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Bürgerliches Trauerspiel

Als bürgerliches Trauerspiel wird eine Form des Dramas und folglich ein Thatergenre bezeichnet, das vor allem in der Aufklärung entstand (vgl. Literaturepochen). Wesentlich ist für das bürgerliche Trauerspiel, das es Schicksale von Menschen zeigt, die bürgerlichen Standes sind. Diese Entwicklung galt als besonders, weil noch im Barock durch die Ständeklausel untersagt wurde, dass Bürger die Protagonisten eines Trauerspiels sein können, weshalb es dem Adel vorbehalten war (vgl. Fallhöhe). Bürgerliche Stoffe wurden zuvor vor allem in der Komödie gezeigt (vgl. Lustspiel). Im bürgerlichen Trauerspiel wurde dann der tragische Konflikt zumeist durch den starken Gegensatz der sozialen Schichten ausgelöst, wodurch es zwar gewisse Privilegien der Stände überwand, doch ihr Vorhandensein im gleichen Maße festigte. Dieses Lösen vom klassischen Bild der Tragödie wurde auch in der Sprache deutlich. Statt in Versform – wie sonst in der Tragödie üblich – wurde das bürgerliche Trauerspiel in Prosa verfasst.

Begriff

Der Begriff setzt sich aus dem Adjektiv bürgerlich und dem Nomen Trauerspiel zusammen. Dieses Begriffspaar ist eine Form des Dramas. Das europäische Drama entstand in etwa im 5. Jahrhundert v. Chr., also zur Zeit der Antike. Im darauffolgenden Jahrhundert unterteilte der Philosoph Aristoteles das Drama in die Tragödie und die Komödie.

Die Tragödie meint hierbei ein Stück, das den schicksalhafte Konflikt seiner Hauptfigur zeigt, der in der Katastrophe endet (vgl. Peripetie), wohingegen die Komödie ein dramatisches Werk mit erheiterndem Handlungsablauf ist, das meist glücklich endet (vgl. Happy End).

Die Begriffe Trauerspiel und Lustspiel gelten dabei als die deutschen Entsprechungen von Tragödie und Komödie. So gilt das Trauerspiel als tragisch, wohingegen das Lustspiel eine heitere Form ist. Das bürgerliche Trauerspiel ist in diesem Sinne eine Tragödie, die die schicksalhaften Konflikte des Bürgertums auf der Bühne zeigt.

Zur Zeit seiner Entstehung galt der Begriff als Oxymoron, da sich die Begriffe bürgerlich und Trauerspiel in dieser Verbindung gegenseitig ausschlossen und widersprachen. Dies liegt im dramenpoetischen Prinzip der Ständeklausel begründet. In der Tragödie sollten nur die Schicksale von Königen und Fürsten oder hohen Standespersonen dargestellt werden. Es galt die Annahme, dass es dem Leben der Bürgerlichen an Bedeutung fehle und der dramatischen Darstellung ihrer Personen deshalb an der Fallhöhe, um beim konfliktreichen Scheitern überhaupt als tragisch wahrgenommen zu werden.


