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Errata

Als Erratum wird ein Druckfehler bezeichnet, wohingegen die Mehrzahl Errata zumeist ein Addendum (Beilage, Anhang) zu einem Schriftstück meint, das den Leser über diese Druckfehler aufklärt. In der Regel werden die Fehler, die durch solche Errata festgehalten sowie dokumentiert werden, in einer nächsten Auflage des Druckerzeugnisses ausgebessert. Errata werden auch als Corrigenda und Korrekturverzeichnis bezeichnet. Sie sind seit dem 16. Jahrhundert als Beilage üblich.

Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen ab (erratum) und lässt sich mit Fehler übersetzen. Somit verweist schon die Übersetzung des Wortes, worum es prinzipiell geht: nämlich um einen Fehler [in einer Drucksache]. Da es sich bei einem solchen Korrekturverzeichnis aber zumeist um mehrere Fehler im Druckerzeugnis handelt, hat sich nicht der Singular (Einzahl), sondern der Plural (Mehrzahl) als Bezeichnung etabliert.


Errata als Beilage im Buch, die sich meist zwischen Frontdeckel und Buchblock befindet


Die obige Abbildung zeigt die ungefähre Position der Errata in einem gedruckten Buch. Zumeist werden solche Korrekturverzeichnisse zwischen Frontdeckel, also dem vorderen Buchdeckel, und Buchblock platziert, so dass für den Konsumenten schon nach dem Öffnen des Buches ersichtlich ist, dass es Fehler im Nachfolgenden gibt, die bei der späteren Lektüre berücksichtigt werden müssen.

Verwendung von Errata

Prinzipiell sollen Korrekturverzeichnisse den Leser darüber aufklären, welche Fehler in der jeweiligen Drucksache vorliegen. Allerdings ist es nicht üblich, auf jede Kleinigkeit hinzuweisen. Unwesentliche Details werden in der Regel ohne Erwähnung bei der nächsten Auflage ausgebessert.

Das bedeutet, dass Errata vor allem in wissenschaftlichen Publikationen zum Einsatz kommen, wohingegen einfache Typografie- oder auch Rechtschreibfehler in der Unterhaltungsliteratur (Belletristik) schlicht und ergreifend später ausgebessert werden. Sie kommen also nur in wichtigen Fällen zum Einsatz.

Dies kann beispielsweise auf Tippfehler zutreffen, die zu Missverständnissen führen, falsche Informationen in einem Sachtext sowie schwerwiegende Fehler, die den Sinn und Inhalt einer Passage zunichte machen. Vor allem in Lehrbüchern sind solche Hinweise oftmals vonnöten, um Lernende nicht zu verwirren.

Kurzübersicht: Das Wichtigste im Überblick

  • Als Errata werden Beigaben zur Drucksache bezeichnet, die über Fehler und Fehlinformationen der jeweiligen Publikation hinweisen. Demnach gehören solche Korrekturverzeichnisse zu den Addenda, also zu den Beilagen und Hinzufügungen eines Schriftstückes.
  • Dabei ist es jedoch nicht üblich, alle Fehler zu dokumentieren, sondern nur schwerwiegende, die zu Missverständnissen führen könnten und somit den Sinn einer Passage entstellen.

  • Hinweis: Synonym wird außerdem das Wort Corrigendum (lat. zu Korrigierendes) gebraucht. Allerdings meinen solche Corrigenda sämtliche Fehler des Werkes und nicht nur die, die im Korrekturverzeichnis angegeben sind. Oft werden sie in der nächsten Auflage benannt.

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