WORTWUCHS | Literaturlexikon

Minna von Barnhelm

Einleitung

Das Lustspiel Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück wurde 1767 von Gotthold Ephraim Lessing fertiggestellt. Allerdings ist die erste Arbeit am Thema auf das Jahr 1763 datiert, das ebenso von Lessing als Entstehungsdatum auf das Titelblatt der Veröffentlichung geschrieben wurde.

Es ist anzunehmen, dass die Änderung des Datums die Nähe des Stückes zum Siebenjährigen Krieg (1756-1763) betonen sollte. Denn dieser Hintergrund bildet den geschichtlichen Rahmen des Stücks. Minna von Barnhelm ist eine Komödie der Aufklärung und als solche sehr bekannt. Zentrales Thema des Stücks ist das Verhältnis zwischen Ehre und Liebe.

Vor dem Hintergrund des Siebenjährigen Krieges beschreibt Minna von Barnhelm das Verhalten des aus dem Krieg zurück gekehrten Majors von Tellheim. Von Tellheim wurde unehrenhaft aus der preußischen Armee entlassen, wodurch sich seine finanzielle Situation sehr verschlechtert hat. Von Tellheim befindet sich in Schwierigkeiten, weil er als preußischer Offizier in den besetzten Ländern anstatt hoher Eroberungstribute von den armen Bauern zu fordern, die Tribute so gering wie möglich gehalten hat. Darüber hinaus bezahlte er manche Tribute aus eigener Tasche.

Obwohl er sich bereits vor Kriegseintritt mit Wilhemine „Minna“ von Barnhelm verlobt hatte, sieht sich von Tellheim nun nicht mehr in der Lage, sie zu heiraten. Er ist im Krieg verwundet worden und möchte der wohlhabenden Minna nicht als unehrenhafter Partner in Armut und als Krüppel gegenüber stehen.

Durch eine geschickte List gelingt es Minna, ihren Verlobten von einer eigenen – allerdings nur vorgetäuschten – Mittellosigkeit zu überzeugen, sodass von Tellheim der Hochzeit zustimmt. Das Stück endet mit einer freudvollen Doppelhochzeit und der Vereinigung von Ehre und Liebe.

