Als Destan wird ein Volkslied der türkischen Dichtung bezeichnet, das epische Elemente aufweist und vornehmlich im Mittelalter verbreitet war. Das Lied ist dabei zumeist in Strophen gegliedert, die aus Elfsilbern bestehen, wobei in der Regel regionale Helden, Sagen oder Ereignisse im Destan besungen werden. Bisweilen werden mit dem Begriff auch türkische Erzählungen bezeichnet, welche mündlich überliefert werden. Der Urheber ist allerdings in beiden Fällen zumeist nicht bekannt und demzufolge anonym (vgl. Adespota).

Der Begriff lässt sich vom türkischen Nomen destan (داستان) ableiten und mit Erzählung oder auch Epos und Sage übersetzen. Foglich verweist bereits die Übersetzung des Begriffs darauf, worum es hier geht: entweder um ein türkisches Volkslied, das von lokalen Ereignissen sowie Helden erzählt oder um eine einfache Erzählung, die ebendiesen Stoff zum Inhalt hat und mündlich überliefert werden.

Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Destan
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001