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Frontispiz

Als Frontispiz wird eine Illustration bezeichnet, welche sich auf der zweiten Seite eines Buches befindet, wobei der Buchdeckel bei der Seitenzählung (Paginierung) nicht mitgezählt wird. Das Frontispiz befindet sich demnach auf der linken Seite. Folglich liegt das Frontispiz dem Titelblatt, also der dritten Seite, gegenüber und ist auf die Rückseite des Schmutztitels gedruckt, der die erste Seite darstellt. Vor ebendiesem Schmutztitel befindet sich der Buchdeckel. Heutzutage wird diese Frontispiz-Seite selten bedruckt, zeigt aber bei biografischen Schriften, wie etwa Memoiren und Autobiografien, oder auch Kunstbänden zuweilen noch ein Porträt des jeweiligen Autors, Dichters oder Künstlers. In wissenschaftlichen Abhandlungen oder auch Werken, die Teil einer Reihe sind, kann ein solches Frontispiz auch Angaben zur jeweiligen Gesamtreihe aufzeigen. Teils beinhaltet das Frontispiz aber auch Angaben zum Inhalt eines Buches (vgl. Inhaltsangabe), zum Autor sowie zu dessen weiteren Veröffentlichungen (vgl. Klappentext).

Begriff

Der Begriff leitet sich vom französischen Nomen frontispice ab, das sich mit Stirnseite übersetzen lässt und auf das lateinische frontispicium zurückzuführen ist. Dieses setzt sich wiederum aus dem Nomen frons für Stirn und dem Verb spicere für schauen zusammen. Demzufolge ist die Übersetzung ein wenig irreführend, da als Stirnseite in der Regel die Vorderseite einer Sache bezeichnet wird. Schauen wir nachfolgend auf zwei Beispiele, die Position und Machart solcher Frontispize verdeutlichen:

Beispiele

Frontispiz in des Knaben Wunderhorn und einem Werk von Allan Quartermain

Frontispize in Allan Quartermain und in Des Knaben Wunderhorn von Achim von Arnim und Clemens Brentano


Die obigen Beispiele zeigen zwei aufgeschlagene Bücher. Auf der linken Seite sieht man eine Ausgabe von Allan Quatermain, einem Roman des englischen Schriftstellers Henry Rider Haggard und auf der linken Seite eine Ausgabe Des Knaben Wunderhorn, einer Liedersammlung, die von den romantischen Schriftstellern Achim von Arnim und Clemens Brentano herausgegeben wurde. Gegenüber der beiden Frontispize befinden sich die Titelblätter, die Angaben zu Buchtitel mit Untertitel, Autor und Verlag nennt.


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