Szenenübersicht

SzeneInhaltsangabe
ERSTER AUFZUG
1. AuftrittDer Diener des Majors Just sitzt träumend in einem Winkel des Wirtshauses. Er erwacht und sorgt sich um das Wohlergehen seines Herren, dem Major von Tellheim. Er fragt sich, wo er die Nacht zugebracht haben wird.
2. AuftrittIn einem Gespräch zwischen Just und dem Wirt wird deutlich, dass Major von Tellheim einen sozialen Abstieg erlitten hat. Weil von Tellheim ein Zimmer im Wirtshaus nicht direkt bezahlen konnte, verweigerte der Wirt ihm die Übernachtung. Stattdessen bot er ihm eine kleine Kammer beim Taubenschlage an. Während des Gespräches wird Just von dem Wirt mit Danziger Schnaps versorgt.
3. AuftrittVon Tellheim betritt das Wirtshaus. Er fordert Just auf, den Wirt zu bezahlen. Im Gegensatz zur vorherigen Szene, verhält sich der Wirt gegenüber Major von Tellheim unterwürfig und vornehm. Das liegt vor allem daran, dass ein Säcken mit 500 Talern auf dem Schreibpult des Majors gesehen wurde. Von Tellheim weiß aber sehr wohl, dass es dem Wirtshausbesitzer nur um Geld geht.
4. AuftrittVon Tellheim gesteht seinem Bediensteten, dass er kein bares Geld mehr hat. Das Geld von dem zuvor gesprochen wurde, ist ihm nur zur Aufbewahrung anvertraut worden. Seine Ehrhaftigkeit verbietet ihm, dieses zu verwenden. Von Tellheim bittet Just auch, seine Rechnung zu schreiben und entlässt ihn aus seinen Diensten.
5. AuftrittEine Dame in Trauerschleier tritt zu von Tellheim und Just. Bei der Trauernden handelt es sich um die Witwe des ehemaligen Stabsrittmeisters von Major von Tellheim, der im Krieg gestorben ist. Von Tellheim bittet Just zu gehen.
6. AuftrittDie Witwe sucht von Tellheim auf, weil sie das Testament ihres Verstorbenen Mannes Marloffs einlösen möchte. Ihrer Meinung nach, besitzt von Tellheim einen Schuldschein ihres Mannes. Deswegen verkaufte sie nach seinem Tod dessen Besitz, sodass sie nun von Tellheim auszahlen kann. Obwohl sich dieser in finanziellen Schwierigkeiten befindet, weigert er sich, das Geld anzunehmen. Er sagt, dass er keinen Schuldschein Marloffs besitzt. Stattdessen verweist er auf die berechtigten Forderung Marloffs an der Kasse ihres ehemaligen Regiments. Er verspricht der Witwe, sich für die Belange seines verstorbenen Kameraden einzusetzen.
7. AuftrittWieder alleine zerreißt Major von Tellheim den Schuldschein des verstorbenen Kameraden Marloffs. Er fragt sich, warum er das Geld nicht angenommen hat.
8. AuftrittJust übergibt seinem Herrn eine Rechnung. Auf die Frage von Tellheims, ob Just weint, antwortet dieser, dass er gerade aus der rauchigen Küche kommt. Die Summe der Rechnung beläuft sich auf etwas über 21 Taler, die der Major begleichen möchte. Doch Just fordert ihn auf, das Papier umzudrehen. Auf der Rückseite der Rechnung steht eine Auflistung derjenigen Schulden, die Just bei seinem Herrn hat. Es wird deutlich, dass Major von Tellheim ein edelmütiger und gutherziger Mensch ist, dem es nicht um Gelderwerb, sondern ehrenhaftes Verhalten geht. Um seine sehr viel größere Schuld bei seinem Herrn abzuarbeiten, bietet Just seine weiteren Dienste an. Seiner Meinung nach seien diese notwendig, da sein Herr auf Grund einer Kriegsverletzung nur noch einen Arm benutzen und sich nicht mal selber anziehen kann.
9. AuftrittIm Wirtshaus fragt ein anderer Diener den Diener Just, ob er wisse, wer in den kleinen Kammer neben dem Taubenvorschlag geschlafen habe. Er suche diese Person im Auftrag seiner Herrin. Ihr sei zu Ohren gekommen, dass ein Offizier auf Grund ihres Auftretens aus dem besseren Zimmer in die benannte Kammer ausweichen musste. Hierfür wolle sie sich entschuldigen. Von Tellheim fragt den Diener nach dem Namen seiner Herrin, doch dieser kennt ihren Namen nicht. Er weiß nur, dass sie aus Sachsen kommt und ihren Verlobten sucht.
10. AuftrittVon Tellheim zeigt sich besorgt durch die Neugier der fremden Herrin. Er zieht seinen wertvollen Verlobungsring vom Finger und erteilt Just den Auftrag, den Ring beim Wirt zu verpfänden. Er rechnet mit 80 Talern Friedrichsdor, wobei die Rechnung des Wirts 30 Friedrichsdor betragen wird. Er sagt zu Just, dass er ebenso seine Waffen nicht vergessen soll und dass er in einem nahen Kaffeehaus auf ihn warten wird.
