WORTWUCHS | Literaturlexikon

Kanacke / Kanake

Das Nomen Kanake wird meist als diskriminierendes Schimpfwort für Ausländer oder auch Angehörige einer fremden Ethnie gebraucht. Es geht auf die Bezeichnung der Ureinwohner der Südseeinseln - insbesondere Neukaledoniens - zurück. Das Wort hat seinen Ursprung im polynesischen Nomen kanaka für Mensch, hat sich im Deutschen allerdings als abwertendes Schmähwort etabliert. In der Regel folgt auf einen kurzen Vokal ein doppelter Konsonant oder ck. Dies ließe den Schluss zu, dass es sich auch nach dem zweiten a so verhalten müsste. Die Schreibweise Kanacke ist aber aufgrund des Wortursprungs falsch.
falsch Kanacke
richtig Kanake

Erläuterungen zu Kanacke / Kanake

Das Nomen Kanake ist rechtschreiblich sehr schwierig. Das liegt wohl darin begründet, dass lautlich ähnliche Wörter mit ck oder auch kk geschrieben werden, wie etwa bei Macken, Jackett oder eben Akku und Akkumulation. Hierbei greift die Faustregel, dass hinter einem kurzen, betonten Vokal oft ein doppelter Konsonant steht. Das Wort leitet sich aber aus dem Polynesischen ab und ist so eine Ausnahme.

Schauen wir uns beispielsweise das Wort in Lautschrift an, wobei die Laute mithilfe des Internationalen Phonetischen Alphabets (kurz: IPA) dargestellt werden, sieht es folgendermaßen aus: [kaˈnakə]. Wichtig ist hierbei, dass sich nach dem Laut [a] kein Dehnungszeichen befindet, da er kurz gesprochen wird. Anders wäre dies etwa beim Nomen Bettlaken [ˈbɛtlkn̩], dort findet sich das Dehnungszeichen (ː).

Das bedeutet schlichtweg, dass der Laut [a] in Kanake nicht gedehnt, sondern kurz gesprochen wird, obwohl kein doppelter Konsonant folgt. Ähnlich verhält es sich etwa beim Wort Tabak, bei dem das letzte a auch kurz gesprochen wird und dennoch nur ein einziger Konsonant folgt. Auch hier lässt sich dies mit dem Ursprung des Wortes begründen, das sich vom spanischen tabaco ableitet.

Hinweis: Derzeit ist die Schreibweise Kanacke falsch. Allerdings wird Sprache von ihren Sprechern geformt und die Falschschreibung ist durchaus verbreitet. Demnach ist es nicht unwahrscheinlich, dass früher oder später beide Formen richtig sind. Vor allem deshalb, weil die Schreibung mit ck eher unserem Sprachgefühl entspricht und somit „logisch“ erscheint.

Verbreitung von Kanacke und Kanake

Wörter, die äußerst häufig falsch geschrieben werden, sind insofern spannend, als dass es interessant ist, einmal auf die tatsächliche Verbreitung der korrekten und inkorrekten Schreibweise zu schauen. Dafür bietet sich das Tool Google Trends, da es uns erlaubt, Begriffe aufgrund ihrer Suchhäufigkeit bei Google miteinander zu vergleichen. So lässt sich einschätzen, ob der Fehler häufig gemacht wird.



Die obige Trendanalyse ist eindeutig: beide Schreibweisen sind sehr verbreitet, wenngleich die vermeintliche Falschschreibung sogar die Oberhand hat. Folglich ist die Annahme, dass in diesem Fall auch Kanacke irgendwann als richtig gilt, keinesfalls abwegig.

Ein solch durchwachsenes Bild gibt es bei falschen Schreibweisen aber eher selten, lediglich Wörter wie excellent / exzellent, Jacket / Jackett oder auch Disaster / Desaster zeichnen sich dadurch aus, dass im Alltag oftmals die fehlerhafte Schreibung überwiegt.

Beispielsätze mit korrekter Schreibweise

Die allermeisten sprachlichen Hürden lassen sich nehmen, wenn man immer und immer wieder mit der korrekten Schreibung konfrontiert wird und das jeweilige Wort in der richtigen Form liest und schreibt. Deshalb möchten wir diesen Beitrag mit einigen Beispielsätzen beenden, die den Begriff richtig verwenden.


Richard stürmte auf mich zu und beschimpfte mich als Kanake.
Im Königreich Hawaii kann man sich von den Eingeborenen, den Kanaken, das Reiten beibringen lassen.
„Ein Kanake sieht rot“ ist ein Prosa-Werk von Sulaiman Masomi.