Als Singular wird in der Grammatik eine Mengenangabe bezeichnet, welche die Einzahl meint und so den Umstand, dass ein Objekt nur ein einziges Mal vorkommt. Im Deutschen wird zwischen Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl) unterschieden. Dabei ist der Singular der häufigere Numerus im Sprachgebrauch (Beispiel für die Numeri: Singular: ein Hund; Plural: die Hunde).

Der Begriff leitet sich vom lateinischen singulus ab, was sich mit einzeln übersetzen sowie mit Sg. abkürzen lässt. Demnach verweist schon die Übersetzung darauf, worum es grundsätzlich geht: nämlich darum, dass ein Objekt nur ein einziges Mal vorhanden ist und eben nicht mehrmals. Schauen wir auf ein Beispiel.


Peter hat einen Hund. Jonas hat mehrere Hunde.

Im obigen Beispiel finden sich sowohl die Singular- als auch die Pluralform des Nomens Hund. Im ersten Satz haben wir es mit der Einzahl zu tun. Denn Peter hat genau einen Hund. Das wird hierbei durch den Artikel einen angezeigt und durch das Nomen selbst, da es keine Pluralendung aufweist.

Im zweiten Satz findet sich die Pluralform des Wortes, denn Jonas besitzt gleich mehrere Hunde. Das wird durch das begleitende Wort mehrere sowie durch die Pluralendung -e angezeigt. Es handelt sich folglich nicht nur um einen Hund, sondern um ein Vielfaches. Um wie viele Hunde es sich genau handelt, wird nicht durch ein Numerale (Zahlwort) konkretisiert. Dass es sich aber um mehr als einen Hund handelt, ist ersichtlich.

Numerus: Singular und Plural bestimmen die Wortform und die Begleiter des Nomens

Pluralbildung: Aus Singular wird Plural

Beinahe alle Nomen des Deutschen können in eine Pluralform gewandelt werden. Diese Form kommt immer dann zum Einsatz, wenn das Bezeichnete nicht mehr in der Einzahl, sondern in der Mehrzahl gemeint ist. Hierbei gibt es Regeln, wie ein Wort aus der Einzahl in die Mehrzahl gewandelt wird. Nachfolgend eine Übersicht der Pluralbildung. Die Beispiele stehen dabei im Nominativ.

SingularendungPluralendungBeispielnomen
Singular / Plural
maskulinfemininneutral
e, ent, and, ant, ist, ore, ion, ik, heit, keit, schaft, tät, ung, in[1].n/enJurist – Juristen
Aktion – Aktionen
eur, ich, ier, ig, ling, örviele einsilbige Nomen[2] (Mehrzahl mit Umlaut).eAkteur – Akteure
Hand – Hände
viele einsilbige Nomen (Mehrzahl oft mit Umlaut)r/erHaus – Häuser
a, i, o, u, ysFoto – Fotos
el, en, erkeineBeutel – Beutel
chen, leinkeineMädchen – Mädchen
[1] Bei femininen Nomen auf in wird das n im Plural verdoppelt (Bsp.: Kellnerin – Kellnerinnen).
[2] Das zweite Beispiel ist hierbei gemeint (Bsp.: Hand – Hände).

Pluraletantum und Singularetantum

Fast alle Nomen können sowohl im Singular (Einzahl) als auch im Plural (Mehrzahl) gebraucht werden. Meist ädnert sich dabei die Wortform, wobei sie in einigen Fällen identisch bleibt. Allerdings gibt es auch Wörter, die es ausschließlich im Singular oder im Plural gibt. Diese werden als Pluraletantum (nur in der Mehrzahl) und Singularetantum (nur in der Einzahl) bezeichnet.

Singularetantum im Deutschen

Lärm, Schutz, Gemüse, Obst, Fleisch, Schnee, Durst, Hunger, Hass, Vernunft, Gegenwart, Ruhe, Gold, Überfluss, Wehmut, All, Chaos, Nichts, Denken, Verzeihen, Vergessen, Unvergessliche, Helium, Silber, Eisen, Post, …

Pluraliatantum im Deutschen

Eingeweide, Eltern (Großeltern, Schwiegereltern, Zieheltern …), Faxen, Gebrüder, Muckis, Gezeiten, Geschwister, Ländereien, Leute, Trümmer (süddeutsch gibt es Trumm), Umschweife, Unkosten, Ferien, Alimente, Alkoholika, Fressalien, Passiva, Pastoralien, Trivia …

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Singular im Überblick

  • Das Deutsche kennt zwei Numerusformen: Singular sowie Plural. Als Singular wird die Einzahl bezeichnet, als Plural die Mehrzahl. Einzahl meint dabei, dass eine Sache tatsächlich nur ein einziges Mal gemeint ist, gibt es mehrere dieser Art, haben wir es mit der Mehrzahl zu tun.
  • Fast jedes Nomen kann sowohl in der Einzahl und Mehrzahl vorliegen. Hierbei kann aus der Singularform die Pluralform gebildet werden. In einigen Fällen ist die Bezeichnung jedoch gleichbleibend (Bsp.: das Mädchen → die Mädchen, der Lehrer → die Lehrer).
  • Ausnahmen bilden Singulariatantum und Pluraliatantum. Damit werden Wörter bezeichnet, die nur in der Ein- oder Mehrzahl vorkommen. Eine Umformung ist demnach nicht möglich.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Singular
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001