11. AuftrittDer ehemalige Wachtmeister des Majors, Paul Werner, taucht in dem Wirtshaus auf. Er fragt Just nach dem Befinden seines Herrn von Tellheim. Tellheim und Werner haben sich verpasst, da Tellheim das Wirtshaus durch die Vordertür verließ und Werner durch einen Nebeneingang eingetreten ist. Der Soldat berichteten von einem Feldzug gegen die Türken und möchte seinem ehemaligen Vorgesetzen Geld übergeben, dass er durch den Verkauf eines Hauses erhalten hat. Er ist überrascht, dass Just sagt, dass von Tellheim und er das Geld nicht annehmen wollen und noch immer das Geld aus einem Waffenverkauf mit sich führen (es handelt sich um das Geld, das im 3. Auftritt für einen Wandel in der Behandlung von Tellheims durch den Wirts gesorgt hat). Auf die Frage Werners, wovon von Tellheim und Just leben, antwortet Just, dass sie solange an einem Ort bleiben und ihre Kosten anschreiben lassen, bis der Gastherr eine Auszahlung der Schulden verlangt. Nach und nach verdingen sie ihren Besitz, sodass sie die angefallenen Kosten bezahlen können (So wie im 10. Auftritt, als von Tellheim Just aufgibt, seinen Verlobungsring zu verpfänden).
ZWEITER AUFZUG
1. AuftrittDas unbekannte Fräulein, das zuvor ihren Diener nach dem höflichen Offizier suchen ließ, unterhält sich mit ihrer Kammerjungfer Franziska. Sie ist leicht bekleidet und sucht nach einer Uhr. Das Fräulein berichtet, dass sie auf der Suche nach ihrem Verlobten von Tellheim ist und ihren Bediensteten zuvor nach dem Offizier fragen ließ, um von diesem einen Hinweis auf von Tellheims Verbleib zu erhalten. Die Damen unterhalten sich über die zahlreichen positiven Eigenschaften des Majors, wobei das Fräulein von seiner Rechtschaffenheit überzeugt ist. Die Kammerjungfer Franziska zweifelt hingegen und gibt zu bedenken, dass er ebenso mit einer anderen Frau untergetaucht sein könnte.
2. AuftrittDer Wirt klopft an die Tür des unbekannten Fräuleins und bittet um Einlass. Auf Grund einer polizeilichen Verordnung habe er die Personalien der Reisenden aufzunehmen. Als Folge der Befragung gibt sich das Fräulein als Minna von Barnhelm zu erkennen, die von ihren Gütern im sächsischen Thüringen in privater Angelegenheit in die Hauptstadt Preußens gekommen sei. Der Wirt fragt die Adlige Dame nach ihrer Meinung über den Ring, den er zuvor vom Bediensteten Just eingekauft hat. Als Minna von Barnhelm den Ring sieht, erkennt sie sofort, dass es sich um den Ring ihres Verlobten von Tellheim handelt. Sie ist aufgeregt und verlangt vom Wirt Auskunft. Sie beschwert sich über die schlechte Behandlung des verdienten Majors durch den Wirt. Dieser verteidigt sich jedoch und sagt, dass er aus der Armee entlassen wurde und den Ring geklaut haben könnte. In heller Aufruhr bezahlt Minna von Barnhelm alle Rechnungen ihres Geliebten und fordert zur umgehenden Suche nach dem Major auf.
3. AuftrittIn einem Überschwang an Freude gibt Minna von Barnhelm ihrer Kammerjungfer eine Unmenge an Geld in der Hand. Sie fordert ihre Kammerjungfer auf, sich gefälligst ebenso zu freuen wie sie. Dieser erwidert nüchtern, dass ihre Herrin vor Freude trunken sei.
4. AuftrittMinna von Barnhelm fordert den Wirt auf, ihr den Bediensteten des Majors her zu bringen.
5. AuftrittMinna von Barnhelm wundert sich, warum ihre Vertraute Franziska sich nicht ebenso freut wie sie. Schließlich haben sie nach langer Suche endlich einen Aufenthaltsort des geliebten und gesuchten Majors aufgespürt. Doch Franziska gibt nüchtern zu bedenken, dass es dem Major nach allen Umständen wohl sehr schlecht gehen muss. Deswegen sei sie sehr besorgt, was ihr durch eine Umarmung von ihrer Herrin gedankt wird.
6. AuftrittDurch Veranlassung des Wirts wurde der Bedienstete Just in das Wirtshaus gebracht, wo das Fräulein von Barnhelm mit ihm sprechen möchte. Zu ihrem Erstaunen erkennt sie Just nicht. Nichtsdestotrotz verlangt sie Auskunft nach dem Major von Tellheim. Ohne sich als seine Verlobte erkennen zu geben, sagt sie zunächst, dass sie seine Schwester sei. Doch Just weiß, dass der Major keine Schwester hat. Selbst als Minna von Barnhelm ihm Geld anbietet, um seinen Herrn zu einem Gespräch zu überreden, lehnt Just das Angebot ab. Allerdings sagt er in dem Gespräch, dass sich der Major in dem nahen Kaffeehaus aufhält. Der Wirt macht sich gleich auf den Weg ins Kaffeehaus.
7. AuftrittWieder allein in ihrer Kammer ist Minna von Barnhelm noch immer von ihrem Glück überzeugt. Obwohl sie noch immer nur in einem Negligé bekleidet ist, drängt sie nicht dazu, sich anzuziehen. Sie ist von der Aussicht ihrer Zusammenkunft überzeugt und bereit, ihren Verlobten unter allen Umständen zurück zu holen („Unglück ist auch gut. Vielleicht, daß ihm der Himmel alles nahm, um ihm in mir alles wieder zu geben!“)
8. AuftrittIn einem ersten Anflug von Wiedersehensfreude stürzen Minna von Barnhelm und von Tellheim aufeinander. Sehr schnell fasst sich der Major aber und schreckt zurück. Es kommt zu einer komischen Szene, in der außer Minna von Barnhelm und von Tellheim niemand weiß, dass sich zwei Verlobte gegenüberstehen. Der Wirt und die Kammerjungfer Franziska gehen von einer Verwechselung aus, so elend sieht der Major aus.
