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Blombe / Plombe

Das Substantiv Plombe leitet sich vom französischen Verb plomber ab. Dieses geht auf das altfranzösische plomer zurück, das "mit Blei versehen" bedeutet und sich vom Nomen plom für Blei ableitet. Dieses geht auf das lateinische plumbum zurück, das auch Blei bedeutet. Das Wort wurde dann in der Mitte des 18. Jahrhunderts ins Deutsche übernommen (vgl. Literaturepochen). Es beginnt also mit dem Konsonanten p, weshalb Blombe falsch ist.
falsch Blombe
richtig Plombe

Erläuterungen zu Blombe / Plombe

Umgangssprachlich wird eine Zahnfüllung – früher oft aus Amalgam, heute meist aus Keramik oder Kunststoff – als Plombe bezeichnet. Darüber hinaus werden Behälter oder Gehäuse mit einer Plombe versiegelt, um feststellen zu können, ob diese unbefugt geöffnet wurden. Das Nomen ist rechtschreiblich schwierig, da vielerorts ein stimmhafter Laut (b), anstatt des stimmlosen (p) gesprochen wird.

Bilden wir das Wort beispielsweise in einer Lautschrift nach, sieht es folgendermaßen aus: [ˈplɔmbə]. Entscheidend ist hierbei der erste Laut, nämlich [p]. Dieser wird laut dem Internationalen Phonetischen Alphabet (kurz: IPA) stimmlos gesprochen und ist ein bilabialer Plosiv. Das bedeutet, er wird recht weit vorn, nämlich mit beiden Lippen gebildet. Beispielhaft sind hierfür im Deutschen [b] und [p].

Dabei können wir nun zwischen stimmlosen und stimmhaften Bilabialen unterscheiden. Wird ein Bilabial stimmhaft gesprochen, verwenden wir unsere Stimme zur Lautbildung. Dies hört man etwa bei den Wörtern Bein und Bombe, bei denen der Laut [b] mithilfe der Stimme gebildet wird und somit stimmhaft ist.

Anders verhält es sich beim Laut [p]. Dieser wird stimmlos gebildet, aber trotzdem am gleichen Artikulationsort. Bei der Artikulation des Lautes sind die Stimmlippen also nicht beteiligt und der aus der Lunge kommende Luftstrom kann ungehindert durch die Stimmritze fließen, wodurch beim Artikulieren kein Ton erzeugt wird.

So verhält es sich etwa bei den Nomen Pein oder Pudel und eben auch bei der Plombe. Die Schreibung Blombe ist demnach falsch und ist auf eine falsche Lautbildung des Sprechenden zurückzuführen.

Artikulationsorte

Die Artikulationsorte  beim Sprechen von Konsonanten

Hinweis zur Grafik: Places of articulation © Ishwar, Bearbeitung: Wortwuchs, Lizenz: CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Verbreitung von Blombe und Plombe

Im Zusammenhang mit rechtschreiblich schwierigen Wörtern sowie Wortfolgen ist es spannend, auf die tatsächliche Verbreitung des Fehlers zu blicken. Dafür eignet sich das Tool Google Trends, das einen Vergleich der Google-Suchhäufigkeit diverser Begriffe erlaubt.



Die obige Gegenüberstellung zeigt, dass der Fehler seit 2005 immer seltener gemacht wird. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Suchmaschine vermehrt Vorschläge zur korrekten Schreibweise eines Wortes liefert und den Suchenden somit gezielt umlenkt.

Dennoch ergibt sich eine große Verbreitung der falschen Schreibung Blombe. Betrachten wir nämlich die gesamte Häufigkeit zwischen 2004 und heute, basieren fast 25% aller Anfragen auf einem Fehler. Diese Verbreitung ist in etwa so stark, wie sie bei den Begriffen Sylvester / Silvester, Akkustik / Akustik oder abwägig / abwegig ist.

Beispiele mit korrekter Schreibweise

Wörter und Wortfolgen, die rechtschreiblich äußerst schwierig sind, lassen sich am besten erlernen, wenn sie oftmals richtig gelesen und natürlich geschrieben werden. Deshalb möchten wir diesen Beitrag mit Beispielsätzen abschließen, die das Wort richtig verwenden.


Der Zahnarzt hat mit eine neue Plombe gemacht.
Früher wurden Behälter und Gehäuse häufig mit Plomben versiegelt.
Vor allem über die Weihnachtszeit verlieren viele Menschen ihre Plomben.
Eine fehlende Plombe sorgt nicht immer für Schmerzen.