Das Prinzip der Fallhöhe im Drama

Merkmale des bürgerlichen Trauerspiels

Übersicht: Die wesentlichen Merkmale im Überblick


  • Das bürgerliche Trauerspiel entstand zur Zeit der Aufklärung, also im 18. Jahrhundert. Zwar gab es bereits zum Ende des 16. Jahrhunderts (vgl. Renaissance) ähnliche Ansätze in England, doch fanden diese kaum Nachfolger und nur wenig Beachtung (vgl. Domestic tragedy).
  • Das wesentliche Merkmal bei diesem Genre ist, dass erstmals der Bürger und das Bürgerliche in den Mittelpunkt der Tragödie rücken. Diese Rollen waren zuvor dem Adel, also den hohen Ständen, vorbehalten, wohingegen die Schicksale des Bürgertums nur in der Komödie behandelt wurden.
  • Begründet wurde dies durch das Prinzip der Ständeklausel. Hierbei geht es darum, dass das Tragische den hohen Ständen vorbehalten sein sollte, da nur bei diesen eine soziale und gesellschaftliche Fallhöhe gegeben ist, welche das Scheitern der Handelnden überhaupt erst tragisch macht.
  • Durch den Wandel der Protagonisten, ändern sich natürlich auch die Spielorte. Zeigten ältere Tragödien vor allem das Leben am Hof und ein höfisches Umfeld sowie die Welt der Politik und des Staates, wird nun das Leben von Privatpersonen in ihrem Umfeld gezeigt. Das Setting ist betont bürgerlich und eindeutig vom Höfischen abgegrenzt.
  • Der Aufbau des bürgerlichen Trauerspiels ist zumeist mit dem dem des klassischen Dramas identisch. Es besteht demzufolge aus fünf Akten, die typischerweise aus einer Einleitung (vgl. Exposition), der Steigerung der Spannung (vgl. erregendes Moment), dem Höhepunkt (vgl. Peripetie), einer Verzögerung, um Spannung aufzubauen (vgl. retardierendes Moment) und letztlich der Katastrophe gebildet werden (siehe auch: Spannungsbogen).
  • Das bürgerliche Trauerspiel lässt sich in Bezug auf seine Entwicklung in drei Phasen einteilen. Die ersten Werke zeigten vor allem die Konflikte zwischen Bürgertum und Adel oder die Probleme einer absolutistischen Willkür und setzten sich somit unmittelbar mit den Ständeunterschieden auseinander. Beispielhaft sind Lessings Emilia Galotti und Schillers Kabale und Liebe. In der zweiten Phase entsteht der Konflikt im Bürgerlichen selbst. Der Einzelne wird zum Opfer der Gesellschaft und muss gegen kleinbürgerliche Moralvorstellungen ankämpfen, wie es ewta in Hebbels Maria Magdalena gezeigt wird. Die letzte Phase wandelt das bürgerliche Trauerspiel durch den Einfluss des Naturalismus zur sozialen Dichtung, die das selbstzufriedene Bürgertum kritisiert und den Forderungen des rechtlosen Arbeiterstandes eine Stimme verleiht. Beispiele sind die naturalistischen Dramen Gerhart Hauptmanns und Henrik Ibsens.
  • Diese Kritik, die vor allem in der dritten Phase aufkeimte, steigerte sich in den folgenden Jahren beinahe zur Karikatur des bürgerlichen Trauerspiels, was vor allem in den expressionistischen und surrealistischen Werken Wedekinds, Schnitzlers oder auch Brechts deutlich wird. Zu dieser Zeit verliert das Genre vermehrt an Relevanz und eine Unterscheidung ist vor allem in der modernen Dramatik nicht mehr zweckdienlich.

Geschichte des bürgerlichen Trauerspiels

Anfänge

Das wesentliche Merkmal des Genres ist es, dass die Handelnden der Tragödie aus dem Bürgertum stammen und das Werk deren Konflikte zeigt. Solche Tendenzen gab es bereits vor der Aufklärung. Vor allem in England finden sich schon früher solcherlei Tendenzen, aber auch im deutschen Mittelalter finden sich einzelne Ansätze.

Im mittelalterlichen Europa wurden zu hohen Festtagen von den Bürgern einer Stadt durchaus kleinere Theaterstücke aufgeführt. Zumeist wurden hierbei biblische Szenen oder moralische Stücke gezeigt. Sogar der Reformator Martin Luther förderte das Aufführen solcher Stücke und sprach ihnen eine moralische Lehre zu.

Diese Szenen erinnern an das bürgerliche Trauerspiel, da sie nicht vordergründig am Hof angesiedelt waren oder sich mit dem adligen oder höfischen Leben befassten. Ein wichtiges Beispiel aus dieser Zeit ist etwa Jörg Wickrams (1505 – 1555/1560) Roman Der Jungen Knaben Spiegel (1554), der vielfach für das Theater bearbeitet wurde.

