Don Carlos ist ein „dramatisches Gedicht“ von Friedrich Schiller, das zwischen 1783 und 1787 entstanden ist. Das Stück wurde am 29. August 1787 in Hamburg uraufgeführt.

In dem Stück thematisiert Schiller die politische Situation am Hof des spanischen Königs Philipp II (1556-1598). Im Zentrum des Dramas steht Don Carlos, der Infant (d.h. der Sohn) des Königs. Don Carlos ist beim Volk beliebt, das Verhältnis zu seinem Vater ist allerdings schwierig. Nicht nur, dass Philipp II die Geliebte seines Sohnes, die Prinzessin Elisabeth von Valois, zur Frau genommen hat, auch der sanfte Charakter Carlos missfällt seinem Vater.

Neben diesem persönlichen Konflikt zwischen König und Thronfolger wird ebenfalls der Beginn des Achtzigjährigen Krieges (1568-1648) zwischen den Niederlanden, die damals noch zu Spanien gehörten, und der spanischen Besatzungsmacht thematisiert.

In diesem Zusammenhang kontrastiert die Figur des Maquis von Posa den König und seine Vertrauten. Von Posa, ein Jugendfreund Don Carlos, setzt sich für eine Loslösung der Niederlande von Spanien ein und vertritt die Ideale der Freiheit und der Aufklärung.

ERSTER AKT

Der erste Akt entwirft ein Bild der in dem Drama vorherrschenden Konflikte und Konfliktparteien. Der Ort der Handlung ist die königliche Sommerresidenz in Aranjuez im Süden von Madrid.

In einem Gespräch mit dem Beichtvater des Königs Domingo (1. Auftritt) betrauert der einzige Sohn des Königs Don Carlos seine Situation am Königshof. Nicht nur, dass seine eigene Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, wurde nun auch noch Elisabeth von Valois von seinem Vater Philipp II. als Frau genommen. Dabei war bereits eine Hochzeit zwischen Carlos und der französischen Prinzessin geplant. Don Carlos erläutert seine sowohl politisch als auch familiär schwierige Situation: „Zu gut weiß ich, dass ich an diesem Hof verraten bin.“

Umso glücklicher ist Carlos, seinen Jugendfreund Marquis von Posa wiederzusehen (2. Auftritt), der aus den im 16. Jahrhundert noch zu Spanien gehörenden Niederlanden gekommen ist (Zu dieser Zeit gehörte ebenfalls das heutige Belgien zu den Niederlanden und somit zu Spanien). Posa berichtet von der Hoffnung der konfessionell reformierten Niederländer auf Freiheit.

Im Gegensatz zu dem Herzog von Alba, der als „des Fanatismus rauher Henkersknecht“ beschrieben wird, vertritt Posa die Ideale der Menschlichkeit und der Freiheit. Er hofft in dem Königssohn einen Verbündeten zu finden, doch dieser scheint zunächst nicht an dem politischen Konflikt interessiert. Stattdessen bezeichnet er Posa als seinen einzigen Freund und berichtet ihm von seiner Liebe zur Königin („der Sohn liebt seine Mutter“). Der Marquis von Posa erklärt sich dazu bereit, ein Treffen mit der König zu arrangieren.

Nachdem zunächst der Hofstaat der Königin dargestellt wird (3. Auftritt) kommt es zu dem Gespräch zwischen der Königin und Marquis von Posa (4. Auftritt). Unter dem Deckmantel „einer rührenden Geschichte“, die er auf der Heimreise von Neapel gehört hat, beginnt Posa von einem Fernando zu erzählen. Fernandos Schicksal ähnelt demjenigen von Don Carlos, sodass die Geschichte verschlüsselt auf den unglücklichen Thronfolger verweist. Als sich die Verschlüsselung allmählich aufzulösen beginnt, ist die Königin verwirrt und erschrickt.

Don Carlos taucht auf und wirft sich auf den Boden vor der Königin (5. Auftritt). Die Königin ängstigt sich, entdeckt zu werden und bittet Carlos zu fliehen. Sie gibt vor, mit Philipp nicht unglücklich zu sein und weist Carlos zurück, der die Unmöglichkeit seiner Liebe zu verstehen beginnt. Die Königin empfiehlt ihn Spanien anstatt ihrer zu lieben und sich für sein Vaterland einzusetzen. Just in diesem Moment wird die Ankunft des Königs von Posa gemeldet.

