Als Konsonant, auch Mitlaut, werden jegliche Laute bezeichnet, bei deren Aussprache der Atemstrom behindert und der Stimmtrakt des Sprechenden verengt wird. Das Gegenstück bilden die Vokale (a, e, i, o, u), deren Aussprache weder zum Verschluss noch zur Enge führt, weshalb die Luft ungehindert ausströmen kann. Alle anderen Buchstaben finden also eine Entsprechung bei den Konsonanten.

Der Begriff lässt sich aus dem Lateinischen ableiten (consonare). Das lateinische con bedeutet mit, wobei sich sonare mit klingen übersetzen lässt. Der Konsonant ist folglich ein Mitklinger oder eben ein Mitlaut. Um das Prinzip sprachlich zu veranschaulichen, macht es Sinn auf ein einfaches Beispiel zu schauen.


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In obigen Beispiel wurden alle Konsonanten und Vokale farblich hervorgehoben. Nun kann versucht werden, den Satz deutlich auszusprechen und darauf zu achten, wie die Luft beim Sprechen strömt. Bei den Vokalen fällt auf, dass der Mund beim Sprechen geöffnet ist, weshalb der Laut deutlich entweichen kann. Demnach wird der Luftstrom nicht gestört. Bei den Konsonanten ist das anders, ein Hemmnis wird überwunden.

Ein solches Hemmnis wird als Hemmstelle bezeichnet. Die einzelnen Konsonanten einer Sprache lassen sich insofern unterscheiden, an welcher Stelle im Sprechapparat dieses Hemmnis sitzt. Sprechen wir ein p, fällt auf dass wir es mit den Lippen bilden, sprechen wir ein n, wird der Laut am Zahndamm gebildet.

Wer das ganze Alphabet durchprobiert, bemerkt, dass es ganz unterschiedliche Orte im Mundraum gibt, die beim Artikulieren der Buchstaben sowie Laute genutzt werden. Diese werden als Artikulationsorte bezeichnet. Nachfolgend eine vereinfachte Darstellung der Artikulationsorte, die beim Sprechen von Konsonanten im Sprechapparat zum Einsatz kommen. Im Anschluss eine genaue Erklärung.


Die Artikulationsorte  beim Sprechen von Konsonanten

Hinweis zur Grafik: Places of articulation © Ishwar, Bearbeitung: Wortwuchs, Lizenz: CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Artikulationsorte der Konsonanten

Im Schaubild wird ersichtlich, dass die einzelnen Mitlaute an ganz verschiedenen Orten im Mundraum und im gesamten Sprechapparat gebildet werden. Einige werden beinahe im Rachen geformt, andere ganz vorn mit den Lippen gesprochen und gebildet. Gehen wir das Ganze von vorn bis hinten durch.

Eine eher grobe Einteilung der einzelnen Artikulationsorte wird durch das Schaubild ersichtlich. Logopäden und Sprachwissenschaftler kennen allerdings noch eine feinere Unterscheidung. Für eine ganz allgemeine Betrachtung des Themas ist diese Einteilung allerdings ausreichend.

ArtikulationsortBeispieleErläuterungen
bilabialBein, Pein, MautEin Bilabial wird mit beiden Lippen gebildet, im Deutschen sind die Laute [b] und [p] beispielhaft.
labiodentalFan, VanSind Laute, die mit den Lippen und Zähnen gebildet werden, also Lippenzahnlaute wie [f] und [v].
alveolarTag, Dach, NameAlveolare werden am oberen Zahndamm gebildet, also der Erhebung hinter den Schneidezähnen. Im Deutschen kennen wir beispielsweise [t], [d] oder auch [n].
postalveolarschön, GarageSind Laute, die knapp hinter dem Zahndamm gebildet werden. Im Deutschen trifft dies auf zu [ʃ], also sch. Einige Entlehnung aus Fremdsprachen erlauben diesen Laut allerdings ebenfalls, wie das zweite G in Garage, [ʒ].
palatalIchPalatale Konsonanten werden am Gaumen gebildet. Das deutsche ch findet in zahlreichen Wörtern eine Entsprechung für diesen Laut.
velarKind, gutEin Velar wird am hinteren Gaumen gebildet, dabei behindert der Zungenrücken den Luftstrom, es kommt somit zum Verschluss. Dieser Laut kommt beim deutschen [g] und [k] vor.
uvularrot, RacheUvular meint, dass der Laut am Gaumenzäpfchen gebildet wird. Der Laut klingt beinahe wie ein Röcheln, [ʁ].
glottalHaus, Hand, Knacklaut: ver eisenGlottale Konsonanten werden hinten gebildet, sie werden auch als Knacklaute bezeichnet, dieser wird beim Trennen von Wortgrenzen gebraucht [ʔ]. Außerdem wird hier das [h] gebildet.