Exkurs: Der Jungen Knaben Spiegel (Klick!)
Wickram zeigt hier die Geschichte des Bauernknaben Fridbert, der vom Ritter Gottlieb adoptiert wird. Gemeinsam mit dem Sohn des Ritters, Willibald, wird der Bauernjunge vom Hauslehrer Felix unterrichtet. Kurzum: bald überflügelt Fridbert den Rittersohn, woraufhin dieser mit dem verkommenen Lottarius, dem Sohn des Metzgers, in die Welt zieht. Lottarius endet am Galgen und Willibald am Bettelstab, wobei er sich als Musikant durchschlägt.

Doch umso tiefer der Fall, umso höher der Aufstieg Fridberts, der bald zu bürgerlichen Ehren gelangt und ein städtisches Amt bekleidet. Eines Tages treffen die drei sich erneut: Fridbert, mittlerweile angesehen, und Felix, der einstige Lehrmeister, nehmen Willibald auf. Nachdem dieser die Vergebung seines Vaters erlangt hat, wird schließlich doch noch ein rechtschaffener Mann aus ihm und auch er kann letztlich ein städtisches Amt bekleiden.

Folglich geht es in Wickrams Werk in erster Linie zwar um einen Adligen, der fällt, doch darüber hinaus zeigt das Stück, dass es durch Arbeit und Fleiß möglich sein könnte, die Stände zu überwinden. Es geht also auch um die Überwindung von Klassenschranken durch individuelle Leistung.

Das ist zu dieser Zeit etwas Besonderes und kann auch im Nachhinein durchaus als eine gegen den Adel gewendete Haltung des Autors gewertet werden, wenngleich diese nicht belegt ist. Dennoch findet sich dabei natürlich ein wichtiges Merkmal, das es ansonsten erst im bürgerlichen Trauerspiel gibt: ein niederer Bauernsohn wird zum Helden einer Geschichte, die ihn nicht lächerlich, sondern zum ehrbaren Bürger macht.

In England, wo die Ständeklausel nicht durchgriff und somit nicht zwingend im Drama angewandt werden musste, erschienen zum Ende des 16. Jahrhunderts vermehrt die sogenannten domestic tragedies, ein Theatergenre, das um Morde und Kriminalfälle in bürgerlichen Familien kreiste. Beispielhaft sind hier die anonymen Stücke Arden of Feversham (1591) und A Yorkshire tragedy (1606).

Diese Stücke fanden allerdings kaum Nachahmer und sind in keinem Fall ursächlich für das spätere bürgerliche Trauerspiel. Dennoch sind sie erwähnenswert, weil auch hier das Bürgerliche in das Zentrum des tragischen Konflikts rückt. Aber auch in Deutschland finden sich noch vor der Aufklärung Einzelfälle, wie etwa in Andreas Gryphius‘ Cardenio und Celine (1649), das im bürgerlichen Milieu angesiedelt ist. Es bleibt jedoch bei wenigen Ausnahmen ohne Brei­ten­wir­kung.

Prototyp des bürgerlichen Trauerspiels

Erst mit dem Erstarken des Bürgertums, das sich im Laufe der Zeit selbstbewusster gab und durchaus stolz auf seinen Stand wurde, wuchs auch das Bedürfnis die Konflikte und Probleme ebendiesen Standes auf die Bühne zu bringen. Und zwar nicht mehr nur in den lächerlichen Darstellungen, die die Komödie bot, sondern auch als ernster und ernstzunehmender Dramenstoff.

Die ersten Tendenzen lassen sich hierfür in England ausmachen. Hier kann schon früh von einem starken sowie emanzipierten Bürgertum gesprochen werden. Dies wurde etwa in George Lillos The London Merchant (UA: 1731) deutlich. Ebendieses Werk gilt als Prototyp des bürgerlichen Trauerspiels und wurde von Henning Adam von Basewitz im Jahr 1752 als Der Kaufmann von London ins Deutsche übersetzt. George Lillo setzt in seinem Drama einen bürgerlichen Helden ein und begründet dies damit, dass ein Drama, das ein bürgerliches Publikum erreichen will, auch einen bürgerlichen Helden benötigt.

