Der Roman Effi Briest wurde vom deutschen Schriftsteller Theodor Fontane geschrieben und erschien zuerst zwischen 1894 und 1895 als Fortsetzungsroman in der Deutschen Rundschau. Im darauffolgenden Jahr 1896 wurde der Roman als Buch publiziert.

Charakteristisch für den poetischen Realismus schildert Fontane das tragische Schicksal Effi Briests aus einer nüchternen Distanz. Gleichzeitig gelingt es dem Schriftsteller, die behandelte Problematik zu einem bedeutenden Gesellschaftsroman auszuweiten, der für die weitere Entwicklung der deutschen Literatur von großer Bedeutung ist.

Der Roman behandelt das Leben von Effi Briest, die unter dem Einfluss der eigenen Mutter als siebzehnjähriges Mädchen einer Heirat mit dem doppelt so alten Baron von Innstetten zustimmt. Unglücklich verheiratet, ist sie machtlos, sich gegen die Annäherungen des Majors Crampas zu wehren.

Die Beiden treffen sich heimlich in den Dünen der Ostsee. Doch Effi leidet unter der Beziehung und muss ihrem Mann etwas vorspielen. Durch eine Beförderung ihres Mannes verlässt das Ehepaar die Kleinstadt Kessin und zieht nach Berlin. Hier gelingt es Effi, die Affäre zu vergessen. Doch als ihr Mann Jahre später die Liebesbriefe zwischen Effi und Crampas findet, bricht die Ehe zusammen.

Während Effi auf einer Kur war, durchsuchte der Baron ihr Nähkästchen, in dem sie die Briefe aufbewahrt hat. Innstetten ist nicht dazu bereit, seiner Frau zu verzeihen und lässt sich scheiden. Der Baron fühlt sich in seinem moralischen Ehrenkodex verletzt. Für Effi bedeutet dies eine gesellschaftliche Ächtung und einen sozialen Abstieg. Sie wird auch von ihren Eltern verstoßen und fristet eine bescheidenes Leben in einer Mietwohnung in Berlin.

Als sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert, lassen sich ihre Eltern von einem Arzt überreden, Effi doch wieder bei sich aufzunehmen. Doch die späte Vergebung zahlt sich nicht aus: Effi stirbt mit etwa dreißig Jahren in ihrem Elternhaus.

Effi Briest stammt aus einer wohlhabenden Familie. Die angesehene Familie Briest lebt auf einem großen Anwesen in dem Ort Hohen-Cremmen. Effi Briest ist die 17jährige Tochter des Grundbesitzers.

Obwohl sie noch sehr jung ist, bittet der sehr viel ältere Baron von Innstetten bei einem Besuch in Hohen-Cremmen um ihre Hand. Bei dem vielversprechenden Landrat aus Hinterpommern handelt es sich um einen Freund von Effis Mutter. Effi erzählt ihren Freundinnen Bertha, Hertha und Hulda, dass der Baron vor vielen Jahren selber um eine Hochzeit mit ihrer Mutter gebeten habe, allerdings auf Grund des wohlhabenderen Briest keine positive Anwort erhalten habe.

Die vier Mädchen spielen im Garten Verstecken, als Effi von ihrer Mutter herangerufen wird. Sie erzählt ihr von von Innstettens Angebot. Noch am selben Tag findet eine Verlobung statt. Effi ist überzeugt, das Richtige zu tun und stolz auf ihr Handeln. Allerdings wurde sie sehr durch ihre Eltern beeinflusst, die in Innstetten einen guten und vorallem wohlhabenden und angesehenen Ehemann für ihre Tochter sehen. Als der Baron abreist, verspricht er Effi, ihr jeden Tag zu schreiben.

Bald kommt es im Garten des Elternhauses es zu einem ernsten Gespräch zwischen Mutter und Tochter. Ihre Mutter fragt Effi, ob sie Innstetten überhaupt liebe. Effi antwortet, dass sie alle Menschen liebt, die ihr Bestes wollen. Allerdings bricht Effi in Tränen aus, als sie erfährt, dass sie für die Ehe ihr Zuhause und ihre Eltern verlassen muss. Sie gesteht ihrer Mutter außerdem, dass sie von der Prinzipientreue des Barons beunruhigt ist und sie sich vor ihm fürchte.