9. AuftrittIn einem Vier-Augen-Gespräch zwischen Minna von Barnhelm und dem Major von Tellheim kommt es zu einer Aktualisierung ihrer zwischenmenschlichen Beziehung. Von Tellheim geht auf Distanz zu seiner Verlobten, weil er denkt, dass sie einen glücklicheren und ihrer Lieber würdigeren Mann zu finden wünscht, in ihm aber nur einen Elenden sehen kann. Ungeachtet dessen, erkundigt sich Minna von Barnhelm bei von Tellheim nach seinen Gefühlen für sie. Sie bittet ihn nur eine Frage mit ja oder nein zu beantwortet. Diese lautet: „lieben Sie mich noch, Tellheim?“ Von Tellheim versucht, der Frage auszuweichen, erklärt schließlich aber: „Aber Sie meynen, ich sey der Tellheim, den Sie in Ihrem Vaterlande gekannt haben; der blühende Mann, voller Ansprüche, voller Ruhmbegierde; der seines ganzen Körpers, seiner ganzen Seele mächtig war; vor dem die Schranken der Ehre und des Glückes eröffnet standen, der Ihres Herzens und Ihrer Hand, wann er schon Ihrer noch nicht würdig war, täglich würdiger zu werden hoffen durfte. – Dieser Tellheim bin ich eben so wenig, – als ich mein Vater bin. Beide sind gewesen. – Ich bin Tellheim, der verabschiedete, der an seiner Ehre gekränkte, der Krüppel, der Bettler.“ Nach dieser Rede versucht von Tellheim, seine Verlobte zu überzeugen, dass sie sich nicht mehr sehen könnten.
DRITTER AUFZUG
1. AuftrittJust ist auf dem Weg zum Zimmer von Minna von Barnhelm. Allerdings weiß er nicht, dass es sich um die Verlobte seines Herrn handelt. Er hat den Auftrag, einen Brief von von Tellheim an das Fräulein von Barnhelm zu übergeben.
2. AuftrittJust trifft auf die Kammerjungfer Franziska und bittet sie, den Brief an das Fräulein von Barnhelm zu übergeben. Außerdem berichteter er ihr von dem Anliegen des Majors, mit der Kammerjungfer ein persönliches Gespräch führen zu wollen. Sie verabreden eine Uhrzeit. Danach fragt die Kammerjungfer den Bediensteten Just, wo denn die anderen Angestellten des Majors sein. Just berichtet im Einzelnen, wo der Jäger, der Kammerdiener, der Läufer und der Reitknecht seien: Alle Angestellten des Majors seien nach dem Krieg entweder davon gelaufen oder entlassen worden. Nur Just verbleibt bei dem Major.
3. AuftrittDer Wirt des Gasthauses kommt zu Franziska. Er berichtet ihr zunächst von einer verstörenden Begegnung mit dem Fräulein Minna von Barnhelm, das er unter Tränen gesehen hat. Indes ist er nicht gekommen, um sich um das Wohlergehen des Fräuleins zu sorgen. Vielmehr sagt er der Kammerjungfer Franziska, dass er den Ring des Majors für 100 Taler auf die Rechnung des Fräuleins von Barnhelm gesetzt hat und an dem Erhalt seines Geldes interessiert ist.
4. AuftrittDer ehemalige Wachtmeister Werner tritt zum Wirt. Der Wirt berichtet Franziska, dass Werner ein vortrefflicher Mann sei und im Krieg Beute gemacht habe. Zwischen Werner und dem Wirt kommt es zu einer Diskussion darüber, wer ein Freund des Majors von Tellheim sei. Während sich Werner als Freund des Majors sieht, beschuldigt er den Wirt, von Tellheim nicht gut behandelt zu haben. Der Wirt versucht, sich herauszureden, in dem er dem Bediensteten Just, von dem Werner seine Informationen bezieht, einen Lügner nennt. Doch Werner verteidigt Just.
5. AuftrittWerner und Franziska unterhalten sich über den Major von Tellheim. Werner wundert sich noch immer über das Verhalten des Wirts, der aus Zweifel an der Kreditwürdigkeit den Major aus seinem Zimmer gewiesen hat. Werner kann dieses Verhalten nicht verstehen, da der Major seiner Meinung nach viel Geld zur Verfügung habe. Er präsentiert Franziska zwei Säckchen voll Geld, die dem Major zustehen. Franziska allerdings gibt zu bedenken, warum von Tellheim – wenn er denn Geld hätte – seinen Verlobungsring beim Wirt verpfändet hat. In dem Gespräch wird eine Zuneigung zwischen Werner und Franziska deutlich. Werner verspricht ihr, zu warten, während sie den Brief des Majors an das Fräulein von Barnhelm übergibt.
6. AuftrittIn einem Monolog ärgert sich Werner über sein Versprechen an Franziska, auf sie zu warten. Dabei erscheint es ihm viel wichtiger, sich für die Belange seines ehemaligen Vorgesetzten von Tellheim einzustezen. Er erinnert sich, dass der verstorbene Rittmeister Marloff von Tellheim ebenso noch 400 Taler schuldet. Er beschließt, die Witwe des toten Soldaten aufzusuchen (es handelt sich um die Witwe aus dem 1. Aufzug, 5. und 6. Auftritt). Beim Abgehen trifft er auf den Major von Tellheim.
