WORTWUCHS | Literaturlexikon

Dedikation

Die Dedikation meint die Widmung oder Zuneignung eines Werkes, egal ob nun literarischer Natur oder eben nicht, an eine bestimmte Person. Die Dedikation – wenn literarischer Art – findet meist auf der ersten Seite eines Werkes ihren Platz und ist Inbegriff des Dankes oder auch der Verbundenheit eines Autors gegenüber einer anderen Person, die in der Dedikation genannt wird.

Das Wort leitet sich aus dem Lateinischen ab (lat. dedicatio = Weihe, Zuneignung) und wird normalerweise auf der Widmungsseite untergebracht und ist ein Teil der Titelei. Prinzipiell kann die Dedikation auch mit der Danksagung in einem Werk verbunden sein oder gar als Stilmittel zum Einsatz kommen.

Weiterhin kann das Wort auch im gehobenen Sprachgebrauch Verwendung finden. Beispielsweise wäre der Satz „Diese Statue ist eine Dedikation des Bürgermeisters.“ grammatikalisch und auch inhaltlich korrekt. Dabei würde zum Ausdruck kommen, dass der Bürgermeister die Statue einer anderen Person gewidmet oder eben geschenkt hat.

Funktion und Art der Dedikation

Prinzipiell soll die Dedikation eine andere Person ehren respektive den Dank des Autors gegenüber dieser Person zum Ausdruck bringen. Allerdings hat sich das Bild und die wirklich Funktion der Dedikation mit den Jahrhunderten gewandelt. Heutzutage dient sie hauptsächlich zum Selbstzweck oder der Selbstdarstellung des jeweiligen Autors.

Die Dedikation ist heutzutage meist zwischen Haupttitelblatt und dem eigentlichen Text untergebracht, wobei es bei ihrer Gestaltung keine wirklichen Vorgaben gibt. Prinzipiell ist also ein ganzer Dankesbrief ebenso denkbar wie ein dankender Einzeiler.

Beispiel für eine Dedikation aus "Einer flog über das Kuckusnest"
Beispiel für eine Dedikation aus „Einer flog über das Kuckusnest“

Ursprung der Dedikation

Wenn heutzutage ein Autor einer anderen Person seinen Dank offenbart, ist das mitunter recht neckisch und schön, hat aber im Eigentlichen keinen Sinn. Hierbei müssen wir eher die Selbstdarstellung des Autors annehmen, auch wenn das ein wenig die Romantik zerstört.

Früher hatte die Dedikation allerdings einen ganz anderen Sinn. Immerhin war es nicht üblich, einem Autoren ein Honorar durch den Verlag zu zahlen, da es im Grunde eher um die Reputation ging. Folglich verfasste der geneigte Autor eine Dedikation, also eine Widmung, um eine angesehene Person zu ehren.

Dabei erhoffte sich der Autor durch die öffentliche Danksagung eine Erwiderung – meist in Form von Geld – vom Genannten, um auf seine Kosten zu kommen. Dieses Tribut wurde übrigens sehr häufig erwidert und mit kleinen Geschenken belohnt.

Spannend ist hierbei, dass solche Dedikationen nicht nur von Schriftstellern verfasst wurden, sondern teils auch Drucker oder Verlage die Widmung verfassten, um sich einen Obolus vom „Geehrten“ anzueignen.

Dedikationen im 21. Jahrhundert

Heutzutage hat die Dedikation im eigentlichen Sinne keinen „Wert“ mehr, sondern kann allenfalls als kleine Nettigkeit oder auch Selbstdarstellung des Autors aufgefasst werden, auch wenn es mitunter sehr geheimnisvolle und schöne Dedikationen in der literarischen Landschaft gibt: Einen wirtschaftlichen Nutzen haben die wenigsten von ihnen.