Als Schmonzette werden Filme oder literarische Schriften bezeichnet, welche wenig geistreich, teils albern, minderwertig und zumeist kitschig sind. Folglich ist der Begriff eine abwertende Bezeichnung für Machwerke, die dramatisch wertlos und zumeist rührselig sind. Oftmals wird der Begriff aber auch nur synonym für ein kitschiges Werk gebraucht und meint dann Schriften und Filme, die über die Maße sentimental und rührselig sind sowie auf unechte Art und Weise gefühlvoll erscheinen. In diesem Fall kann der Begriff Schmonzette auch als eine Verniedlichung für starken Kitsch gelten.

Der Begriff leitet sich vom jiddischen Nomen schmon­zes ab, was sich in etwa mit Gelaber, leere Worte oder auch Geschwätz übersetzen lässt. Der Ursprung dieses Wortes ist nicht eindeutig geklärt, wahrscheinlich ist aber, dass es eine Nähe zu Schmus gibt. Das Nomen Schmus meint das mit vielen (überflüssigen) Worten verbundene Gehabe. Demnach liegt der Ursprung der Schmonzette also in jedem Fall in einem Wort, das synonym für leeres oder überflüssiges Gerede gebraucht wird, wodurch das Minderwertige unterstrichen wird.

Allerdings gibt es keine einheitlichen Merkmale, die ein Werk zur Schmonzette machen. Wenn nun aber im Vordergrund steht, dass es sich um ein Stück handelt, das wenig geistreich und darüber hinaus kitschig ist, fällt auf, dass das Wort zumeist subjektiv gebraucht wird. Foglich degradiert der Sprechende ein Machwerk aufgrund seines persönlichen Empfindens zur Schmonzette. Das liegt schlicht und ergreifend darin begründet, dass Adjektive wie kitschig, rührselig und minderwertig oftmals von der subjektiven Beurteilung abhängen.

Beispiel: Heftromane

Der Heftroman, auch Groschenroman oder Groschenheft, ist eine Form der Trivialliteratur. Solche Heftromane werden in einer preisgünstigen Heftform produziert und zeichnen sich meist durch einen geringen Umfang aus (oft 64 Seiten). Sie bedienen sich zahlreicher Klischees, Stereotype und simpler sprachlicher Mittel, wobei sie als billige Konsumware angelegt sind (Heftpreis < 2€).

In der Regel erscheinen sie in Serien oder Reihen, wobei im Mittelpunkt häufig ein Held (vgl. Protagonist) steht, der oftmals auch die titelgebende Figur einer solchen Reihe ist und in jedem Heft neue Abenteuer zu bewältigen hat. Weiterhin beschränken sich solche Heftromane in der Regel auf ein vorgegebenes Setting (Liebesromane, Westernromane, Horrorromane etc.) und werden außerdem oftmals unter einem Pseudonym herausgegeben, sodass mehrere Autoren an der gleichen Reihe arbeiten können.

Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum sind Perry Rhodan, Jerry Cotton oder die Hefte rund um den Geisterjäger John Sinclair. Werke dieser Reihen folgen einem einfachen sowie wiederkehrenden Aufbau und können folglich als Schmonzetten bezeichnet werden. Dennoch ist es gelungen, dass die angeführten Beispiele im deutschsprachigen Raum Kultstatus erreichten und sich einer enormen Beliebtheit erfreuen.

Noch treffender – um hier als Beispiele genannt zu werden – sind sämtliche Groschenromane, die um das Thema der Liebe kreisen: hierbei wären unter anderem die Reihen Dr. Stefan Frank, Dr. Norden oder Der Bergdoktor anzuführen, die als Arztromane eine Unterart der Liebesromane darstellen. Die angeführten Beispiele waren allesamt erfolgreich und wurden teils – meist als Fernsehserie – sogar verfilmt.

Zumeist folgen die dargestellten Romanzen in jedem Heft einer vorhersehbaren und simplen Dramarturgie: das Liebespaar trifft aufeinander, es gibt einen Konflikt, die Liebe scheint verloren, einer der beiden kämpft für die Liebe und am Ende schwören sich beide die Treue (vgl. Happy end). Folglich sind solche Liebesromane – jedenfalls dramarturgisch – oftmals wenig geistreich oder auch minderwertig, was sie zur Trivialliteratur macht, aber im gleichen Maße – vor allem wenn der Kitsch vordergründig ist – zur Schmonzette.

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Begriff im Überblick

  • Schmonzetten sind allgemein Werke von geringer dramatischer Qualität, die sich oft durch Kitsch auszeichnen sowie mitunter albern erscheinen. Ihr Aufbau ist einfach, sie werden als Konsumware produziert, wobei sie in der Regel eindimensionale Charaktere präsentieren.
  • Typische Beispiele sind die sogenannten Heftromane, die um gleichbleibende Themen kreisen sowie zahlreiche Telenovelas im Fernsehen (bspw. Sturm der Liebe, Marienhof und Verbotene Liebe oder auch GZSZ etc.). Die Verwendung des Begriffs ist allerdings zumeist subjektiv.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Schmonzette
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001