7. AuftrittMajor von Tellheim und der Wachtmeister Werner reden miteinander. Um dem Major zu helfen, beginnt Werner mit einer Lüge. Er sagt, dass die Witwe des Rittmeisters ihm aufgegeben habe, von Tellheim das Geld auszuzahlen, das ihr Mann von dem Major geliehen hat. Doch von Tellheim erkennt, dass es sich um eine Lüge handelt, da die Witwe am frühen Vormittag selbst bei ihm gewesen war. Werner sagt, dass er dem Major helfen möchte, doch dieser lehnt seine Hilfe ab („ Sei nicht verdrüßlich, Werner! Ich erkenne dein Herz und deine Liebe zu mir. Aber ich brauche dein Geld nicht“). Von Tellheim sagt, dass Werner alles Geld selber gebrauchen kann, wenn er in der Gesellschaft aufsteigen möchte. Darüber beurteilt Major von Tellheim die Pläne seines ehemaligen Untergebenen kritisch, sich an einem Feldzug gegen die Türken anzuschließen („Man muß Soldat seyn, für sein Land oder aus Liebe zu der Sache, für die gefochten wird. Ohne Absicht heute hier, morgen da dienen: heißt wie ein Fleischerknecht reisen, weiternichts.“)
8. AuftrittFranziska tritt aus dem Zimmer des Fräulein von Barnhelms und sieht, dass Werner noch da ist und von Tellheim hinzugekommen ist. Sie geht noch einmal in das Zimmer hinein.
9. AuftrittVon Tellheim ist überrascht, dass sich Werner und Franziska kennen. Werner erklärt, dass ihr Bekanntschaft erst heute gemacht wurde. Im Anschluss fragt Werner nach dem Fräulein, das von von Tellheim als „jung“, „sehr schön“ und „sehr reich“ beschrieben wird.
10. AuftrittAls Franziska wieder aus dem Zimmer des Fräulein von Barnhelms heraustritt, möchte von Tellheim wissen, was das Fräulein von seinem Brief hält. In dem Brief hat er versucht, seine Gründe vernünftig darzulegen, warum er das Fräulein von Barnhelm nicht heiraten kann. Doch Franziska berichtet, dass der Brief nicht gelesen wurde. Stattdessen wird der Major aufgefordert, um drei Uhr an einer Kutschfahrt durch die Stadt teilzunehmen, bei der er dem Fräulein persönlich Rede und Antwort stehen soll. Die Kammerjungfer bittet den verblüfften Major ebenfalls, sich für diese Kutschfahrt besser anzuziehen.
11. AuftrittWerner ist noch einen Moment bei Franziska geblieben, um sich für einen unehrenhaften Witz zu entschuldigen, den er über seinen Major gemacht hat. Er hat ein Interesse daran, Franziska zu gefallen und fragt sie, ob er ebenfalls schick gemacht am Nachmittag wiederkommen soll. Als er dem Major hinterhergeht, um mit ihm Mittag zu essen, sagt Franziska, dass Werner ihr gefällt.
12. AuftrittMinna von Barnhelm tritt zu Franziska. Obwohl Franziska dem Major erzählt hat, dass der Brief von den Frauen nicht gelesen wurde, sagt das Fräulein, dass die ganze Persönlichkeit des Majors aus seinen Zeilen gesprochen hat. Allerdings findet sie seine Ausführungen ein wenig zu stolz. Deswegen erwägt sie einen Plan durchzuführen, der dem Major seinen Stolz vor Augen führen soll.
VIERTER AUFZUG
1. AuftrittNach dem Essen berichtet Minna von Barnhelm Franziska von ihrem Plan. („Du wirst sehen, daß ich ihn von Grund aus kenne. Der Mann, der mich ietzt mit allen Reichthümern verweigert, wird mich der ganzen Welt streitig machen, sobald er hört, daß ich unglücklich und verlassen bin.“). Ohne ihren Plan genauer zu beschreiben, sagt sie nur noch zu Franziska, dass sie sehr wohl gemerkt hat, dass sie sich für Werner interessiert. Minna von Barnhelm prophezeit Franziska, dass sie Werner heiraten wird.
2. AuftrittEin Fremder klopft an der Tür des Fräulein von Barnhelms. Es handelt sich um den französischen Adligen Riccaut de la Marlinière, der im Dienste der preußischen Krone steht. Eigentlich gekommen, um den Major von Tellheim über seine baldige Begnadigung zu erzählen, unterhält er sich nun mit dem reichen Fräulein über seine adlige Herkunft in Frankreich und seine Leidenschaft für das Glücksspiel. Minna von Barnhelm leiht dem Fremden zehn Taler und beteiligt sich an seinem Spiel.
3. AuftrittKurz nach dem Riccaut de la Marlinière mit dem Geld des Fräuleins weggegangen ist, bereut Minna von Barnhelm ihre Entscheidung. Sie spricht mit Franziska, die den Franzosen als einen Bettler bezeichnet. Doch Minna von Barnhelm wartet bereits auf die Ankunft des Majors.
4. AuftrittWerner tritt zu Franziska und Minna von Barnhelm. Er verhält sich steif und soldatisch, weil er im Dienst ist. Er entschuldigt seinen Vorgesetzten vor den Damen, da dieser durch den Kriegszahlmeister aufgehalten worden ist. Als er wieder gehen möchte, sagt Minna von Barnhelm zu ihm, dass sie bereits viel über ihn von ihrer Kammerjungfer Franziska gehört habe.
5. AuftrittSo gerne wie Franziska mit dem Wachtmeister Werner alleine reden würde, verbietet das Fräulein von Barnhelm ihr dieses Vergnügen. Sie braucht Franziska für die Durchführung ihres Plans. Kurz bevor der Major von Tellheim an ihre Tür klopft, tauscht Minna von Barnhelm ihren eigenen Verlobungsring gegen den des Majors („ Recht weiß ich es selbst nicht; aber mich dünkt, ich sehe so etwas voraus, wo ich ihn brauchen könnte.“)