Der König ist verärgert, da er die Königin ohne ihre Hofdamen antrifft und verbannt die Marquisin von Mondekar als Strafe aus Spanien (6. Auftritt). Im Umfeld des Königs werden der Herzog von Alba und der Graf von Larma vorgestellt. In einer Unterhaltung beteuert der König seinen Willen, die „Pest der Ketzerei“ in den Niederlanden zu bekämpfen.

Durch das Gespräch mit der Königin ist Don Carlos dazu bereit, sich in den spanischen Niederlanden politisch zu engagieren (8. Auftritt). Mit diesem Entschluss kommt er seinem Vertrauten Marquis von Posa entgegen, mit dem er in in der Folge Zusammenhalt und Bruderschaft schwört (9. Auftritt).


ZWEITER AKT

Im königlichen Palast in Madrid versucht Carlos zugleich, seine wiedergewonnenen politischen Ambitionen zu realisieren. Er bittet seinen Vater um ein Vier-Augen Gespräch (1. Auftritt), woraufhin dieser den Herzog von Alba hinaus befiehlt.

Im Anschließenden Gespräch zwischen Don Carlos und Philipp II. (2. Auftritt), bittet der Sohn seinen Vater um Vergebung. Doch der König ist von dem sentimentalen Verhalten Carlos verstört. Obwohl Philipp zwar durchaus von der Zuneigung seines Sohnes gerührt ist, verwehrt er ihm den Posten als Stadthalter in Brabant (Südliche Niederlande). Er sagt: „Du redest wie ein Träumender. Dies Amt will einen Mann und keinen Jüngling –“). Stattdessen werde der Herzog von Alba das Spanische Heer anführen.

Von einem Pagen der Königin wird Don Carlos ein geheimnisvoller Brief überreicht, der den Prinzen zu einem Treffen in einem hinteren Zimmer im Pavillon der Königin auffordert (4. Auftritt). Der Prinz denkt, dass der Brief von der Königin gesendet wurde und schöpft neue Liebeshoffnung.

Vor dem Zimmer der Königin trifft Carlos auf den Herzog von Alba (5. Auftritt). Im Verlauf des Gespräches kommt es zu einem heftigen Streit, in dessen Zentrum die unterschiedlichen politischen Ansichten über das Vorgehen in den Niederlanden und eine grundsätzliche Antipathie stehen. Aus dem Streit wird ein Schwertkampf, der erst von der Königin beendet wird (6. Auftritt).

Im ihrem Kabinett unterhält sich die Prinzessin von Eboli mit dem Pagen (7. Auftritt). Dieser berichtet der Prinzessin von der Briefübergabe an den Prinzen und dessen emotionaler Reaktion. Es wird klar, dass der geheimnisvolle Brief nicht von der Königin, sondern von der Prinzessin von Eboli geschrieben wurde. Als sie den Prinzen nahen hört, greift sie zu einer Laute und beginnt verführerisch zu singen („Mein Gesang soll ihm das Zeichen geben“).

Als Don Carlos die Prinzessin von Eboli anstelle der Königin vorfindet (8. Auftritt), ist er „wie vom Donner gerührt“. Er meint sich im Zimmer getäuscht zu haben. Nach einem langen Dialog gesteht Don Carlos der Prinzessin, eine andere Frau zu lieben. Aus einem an die Prinzessin gerichteten Brief erfährt Don Carlos, dass die Prinzessin zu einer Mätresse des Königs gemacht werden soll. Als die Zusammenkunft im Streit endet, weigert sich Carlos den Brief herauszugeben. Er hofft dadurch, seinen Vater bei der Königin zu entblößen.

In einem anschließenden Monolog (9. Auftritt), erkennt die Prinzessin von Eboli, dass der Prinz die Königin liebt. Sie zeigt sich dazu bereit, dieses Wissen gegen Don Carlos zu benutzen. Sie ist über die Zurückweisung durch den Prinzen enttäuscht und fordert Rache. Deswegen möchte sie dem König von den Gefühlen seines Sohnes berichten.

