Als Vokabel wird ein einzelnes Wort einer (Fremd-)Sprache bezeichnet. Demzufolge ist jedes Wort, das nicht zum Wortschatz der Muttersprache zählt, eine Vokabel. Verwendet wird der Begriff vor allem im Zusammenhang mit dem Erlernen von Fremdsprachen, da beim Spracherwerb ein Schwerpunkt auf dem Aus­wen­dig­ler­nen neuer Vokabeln liegt. Hier wird anfangs der Grundwortschatz einer Sprache vermittelt, der in den meisten Sprachen in etwa 2000 Vokabeln umfasst. Nachschlagen lassen sich Vokabeln in Wörterbüchern. Das Wort wird auch synonym für Ausdruck und Bezeichnung genutzt.

Der Begriff geht auf das lateinische Nomen vocabulum zurück, das sich mit Benennung sowie Bezeichnung übersetzen lässt. Demnach verweist die Übersetzung auf die grundsätzliche Bedeutung des Wortes. Es geht also um etwas, das etwas anderes bezeichnet – im Deutschen verwenden wir dafür das Substantiv Wort. Dennoch wird die Vokabel vor allem in Bezug auf Fremdprachen gebraucht. Ein Beispiel:


Person A: „Was war nochmal die englische Vokabel für Wohnung?“
Person B: „In meinem Vokabelheft steht flat. Ich glaube aber, dass auch apartment geht.“

Im obigen Beispiel unterhalten sich zwei Personen. Dabei wird ersichtlich, wie der Begriff im Sprachgebrauch verwendet wird. Demzufolge sind flat sowie apartment für den Deutschen die englischen Vokabeln für das Substantiv Wohnung. Andersherum ist Wohnung für den Engländer die deutsche Vokabel für flat.

Im Fremdsprachenerwerb der Schule werden solche Vokabeln in der Regel unterrichtsbegleitend vermittelt, um anschließend selbständig durch den Schüler gelernt sowie gefestigt zu werden. Dennoch können sie in Vokabeltests, also kleinen Leistungskontrollen, abgefragt werden. Hierbei werden die jeweiligen Begriffe entweder einfach erfragt oder müssen in Lückentexte oder ähnliche Kontrollen eingetragen werden.

Vokabeln lernen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich die zu lernenden Fremdwörter einzuprägen. Einige davon lassen sich mit einfachen Mitteln realisieren, andere setzen einen Partner voraus und manche sind recht aufwendig, aber effektiv. Nachfolgend werden einige Methoden zum Vokabellernen aufgelistet.

  • Abfragen: Eine andere Person fragt den Lernenden ab. Hierbei wird entweder das bekannte Wort oder die Vokabel genannt, wobei die Entsprechung durch den Abgefragten erwidert werden muss.

  • Lernkartei: Die Lernkartei ist ein Hilfsmittel zum systematischen Lernen, hierbei wird ein Stichwort auf die eine Seite der Karteikarte geschrieben und die jeweilige Entsprechung auf die Rückseite. Hat eine solche Lernkartei mehrere Ablagenfächer, kann systematisch gelernt werden. Das Gewusste kommt in ein separates Fach und das Unbekannte wird wiederholt, bis es zum Bekannten wird.

  • Lesen (laut): Hilft beim Auswendiglernen durch die laute, wiederholende Aussprache. Eignet sich vor allem für Inhalte, die aufgesagt werden müssen (bspw. Gedichte). Der Lernende liest laut und deutlich den Lernstof vor und wiederholt diesen Vorgang, bis der Lerninhalt abrufbar ist.

  • Mnemotechnik: Dabei eignet sich vor allem die sogenannte Schlüsselwortmethode. Dabei wird die Vokabel mithilfe von Assoziationen gelernt. Es wird versucht, einen Begriff zu finden, der ähnlich klingt, wie der, der gelernt werden soll und verbindet diesen dann mit einem sprachlichen Bild (Bsp.: Die engl. Vokabel mice (Mäuse) soll gelernt werden. Das Wort mice klingt so ähnlich wie das deutsche Nomen Mais – der Lerner denkt an Mäuse, die an Mais knabbern und kann sich auf diesem Weg den Begriff merken).

  • Vokabelheft: Die Vokabeln, welche gelernt werden sollen, werden ins Vokabelheft übertragen. Idealerweise geschieht dies bereits unterrichtsbegleitend. Im Vokabelheft stehen sich Wörter und Entsprechung einfach gegenüber. Entweder werden die Wörter durchgelesen oder mit anderen Lernmethoden kombiniert.

  • Vokabeltrainer: Ist eine Software, also ein Computerprogramm oder auch eine App, welche nach Belieben bestimmte Wortkombinationen abfragen kann. Entweder sind diese thematisch vorgegeben oder können durch den Vokabellerner selbständig festgelegt werden.

  • Zudecken: Der Lernende schreibt die Vokabeln und ihre Übersetzung auf eine Seite, wahlweise auch in ein Vokabelheft. Nun werden die Vokabeln mit der Hand oder auch einem Hilfsmittel abgedeckt und immer erst aufgedeckt, wenn entweder die Lösung genannt wurde oder nachgeschaut werden muss. Der Vorgang wird wiederholt, bis das Aufdecken nicht mehr erforderlich ist.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Vokabel
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001