Der Steckbrief ist ein Mittel um Kriminelle öffentlich zu suchen und zu deren Festnahme aufzurufen. Außerdem begegnet uns der Steckbrief in der Schule, um die wichtigsten Daten, Merkmale und Charakteristika einer Person, eines Gegenstandes oder eines Themas listenartig darzustellen und dem Leser so eine Zusammenfassung über das Wesentliche zu geben.

Dabei kann der Steckbrief als Grundlage für die Personenbeschreibung, Charakterisierung oder auch Rollenbiographie genutzt werden und kommt häufig im Deutschunterricht zum Einsatz, um einen ersten Einstieg in das Beschreiben von Dingen, Personen oder Sachverhalten zu schaffen. Weiterhin kann der Steckbrief zur Auseinandersetzung mit literarischen Protagonisten oder Theater-Figuren dienen.

Hinweis: In diesem Beitrag möchten wir Ihnen zeigen, wie ein solcher Steckbrief aufgebaut ist, welche Dinge darin untergebracht werden sollten und das Ganze anhand von Beispielen erläutern. Außerdem möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie einen Steckbrief schreiben und gestalten können.

Steckbrief schreiben

Diese Form des Beschreibens setzt voraus, dass wir viele Informationen über eine Person, einen Gegenstand oder ein Thema gesammelt haben. Das Sammeln sollte der erste Schritt sein.

Dabei kommt es darauf an, welche Informationen wir in unserem Steckbrief anbieten möchten. Einerseits könnten wir alle möglichen Informationen zu einer Person aufbereiten, doch andererseits ist es meist sinnvoller, sich auf die wichtigsten Dinge zu konzentrieren. Nämlich die Informationen, die eine Person oder ein Thema wirklich ausmachen und sie von anderen Dingen ganz eindeutig unterscheiden.

Wichtig ist folglich, dass wir selbst entscheiden, welche Fakten benannt werden. Allerdings sollten in keinem Fall eindeutige Kennzeichen fehlen (Name oder Thema und Aussehen oder Beschaffenheit). Immerhin kann der Steckbrief von Thema zu Thema sehr unterschiedlich ausfallen. Demnach sollten die wesentlichen Fakten in jedem Fall genannt und erst dann ausgeschmückt werden.

In der Folge werden wir Ihnen deshalb einige Beispiele für die unterschiedlichen Arten geben. Dabei möchten wir alle möglichen Formen des Steckbriefs abdecken, so dass Sie selbst entscheiden können, welcher Aufbau für Sie infrage kommt.

Aufbau eines Personen-Steckbriefs

Da der Steckbrief immer subjektiv verfasst ist, kann es keine eindeutige Vorgabe zum Aufbau geben. Alle Hinweise sind somit nur als Anregungen zur Gestaltung zu verstehen.

  • Aufbau eines Steckbriefs
    • Fakten über die Person
      • Vor- und Nachname
      • Geburtstag und -ort
      • Wohnort
      • Foto, wenn möglich
    • Merkmale der Person
      • Größe
      • Gewicht
      • Augenfarbe
      • Haarfarbe
    • Vorlieben der Person
      • Lieblingsfarbe
      • Lieblingsessen
      • Lieblingsmusik
      • Hobbies und Beschäftigungen
    • Tätigkeit der Person
      • Beruf
      • Ehrenamtliche Tätigkeit
    • Sonstige Angaben
      • Witzige Details und spannende Fakten finden hier Platz. Aber auch der Beziehungsstatus, der Verlauf der Karriere oder andere Informationen, die wir frei auswählen, können knapp umrissen werden und den Abschluss des Steckbriefs bilden.

Hinweis: Alle vorgestellten Merkmale sind natürlich nur als Vorschläge zu verstehen. Kein Steckbrief muss alle diese Punkte aufgreifen und bündeln. Viele weitere Adjektive, um einen Menschen zu beschreiben, finden Sie übrigens in unserer umfangreichen Liste der Charaktereigenschaften.

Hinweis zum Aufbau: Wenn wir eine solche Übersicht fertigen, sollten wir versuchen, vom Allgemeinen zum Besonderen zu gehen. Dieses Prinzip kennen wir von der Personenbeschreibung.

Aufbau eines Tier-Steckbriefs

Auch bei Tieren gilt, dass die nachfolgenden Angaben nur Vorschläge unsererseits und in keinem Fall ein Muss. Suchen Sie sich die Fakten heraus, die Sie im Steckbrief haben möchten.

  • Aufbau eines Steckbriefs für ein Tier
    • Allgemeine Fakten über das Tier
      • Name (Muss nicht in jedem Fall sein
      • Rasse (und lateinischer Name)
      • Die wichtigsten Eigenschaften (kurz!)
      • Vorkommen / Verbreitung
      • Foto, wenn möglich
      • (Natürliche) Feinde
    • Körperliche Merkmale
      • Körperlänge und Schwanzlänge
      • Schulterhöhe (Stockmaß, Widerristhöhe)
      • Gebiss (Anzahl der Zähne oben und unten)
      • Lebenserwartung
      • Sonstiges: Blickwinkel, Herzschläge, Druck des Kiefers etc.
    • Lebensart
      • Ernährung (Fleischfresser, Pflanzenfresser)
      • Rudeltier oder Einzelgänger?
      • Paarungszeit, Geschlechtsreife und Jungen pro Wurf
    • Besonderheiten des Tieres
      • Was kann das Tier besonders gut?
      • Was kann das Tier nicht so gut?
    • Sonstige Angaben
      • Möglicherweise sollten diese Angaben mit einem Lehrer abgesprochen werden, da sie optional (freiwillig) sind. Hier können persönliche Kenntnisse über das Tier festgehalten werden oder auch, was man an diesem besonders mag. Auch witzige und nennenswerte Details finden hier Platz.

Hinweis: Auch bei dieser Vorlage für den Steckbrief sind die meisten Angaben nur eine Idee. Lediglich die allgemeinen Fakten zum Tier sollten in keinem Tier-Steckbrief fehlen.

Beispiel für den Steckbrief

Um das Geschriebene noch zu untermauern, möchten wir Ihnen das Ganze noch anhand eines Beispiels zeigen. Für dieses Beispiel haben wir einen Steckbrief für einen Hund angefertigt.

Steckbrief am Beispiel eines Hundes

Hinweis: Wie Sie sehen, haben wir auch nicht alle Merkmale unserer Vorlage genutzt. Lediglich die wichtigsten Fakten und einige nennenswerte Details haben wir verwendet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Steckbrief stammt eigentlich aus der Kriminalistik. Das bedeutet, dass er in wenigen Stichpunkten aufzeigen soll, wer mit ihm gemeint ist und beschrieben wird.
  • Das bedeutet, dass er möglichst knapp und stichpunktartig über eine Person, ein Tier oder ein Thema Auskunft geben sollte.
  • Hier gibt es keinerlei Vorgaben, wie lang eine solche Kurzübersicht sein sollte. Die richtige Länge ist erreicht, wenn alle wichtigen Fakten genannt sind.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Steckbrief
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001