Der Kaufmann von London wurde in Deutschland zu einem Erfolg und zahlreiche Schauspieltruppen spielten und zeigten es einem begeisterten Publikum. Kritiker sprachen dem Stück eine ungeheure Wirkung zu: nämlich dass es fesselnd sei, große Emotionen auslöse sowie Mitleid und Rührung beim Publikum bewirke.

In Frankreich entwickelte sich parallel hierzu ein ähnliches Genre: nämlich die Comédie larmoyante (deutsch: rührende Komödie). Auch hierbei ging es um das Personal im Drama. Allerdings näherte man sich diesem nicht über die klassische Tragödie, wie es die vorherigen Beispiele taten, sondern über die Komödie. In dieser wurden nun die nicht-adligen Figuren in ernsthafte Situationen versetzt, die nicht mehr lächerlich wirken konnten oder zum Verlachen einluden.

Folglich kann die Comédie larmoyante als eine Mischform gelten, die ebenfalls die Ständeklausel übergeht. Die Komödienform wird somit durch ernsthafte Elemente angereichert. Dies geschieht etwa durch Themen wie Eltern- oder Kindesliebe, also Themen, die nicht an den Stand gebunden sind und jegliches Publikum rühren können, da es allgemeine menschliche Erfahrungen sind (vgl. Empfindsamkeit).

Beispielhaft ist etwa Die zärtlichen Schwestern (1747) von Christian Fürchtegott Gellert. Gellert hält in seiner Abhandlung Pro comoedia commovente (1751) dazu fest, dass es Tugenden im Privaten gebe, die eben nicht verlacht werden können, auch wenn sie nicht zur Größe des Adels gehören, sondern zur bürgerlichen Rechtschaffenheit.

Das bürgerliche Trauerspiel

Das bürgerliche Trauerspiel, das in Deutschland entsteht, hat seine Wurzeln also in all diesen vorherigen Formen, wenngleich man sich von der französischen Tragödie abgrenzte und sich am englischem Vorbild orientierte. Folglich hat das Englische einen großen Einfluss.

Diese Nähe zum Englischen wird etwa in Lessings Miß Sara Sampson (1755), das in einem englischen Milieu angesiedelt ist, deutlich. Das Werk gilt als das erste bürgerliche Trauerspiel der neueren deutschen Literatur und zeigt ein rührendes Familienbild, das zu zahlreichen Nachahmungen in der deutschen Literatur führte. Lessing erweiterte aber nicht nur das Tragödienpersonal um das Bürgerliche, sondern verwarf die Ständeklausel auch mit seiner Minna von Barnhelm (1767), das den Adel in einem komödiantischen Umfeld zeigt.

Gotthold Ephraim Lessing war es dann aber auch, der das bürgerliche Trauerspiel thematisch prägte. So zeigte seine Emilia Galotti (1772) das erste Mal den tragischen Konflikt zwischen dem Bürgertum und der Adelswillkür und leitete damit den ersten Höhepunkt des Genres ein, der allgemein als erste Phase bezeichnet wird. Emilia Galotti beginnt hierbei in einem rührenden Familienumfeld, das letztlich in einen größeren Zusammenhang gesetzt wird und zu staatspolitischen und sozialen Problemen sowie dem tragischen Tod Emilias führt.

Diese Tradition wird nun in der Folge, vor allem im Sturm und Drang, durch zahlreiche Werke fortgesetzt. Stets geht es um das Adlige, das scheinbar willkürlich das Leben der Bürgerlichen beeinflusst oder gar zerstört. Solche Sozialdramen finden sich etwa bei Lenz und Klinger und bilden ihren absoluten Höhepunkt in Friedrich Schillers Kabale und Liebe (1783), das auch sprachlich und aufgrund der dramatischen Umsetzung wegweisend bleibt. Deshalb gilt dieses Werk – auch im Deutschunterricht – als Paradebeispiel für das Genre.