6. AuftrittIn einer ausführlichen Unterredung stehen sich Major von Tellheim und Minna von Barnhelm gegenüber. In dem Dialog werden viele Hintergründe aufgedeckt, unter anderem der Grund für von Tellheims finanzielle Situation. „Sie erinnern sich, gnädiges Fräulein, daß ich Ordre hatte, in den Aemtern Ihrer Gegend die Kontribution mit der äussersten Strenge baar beyzutreiben. Ich wollte mir diese Strenge ersparen und schoß die fehlende Summe selbst vor.“ Als Folge seiner Mildtätigkeit wurde von Tellheim allerdings von seinen preußischen Vorgesetzten der Bestechlichkeit angeklagt. Allerdings war Minna von Barnhelm von dem Verhalten des unbekannten Preußen so beeindruckt, dass sie den Mann kennen lernen wollte. Sie versucht, von Tellheim Hoffnung zu machen, in dem sie ihm von der Begegnung mit dem Franzosen Riccaut de la Marlinière erzählt, doch von Tellheim sagt, dass der Franzose kein Freund von ihm sei. Die Erwähnung des Betrügers bestärkt von Tellheim in seiner bereits in dem verschickten Brief ausgedrückte Entscheidung, sich nicht auf eine ungleiche Beziehung mit Minna von Barnhelm einzulassen. Er sagt: „Ich wollte sagen: wenn man mir das Meinige so schimpflich vorenthält, wenn meiner Ehre nicht die vollkommenste Genugthuung geschieht; so kann ich, mein Fräulein, der Ihrige nicht seyn. Denn ich bin es in den Augen der Welt nicht werth, zu seyn. Das Fräulein von Barnhelm verdienet einen unbescholtenen Mann. Es ist eine nichtswürdige Liebe, die kein Bedenken trägt, ihren Gegenstand der Verachthung auszusetzen. Es ist ein nichtswürdiger Mann, der sich nicht schämet, sein ganzes Glück einem Frauenzimmer zu verdanken, dessen blinde Zärtlichkeit.“ In der Folge distanziert sich auch Minna von Barnhelm – so scheint es – von dem Major, sodass sie ihm am Ende des Auftritts seinen – beziehungsweise ihren – Verlobungsring zurück gibt und unter Tränen die Bühne verlässt.
7. AuftrittZuletzt hatte Minna von Barnhelm von einem „Unglück“ gesprochen. Major von Tellheim fragt Franziska, wovon das Fräulein gesprochen hat. Diese sagt ihr (als Teil des Planes von Minna von Barnhelm), dass das Fräulein von ihrem reichen Onkel enterbt wurde, da sie sich gegen einen Heiratsvorschlag ihres Onkels zur Wehr gesetzt hat. Als von Tellheim realisiert, dass seine Verlobte mit ihm auf einer gesellschaftlichen Ebene steht und nicht mehr eine reiche Gutsbesitzerin ist, zeigt er sich sofort dazu bereit, ihr vor die Füße zu fallen.
8. AuftrittIn einem kurzen Monolog versichert sich der Major von Tellheim, kein Verräter zu sein und zu seiner Liebe Minna von Barnhelm zu stehen.
FÜNFTER AUFZUG
1. AuftrittIn einem Anflug von Übermut und Liebeszuversicht ist Major von Tellheim wie verwandelt. Nachdem er seinen eheamaligen Wachtmeister Werner zu sich gerufen hat, bittet er diesen, ihm so schnell wie möglich Geld zu leihen. Erstaunt überreicht ihm Werner das Geld, das der Major zuvor abgelehnt hatte. Von Tellheim möchte, dass Just so schnell wie möglich seinen Verlobungsring von dem Wirt zurück einlöst, sodass eine Hochzeit mit Minna von Barnhelm schnellstmöglich stattfinden kann. Von Werner erfährt von Tellheim auch, dass die Hofstaatskasse den Befehl erhalten hat, dem entehrten Major alle seine Gelder auszuzahlen. Bei dem Major handelt es sich nun nicht mehr um einen armen Bettler, sondern um den wohlhabenden Offizier und Adligen, der er zuvor gewesen ist.
2. AuftrittIn einem kurzen Moment der Vergegenwärtigung besinnt sich Major von Tellheim auf seine Stärken. Er sagt, dass er zuvor „ärgerlich, kurzsichtig und schüchtern“ gewesen ist. Doch das – vermeintliche und von Minna von Barnhelm nur vorgetäuschte – Unglück hebe ihn empor. „Ich sehe wieder frey um mich, und fühle mich willig und stark, alles für sie zu unternehmen.“
3. AuftrittVon Tellheim trifft vor dem Zimmer des Fräuleins auf die Kammerjungfer Franziska. Er teilt ihr seine Entscheidung mit, das Fräulein zu heiraten und durch seine gesellschaftliche Position und Ehre aus ihrem Unglück zu erlösen. Doch Franziska spielt die List ihrer Herrin vollkommen aus und weist von Tellheim auf den Ring hin, den er von Minna von Barnhelm zurückbekommen hat. Da Minna von Barnhelm den Ring kurz vor dem Eintreffen des Majors ausgetauscht hat (4. Aufzug, 5. Auftritt), hat von Tellheim nur seinen eigenen Ring in der Hand, nicht aber denjenigen seiner Verlobten. Er drängt auf eine Unterredung mit Minna von Barnhelm.
4. AuftrittIn einem weiteren Monolog von Tellheims erläutert dieser sein Unverständnis über das Verhalten Minna von Barnhelms. Von Tellheim versteht nicht, wieso das Fräulein an ihrer Ehre zweifeln kann, nur weil sie plötzlich arm geworden ist. Ohne es zu wissen klagt er nun denselben Stolz an Minna von Barnhelm an, den diese zuvor an dem Major kritisiert hat.