Ebenso versucht der Herzog von Alba den Prinzen auszuschalten. Er berichtet dem Beichtvater des Königs Domingo von seiner Vermutung, dass der Prinz die Königin liebt (10. Auftritt). Als die Prinzessin von Elba dem Beichtvater von ihrer Vermutung erzählt, dass die Königin den König betrügt (11. Auftritt) nutzt der Herzog von Alba sofort seinen Vorteil (12. Auftritt).

Er überlegt, die Gemächer der Königin durchsuchen zu lassen. Währenddessen trifft sich Don Carlos mit seinem Vertrauten Marquis von Posa in einem Kloster (15. Auftritt). Er berichtet dem Marquis von Posa von der Entscheidung des Königs, nicht ihn, sondern den Herzog von Alba als Stadthalter in die Niederlande zu entsenden. Von Posa sieht seine Hoffnungen enttäuscht. Doch Don Carlos Liebe zur Königin ist wieder entflammt.

Wie der Herzog von Alba hofft auch er einen strategischen Schachzug gegen seine Widersacher zu setzen. Er zeigt Posa den Brief, der diesen jedoch zerreißt. Seiner aufrichtigen Meinung nach solle der Prinz der Königin kein Leid zufügen, wenn er sie wirklich liebe („Welches Band kann die verletzten Pflichten des Gemahls mit deinen kühnern Hoffnung verknüpfen?“).


DRITTER AKT

Unterdessen fürchtet der König von seiner Frau betrogen zu werden (1. und 2. Auftritt). Die Vermutungen des Königs werden von dem Herzog von Alba bestätigt (3. Auftritt). Er erörtert die Umstände des Treffens zwischen dem Prinz und der König zu Beginn des 1. Akts in Aranjuez.

In einem anschließenden Gespräch mit seinem Beichtvater (4. Auftritt) erfährt der König von dem Gerücht, dass er nicht der Vater seiner Tochter Klara Eugenia sei. Er ist außer sich vor Wut und fordert den Tod seiner Frau Elisabeth und seines Sohnes. In einem Monolog denkt der König über das verräterische Umfeld am Hof nach (5. Auftritt).

Er sehnt sich nach Wahrheit und einem ehrlichen und treuen Vertrauten. Hierbei denkt er an den Marquis von Posa, da er der einzige Edelmann ist, der keine Habsucht oder Ehrbegierde hat. Folglich erkundigt sich der König in einer Versammlung nach dem Marquis von Posa, der von allen Seiten gerühmt wird (7. Auftritt). Der König ernennt den Marquis zu einem Mitglied in seinem geheimen Rat.

Anschließend wird diese Nachricht von dem Herzog von Alba an den Marquis übermittelt (8. Auftritt). In einem Monolog bedenkt der Marquis seine neue Situation (9. Auftritt). Im Gespräch mit dem König (10. Auftritt) erläutert der Marquis seine aufklärerischen Ansichten („sanftere Jahrhunderte verdrängen Philipps Zeiten“, „Bürgerglück wird dann mit Fürstengröße wandeln“, „Werden Sie von Millionen Königen ein König“) und wird von dem König als „sonderbarer Schwärmer“ bezeichnet. Obwohl der Marquis auch von „der Freiheit entzückenden Erscheinung“ spricht, wird er von dem König zum Minister ernannt.


VIERTER AKT

Der Marquis von Posa hat vom König den Auftrag erhalten, die König allein zu sprechen. In ihrer Unterhaltung (3. Auftritt) zeigt sich, dass der Marquis seine politischen Pläne nicht aufgegeben hat. Er versucht noch immer die Entsendung des Herzogs von Albas in die Niederlande zu verhindern und erhofft sich eine Unterstützung der Königin.

