WORTWUCHS | Literaturlexikon

Desiderat

Das Desiderat beschreibt einen Gegenstand oder auch ein Objekt, das fehlt oder noch gebraucht wird. Dabei leitet sich das Wort Desiderat oder auch Desideratum aus dem Lateinischen ab (pl. Desiderate, im Lateinischen Desiderata).

Die Bedeutung von Desiderat ist im eigentlichen Wortsinn „von den Gestirnen herabgefleht“ und meint folglich etwas, das gewünscht und nicht vorhanden ist. Hierbei geht es allerdings weniger darum, eine abstrakte oder nicht-existente Sache zu erbitten, sondern ein reales Objekt, das nur am jeweiligen Ort nicht vorhanden ist oder eben erwünscht wird.

Desiderat im literarischen Kontext

Prinzipiell kann das Wort sinnbildlich für jeden Mangel gebraucht werden, doch haben sich mit den Jahren vor allem vier Bedeutungen herauskristallisiert.

  • In Bibliotheken meint das Desiderat ein Buch, das zur Anschaffung vorgeschlagen wurde und noch nicht im Magazin der Bibliothek vorhanden ist.
  • Im Zusammenhang mit dem Schreiben, kann unter einem solchen auch ein unvollendetes Manuskript oder nicht begonnene Schreibarbeit gemeint sein.
  • In der Forschung verstehen wir unter dem Begriff ein Gebiet, das noch nicht erschlossen wurde oder deren Erkundung noch nicht gänzlich abgeschlossen ist.
  • Weiterhin kann als Desiderat das fehlende Objekt in einer Sammlung oder einer Teilsammlung verstanden werden.

Hinweis: In Bezug auf das unvollendete Manuskript geht es allerdings weniger um eine unfertige Idee, als um das berufliche Schreiben, wie es beispielsweise bei Sachbüchern der Fall ist. Nicht jeder unfertige Plot im Kopf eines Autors ist folglich ein Desiderat.

Vielmehr sprechen wir von einem Desiderat, wenn ein Verlag plant, eine Buchreihe zum Thema „Gartenteich“ auf den Markt zu bringen und folglich ganz bestimmte Schreibarbeiten dafür einfordert und Autoren mit der Verfassung dieser beauftragt.


Stichwortverzeichnis