussehen: Acht Eins Zwölf Zwölf Fünfzehn. Alsbald wurden für die Buchstaben allerdings Wörter gebraucht, weil sich diese viel besser einprägen ließen. Das entsprach dem Sinn einer störungsfreie Übertragung natürlich besser. Dabei entwickelten sich verschiedene Systeme.

Hinweis: Nachfolgend möchten wir die verschiedenen Buchstabiertafeln vorstellen und unser Augenmerk auf das deutsche, österreichische, schweizerische und internationale System legen. Anschließend werden Ziffern vorgestellt und die deutschen Buchstabennamen zum Buchstabieren aufbereitet.

Buchstabiertafeln zum Buchstabieren

Die nachfolgende Übersicht orientiert sich am derzeitigen Standard. In Deutschland legt die DIN 5009 die Regeln für ein schreibgerechtes Diktieren fest, in Österreich ist es die ÖNORM A 1081, wobei das ICAO/NATO-Alphabet von der NATO selbst festgelegt wurde.

ZeichenDeutschlandSchweizÖsterreichITU/ICAO/NATO
Buchstaben (Konsonanten, Vokale, Umlaute)
AAntonAnnaAntonAlfa
ÄÄrgerÄschÄrger
BBertaBertaBertaBravo
CCäsarCäsarCäsarCharlie
ChCharlotte[2]
DDoraDanielDoraDelta
EEmilEmilEmilEcho
FFriedrichFriedrichFriedrichFoxtrot
GGustavGustavGustavGolf
HHeinrichHeinrichHeinrichHotel
IIdaIdaIdaIndia
JJuliusJakobJulius[3]Juliett
KKaufmannKaiserKonradKilo
LLudwigLeopoldLudwigLima
MMarthaMarieMarthaMike
NNordpolNiklausNordpol[2]November
OOttoOttoOttoOscar
ÖÖkonomÖrlikonÖsterreich
PPaulaPeterPaulaPapa
QQuelleQuasiQuelleQuebec
RRichardRosaRichardRomeo
SSamuel[1]SophieSiegfriedSierra
SchSchuleSchule
ßEszettscharfes S
TTheodorTheodorTheodorTango
UUlrichUlrichUlrichUniform
ÜÜbermutÜbermutÜbel
VViktorViktorViktorVictor
WWilhelmWilhelmWilhelmWhiskey
XXanthippeXaverXaverX-Ray
YYpsilonYverdonYpsilonYankee
ZZacharias[1]ZürichZürich[2]Zulu
Zahlen (nur nach ITU/ICAO/NATO)
Ziffer, Bezeichnung, Aussprache
0ZeroZEE-RO
1OneWUN
2TwoTOO
3ThreeTREE
4FourFOW-ER
5FiveFIFE
6SixSIX
7SevenSEV-EN
8EightAIT
9NineNIN-ER

[1] Von der DIN-Norm abweichend werden auch Siegfried und Zeppelin gebraucht.
[2] Von der Ö-Norm abweichend sind auch Christine, Norbert und Zeppelin gebräuchlich.
[3] Dennoch wird in Österreich vornehmlich Johannes gebraucht.


Buchstabieren mit den Namen der Buchstaben

Die obigen Buchstabiertafeln eignen sich vornehmlich für das Buchstabieren am Telefon. Die gängige Praxis im Gespräch oder bei einem Diktat ist allerdings das Buchstabieren mithilfe der Namen der einzelnen Buchstaben. Im Deutschen werden die Buchstaben folgendermaßen bezeichnet.

Die nachfolgende Übersicht benennt absteigend den deutschen Großbuchstaben sowie Kleinbuchstaben, die Aussprache gemäß des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA), die Schreibung der Aussprache und die Schreibweise, wie sie in den gängigen Wörterbüchern zu finden ist (fett).

GroßbuchstabeKleinbuchstabeIPASchreibungen
Aa[aː]Ah, A
Ää[ɛː]Äh, Ä; auch A-Umlaut
Bb[beː]Beh, Bee, Be
Cc[tseː]Ceh, Cee, Ce
Dd[deː]Deh, Dee, De
Ee[eː]Eh, Ee, E
Ff[ɛf]Ef, Eff
Gg[geː]Geh, Gee, Ge
Hh[haː]Hah, Ha
Ii[iː]Ih, I
Jj[jɔt]Jott, Jot
Kk[kaː]Kah, Ka
Ll[ɛl]Ell, El
Mm[ɛm]Emm, Em
Nn[ɛn]Enn, En
Oo[oː]Oh, O
Öö[øː]Öh, Ö; auch O-Umlaut
Pp[peː]Peh, Pee, Pe
Qq[kuː]Quh, Qu
Rr[ɛr]Err, Er
Ss[ɛs]Ess, Es
ß[ɛs’t͡sɛt]Esszett, Eszett, Esszet, Eszet, auch scharfes S
Tt[teː]Teh, Tee, Te
Uu[uː]Uh, U
Üü[yː]Üh, Ü; auch U-Umlaut
Vv[faʊ]Vau
Ww[veː]Weh, Wee, We
Xx[iks]Ix
Yy[‚ʏpsilɔn]Ypsilon
Zz[t͡sɛt]Zett, Zet
Übersicht: Das Wichtigste zum Buchstabieren im Überblick

  • Buchstabieren bedeutet, dass ein Wort oder eine Wortfolge Buchstabe für Buchstabe genannt wird. Dies geschieht in der Regel mithilfe des Buchstabennamens, kann aber auch zum besseren Verständnis mit sogenannten Buchstabiertafeln gemacht werden.
  • Buchstabiertafeln sind vor allem für das Buchstabieren via Sprechfunk gedacht und kommen somit in der Telefonie, aber eben auch beim Militär zum Einsatz. Dabei werden die einzelnen Buchstaben durch Wörter ersetzt. Es gibt verschiedene Buchstabiertafeln.
  • Der Hintergrund ist, dass die Wörter besser verstanden werden können. Da die Wörter, die zum Buchstabieren genutzt werden, meist aus mehreren Silben bestehen, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Übertragung höher, da auch Störgeräusche das Buchstabieren nur geringfügig beeinträchtigen und kaum ins Gewicht fallen.