Sein Plan sieht vor, den Prinzen Don Carlos heimlich nach Brüssel zu schleusen, wo er im Gegensatz zu von Alba sehr große Popularität besitzt. Die Königin übergibt ihm eine kurze Nachricht an Don Carlos, die von dem Marquis von Posa an Carlos übergeben wird (5. Auftritt). Gleichzeitig bittet der Marquis den Prinzen ihm alle seine Briefe auszuhändigen. Seiner Meinung nach gelte es, sehr vorsichtig zu sein. Aber Don Carlos kann sich nicht so leicht von seinen Briefen trennen. Insbesondere ein alter Liebesbrief bedeutet ihm viel („Stets hab ich auf meinem Herzen ihn getragen. Mich von diesem Brief zu trennen, fällt mir schwer.“). Letztendlich übergibt Carlos aber auch diesen Brief.

Im Kabinett des Königs betrachtet Philipp seine Tochter Klara Eugenia und ist sich sicher, dass er der Vater des Kindes ist (7. Auftritt). Sogleich berichtet die Königin dem König, dass ihre Schatulle erbrochen wurde (9. Auftritt). Es wurden sowohl Perlen und Diamanten aber auch Briefe geklaut. Unter den geklauten Dingen war auch ein Medaillon des Prinzen.

Es stellt sich heraus, dass der König bereits im Besitz dieses Medaillons ist, weswegen sie den König verdächtigt. Philipp sieht sich durch den Kontakt der Königin mit seinem Sohn in seiner Ehre angegriffen. Im Verlauf der Diskussion wird die Königin vom König gestoßen, sodass sie hinfällt und zu bluten beginnt.

Es kommt zu einem vertraulichen Gespräch zwischen dem König und dem Marquis von Posa (12. Auftritt). Der Marquis weiß das Vertrauen des Königs zu nutzen und überreicht ihm die Brieftasche des Prinzen. Anstatt Briefe mit der Königin befindet sich aber das Schreiben der Prinzessin von Eboli darin, die der König sogleich als Diebin der Schatulle der Königin erkennt.

Ganz in seinem Sinne gelingt es dem Marquis von Posa den König darzulegen, dass der Kontakt zwischen der Königin und dem Prinzen einem politischen Interesse folgt. So sei die Königin an einer Statthalterschaft des Prinzen in Flandern interessiert. Es kommt zu einem vermeintlichen Bruch der Bindung zwischen dem Marquis und Don Carlos, weil selbiger den König nun vor den politischen Ambitionen des Thronfolgers warnt („Ob sie geliebt wird? – Ob von dem Infanten nichts Schlimmeres zu fürchten?“).

Er empfihelt dem König „strenge Wachsamkeit“ und Vorsicht, woraufhin ein Haftbefehl gegen Don Carlos erlassen wird. Der Graf Lerma berichtet Don Carlos von der Unterhaltung zwischen Marquis von Posa und dem König (13. Auftritt).

Er erfährt, dass der Marquis dem König seine Brieftasche übergeben hat und erkennt den Betrug seines Freundes. In verzweifelter Hoffnung besucht Don Carlos die Prinzessin von Eboli (15. Auftritt). Doch diese begegnet dem Prinzen distanziert und kühl. Im Anschluss an das Gespräch wird Don Carlos von dem eintreffenden Marquis von Posa verhaftet (16. Auftritt).

Als Carlos hinweg geführt wird, schaut er mit einem „matten, sterbenden Blick“ auf den Marquis. Die Prinzessin von Eboli berichtet der Königin über die Verhaftung des Prinzen (19. Auftritt). Da die Verhaftung durch Posa vorgenommen wurde, ist diese zunächst unbesorgt und vermutet einen Plan des Politikers.

Doch in einer anschließenden Unterhaltung erläutert der Marquis der Königin zu Tode betrübt von dem Scheitern seines Planes (21. Auftritt). Der Marquis erklärt sich bereit seinen Freund Carlos durch seinen eigenen Tod zu retten. Währenddessen erfahren der Herzog von Alba und der Graf von Larma durch den Oberpostmeister von Taxis, dass der Marquis von Posa ein Bündnis gegen den König geschmiedet hat (22. Auftritt). In einer Diskussion der sich nun überschlagenden Geschehnisse berichtet der Graf von Lerma, dass der König geweint habe.


