Als Mittelachsensatz, auch axialer, symmetrischer sowie zentrierter Satz, wird ein Text bezeichnet, dessen Zeilen zur Mitte zentriert sind. Das bedeutet, dass sich die einzelnen Textzeilen zentriert an einer mittigen Achse positionieren. Der Abstand des Textes zum Spaltenrand ist folglich links und rechts identisch. Im Sprachgebrauch ist allerdings die Formulierung einen Text zu zentrieren hierfür geläufiger. Der Mittelachsensatz ist darüber hinaus eine Form des Flattersatzes, weil die einzelnen Textzeilen nicht bündig sind, sondern an den Seiten flattern und so eine Treppenstruktur aufweisen.

Der Mittelachsensatz kommt mitunter bei der Gestaltung von Gedichten zum Einsatz, wird aber auch für kürzere Texte, wie etwa Dankesschreiben, Grußkarten, Urkunden, Anzeigen oder Ähnliches gebraucht. Für längere Passagen ist ein solcher Axialsatz allerdings ungeeignet, da die Lesbarkeit unter der Darstellungsform leidet. Die ersten Verse von Goethes Osterspaziergang würden beispielsweise folgendermaßen aussehen.Der Mittelachsensatz zentriert einen Text - Im Beispiel ist es ein Gedicht

Im obigen Beispiel-Bild wird ersichtlich, worum es grundsätzlich geht: die einzelnen Textzeilen orientieren sich mittig an der Achse, haben links und rechts den gleichen Abstand zum Ende der Spalte und sind darüber hinaus nicht bündig, sondern flattern. Flattern meint in diesem Zusammenhang, dass die einzelnen Zeilen ungleichmäßig auslaufen und die Anfangsbuchstaben (oder letzten Buchstaben) nicht untereinander stehen.

Anwendung des Mittelachsensatzes

Die meisten Texte stehen im Rauhsatz, Blocksatz oder im Flattersatz, der allerdings eher untypisch für die deutsche Sprache ist. Der Mittelachsensatz kommt im Gegensatz dazu in nahezu jeder Sprache zum Einsatz, ist allerdings zumeist nur für kürzere Textpassagen geeignet, da ansonsten die Lesbarkeit leidet.

Folglich findet sich dieser Satz vornehmlich in Dankesschreiben, Grußkarten, lyrischen Erzeugnissen, aber auch in werblichen Texten. Weiterhin ist er ein gängiges Mittel, wenn einzelne Wörter oder knappe Wortfolgen auf einer Seite angeordnet werden, um diese mittig auszurichten (bspw. Urkunden, Zeugnisse etc.).

Darüber hinaus kommt ein solcher Axialsatz oftmals bei Überschriften zum Einsatz und ist vor allem als Überschrift der Titelseite einer Zeitung gängig, da er ein stark gliederndes Element ist, das auffällig ist und demnach schneller die Aufmerksamkeit eines möglichen Adressaten erregt. Zusätzlich wird dieser Effekt sehr häufig durch den Einsatz von Majuskeln (Großbuchstaben) verstärkt.

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Begriff im Überblick

  • Als Mittelachsensatz wird ein Text bezeichnet, dessen Zeilen zur Mitte zentriert sind. Das bedeutet, dass sich die einzelnen Textzeilen zentriert an einer mittigen Achse positionieren. Häufig kommt diese Darstellungsform bei Gedichten zum Einsatz, ist darüber hinaus aber nur für kürzere Textpassagen zu empfehlen, da ansonsten die Lesbarkeit eines Textes leiden kann.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Mittelachsensatz
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001