Als Devise wird entweder ein im Ausland zahlbarer Wechsel, also ein Zahlungsmittel in einer fremden Währung oder ein Begriff aus der Heraldik bezeichnet. Heraldik ist ein Begriff für das Wappenwesen und befasst sich mit Wappenkunst, -kunde sowie -recht. Die Divisa war ursprünglich ein abgeteiltes Feld mit einer Inschrift innerhalb des Wappens. Heutzutage bezeichnet Devise aber vor allem den Denkspruch oder Wahlspruch einer Person oder Gruppe sowie deren persönliche Losung.

Der Begriff leitet sich vom französischen devise (Motto) ab, welches auf deviser (einteilen) zurückzuführen ist. Diese Wörter haben ihren Ursprung im lateinischen dividere, was sich mit einteilen oder aufteilen übersetzen lässt. Daraus geht ebenso das lateinischen Nomen divisa zurück, was das Unterscheidungszeichen im Wappen meinte und im Speziellen ein Feld des Wappens bezeichnet, das eine Inschrift aufweist.

Der Begriff Devise wurde von Philipp von Zesen, einem deutschen Dichter des 17. Jahrhunderts, durch die Bezeichnung Wahlspruch eingedeutscht. Zumeist steht eine solche Devise auf einem Spruchband, das unter dem eigentlichen Wappen abgebildet ist. Solche Wahlsprüche gibt es bei Wappen von Personen, Familien, Personengruppen, aber auch bei Organisationen und Gemeinwesen (Gemeinden, Länder, Staaten)


Wahlsprüche (Devise) des Königs von Sachsen und der Niederlande auf den jeweiligen Wappen.

Die obige Abbildung zeigt zwei Wappen. Auf der linken Seite das Wappen des Königreichs Sachsen, das zwischen 1806 bis 1918 existierte und auf der rechten das Wappen der Niederlande, das auch heutzutage noch Gültigkeit erfährt. Im unteren Bereich finden sich Spruchbänder, die ein Spruch ziert: die Devise.

Die Devise der Sachsen lautete Providentiae Memor (Der Vorsehung eingedenk), was an die Verteidigung des Landes im Krieg 1806 erinnern sollte, wohingegen das niederländische Hoheitszeichen durch die Worte Je maintiendrai verziert wird. Diese lassen sich mit Ich werde aufrechterhalten übersetzen.

Solch ein Wahlspruch ist die Maxime, das Motto oder auch die Losung einer Person, einer Gruppierung oder eines sonstigen Zusammenschlusses und kann an ein denkwürdiges Ereignis erinnern oder auf die Ziele der entsprechenden Träger hinweisen. Zumeist entstanden solche Leitsprüche über Jahrhunderte, also aus der Tradition heraus, aus gemeinschaftlichen Festlegungen oder leiteten sich aus wichtigen Ereignissen ab.

Weitere Devisen-Beispiele (Klappt beim Klicken auf!)

Nachfolgend finden Sie zahlreiche weitere Beispiele. Die Sprüche sind danach unterteilt, ob sie Einzelpersonen zugeschrieben werden oder für einen Staat oder Orden stehen. Die Beispiele sind unkommentiert, wobei ersichtlich sein sollte, wie sie aufgebaut und zu verstehen sind.


Devisen von Personen

  • Ich dien – Devise des Prince of Wales
  • Je l’enuie (frz. Ich fordere ihn heraus) – Devise von Ludwig von Orléans
  • Aultre naray (frz. Ich will keine andere) – Devise von Philipp dem Guten
  • Je lay emprins (frz. Ich habe es gewagt) – Karl dem Kühnen
  • Per tot discrimina rerum (lat. Durch so viele Gefahren) – Wahlspruch von Maximilian I.
  • Fortune infortune fort une (Glück- unglücklich machts einen) – Margarete von Österreich
  • Suum cuique (lat. Jedem das Seine) – Devise von Friedrich I. (Preußen)
  • Non soli cedit (lat. Nicht [einmal] der Sonne weicht er) – Friedrich Wilhelm I. (Preußen)
  • Pro Gloria et Patria (lat. Für Ruhm und Vaterland) – Friedrich II. (Preußen)
  • Viribus unitis (lat. Mit vereinten Kräften) – Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn

Devisen moderner Staaten

  • Unus pro omnibus, omnes pro uno (lat. Einer für alle, alle für einen) – Schweiz
  • Deo Juvante (lat. Mit Gottes Hilfe) – Wahlspruch des Fürstentums Monaco
  • E pluribus unum (lat. Aus vielen eines) – USA (bis 1956)
  • Einigkeit und Recht und Freiheit – inoffizielle Devise des modernen Deutschlands
  • Liberté, Egalité, Fraternité (frz. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) – Wahlspruch der Französischen Revolution von 1789
  • Ordem e Progresso (portugiesisch Ordnung und Fortschritt) – Devise Brasiliens
  • Je maintiendrai (französisch Ich werde standhalten) – Wahlspruch der Niederlande

Devisen von Orden (Ordensdevise)

  • Ora et labora (lat. Bete und arbeite) – Leitspruch des Benediktinerordens
  • Tuitio fidei et obsequium pauperum (lat. Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen) – Johanniterorden, Souveräner Malteserorden
  • Honi soit qui mal y pense (frz. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt) – Hosenbandorden
  • Suum cuique (lat. Jedem das Seine) – Devise des Schwarzen Adlerordens und der Feldjägertruppe
Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Begriff im Überblick

  • Die Devise ist ein Begriff aus der Wappenkunde (Heraldik). Sie meint das Motto einer Person, Gruppe oder sonstigen Organisation, der letzten Endes in wenigen Wörtern verkörpert, nach welchen Regeln oder Ansichten die Person oder Gruppierung lebt. Philipp von Zesen, ein deutscher Dichter, deutschte den Begriff durch die Bezeichnung Wahlspruch ein.
  • Umgangssprachlich meint der Begriff aber auch das Lebensmotto eines Menschen (Bsp.: Sie macht immer irgendwelche Dummheiten, stets nach der Devise: „Papa wird’s schon richten.“)
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Devise
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001