FÜNFTER AKT

Der Marquis von Posa besucht Don Carlos im Gefängnis (1. Auftritt). Posa erwidert die Enttäuschung seines Freundes mit der Offenbarung seines Planes. Bis jetzt dachte Don Carlos, dass er wegen seiner Liebe zur Königin im Gefängnis sitze. Die Unterhaltung wird durch das Eintreffen des Herzogs von Alba unterbrochen. Er eröffnet Don Carlos, dass er das Gefängnis verlassen könne (2. Aufzug).

Carlos weigert sich aber und möchte von dem König oder den Bürgern Madrids befreit werden. In der Fortführung der Diskussion mit dem Marquis von Posa (3. Auftritt) erklärt dieser sein Handeln. Er habe einen Brief geschrieben, in dem er Wilhelm von Oranien von seiner (nur vorgetäuschten) Liebe zur Königin berichtet. Somit ist Don Carlos von allen Verdächtigungen befreit.

Der Marquis kommt erneut auf seine politischen Ideale zu sprechen, die er durch Don Carlos zu verwirklichen hofft: „Rette dich für Flandern! Das Königreich ist dein Beruf. Für dich zu sterben war der meinige.“ Kurz darauf wird er durch einen Schuss getroffen und stirbt. Der König und die Granden von Spanien erscheinen.

Der König bietet seinem Sohn gutmütig die Freiheit (4. Auftritt), doch Don Carlos ist über den Tod seines Vertrauten erschüttert und beschuldigt seinen Vater des Mordes. In einem dramatischen Akt hindert er den König die Gefängniszelle zu verlassen. Unter Bestürzung aller Anwesenden ergreift Don Carlos das Schwert des Königs und bedroht ihn.

Er erklärt, dass der Marquis von Posa unschuldig gestorben ist und sich für ihn geopfert habe. Don Carlos wünscht sich den Tod und sinkt über dem Leichnam seines Freundes zusammen.Zur selben Zeit ist eine Rebellion in Madrid ausgebrochen, da das Volk mit der Verhaftung des Prinzen nicht einverstanden ist. Ein rebellierender Offizier fordert die Freilassung des Prinzen (5. Auftritt).

Der König ist bestürzt und fällt in Ohnmacht. Carlos ist alleine beim Leichnam zurückgeblieben und erfährt von dem Leibarzt der Königin von einem geheimen Plan des Marquis von Posa (6. Auftritt). Er fordert Don Carlos auf, um Mitternacht zu einer Unterredung mit der Königin in das Schloss zu kommen. Gleichzeitig berichtet der Graf von Lerma von der ungeheuren Gefahr für den Königssohn (7. Auftritt).

Er ist von der Freundschaft zwischen Carlos und Posa gerührt und empfiehlt dem Prinzen die Flucht. Unterdessen wurde ein Kartäusermönch von den Wachen des Herzogs von Alba gefangengenommen, der unter Todesangst von dem Plan des Marquis von Posa berichtet. (8. Auftritt) Dieser sieht die Flucht Carlos in die Niederlande vor, um die Provinzen von der Spanischen Besetzung zu befreien.

Durch den Mönch erfahren die Widersacher des Prinzen von der geheimen Unterredung um Mitternacht mit der Königin. Der König ordnet unterdessen die Bewachung des Schlossflügels an, in der seine Frau residiert (9. Auftritt) und lässt den Kardinal Großinquisitor zu sich rufen. Dieser bezeichnet Don Carlos als Ketzer (10. Auftritt). Obwohl König Philipp anfänglich zögert, überzeugt ihn der Großinquisitor Philipp auszuliefern.

Carlos erscheint als Mönch verkleidet vor der Königin (letzter Auftritt). Während er mit der Königin spricht, nähern sich der König, einige Granden und der Großinquisitor ohne bemerkt zu werden. Sie hören wie Don Carlos von seinen Plänen spricht: „Ich eile, mein bedrängtes Volk zu retten von Tyrannenhand. Madrid sieht nur als König oder nie mich wieder.“ Als der König auftritt, fällt die Königin in Ohnmacht. Don Carlos wird an den Kardinal Großinquisitor ausgeliefert.