Als Effi und Innstetten zu ihrer Hochzeitsreise nach Italien aufbrechen, diskutieren Effis Eltern die Gegensätze des Paares. Im Gegensatz zu Innstetten interessiert sich Effi nicht für Kunst. Außerdem befürchtet Effis Mutter, dass sich ihr Kind in der Beziehung langweilen wird. Des Weiteren sei Effi noch sehr verspielt.

Fortan lebt Effi in dem großen Haus ihres Mannes in der Kleinstadt Kessin. Die Stadt ist sehr anders als ihre Heimat in Hohen-Cremmen. Es leben Leute aus vielen Ländern in der Stadt und bei einer ersten Gelegenheit erzählt Innstetten Effi von einem verstorbenen Chinesen, der gehörigen Eindruck auf Effi macht. Ebenso macht Effi mit dem Hund Rolle Bekanntschaft.

Das Anwesen liegt gegenüber des Landratsamtes, das als Arbeitsstätte des Barons dient. In der Folge lernt Effi sowohl die Stadtbewohner Kessins als auch den umliegenden Landadel kennen. Doch so Recht mag sie sich mit niemanden anfreunden. Sie hat großes Heimweh. Als sie ihr Mann fragt, wen sie am liebsten mag, antwortet Effi, dass sie den Apotheker Gieshübler bevorzugt. Darüber hinaus zeichnet sich bereits eine Enttäuschung in ihrer Ehe ab. Effi empfindet ihren Mann als gefühlskalt und steif. Sie fragt ihn, ob er sie nicht einmal küssen möchte.

Aus diesen Gründen empfindet Effi während einer beruflichen Abwesenheit ihres Mannes Einsamkeit, Alpträume und Heimweh nach Hohen-Cremmen. Sie träumt von dem verstorbenen Chinesen, der ihrer Meinung nach durch das verlassene Haus spukt. Sie ist dankbar, dass ihr die Haushälterin Johanna anbietet, bei ihr zu schlafen (ein Angebot, das sie zuvor abgelehnt hatte).

Obwohl Effi Johanna gebeten hat, ihrem Mann nichts von ihrer Angst in der Nacht zu erzählen, berichtet diese dem Hausherrn von Effis Beklemmungen. Es kommt zu einem Streit, bei dem Effi ihren Wunsch äußert, umzuziehen. Innstetten hat für Effis Gefühle kein Verständnis und bezeichnet ihre Ängste als Hirngespinste.

Auf der Fahrt zu einem Musikabend, kommen sie am Grab des Chinesen vorbei. Innstetten erzählt, dass der Chienese vor seinem Tod als Diener eines Kapitäns in dem Haus gearbeitet hat, indem die beiden jetzt leben. Effi findet die Geschichte spannend und sagt, dass etwas Vergleichbares niemals in ihrer Heimat in Hohen-Cremmen passiert ist.

In einem Brief zu Weihnachten erzählt Effi ihrer Mutter, dass sie sich einsam fühlt. Sie möchte allerdings nicht, dass Innstetten etwas von ihren Gefühlen erfährt. Sie hat großes Heimweh, obwohl sie in dem Apotheker einen guten Freund gefunden hat, der ihr sogar ein Weihnachtsgeschenk zukommen lässt. In dem Brief an ihre Mutter berichtet Effi auch von ihren Ängsten und der Geschichte mit dem Chinesen und beklagt sich, dass Innstetten ihre Ängste nicht nachvollziehen kann.

Der Winter ist sehr lang und schwer für Effi. Sie langweilt sich und berichtet ihren Eltern in vielen Briefen von ihrem Kummer. Sie ist enttäuscht, dass Innstetten seine Pflichten als Ehemann vernachlässigt und sich nicht um ihre Liebe bemüht. Nichtsdestotrotz wird sie bald ein Kind gebären. Auf einem Spaziergang lernt sie die Roswitha kennen, der sie anbietet, die Amme ihres Kindes zu werden. Im Sommer gebärt sie ihrer Tochter Lütt-Annie.

Effis Leben verändert sich nach der Geburt ihrer Tochter noch einmal vollends, als der attraktive Major von Crampas mit seiner Familie nach Kessin zieht. Sie sind bei der Taufe von Annie anwesend, an der Crampas zu Effi eine Anspielung auf ihre Jugend macht. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den Familien. Crampas und Innstetten reiten oft zusammen aus.

