Als Tetralogie, auch Vierteiler, wird ein künstlerisches Werk bezeichnet, welches aus vier Teilen besteht. Dabei handelt es sich in der Regel um ein literarisches, filmisches oder musikalisches Machwerk, obwohl der Begriff durchaus auch auf andere Bereiche angewandt wird. Wesentlich ist für einen solchen Vierteiler, dass dessen Teile zwar inhaltlich zusammengehören, allerdings meist selbständig funktionieren. Das meint, dass die Handlung der Einzelwerke einer Tetralogie zumeist in sich abgeschlossen und dabei ohne die Kenntnis anderer Teile verständlich ist (vgl. Mehrteiler). Solche vierteiligen Werke sind oft Filme oder umfangreiche Prosawerke, wie etwa Romanreihen.

Der Begriff lässt sich vom griechischen Nomen tetralogía ableiten, das sich aus dem Präfix tetra für vier und dem Substantiv logos für Wort zusammensetzt. Demzufolge handelt es sich bei der Bezeichnung wortwörtlich um ein Vierwort und nur im übertragenen Sinn um einen Inhalt, der aus vier Teilen besteht.

Ebendiese „Regel“ gilt auch alle weiteren Bezeichnungen von Mehrteilern. Stets setzt sich der korrekte Begriff aus dem griechischen Präfix für das jeweilige Zahlwort und der Einheit logie – abgeleitet vom Nomen logos – zusammen. Folglich handelt es sich bei der Dilogie um einen Zweiteiler, bei der Trilogie um einen Dreiteiler, bei der Pentalogie um einen Fünfteiler und bei der Hexalogie um einen Sechsteiler usw. Die Bezeichnung verschiedener Mehrteiler

Geschichte der Tetralogie

Die ersten Teatralogien, die sich belegen lassen, finden sich bereits in der Antike. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde im Rahmen der Großen Dionysien – ein Fest, um den Gott Dionysos zu ehren – ein Wettstreit der Tragödiendichter ausgetragen (Agon). Hier traten zwischen dem 3. und 5. Festtag mehrere Dichter – in der Regel drei – gegeneinander an, wobei an jedem Tag ein anderer um die Gunst des Publikums buhlte.

Ursprünglich zeigte jeder Dichter drei Stücke, die inhaltlich zusammengehörten, also eine Trilogie. In der Folge wurde dieser Dreiteiler aber um ein entspannendes Satyrspiel oder ein ernstes Stück erweitert. Mit der Zeit wurden die einzelnen Teile immer selbständiger und zeigten durchaus Handlungen, die in sich abgeschlossen waren. Dies führte dazu, dass der einstige einheitliche Gesamteindruck der Dionysien teils verloren ging und die einzelnen Werke immer loser miteinander verbunden waren.

Aber auch später wurden umfangreiche Werke mitunter in mehrere Teile aufgespaltet, um einen großen Umfang aufzulockern, sodass Dramen vom Publikum leichter konsumiert werden konnten. Heutzutage finden sich solche Tetralogien vor allem bei größeren Prosawerken innerhalb der Belletristik oder im Bereich des Films. Allerdings ist der Begriff nicht auf diese Bereich beschränkt, sondern kann natürlich auch auf andere künstlerische Vierteiler bezogen werden, wie etwa die Musik oder die Malerei.

Tetralogie und Rhetorik

Wie beschrieben, ist der Begriff der Tetralogie bereits seit der Antike gebräuchlich. Hierbei bezeichnete er stets eine Vierergruppe von inhaltlich zusammenhängenden Werken und galt insbesondere für dramatische Werke. Darüber hinaus wurden aber bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. die Werke Platons (428/427 v. Chr. – 348/347 v. Chr.) – ein antiker Philosoph – in neun Tetralogien zusammengefasst.

Zwar ist heutzutage strittig, ob tatsächlich sämtliche Werke, die hierbei gebündelt wurden, von Platon stammen und ob es der Philosoph selbst anstrebte, seine Lehren nach diesem Prinzip zu veröffentlichen und sich dabei an den Dionysien orientierte. Darumh soll es aber an dieser Stelle nicht gehen. Wesentlich ist nur, dass auch Reden sowie rhetorische Dialoge unter dem Begriff gefasst werden können.

Tetralogie-Beispiele

  • Die Säulen der Erde von Sergio Mimica-Gezzan (Fernsehfilm)
    • Die Säulen der Erde: Teil 1 (2010)
    • Die Säulen der Erde: Teil 2
    • Die Säulen der Erde: Teil 3
    • Die Säulen der Erde: Teil 4
  • Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner (Opernzyklus)
    • Das Rheingold (1876)
    • Die Walküre
    • Siegfried
    • Götterdämmerung
  • Joseph und seine Brüder von Thomas Mann (Literatur)
    • Die Geschichten Jaakobs (1933)
    • Der junge Joseph (1934)
    • Joseph in Ägypten (1936)
    • Joseph, der Ernährer (1943)
  • Atriden-Tetralogie von Gerhart Hauptmann (Dramenzyklus)
    • Iphigenie in Aulis (1944, UA: 1943))
    • Agamemnons Tod (1948, UA: 1947))
    • Elektra (1948, UA: 1947)
    • Iphigenie in Delphi (1941, UA: 1941)
  • Tetralogie I von Platon (Philosophie)
    • Euthyphron
    • Apologie
    • Kriton
    • Phaidon
Kurzübersicht: Das Wichtigste im Überblick

  • Als Tetralogie, auch Vierteiler, wird ein künstlerisches Werk bezeichnet, das aus vier Teilen besteht. Dabei handelt es sich in der Regel um ein literarisches, filmisches oder auch musikalisches Machwerk, obwohl der Begriff auch auf andere Bereiche angewandt wird.
  • Ursprünglich wurde der Begriff im Zusammenhang mit den Großen Dionysien – einem Fest und Dichterwettstreit, um den Gott Dionysos zu ehren – geprägt. Hierbei traten mehrere Dichter an, um je einen „tragischen Dreiteiler“, der zumeist um ein Satyrspiel ergänzt wurde, zu präsentieren. Heute wird der Begriff für sämtliche Vierteiler der Kunst genutzt.
  • Nahezu alle mehrteiligen Werke der Kunst lassen sich mit einem Fachbegriff benennen. So ist die Bezeichnung für einen Zweiteiler Dilogie, für einen Dreiteiler Trilogie, für einen Fünfteiler Pentalogie sowie für einen Sechsteiler Hexalogie usw. (siehe dazu: Mehrteiler). Umgangssprachlich werden allerdings meist nur Trilogie und Tetralogie gebraucht.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Tetralogie (Vierteiler)
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001