Friedrich Schiller arbeitete lange Zeit an dem Stoff des „Don Carlos“. Die dramatische Ausarbeitung des historischen Stoffs markiert eine bedeutenden Moment in der literarischen Arbeit des Dichters. Mit dem „Don Carlos“ versucht Schiller, sich von den Ausführungen seiner Sturm und Drang-Phase (z.B. Die Räuber) loszulösen und eine idealistische Damenkonzeption zu erreichen.

In Auseinandersetzung mit einer Kritik von Christoph Martin Wieland, der das Drama des Sturm und Drangs als „wild und unregelmäßig im Plan, […] bombastisch, unrichtig, auch wohl unanständig und schmutzig in Sprache“ bezeichnete, näherte sich Schiller einer allmählichen Idealisierung seiner Dichtung an. Diese erreichte der Dramatiker insbesondere durch die Verwendung von Versen.

„Don Carlos“ besteht aus sich nicht reimenden Blankversen. Diese Reimart ist durch ihre gleichmäßige Hebung gekennzeichnet, die derjenigen eines fünfhebigen Jambus entspricht. Die Handlung des Dramas spielt an mehreren Orten (in Aranjuez und Madrid) und ist über einen Zeitraum von fünf Tagen verteilt.

Der von Aristoteles geforderten dramatischen Einheit von Zeit und Raum wird somit (wie in „Die Räuber“) nicht entsprochen. Gleichzeitig konzentriert sich das Drama um die Konflikte der Figur des Don Carlos, womit eine grundsätzliche Einheit der Handlung gegeben scheint.

  • Philipp II., König von Spanien
  • Elisabeth von Valois, seine Gemahlin
  • Don Carlos, der Kronprinz
  • Alexander Farnese, Prinz von Parma, Neffe des Königs
  • Infantin Clara Eugenia, ein Kind von drei Jahren
  • Herzogin von Olivarez, Oberhofmeisterin
  • Damen der Königin:
  • Marquisin von Mondecar
  • Prinzessin von Eboli
  • Gräfin Fuentes
  • Granden von Spanien:
  • Marquis von Posa, ein Malteserritter
  • Herzog von Alba
  • Graf von Lerma, Oberster der Leibwache
  • Herzog von Feria, Ritter des Vließes
  • Herzog von Medina Sidonia, Admiral
  • Don Raimond von Taxis, Oberpostmeister
  • Domingo, Beichtvater des Königs
  • Der Großinquisitor des Königreichs
  • Der Prior eines Carthäuserklosters
  • Ein Page der Königin
  • Don Ludwig Mercado, Leibarzt der Königin
  • mehrere Damen und Granden, Pagen, Officiere, Leibwache und stumme Personen

Im 19. Jahrhundert war Schiller der populärste Dichter der Deutschen. Bereits 1847 wurde in Schillers ehemaligen Wohnhaus ein Dichtermuseum eingerichtet. Es war das erster seiner Art in ganz Deutschland. Schiller gilt als Dichter der Freiheit, mit Goethe zusammen bildet er das weltberühmte Duo der Weimarer Klassik. Bis heute werden seine Texte in der Schule gelesen und der Text von Schillers Ode an die Freude ist der Text der Europahymne (vgl. Hymne).

Der Dichter Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Er war der einzige Sohn seiner Eltern und hatte fünf Schwestern. Sein eigentlicher Wunsch war es, Theologie zu studieren, doch wurde er ab 1773 gegen seinen Willen gezwungen auf die Militärakademie „Karlsschule“ zu gehen.

Auf dieser Schule wurde besonders begabte Schüler zu vorbildlichen Untertanen des würtembergischen Fürsten herangezogen. Die Aufführung des Stücks „Die Räuber“ verursachte einen Konflikt zwischen Schiller und seinem Fürsten Karl Eugen, sodass Schiller aus Süddeutschland nach Thüringen floh. Hier unterrichtete er zunächst an der Universität in Jena und machte 1788 die Bekanntschaft Goethes.

Zwischen den beiden Dichtern entwickelte sich eine fruchtbare Freundschaft. Schiller wurde jedoch in seinem Leben nie so berühmt wie sein Freund Goethe. Er lebte auch nie in finanzieller Sicherheit. Darüber hinaus war Schiller sehr krank, weswegen er bereits im Alter von 45 Jahren im Mai 1805 starb.