Einmal möchte Effi mit ausreiten. Während Innstetten skeptisch ist, freut sich Crampas über Effis Teilnahme. Am Strand sagt Crampas, dass er gerne einmal Robben jagen würde. Effi erwidert, dass dies verboten ist, doch Crampas sagt, dass alle Gesetzte langweilig sind, die etwas verbieten. Von ihrer Ehe enttäuscht, fühlt sich Effi zu dem dynamischen Major hingezogen. Als Innstetten auf einer Walhkampfreise ist, reiten Effi und Crampas alleine aus. Sie unterhalten sich über die Ehe zwischen Effi und Innstetten.

Doch Effi ist nicht uneingeschränkt begeistert von Crampas, vielmehr ist sie der Meinung, ihm nicht alles glauben zu dürfen. Bei einem Ausritt in die Dünen, bei dem Innstetten kurzfristig verhindert ist, nähert sich Crampas Effi sehr stark, woraufhin Effi droht, ihn bei ihrem Mann zu verpetzen.

Als der Winter einkehrt, ist sie froh, Crampas nicht mehr so häufig sehen zu müssen. Sie verbringt viele Abende mit ihrem Mann, ist aber häufig von seinen Geschichten gelangweilt. Zu ihrem Missfallen möchte Crampas ein Theaterstück aufführen. Er hat sich außerdem für Effi als Hauptdarstellerin entschieden. In einem Gespräch mit ihrem Mann bittet er sie, sich vor Crampas in Acht zu nehmen. Seiner Meinung nach falle Effi in sein Beuteschema. Doch Effi ist verunsichert und versucht, das Gespräch auf die Spukerei in dem Anwesen zu lenken.

Kurze Zeit nach Weihnachten nehmen Effi und Innstetten an einen Ausflug in die Oberförsterei nach Uvagla teil. Mit mehren anderen Leuten fahren sie in Schlitten durch die Winterlandschaft. Auf der Rückfahrt kommt es zu einem heftigen Schneesturm, sodass Innstetten seine junge Frau alleine lässt, um einen Schlitten durch den Sturm zu lenken. Diese Gelegenheit nutzt Major Crampas bewusst aus. Er setzt sich in den Schlitten zu der verunsicherten Effi und flüstert ihr ihren Namen ins Ohr und küsst ihre Hände.

Effi ist wie ohnmächtig und nicht dazu in der Lage, zu reagieren. „Effi fürchtete sich und war doch zugleich wie in einem Zauberbann und wollte auch nicht heraus. – „Effi“, klang es jetzt leis an ihr Ohr, und sie hörte, daß seine Stimme zitterte. Dann nahm er ihre Hand und löste die Finger, die sie noch immer geschlossen hielt, und überdeckte sie mit heißen Küssen. Es war ihr, als wandle sie eine Ohnmacht an.“

Effi kränkelt in den folgenden Wochen und muss auf viele Besuche beim Landadel verzichten. Von ihrem Arzt werden ihr Spaziergänge verordnet, die sie manchmal zusammen mit Innstetten unternimmt. Als dieser nach Berlin fährt, ist sie wieder einmal sehr allein. Eines Tages kommt er wieder und erzählt Effi, dass er in das Ministeriallamt nach Berlin befördert wird. Das bedeutet, dass das Paar Kessin verlässt und nach Berlin umzieht. Effi reagiert sehr emotional und glücklich, was Innstetten überrascht.

Effis Mutter weilt zu dieser Zeit auf einer Kur in Berlin. Gemeinsam suchen die Beiden eine Wohnung für Effi. Effi geht es sehr gut in Berlin und sie möchte nie wieder nach Kessin zurück kehren. Sie ist von den Begegnungen mit Crampas angegriffen und möchte ein neues Leben beginnen. Auf die Fragen ihres Mannes, warum sie nicht nach Kessin zurück möchte, antwortet Effi, dass sie krank sei. Ihre Mutter bittet den Arzt Rummschüttel Effi zu untersuchen. Er könnte ihre Notlüge auffliegen lassen, attestiert Effi aber eine Rheuma-Krankheit

Effi lebt sich gut in Berlin ein und ihrem Umfeld fällt auf, dass es ihr sichtlich besser geht. Sie genießt einen Urlaub auf Rügen und in Kopenhagen mit Innstetten. Anschließend verbringt sie noch eine Woche bei ihren Eltern in Hohen-Cremmen. Kurz vor ihrem Hochzeitstag betrachtet Effi ihre Tochter Annie und fühlt sich von Schuldgefühlen überwältigt. Sie hat Angst, dass Innstetten etwas über ihre Affäre mit Crampas herausfinden kann. Sie schämt sich für ihre Lügen und bricht in Tränen aus.