Hinweis: Für das Verständnis der obigen Übersicht ist es wichtig, dass man zwischen Konsonanten als Bezeichnung für Laute unterscheidet sowie den sogenannten Konsonantenbuchstaben, wie sie uns im Deutschunterricht begegnen. Als Laute werden nämlich sämtliche bezeichnet, bei denen es zu einer Behinderung des Luftstromes kommt, die Entsprechung als Buchstabe ist also mitunter irreführend.

Artikulationsarten der Konsonanten

Neben den verschiedenen Artikulationorten, gibt es natürlich auch ganz unterschiedliche Arten, einen Konsonanten auszusprechen. Gemeinhin unterscheidet man zwischen Verschlusslauten (Plosive), Reibelauten (Frikative), Nasalen, Seitenlauten (Laterale) sowie Zitterlauten (Vibranten).

Bei den Plosiven wird der Luftstrom behindert und kann vorerst nicht aus dem Mund entweichen, dann entlädt er sich allerdings schlagartig, weil der Mundraum geöffnet wird, Beispiele sind die Buchstaben b, d, p oder auch d. Frikative sperren den Luftstrom nicht gänzlich weg, sondern pressen ihn durch eine künstliche Enge, deshalb werden sie auch als Reibelaute bezeichnet. Die Buchstaben f und h sind Beispiele.

Bei Nasalen, beispielsweise n und m, wird die Luft durch die Nase entlassen. Dabei senkt der Sprechende das Gaumensegel, wodurch die Luft lediglich nasal entweiche kann. Laterale verschließen die Mundraum mittig, wobei die Luft an den Seiten entwichen kann, ein Beispiel im Deutschen findet sich beim l.

Den Abschluss bilden die sogenannten Zitterlaute, die Vibranten, diese werden durch ein Flattern sowie durch Luftverwirbelungen gebildet. Hierbei wird entweder das Zäpfchen sehr schnell gegen die Hinterzunge oder die Vorderzunge gegen den Zahndamm geschlagen. Beispielhaft ist der r-Laut im Spanischen (perro).

ArtikulationsortBeispiele
PlosiveFrikativeNasaleLateraleVibranten
bilabial[p], [b][m]
labiodental[f], [v]
alveolar[t], [d][s], [z], [ʃ][n][l]
palatal[c][ç], [j]
velar[k], [g][x][ŋ]
uvular[ʁ]
glottal[ʔ] (Knacklaut)[h]

Konsonantenbuchstaben

Im Deutschunterricht tauchen irgendwann Vokale auf, diese sind im Deutschen die Buchstaben a, e, i, o und u. Sämtliche anderen Laute werden folglich als Konsonanten bezeichnet. Allerdings gibt es mehr Laute, als Buchstaben. Sinnvoll ist es, zwischen Vokal- und Konsonantenbuchstaben zu unterscheiden. Diese sind nur lautliche Entsprechungen in Buchstabenform.

Als Vokalbuchstaben gelten im Deutschen die Buchstaben A, Ä, E, I, O, Ö, U, Ü und Y, da diese ohne eine Behinderung des Luftstroms gesprochen werden. Diesen Buchstaben stehen die Konsonantenbuchstaben B, C, D, F, G, H, J, K, L, M, N, P, Q, R, S, ß, T, V, W, X, Z gegenüber (werden als Konsonanten bezeichnet).

Übersicht: Bedeutung, Merkmale und das Wichtigste

  • Konsonanten, auch Mitlaute, sind Laute, bei deren Artikulation der Luftstrom durch den Sprecher behindert wird. Ihnen stehen die Vokale gegenüber, bei denen die Luft ungehindert entweichen kann. Dabei wird der Stimmtrakt nicht verengt.
  • Demzufolge geht es vornehmlich um Laute. Verwirrend ist allerdings, dass der Deutschunterricht die Buchstaben des Alphabets ebenfalls in Konsonanten und Vokale unterteilt. Hierbei meinen Vokale die Buchstaben a, e, i, o, u, weshalb sämtliche anderen Buchstaben als Konsonanten bezeichnet werden. Für eine klare Unterscheidung sind die Bezeichnungen Vokal- sowie Konsonantenbuchstaben sinnvoller. Die Laute heißen dann Vokale und Konsonanten.

  • Hinweis: Nicht alle Laute des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA) kommen auch im Deutschen vor. Dieser Beitrag geht vornehmlich auf das Deutsche ein und vernachlässigt Fremdsprachen. So kommen Vibranten eigentlich nicht im Deutschen vor (s.o.)
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Konsonant
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001