Als Löffelsprache wird eine Geheim- oder auch Spielsprache bezeichnet. Die Löffelsprache beruht auf dem Austausch der Vokale eines Wortes durch festgelegte Kürzel, wobei die Konsonanten des Wortes unangetastet bleiben. Um die Sprache zu entschlüsseln, zu lernen oder zu sprechen müssen also die festgelegten Kürzel bekannt sein. Weiterhin ist die Löffelsprache auch für Eingeweihte mitunter sehr schwierig zu verstehen, weil sie silbenweise gesprochen wird und so die Wortgrenzen missachtet. Demnach ist sie für Außenstehende unverständlich, klingt also nach Kauderwelsch oder Jargon.

Unklar ist, woher der Begriff tatsächlich stammt. Allerdings bringt er sehr lautmalerisch zum Ausdruck, worum es bei der Spielsprache geht. Sie basiert nämlich auf einer recht hohen Dichte des Buchstabens l, da Vokale sowie Diphthongen durch eine Kombination des ursprünglichen Buchstabens und einem l ersetzt werden. Schauen wir zur Veranschaulichung auf ein Beispiel, das das Prinzip verdeutlicht.


Die Umformung des Beispiels in Löffelsprache

Das obige Beispiel ist die Übertragung des Satzes Das ist Löffelsprache in ebendiese Geheimsprache. Dabei wurden die Vokale (a, e, i, o, u) und die Umlaute (ä, ö, ü) umgeformt. Da der Ausgangssatz keine Diphthonge aufweist, konnten diese im obigen Schaubild vernachlässigt werden.

Alphabet der Löffelsprache

Wie beschrieben, basiert die Spielsprache lediglich auf der Umformung von Vokalen, Diphthongen und Umlauten. Alle anderen Buchstaben des Alphabets bleiben demzufolge unberührt, wenn Sätze und Wortfolgen gebildet werden. Aus dieser Annahme ergibt sich das nachfolgende Alphabet.

Buchstabe
Vokale, Umlaut
LöffelspracheBuchstabe
Vokale, Dipthonge
Löffelsprache
aalewaöölewö
eeleweüülewü
iilewieielewei, eilewei
oolewoieilewie, ielewie
uulewuaualewau, aulewau
äälewä
Hinweis: Geläufig ist auch eine Variante mit dem Buchstaben f. Dann wird alewa zu alefa, elewe zu elefe, ilewi zu ilefi, älewä zu älefä, ölewö zu ölefö, ülewü zu ülefü, eilewei zu eilefei, ielewie zu ielefie und aulewau zu aulefau.

Löffelsprache lernen

Diese Spielsprache lässt sich recht einfach lernen, auch wenn ein wenig Übung erforderlich ist, um sie flüssig zu sprechen. Ebenso schwierig kann es allerdings auch sein, einen sehr schnellen Sprecher zu verstehen, da die einzelnen Wortgrenzen dabei nicht mehr ersichtlich und verständlich sind.

Grundsätzlich geht es darum, nach jedem Vokal (a, e, i, o, u), Diphthong (au, ie, ei usw.) oder Umlaut (ä, ö, ü) die Silbe lew einzufügen und dann den Vokal, Diphthong oder Umlaut erneut zu nutzen. Beispielsweise wird das Substantiv Uhu zu ulewu-h-ulewu. Der Vokal u wurde hierbei durch ulewu ersetzt, wohingegen der Konsonant, also das h, unberührt blieb. Aus Auto würde beispielsweise zu aulewau-t-olewo werden.

Gesprochen wird die Löffelsprache zumeist Silbe für Silbe, wobei geübte Sprecher diese natürlich schnell verbinden können. Dabei ist vor allem das eigene Sprachgefühl entscheidend. Beispielsweise wird das Auto, das auf Löfflisch zu aulewautolewo wurde, wie folgt gesprochen: au | le | wau | to | le | wo.

Der wichtigste Punkt ist allerdings, wenn wir diese Spielsprache lernen, ein ständiges Üben. Umso häufiger die ungewohnten Laute gebildet werden, umso einfacher fällt es später, im Kopf umzudenken. Außerdem wird das Ganze umso unverständlicher, umso schneller gesprochen wird. Nachfolgend ein Beispiel, das von einer geübten Sprecherin vorgelesen wird. Sie liest die Geschichte Vom kleinen Maulwurf […].

Weitere Beispielsätze

Der Aufbau einer Spielsprache lässt sich wohl am besten mit allerhand Beispielsätzen verdeutlichen. Deshalb haben wir eine Auswahl zusammengestellt, die sich auch zum Lernen der Geheimsprache eignet. Idealerweise werden die Sätze laut gelesen und mit dem obigen Alphabet abgeglichen.

BeispielsatzLöffelsprache
Guten Morgen!Gulewutelewen Moleworgelewen!
Wann hast du Zeit?Walewann halewast dulewu Zeileweit?
Wo gehst du hin?Wolewo gelewehst dulewu hilewin?
Wann kommst du zu mir?Walewann kolewommst dulewu zulewu milewir?
Wie spät ist es?Wilewie spälewät ilewist elewes?
Wie geht es dir?Wielewie geleweht elewes dilewir?
Ich habe Hunger!Ilewich halewabelewe Hulewungelewer!
Ich lerne.Ilewich lelewernelewe.
Kurzübersicht: Das Wichtigste zur Geheimsprache im Überblick

  • Die Löffelsprache ist eine Spiel- oder Geheimsprache, die vor allem bei Kindern beliebt ist. Sie basiert auf dem Austauschen von Vokalen, Diphthongen und Umlauten durch festgelegte Buchstabenfolgen. Für Außenstehende klingt die Sprache unverständlich.
  • Es gibt verschiedene Ausprägungen dieser Spielsprache. Grundsätzlich gilt, dass ein Selbstlaut durch Selbstlaut + lew + Selbstlaut ausgetauscht wird, wobei außerdem eine Variante mit lef oder lof bekannt ist. Weitere Kombinationen sind natürlich auch denkbar.

  • Hinweis: Neben der Löffelsprache sind auch noch andere Spielsprachen verbreitet. Bekannt sind beispielsweise die Hühnersprache oder die Räubersprache aus dem Kinderbuch „Kalle Blomquist“ der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren (1907 -2002).
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Löffelsprache
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001