Als Happy End wird der positive, zumeist auch glückliche, Abschluss einer beliebigen Ereignisabfolge bezeichnet. Meist wird damit allerdings ein guter Ausgang in Dramen, Filmen sowie Prosa bezeichnet, der typisch für Trivialliteratur ist. Komödien und Filme bedienen sich dabei meist des Dénouements, also der Lösung aller entstandenen Konflikte, um ein effektvolles Happy End einzuleiten.

Der Begriff leitet sich vom englischen happy ending ab, was sich mit glückliches Ende übersetzen lässt. Somit ist die Wortfolge als Scheinanglizismus zu werten, der im Englischen selbst nicht verwendet wird und lediglich in einigen europäischen Sprachen genutzt wird. Dennoch gibt uns diese Übersetzung Hinweise, worum es grundsätzlich geht: nämlich das glückliche Ende in künstlerischen Werken [meist in Film, Drama, Prosa].

Ursprünglich bezog sich der Begriff auf das glückliche Ende der Handlung im Kinofilm, wurde alsbald aber auch für literarische Gattungen gebraucht sowie für den glücklichen Ausgang einer Situation im Allgemeinen. Der Effekt ist zumeist, dass das entsprechende Werk durch den Empfänger (Leser, Zuschauer) positiver wahrgenommen wird, was sich vor allem die Filmindustrie sehr häufig zunutze macht.

Wesentlich ist hier, dass die Hauptfiguren (Protagonisten) erfolgreich sind, dabei mitunter den Gegenspieler (Antagonist) besiegen oder glücklich zueinander finden. Beispielsweise können Verliebte endlich ein Paar, Bösewichte geschlagen oder Bomben rechtzeitig entschärft werden. Teilweise ist es sogar nebensächlich, welches Schicksal die anderen Charaktere des Werkes erleiden. Der Kritiker Roger Ebert fasst das so:


Billions of people may have died, but at least the major characters have survived. […] Los Angeles is leveled by multiple tornadoes, New York is buried under ice and snow, the United Kingdom is flash-frozen, and lots of the Northern Hemisphere is wiped out for good measure. Thank god that Jack, Sam, Laura, Jason and Dr. Lucy Hall survive, along with Dr. Hall’s little cancer patient. (Quelle: rogerebert.com)

Übersetzung: Milliarden Menschen sind gestorben, aber immerhin haben die Hauptfiguren überlebt. Los Angeles wurde durch mehrere Tornados dem Erdboden gleichgemacht, New York liegt unter Eis und Schnee begraben, das Vereinigte Königreich ist schockgefrostet und zusätzlich wurden große Teile der Nordhalbkugel ausgelöscht. Gott sei Dank haben Jack, Sam, Laura, Jason, Dr. Lucy Hall und die kleine Krebspatientin überlebt.


Happy End und Dénouement

Gustav Freytag, ein deutscher Schriftsteller, veröffentlichte im Jahr 1863 sein Werk über die Technik des Dramas, worin er das klassische Drama in fünf Teile gliederte. Diese Gliederung orientierte sich vornehmlich an Stücken der Antike und brachte ihm dadurch allerhand Kritik ein.

Laut Freytags Theorie besteht ein dramatisches Werk aus der Exposition, einer Steigerung mit erregendem Moment, dem Höhepunkt mit Peripetie, der fallenden Handlung mit Retardation sowie einer abschließenden Katastrophe. In der Komödie tritt an die Stelle der Katastrophe die Lösung des Konflikts (Happy End). Beide möglichen Ausgänge entschlüsseln die Situation gewissermaßen und sind als Dénouement zu werten.


Das Dénouement als Auflösen des Konflikts im klassischen Drama

Das Dénouement beschreibt im klassischen Drama das Auflösen des Konflikts. Findet im Film ein Liebespaar zusammen, wird eine Wahrheit erkannt (Anagnorisis), die Bombe in letzter Minute entschärft, eine Bedrohung gebannt, der Mörder gefasst oder die Welt schlicht und ergreifend gerettet, wird der Konflikt gelöst. Somit ist das Happy End eine Form des Dénouements, da es ebendiese Wirrungen aufdröselt.

Der mögliche Effekt der Entschlüsslung könnte sein, dass der Zuschauer oder Leser mit den Handelnden sympathisiert und dadurch mit einem positiven Gefühl zurückgelassen wird. Ist dieser Effekt stark konstruiert, kann die Wirkung auch schnell ins Gegenteil umschlagen. Da dies abgewogen werden muss, ist bei einigen Filmen noch bei Drehbeginn unklar, ob der Film katastrophal oder mit einem Happy End ausgeht.

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Happy End im Überblick

  • Als Happy End wird das glückliche Ende und demnach der positive Ausgang in Film, Drama und Prosa bezeichnet. Sehr häufig bedient sich Trivialliteratur (vgl. Belletristik) des Happy Ends, um den Empfänger (Leser, Zuschauer) mit einem positiven Gefühl zurückzulassen.
  • Bereits das klassische Drama kannte das Happy End als Auflösung des Konflikts. im Drama ist dies der wesentliche Unterschied zwischen Tragödien und Komödien: Tragödien enden katastrophal, Komödien mit einem Happy End.

  • Hinweis: Übrigens verweisen die meisten Märchen im letzten Satz auf ihr glückliches Ende. So lässt sich zumeist eine Phrase á la “ Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ oder auch „Und sie lebten vergnügt bis an ihr Ende“ im Märchen finden.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Happy End
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001