WORTWUCHS | Literaturlexikon

entlich / endlich

Das Adjektiv endlich meint das Ende einer - als lang empfundenen - Wartezeit oder ganz zum Schluss sowie am Ende kommend. Das Wort leitet sich vom Substantiv Ende ab. Foglich ist die Schreibweise entlich falsch. Allgemein gilt, dass das Präfix end- stets geschrieben wird, wenn sich das Wort vom Ende ableitet, wie etwa bei endlich, endgültig, endlos etc. Wenn dies nicht der Fall ist, schreibt man ent-, wie etwa bei entsagen, entlieben oder entsorgen.
falsch entlich
richtig endlich

Erläuterungen zu entlich / endlich

Das Adjektiv endlich ist rechtschreiblich schwierig. Folglich findet sich die fehlerhafte Form entlich in zahlreichen Textbeispielen. Das Problem ist hierbei phonetischer Natur, da der Konsonant d hierbei wie ein t gesprochen wird. Schaut man auf den Ursprung des Wortes, kann die Schreibweise entlich ausgeschlossen werden, da sich das Wort vom Nomen Ende, das mit einem d geschrieben wird, ableitet.

Versuchen wir beispielsweise, das Wort in Lautschrift wiederzugeben, würde das Wort [ˈɛntlɪç] geschrieben werden. Hierbei haben wir auf das Internationale Phonetische Alphabet zurückgegriffen (kurz: IPA). Das geschriebene d wird hierbei als t-Laut angegeben. Dieser Laut wird als stimmloser alveolarer Plosiv bezeichnet.

Es handelt sich also um einen Konsonanten, bei dessen Aussprache das d gesprochen wird, ohne dass dies von einem hörbaren Hauchgeräusch begleitet wird. Dies ist aber vor allem für t-Laute üblich, wie etwa bei Kette oder Alter, wohingegen Wörter, die mit einem d geschrieben werden, dieses zumeist stimmhaft bilden, wie etwa bei den Substantiven Ende, Rudel oder auch Datenschutz.

Der springende Punkt ist hierbei, dass immer dann, wenn das d am Ende einer Silbe steht, ebendieser Buchstabe oder eben Laut stimmlos gesprochen wird. Beispielsweise lässt sich dies bei den Wörtern bald, rund oder auch fad beobachten.

Und ebendiese Beobachtung lässt sich nun auch beim Wort endlich, das aus den Silben end und lich gebildet wird, machen. Da das d hier am Ende der ersten Silbe steht, wird es zwar als stimmloser t-Laut gesprochen, wenngleich dort trotzdem ein d steht. Folglich hört es sich zwar richtig an, doch die Schreibweise entlich ist falsch.

Verbreitung von entlich und endlich

Im Zusammenhang mit komplizierten Schreibweisen und Wörtern ist es immer sehr spannend, einmal auf die Häufigkeit des Fehlers zu blicken. Dafür eignet sich das Tool Google Trends, das einen Vergleich der Suchhäufigkeit verschiedener Begriffe bei Google erlaubt.

Folglich vergleichen wir nun die Begriffe entlich und endlich, wobei ersichtlich wird, wie häufig die falsche Schreibweise bei Google im direkten Vergleich zur korrekten Schreibung gesucht wird.



Das obige Schaubild macht deutlich, dass der Fehler nicht sehr stark verbreitet ist und lediglich 5% aller Suchanfragen auf der falschen Schreibweise basieren. Allerdings fällt auf, dass der Fehler vor allem seit Mitte 2013 immer seltener gemacht wird.

Wahrscheinlich ist, dass die Suchmaschine seit diesem Datum über der falschen Suchanfrage den Hinweis einblendet, dass es sich um eine Falschschreibung handelt und nachfragt, ob die Suchanfrage nochmals mit der korrekten Schreibweise durchgeführt werden soll. Folglich ist der Fehler tatsächlich noch ein wenig verbreiteter.

Dennoch ist die Fehlerquote überschaubar. So liefern sich die beiden Graphen bei den Suchwörtern Imbusschlüssel / Inbusschlüssel, wiederspigeln / widerspiegeln oder auch Flies / Vlies ein knappes Kopf-an-Kopf-Ren­nen, bei dem nicht immer ersichtlich ist, ob die korrekte oder die falsche Schreibweise verbreiteter ist.

Beispielsätze mit korrekter Schreibweise

Für viele Fehlerquellen gilt allerdings, dass sie sich ausbügeln lassen, wenn das jeweilige Wort oder die schwierige Wortfolge immer und immer wieder korrekt gelesen wird. Folglich soll dieser Beitrag mit einer einigen Beispielen enden, die die richtige Schreibung des Wortes verwenden.


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