Dennoch geht es ihr gut in Berlin und sie nimmt am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil. Dies geschieht vor allem aus Anlass von Innstetten, da dieser möchte, dass Effi sich im Winter nicht mehr so viel langweilt. Später behandelt Doktor Rummschüttel Effi wegen ihrer katarrhalischen Affektionen. Sie geht insgesamt sechs Wochen auf Kur.

Kurz vor Effis Wiederkehr ist Tochter Annie so aufgeregt, dass sie beim Hochlaufen der Treppe hinfällt und sich den Kopf aufschlägt. Innstetten sucht etwas, um seine Tochter zu verarzten und geht deswegen an Effis Nähkästchen. Hier fällt Innstetten ein Bündel von Briefen in die Hand, die offensichtlich von Crampas und Effi geschrieben worden sind.

Zunächst überlegt er, was er machen soll, entscheidet sich aber relativ schnell, seinen Vertrauten Wüllensdorf hinzuziehen. Innstetten fühlt sich in seiner Ehre verletzt und bittet Wüllensdorf, Crampas in Kessin eine Afforderung zum Duell zu überbringen. Er bittet Wüllensdorf ebenfalls, sein Sekundant für das Duell zu sein. Dieser ist zunächst nicht von dem Vorschlag begeistert, da die Affäre bereits viele Jahre zurück liegt. Er lässt sich aber von Innstetten überreden.

Am darauffolgenden Tag begibt sich Innstetten direkt auf den Weg nach Kessin. In den Dünen an der Ostsee findet das Duell zwischen Innstetten und Crampas statt, bei dem Crampas tödlich verletzt wird. Für einen Moment überlegt Innstetten noch, ob es vielleicht besser gewesen wäre, die Affäre unter den Tisch zu kehren, aber er ist überzeugt, dass er durch das Duell seine Ehre wieder herstellen kann. Kurz bevor Crampas stirbt, wollte er Innstetten noch etwas sagen, schafft es aber nicht mehr.

Wieder in Berlin erhält Innstetten einen Brief von Wüllensdorf, in der dieser von der Bestürzung von Crampas Frau berichtet. In der Folge erfährt die ganze Gesellschaft in Berlin und Kessin, aber auch Effis Eltern in Hohen-Cremmen, von dem Duell und Effis längst vergangener Affäre mit dem Major Crampas.

In der Folge wird Effi nicht nur von ihrem Mann, sondern auch von ihren Eltern verstoßen. Effi erfährt erst durch einen Brief ihrer Mutter vom Duell. Da sie auf Kur war, konnte sie den Ereignissen nicht folgen. In dem Brief befindet sich Geld und die Botschaft, dass sie von nun an nicht mehr nach Hause kommen brauche. Während sie den Brief liest, wird sie immer bleicher und fällt schließlich in Ohnmacht. Von einer Freundin in der Kur wird Effi vorgeworfen, dass sie die Briefe aufgehoben habe. Dies sei natürlich töricht und insbesondere in einer Zeit, in der sich duelliert werden dürfe, gefährlich gewesen.

Effi zieht zunächst alleine, später mit ihrer Vertrauten Roswitha in eine kleine Mietwohnung in Berlin. Sie erleidet einen herben gesellschaftlichen Abstieg und es ist ihr nicht erlaubt, Kontakt zu ihrer Tochter aufzunehmen. Innstetten musste nach dem Duell für die Dauer von sechs Monaten ins Gefängnis. Etwa drei Jahre nach dem Duell ist der Wunsch, ihre Tochter zu sehen so groß, dass Effi sich an eine Ministerin wendet, um zwischen ihr und ihrem Ex-Mann zu vermitteln.

Obwohl diese Probleme sieht, willigt sie ein, sich für Effi einzusetzen. Doch das Treffen mit ihrer Tochter verläuft alles andere als rosig. Annie ist sehr distanziert und kühl, Effi schiebt diese Eigenschaften auf die Erziehung ihres Vaters. Nach dem Gespräch ist Effi hysterisch und sagt, dass ihr Leben wohl nicht mehr lange dauern würde. Es wird absolut deutlich, in welche Krise sie gestürzt ist.