Hinweis: Im Wesentlichen zeigt der obige Abschnitt den Weg zum bürgerlichen Trauerspiel, wie es zumeist verstanden und im Unterricht behandelt wird. In den folgenden Epochen (vgl. Klassik, Romantik) ist das bürgerliche Trauerspiel allenfalls eine Randerscheinung und auch die Bemühungen durch das Junge Deutschland, das Genre wiederzubeleben, scheitern eher und sind nicht von Erfolg gekrönt. Folglich ist es vor allem die erste Phase, die mit dem Begriff gemeint ist. Dennoch entwickelte sich das Genre in der Folge dennoch fort.

Zweite und dritte Phase

Fast ein Jahrhundert später wird dann die zweite Phase des Genres eingeleitet. Als zweite Phase wird sie deshalb bezeichnet, weil sich die inhaltliche Ausrichtung der Werke änderte. Ging es zuvor noch um das Bürgertum, das mit der Adelswillkür zu kämpfen hat, sind es nun die konfliktreichen Probleme des Bürgertums selbst.

Exemplarisch kann hierfür Friedrich Hebbels Maria Magdalena (1844) genannt werden, das auch als das letzte bürgerliche Trauerspiel gilt. Der Konflikt entsteht hier aus dem eigenen Stand heraus, wobei es aufgrund eines pedantischen Ehrgefühls innerhalb des Bürgertums zum tragischen Selbstmord der Protagonistin Klara führt. Hierbei wird der Einzelne also zum Opfer der Gesellschaft und des eigenen Standes. Sehr deutlich wird dieser inhaltliche Wandel auch durch die Schlussworte in Hebbels Werk, die der Vater nach dem Tod seiner Tochter spricht:„Ich verstehe die Welt nicht mehr!“.

Das bürgerliche Trauerspiel wird in der literarischen Landschaft nun immer unbedeutender. Das Bürgertum hatte sich als eigener Stand emanzipiert und die Probleme mit denen es sich konfrontiert sah, wurden kleiner oder waren keine Probleme, die aus dem Bürgerlichen rührten. So entstanden vor allem Stücke, die sich mit der Rolle des Einzelnen befassten und dessen Scheitern an den gesellschaftlichen Umständen zeigten. Diese dritte Phase beschreibt also eher die Überwindung des Genres und keine Weiterentwicklung.

Das bürgerliche Trauerspiel wird zur sozialen Dichtung, wobei eher die Forderungen des rechtlosen Arbeiterstandes gegenüber dem Bürgertum eine Rolle spielen. Die Dichter des Realismus (Friedrich Hebbel, Gottfried Keller, Theodor Storm, Theodor Fontane) erkennen die Ausbeutung der untersten Klasse und wollen die Wirklichkeit ungeschönt darstellen. Im Naturalismus ist es dann etwa Gerhart Hauptmann (Die Weber und Vor Sonnenaufgang), wobei der Einzelne endgültig zu einem Produkt der sozialen Verhältnisse avanciert.

Hinweis: Das Ende des bürgerlichen Trauerspiels wird also durch Hebbels Maria Magdalena markiert. Spätere Werke, die aus dem Genre erwachsen, lassen sich eher unter den Begriffen Sozialdrama oder soziale Dichtung fassen. Darüber hinaus verliert das Genre in der modernen Dramatik allein deshalb an Relevanz, da es im klassischen Sinne keine Stände mehr gibt.

Beispiele

  • Miss Sara Sampson (1755), Gotthold Ephraim Lessing
  • Lucie Woodvil (1756), Johann Gottlob Benjamin Pfeil
  • Emilia Galotti (1772), Gotthold Ephraim Lessing
  • Die Kindermörderin (1776), Heinrich Leopold Wagner
  • Die Soldaten (1776), Jakob Michael Reinhold Lenz
  • Romeo und Julie (1776), Christian Felix Weiße
  • Düval und Charmille (1778), Christiane Karoline Schlegel
  • Kabale und Liebe (1784), Friedrich Schiller
  • Maria Magdalena (1844), Friedrich Hebbel
  • Woyzeck (1879), Georg Büchner (Vorläufer des Sozialdramas)