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Imprimatur

Als Imprimatur wird allgemein eine Druckerlaubnis bezeichnet. Heutzutage meint der Begriff die endgültige Druckerlaubnis seitens des Autors oder Verlegers nach der letzten Korrektur. Diese wird nach dem Korrekturlesen der Druckfahnen erteilt. Ursprünglich meinte das Imprimatur aber die Erlaubnis der Zensur, wie etwa in der Epoche des Vormärz, ein Werk in den Druck zu geben (vgl. Demagogie). Ein solches Imprimatur konnte ein Stempel oder Ähnliches sein, mit welchem der amtliche Zensor ein Werk kennzeichnete. Das Gegenstück bildet die Formel Damnatur, die den Druck eines Buches untersagte. Außerdem wird als Imprimatur die Druckfreigabe für Schriften bezeichnet, die sich im weitesten Sinne mit der katholischen Lehre befassen. Diese war bis zu dem Zweiten Vatikanischen Konzil (11.10.1962 bis 8.12.1965) für alle Abhandlungen erforderlich, die von Lehrern der katholischen Theologie, Ordensangehörigen sowie Priestern verfasst wurden und wurde vom Bischof erteilt. Im Zuge der Promotion meint das Imprimatur die Freigabe zur Veröffentlichung einer Doktorarbeit, die erteilt wird, wenn die Mängel der Arbeit getilgt wurden.

Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen ab und lässt sich mit Es werde gedruckt übersetzen. Üblich ist darüber hinaus die Wortfolge Imprimi potest, deren Übersetzung Es kann gedruckt werden bedeutet und die in gleicher Weise – wenn auch seltener – gebraucht wird. Üblich ist der Begriff aber heutzutage zumeist für die Freigabe des Drucks seitens des Autors und wird selten in einem anderen Kontext gebraucht.

Auch in Bezug auf Veröffentlichungen, die sich mit der katholischen Lehre befassen, ist das Imprimatur nicht mehr in jedem Fall erforderlich. Noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde es in Form des Schriftzugs Nihil obstat (lat. es steht nichts entgegen) auf der Rückseite des Titelblatts eines Werkes gedruckt, wohingegen es heute allenfalls auf Bitten des Verfassers selbst gewährt wird. Dennoch gilt, dass das Veröffentlichen für Theologen, welche für das kirchliche Lehramt autorisiert sind, mit einer Überprüfung verbunden ist. Diese notwendige Prüfung wird von der Glaubenskongregation übernommen, die kontrolliert, ob das Dargestellte im Widerspruch zu den Lehren der katholischen Kirche steht.Beispiel einer Imprimatur des Erzbischofs von New York


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