5. AuftrittMinna von Barnhelm tritt aus ihrem Zimmer und tut zunächst so, als ob sie den Major nicht sieht. Sie möchte in eine Kutsche steigen, wird aber durch den Major in ein Gespräch verwickelt. Dieser bekundet ihr wieder und wieder seine Liebe und versucht, Minna von Barnhelm mehrmals ihren beziehungsweise viel mehr seinen Ring anzustecken. In einem gefühlvollen Monolog versucht von Tellheim alles, seine Verlobte von der Richtigkeit seiner Liebe zu überzeugen: „Der Trieb der Selbsterhaltung erwacht, da ich etwas Kostbarers zu erhalten habe, als mich, und es durch mich zu erhalten habe.“
6. AuftrittEin Feldjäger überbringt Major von Tellheim ein Handschreiben des Königs. Gleichzeitig entschuldigt er sich für seine Verspätung, eigentlich hätte das Schreiben bereits am gestrigen Abend da sein sollen. Franziska und Minna von Barnhelm sind erfreut, denn so zeigt sich nun, dass sie der Französische Ritter nicht angelogen hatte, als er sagte, dass mit einem Minister befreundet ist, der von der Begnadigung von Tellheims gesprochen hat.
7. AuftrittVoller Aufregung öffnet Major von Tellheim den Brief des Königs. Der Wirt tritt hinzu.
8. AuftrittOhne von dem Major gehört zu werden, bittet der Wirt Franziska ihr den Ring des Majors wiederzugeben. Der Bedienstete Just sei an der Theke und wünscht, den Ring für seinen Herrn einzulösen. Doch Minna von Barnhelm gibt den Ring nicht heraus und sagt dem Wirt, dass er Just sagen soll, dass sie den Ring bereits bezahlt habe.
9. AuftrittDurch den Brief ist die Ehre des Majors wieder vollkommen hergestellt („O, mein Fräulein, welche Gerechtigkeit! – Welche Gnade! – Das ist mehr, als ich erwartet! – Mehr, als ich verdiene! – Mein Glück, meine Ehre, alles ist wiederhergestellt!“). So sehr sich von Tellheim über den Brief freut, distanziert sich Minna von Barnhelm von ihm. Sie sagt: „Gleichheit ist allein das feste Band der Liebe.“ Da sie von ihrem Onkel enterbt wurde, könne sie als einfaches Mädchen aus Sachsen nicht die Frau eines so ehrbaren Dieners des preußischen Königs werden. In dem Dialog zwischen Minna von Barnhelm und von Tellheim wird deutlich, dass der Major alles zu tun und aufzugeben bereit ist, um Minna von Barnhelm zu einer Hochzeit zu überreden.
10. AuftrittJust kommt zu den Anwesenden Minna von Barnhelm, Major von Tellheim und Franziska und flüstert dem Major etwas ins Ohr. Dieser versteht nun, dass Minna von Barnhelm seinen Ring von dem Wirt gelöst hat und durch eine Intrige ihre Ringe vertauscht hat. Er ist wütend und weigert sich, noch einmal den Namen von Minna von Barnhelm in den Mund zu nehmen.
11. AuftrittDer Wachtmeister Werner kommt mit dem vom Major bestellten Geld an. Doch von Tellheim ist noch immer wütend über die Entdeckung, die er zuvor gemacht hat und weigert sich, das Geld anzunehmen. Stattdessen behandelt er Werner sehr abfällig und beschimpft ihn. Es ist offensichtlich, dass der Major vollkommen von seinen Gefühlen der Enttäuschung beherrscht ist. Minna von Barnhelm erkennt, dass sie ihren Scherz zu weit getrieben hat.
12. AuftrittZwei Diener melden die Ankunft des Grafen von Bruchsall, dem Onkel Minna von Barnhelms. Schnellstmöglich versucht Minna von Barnhelm, ihrem Verlobten die gespielte List aufzudecken. Anstatt einen bösartigen Widersacher in dem Graf zu sehen, sei dieser sein größter Fürsprecher. Rasch steckt sich Minna von Barnhelm wieder ihren Verlobungsring an die Hand und spricht: „Noch kann ich mich nicht erholen. – Wie wohl, wie ängstlich ist mir! So erwacht man plötzlich aus einem schreckhaften Traume!“
13. AuftrittDer Graf von Bruchsall kehrt von Dienern begleitet in das Wirtshaus ein. Er umarmt den preußischen Major, obwohl er für gewöhnlich Uniformen der Farbe des fremden Landes nicht leiden mag. Aber da der Major von Tellheim ein so guter Mann ist, ist es ihm egal, in welcher Uniform er steckt. Er ist froh, seine Nichte mit ihrem Verlobten anzutreffen.
14. AuftrittIn einer offenherzigen Unterhaltung räumen Major von Tellheim und der Wachtmeister Werner ihre zuvor aufgebauten Probleme aus der Welt. Der Major bittet Werner inständig um weiteres Geld und versichert seinem Vertrauten, dass er auch in Zukunft für ihn da sein wird.
15. AuftrittWerner weint gerade noch, als Franziska auf ihn zukommt. Sie fragt ihn, ob der Wachtmeister nicht eine Wachtmeisterin „brauchen“ könnte. Selbstverständlich willigt Werner in das Angebot ein und ist überglücklich, auch „ein ebenso gutes Mädchen“ wie der Major gefunden zu haben. Er verspricht seiner zukünftigen Frau, in zehn Jahren entweder Frau Generalin oder Witwe zu sein.

