Der Deuteragonist ist der zweite Schauspieler im griechischen Drama und bildet oftmals das Gegenstück zum Protagonist, der dem Wort zufolge der „erste Kämpfer“ ist. Die Bezeichnung geht auf das griechische Theater der Antike zurück.

Der Deuteragonist kann entweder gegen oder für den Protagonisten sein und ist häufig der zweitwichtigste Charakter einer Handlung oder eines klassischen Werkes. Im griechischen Drama taucht der Deuteragonist zwischen Protagonist und Tritagonist auf, der die drittwichtigste Rolle übernimmt. Er ist folglich die zweitwichtigste Figur in einem Stück oder eben Werk.

Der Deuteragonist ist oftmals der Sidekick des Protagonisten, was in der Literatur eine besonder Art der Nebenrolle ist, die uns gewissermaßen über die Gedanken des Protagonisten aufklärt und häufig den klassischen Antagonist beschreibt (der hauptsächliche Gegenspieler des Protagonisten).

Deuteragonist und seine Funktion

Eine der wichtigsten Funktionen des Deuteragonisten ist es, uns eine Sichtweise auf den Protagonisten zu spendieren, um diesen aus einer gewissen Außenperspektive zu sehen. Dabei muss es noch nicht einmal um eine Wertung gehen, sondern vielmehr um eine andere Betrachtungsweise des Protagonisten, als die, die dieser uns vorgibt. Hierbei braucht es folglich keinen auktorialen Erzähler, sondern lediglich die offenbarten Gedanken des Deuteragonisten.

Deuteragonist in der Literatur

Werfen wir hierbei einen Blick in die Literatur, stolpern wir über unzählige Beispiele. Denken wir beispielsweise an Dr. Watson, der uns eine ganz andere Perspektive auf Sherlock Holmes ermöglicht und uns annehmen lässt, dass sich hierbei Genie und Wahnsinn miteinander vereinen.

Allerdings müssen wir für solch ein Beispiel nicht einmal in die Annalen der Literatur abdriften. Immerhin sind Ron und Hermine (Harry Potter) Deuteragonisten par excellence, die uns einen Blick auf Harry, aber auch andere Charaktere der Erzählung offenbaren und gleichermaßen seine Mitspieler sind.

Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Deuteragonist
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001