Als Sidekick wird in Film, Kunst sowie Literatur eine Nebenrolle bezeichnet, die zumeist die Hauptfigur der Erzählung, also den Protagonisten, begleitet. Die Aufgabe des Sidekicks ist es, die wesentlichen Gedanken des Protagonisten von diesem zu erfahren, wodurch dem Empfänger (Leser, Zuschauer, Hörer) die Gedanken der Hauptfigur indirekt übermittelt werden können, ohne dass es dafür einen allwissenden Erzähler oder die Selbstdarstellung durch den inneren Monolog braucht.

Der Begriff stammt aus dem Englischen und lässt sich mit Handlanger oder auch Kumpan übersetzen. Der Sidekick ist demzufolge eine Art Gehilfe der Hauptfigur und ermöglicht es uns, als Verfolger der Handlung (Plot, Story), die Pläne, Absichten oder auch Gedanken der Hauptperson zu erfahren. Weiterhin kann der Sidekick die Aufgabe übernehmen, die besonderen Fähigkeiten des Hauptdarstellers hervorzuheben.

Eines der bekanntesten Beispiele für eine solche Figurenkonstellation sind wohl Sherlock Holmes und Doktor Watson. Sherlock Holmes, der geniale Privatdetektiv, ist eine Kunstfigur, welche vom britischen Schriftsteller Arthur Conan Doyle erschaffen wurde. Holmes‘ Gehilfe ist Doktor Watson, der den Detektiv beinahe in sämtlichen Kurzgeschichten und Romanen begleitet oder zur Seite steht. Interessant ist hierbei die Erzählperspektive: denn meist berichtet Watson als Ich-Erzähler über die Taten der Titelfigur.

Der bodenständige Watson, dem in den Erzählungen die Rolle des Chronisten zufällt, ist es also, der es dem Leser ermöglicht, einen Blick auf den Privatdetektiv zu haben. Holmes erzählt Watson von seinen Vorhaben, Gedanken und wie er es anstellen konnte, diesen oder jenen Fall zu lösen. Der Detektiv ist demzufolge als Protagonist der Handlung zu identifizieren und sein Gehilfe nimmt die typische Funktion des Sidekicks ein.

Der Begriff meint in der Literatur zumeist den Zuspieler des Protagonisten. Dennoch kann der Gegenspieler (vgl. Antagonist) der Hauptperson natürlich auch durch eine Art Sidekick charakterisiert werden. Hier werden allerdings meist die Begriffe Schergen, Handlanger sowie Lakaien gebraucht. Grundsätzlich meinen sie im entsprechenden Kontext allerdings das Gleiche und helfen, einen anderen Blick auf die Figur zu erhalten.
Sherlock Holmes und Doktor Watson sind Beispiele für Protagonist und Sidekick (Deuteragonist) einer Erzählung

Doktor Watson (links) und Sherlock Holmes sind typischer Sidekick (Deuteragonist) und Protagonist

Sidekick in Film und Fernsehen

In Film und Fernsehen wird der Begriff mitunter anders verstanden. Hierbei kann der Sidekick der Hauptfigur Vorlagen für Pointen liefern, selbst ein komisches Element darstellen oder ist dafür angelegt, um dem Zuschauer zu gefallen oder dient einem Moderator als Ansprechpartner.

Zwar kann er auch hierbei die Funktion erfüllen, einen weiteren oder anderen Blick auf den Hauptcharakter zu erhalten, doch gerade im Film sind es eher Nebendarstellern, die den Hauptdarsteller unterstützen oder auch Fähigkeiten aufweisen, die dieser nicht hat. Sie dienen also nur in erster Linie dazu, die Perspektive zu verändern, sind ansonsten aber eher Gehilfen oder Unterstützer des Protagonisten.

Im Fernsehen und vor allem in TV-Shows dient der Sidekick dazu, dem Moderator Vorlagen zu liefern und ist meist fest in der Moderation verankert. Hier geht es also auch um eine Art Gehilfen, aber vor allem um einen Ansprechpartner. Als aktuelle Beispiele können der Showpraktikant Elton (TV Total) oder die Glücksfee des Glücksrads oder auch Manuel Andrak in der Harald Schmidt Show angeführt werden.

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Begriff im Überblick

  • Als Sidekick wird in Film, Kunst und Literatur eine Nebenrolle bezeichnet. Diese ermöglicht es – vor allem in der Literatur – eine andere Perspektive auf den Helden der Geschichte zu erhalten. Mitunter ist der Sidekick aber auch mit Fähigkeiten ausgestattet, die den Protagonisten bei seinem Tun wesentlich unterstützen. Dieses Merkmal findet sich vor allem in Filmen.
  • Der Begriff bezieht sich meist auf eine Figur, die den Helden des Werkes begleitet. Allerdings gibt es auch Charaktere, die den Gegenspieler unterstützen. Diese werden allerdings zumeist als Schergen, Handlanger oder Lakaien bezeichnet. im Englischen ist hierfür auch der Begriff Henchman geläufig. Der Henchman erfüllt die gleiche Funktion.
  • Im Fernsehen bezeichnet das Wort vor allem einen Ansprechpartner der Moderation. Hierbei liefert der Gehilfe zumeist Moderationsvorlagen, erledigt Dienste, die für den Ablauf einer Sendung essentiell sind oder führt selbst als Unterstützung durch die Sendung.

  • Hinweis: Henchman und Sidekick können beiderseits die Rolle des Deuteragonisten annehmen und somit die zweitwichtigste Rolle in einem Werk darstellen. Zumeist fällt diese Rolle aber auf den Gehilfen des Protagonisten oder eine Nebenrolle, die in Beziehung zu diesem steht.
  • Beispiele für Hauptfiguren und Sidekicks

    • Batman und Robin
    • Don Quijote und Sancho Panza
    • Robinson Crusoe und Freitag
    • Der Lone Ranger und Tonto
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Sidekick
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001