Doktor Rummschüttel attestiert Effi einen Nervenzusammenbruch und vermittelt in der Folge zwischen Effi und ihren Eltern. Er ist der Meinung, dass Effi ein Luftwechsel gut tun würde. Effis Eltern besinnen sich, dass die Liebe zu ihrer Tochter größer sein muss, als der Druck der Gesellschaft.

Dennoch ist Effis Leben grundlegend verändert. Sie arbeitet im Haushalt mit und ihr sozialen Kontakte sind beschränkt. Sie trifft sich viel mit dem Pfarrer und fragt ihn in einem schwachen Moment, ob sie als Ehebrecherin in dem Himmel kommt. Es sieht aus, als ob Effi auf dem Weg der Besserung ist. Schließlich überlässt ihr Innstetten auch den alten Hund Rollo, mit dem Effi ausgedehnte Spaziergänge rund um ihr Elternhaus unternimmt

Nichtsdestotrotz bricht bald wieder ein Fieber aus, sie leidet schwer. Hausarzt Wiesike bereitet ihre Eltern darauf vor, dass sie bald sterben wird. In ihrem Zustand vergibt sie Innstetten und kann seine Handlung nachvollziehen. Sie versteht, warum er Crampas erschossen hat und warum er nicht wollte, dass sie Kontakt zu ihrer Tochter hat. Effi möchte, dass Innstetten erfährt, dass sie ihm verziehen hat.

Effi stirbt etwa einen Monat später mit 29 Jahren. Sie empfindet den Tod als Erlösung. Auf ihrem Grabstein steht Effi Briest, so wie sie es sich gewünscht hat. Ihre Eltern fragen sich, warum die Ehe gescheitert ist. Ihre Mutter vermutet, dass sie entweder mehr Zucht in der Erziehung erhalten hätte sollen oder einfach noch zu jung für die Ehe gewesen ist. Der Vater beantwortet die Frage nicht und sagt einfach nur „das ist ein weites Feld“.

Theodor Fontane ist ein klassischer Vertreter des bürgerlichen Realismus. Er wurde 1819 in Neuruppin geboren und starb 1898 in Berlin. Fontane arbeitete sowohl als Schriftsteller als auch als Apotheker, einen Beruf, den bereits sein Vater ausgeübt hatte. In seiner Apothekerslehre in Magdeburg 1840 begann er, seine ersten Gedichte zu schreiben.

1847 erhielt er in Berlin seine Approbation als Apotheker. Nur ein Jahr später kämpfte er in der Revolution von 1848 auf den Barrikaden. 1851 trat er allerdings in die Redaktion der eher national-konservativen Neuen preußischen (Kreuz-)Zeitung ein. In den folgenden Jahren machte sich Fontane als Schriftsteller und Journalist eine Namen.

1861/62 erschienen seine Texte über Wanderungen in die Mark Brandenburg. Ab 1870 arbeitete Fontane als Theaterkritiker der Vossischen Zeitung. Zu den bekanntesten Romanen von Fontane zählen Irrungen, Wirrungen und Effi Briest.

Die Verwendung des Namens Briest verweist auf das reale Adelsgeschlecht von Briest, deren Ahnenherr Jakob Friedrich von Briest als Landrat und Offizier an dem Aufstieg Preußens zu einer Großmacht Anteil hatte. Im achten Kapitel des Romans erwähnt Effi, dass sie von jenem Briest abstamme, „der am Tag vor der Fehrbelliner Schlacht den Überfall von Rathenow ausführte.“

Damit ist eindeutig auf Jakob Friedrich von Briest verwiesen. Dieser war Urgrußvater der berühmten Schriftstellerin Caroline de la Motte Fouqué, die wiederum die spätere Ehefrau des nicht minder berühmten und adeligen Dichters Friedrich de la Motte Fouqué war. Sowohl Effi als auch Caroline scheiterten in ihrer ersten Ehe.

Im Gegensatz zur literarischen Figur Effi Briest gelingt es Caroline jedoch, ein zweites Mal zu heiraten und ihren Wohlstand durch eine geschickte Heiratspolitik zu vermehren. Damit steht sie sinnbildlich für eine erste Generation von emanzipierten Frauen, die sich ihrer sozialen Möglichkeit bewusst waren.