Das Epeisodion ist ein Element, das aus dem altgriechischen Drama stammt. Als Epeisodion wird eine eingeschobene Dialogpartie zwischen zwei Chorliedern bezeichnet. Demnach trennt das Epeisodion die Auftritte des Chors und unterbricht diese gewissermaßen. Der Dialog vor dem Einzug des Chors wird im Gegensatz dazu als Prologos bezeichnet, der Dialog nach dem letzten Chorlied Exodos.

Der Begriff leitet sich aus dem Altgriechischen ab (epeisodios) und lässt sich in etwa mit dazukommend oder eingeschoben übersetzen. Demzufolge verrät schon die Übersetzung des Wortes, worum es grundsätzlich geht: nämlich um einen Einschub [der eben traditionell zwischen den Auftritten des Chores war].

Ursprünglich wurde das Epeisodion in trochäischen Tetrametern verfasst, wandelte sich dann aber zu einem Einschub, der auf jambischen Trimetern fußte. Weiterhin findet sich hier der Ursprung des Aktes im Drama, denn als dem Dialog eine immer wichtigere Bedeutung beigemessen wurde, entstand aus diesen kurzen Einschüben eine regelrechte Nebenhandlung.

Kurzübersicht: Bedeutung, Funktion und Merkmale

  • Das Epeisodion stammt aus dem altgriechischen Drama und meint eine Dialogpartie, welche zwischen zwei Chorliedern eingeschoben wurde und die Auftritte des Chores trennt.
  • Ursprünglich folgte im Anschluss an die erste Dialogpartie die Parabase. Die Parabase meint den Umstand, dass der Chor aus seiner Rolle fällt und sich an das Publikum wendet.
  • Anfangs gab es meist drei solcher Unterbrechungen. Im Laufe der Zeit wurde die Anzahl erhöht und konnte durchaus auf fünf oder in seltenen Fällen auch mehr anwachsen.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Epeisodion
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001