Die Hexalogie ist ein mehrteiliges künstlerisches Werk, das aus sechs zusammengehörenden Teilen besteht. Die Hexalogie meint ein musikalisches, filmisches, literarisches oder dramatisches Stück, wobei der Begriff mitunter auch in anderen Bereiche verwendet wird und demnach auch auf andere sechsteilige Reihen angewandt wird. Wesentlich ist für ein solches Werk, dass die einzelnen Teile zwar inhaltlich zusammengehören, aber in der Regel selbständig erscheinen. Das bedeutet, dass die Handlung der jeweiligen Teile in sich abgeschlossen ist und somit auch allein funktioniert. Darüber hinaus sind Cliffhanger, die die Handlung abrupt unterbrechen würden, selten. Zumeist wird der Begriff auf die Literatur – meist Prosawerke oder den Film bezogen.

Der Begriff leitet sich vom griechischen Nomen hexalogía ab. Dieses Wort setzt sich dabei aus dem Präfix hexa für sechs und logos für Wort zusammen. Folgt man dieser Übersetzung, handelt es sich bei der Hexalogie um ein Sechswort. Im übertragenen Sinn ist ein Inhalt, der aus sechs Teilen besteht, gemeint.

Ganz ähnlich werden außerdem alle anderen Mehrteiler in der Literatur bezeichnet. Stets setzt sich der korrekte Begriff aus dem griechischen Präfix für das jeweilige Zahlwort und der Einheit logie – abgeleitet vom Nomen logos – zusammen. Demnach wird der Zweiteiler als Dilogie, der Dreiteiler als Trilogie und der Vierteiler als Tetralogie sowie der Fünfteiler als Pentalogie usw. bezeichnet (vgl. Mehrteiler).Die Bezeichnung verschiedener Mehrteiler


Erstmals gab es solche Einteilungen in der griechischen Antike. So fanden beispielsweise im 5. Jahrhundert v. Chr. die Großen Dionysien statt, um den Gott Dionysos zu ehren. Zu diesem Fest wurde ein dichterischer Wettstreit veranstaltet, den alljährlich drei Tragödiendichtern austrugen. Jeder Dichter, der an diesem jährlichen Spektaktel teilnehmen durfte, zeigte drei inhaltlich zusammengehörende Werke, die als Trilogie bezeichnet wurden. Später wurden diese noch um ein entspannendes Satyrspiel erweitert und somit zur Tetralogie, wodurch diese Begriffe nachhaltig geprägt wurden.

Heutzutage sind solcherlei Bezeichnungen natürlich nicht mehr dem Drama vorbehalten und es ist durchaus üblich, sämtliche Erzeugnisse der Kunst, die aus mehreren Teilen bestehen und sich inhaltlich aufeinander beziehen, so zu bezeichnen. Im Alltag begegnen uns allerdings vor allem der Zweiteiler, die Trilogie oder die Tetralogie, wohingegen die Pentalogie, Hexalogie, Heptalogie oder sogar Ikosalogie recht unbekannt sind. Der Literaturwissenschaftler John H. Timmerman bezeichnete den Begriff der Hexalogie sogar als eine Art „linguistisches Verbrechen“ (Other Worlds. The Fantasy Genre, 1983, S. 103).

Hexalogie-Beispiele

  • Min kamp von Karl Ove Knausgård (Literatur)
    • Min kamp. Første bok (2009)
    • Min kamp. Andre bok(2009)
    • Min kamp. Tredje bok (2009)
    • Min kamp. Fjerde bok (2010)
    • Min kamp. Femte bok (2010)
    • Min kamp. Sjette bok (2010)
  • Aus dem bürgerlichen Heldenleben (1908–1923) von Carl Sternheim (Literatur)
    • Die Hose
    • Der Snob
    • 1913
    • Das Fossil
    • Die Kassette
    • Bürger Schippel
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Hexalogie (Sechsteiler)
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001