Als Impromptu wird ein kleineres Musikstück der Instrumentalmusik bezeichnet, das improvisiert oder zumindest ohne eine längere Vorbereitung gespielt und zumeist am Klavier dargeboten wird. Der Begriff wird darüber hinaus auch für andere Stegreif-Werke, wie etwa ein (Schau-)Spiel oder eine Rede, gebraucht. Musikalische Impromptus waren vor allem für die Musik der Romantik charakteristisch, wobei das Auflösen klassischer Formen sowie das Erweitern und Überschreiten der traditionellen Harmonik vordergründig war. Insbesondere die Impromptus des Komponisten Franz Schubert erfreuen sich auch heute noch einer großen Beliebtheit. Bekannte Impromptus finden sich dabrüber hinaus bei Robert Schumann, Alexander Skrjabin oder auch Frédéric Chopin.

Der Begriff ist aus dem Französischen übernommen und existiert hier als Nomen sowie Adjektiv. Das Nomen meint hierbei ebenfalls das beschriebene Musikstück, wohingegen das Adjektiv mit improvisiert, überraschend und sofort übersetzt werden kann. Der Ursprung dieses Wortes liegt in der lateinischen Wendung in promptu esse. Diese lässt sich mit zur Verfügung stehen oder in Bereitschaft sein übersetzen.

Dass solche Impromptus vornehmlich mit der Musik in Verbindung gebracht werden, ist allerdings erst seit wenigen Jahrhunderten der Fall. Zuvor bezog sich der Begriff vor allem auf eine geistreiche, überraschende mündliche Äußerung, welche einen eloquenten Redner auszeichnete. Beispielsweise definiert das Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon von 1838 den Begriff noch folgendermaßen:


[Das] Impromptu ist ein […] Ausdruck, [der] ein bei sich darbietender Gelegenheit erfundenes treffendes Witzwort oder eine gefällige, angenehm überraschende, unvorbereitete Rede, einen geistreichen, geschickt in Versen oder in Prosa vorgebrachten Einfall bezeichnet. Man erzählt solche Impromptüs als Anekdoten von geistreichen Personen, und viele leicht hingeworfene, besonders Zeitinteressen treffend berührende kleinere Gedichte gehören in die Classe der Impromptus.


Dieser Definition des Brockhaus folgend, wäre eine solche Äußerung eher mit dem Bonmot oder Aperçu verwandt. Demzufolge sollte bei der Bewertung und Deutung des Begriffs stets auf den zeitlichen Zusammenhang geachtet werden, um ihn korrekt zu erschließen. Abschließend ein Beispiel aus der Musik: das erste Stück der ersten Gruppe der Impromptus von Franz Schubert (D 899 No. 1, op. 90).


Musik: Franz Schubert, D 899 No. 1, op. 90, Klavier: Bernd Krueger (piano-midi.de), Lizenz: CC BY-SA 3.0


Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Impromptu
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001