Figuren

  • Major von Tellheim, ein ehrenhafter Soldat der preußischen Armee
  • Minna von Barnhelm, ein wohlhabendes Fräulein aus Thüringen
  • Graf von Bruchsall, ihr Onkel, ein reicher Grundbesitzer
  • Franziska, ihr Mädchen
  • Just, Bedienter des Majors
  • Paul Werner, ehemaliger Wachtmeister des Majors
  • Der Wirt
  • Eine Dame in Trauer, die Witwe des Rittmeisters
  • Ein Feldjäger
  • Riccaut de la Marlinière, ein französischer Lebemann

Sonstiges

Minna von Barnhelm ist seit der Uraufführung im Jahre 1767 in Hamburg ein äußerst populäres Stück. Bis heute wird es regelmäßig gespielt. Nach einem kurzfristigen Aufführungsverbot, feierte das Stück rasch einen Bühnenerfolg nach dem nächsten.

In seinen Memoiren bezeichnet Goethe das Stück als ein glänzendes Meteor, das ihn und seine Zeitgenossen darauf aufmerksam machte, „daß noch etwas Höheres existierte, als wovon die damalige schwache literarische Epoche einen Begriff hatte.“

Gotthold Ephraim Lessing

Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing wurde 1729 als Sohn eines strenggläubigen Pastors geboren. Lessing wurde von seinem Vater unterrichtet und konnte bereits mit fünf Jahren auf hohem Niveau in der Bibel lesen.

Auf Grund eines Stipendiums konnte Lessing seine schulische Laufbahn an einer Fürstenschule in Meißen mit großem Erfolg fortsetzen. Er wurde vorzeitig von der Schule entlassen und begann, Theologie in Leipzig zu studieren. Bald wechselte er nach Wittenberg, um Medizin zu studieren.

Lessing beschäftigte sich aber schon sehr früh mit Literatur und dem Theater. In Berlin lernte er den jüdischen Aufklärer Moses Mendelsohn kennen. Lessing war mit zahlreichen Figuren des kulturellen Lebens befreundet, darunter Goethe und Carl Philipp Emmanuel Bach. Ab 1770 war er Bibliothekar in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Durch die Nähe zu den Fürsten von Wolfenbüttel war es Lessing möglich, ausgedehnte Reisen zu unternehmen, unter anderem nach Italien. Lessing lebte in einer Zeit, in der das Gedankengut der Aufklärung allgegenwärtig war. Gleichzeitig wurde seine Zeit von der absolutistischen Herrschaft der Monarchen geprägt. Lessing ist einer der bedeutendsten Dramatiker Deutschlands und ein wichtiger Vertreter der Aufklärung, dessen Werke das literarische Feld jener Zeit ungemein prägten.

Zu den bekanntesten Werken gehört – neben Minna von Barnhelm – in jedem Fall Nathan der Weise, wobei vor allem die sogenannte Ringparabel des Dramas ein fester Bestandteil der Lektüre im Deutschunterricht geworden ist.


In a Nutshell

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