hasserfüllt
Hasserfüllt: Starke feindselige Abneigung empfindend oder deutlich zum Ausdruck bringend. Das Wort kann eine Person, aber auch ihre Blicke, Äußerungen oder Handlungen beschreiben.
Was bedeutet hasserfüllt?
Hasserfüllt beschreibt eine von Hass geprägte Haltung oder deren Ausdruck. Gemeint ist mehr als Unzufriedenheit mit einem Vorschlag oder Ärger über einen Fehler. Die Ablehnung richtet sich scharf gegen jemanden oder etwas und kann mit dem Wunsch verbunden sein, dem Gegenüber zu schaden. Nicht jede Verwendung des Wortes behauptet allerdings eine konkrete geplante Tat.
Ein hasserfüllter Blick oder Ton ist häufig bereits eine Deutung. Wer ihn beschreibt, schreibt einer äußeren Äußerung einen inneren Zustand zu. In einem literarischen Text kann ein Erzähler diesen Zustand ausdrücklich mitteilen; andernfalls sollten weitere Hinweise wie wiederholte Entwertungen, Schadenwünsche oder persönliche Feindschaft herangezogen werden.
Hasserfüllt und wütend sind keine beliebig austauschbaren Wörter. Wut kann sich auf einen einzelnen Anlass beziehen und rasch nachlassen. Hass bezeichnet eine starke feindselige Abneigung. Eine leise Äußerung kann hasserfüllt sein, während ein lauter Protest aus Empörung noch keinen Hass beweist.
Beispiele und Verwendung
In hasserfüllten Briefen wünschte er seinem früheren Freund immer neue Misserfolge.
So ist es gemeint: Die wiederkehrenden Schadenwünsche stützen die starke Bezeichnung.
Sie protestierte wütend gegen die ungerechte Entscheidung, ohne die Beteiligten hasserfüllt herabzusetzen.
So ist es gemeint: Heftige Kritik an einer Sache bleibt von persönlicher Feindschaft unterscheidbar.
Sein leise gesprochener Satz wirkte hasserfüllt, weil er darin ausdrücklich die völlige Zerstörung ihres Glücks wünschte.
So ist es gemeint: Auch eine ruhige sprachliche Form kann einen sehr feindseligen Inhalt tragen.
Typische Verbindungen: ein hasserfüllter Blick, eine hasserfüllte Stimme, hasserfüllte Worte, jemanden hasserfüllt ansehen, hasserfüllt reagieren.
Synonyme und Bedeutungsunterschiede
- feindselig
- Bezeichnet eine gegnerische, ablehnende Haltung. Hasserfüllt legt den starken inneren Hass deutlicher fest.
- gehässig
- Betont boshafte Spitzen oder die Freude daran, andere zu verletzen. Das kann aus Hass entstehen, muss aber nicht denselben Gefühlszustand ausdrücken.
- rachsüchtig
- Bezieht sich auf den Wunsch nach Vergeltung für eine erlebte Kränkung. Hasserfüllt verlangt keinen solchen konkreten Ausgangspunkt.
Wohlwollend oder versöhnlich können Gegenpole sein. Sachlich kritisch ist dagegen kein Synonym für hasserfüllt und braucht auch keine persönliche Zuneigung vorauszusetzen.
Hasserfüllt in einer Charakterisierung
Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.
Beispielsituation
Nach dem Streit um ein Projekt spricht Viktor wochenlang nur noch abwertend über seine frühere Partnerin. Als sie einen Preis erhält, erklärt er, er wünsche ihr, dass alles Erreichte wieder verloren gehe. Ein Angebot zur sachlichen Aussprache weist er zurück und wiederholt den Schadenwunsch.
- Beobachtung: Viktor verbindet wiederholte persönliche Abwertungen mit einem ausdrücklichen Wunsch nach Schaden.
- Deutung: Seine Äußerungen lassen eine hasserfüllte Haltung gegenüber der früheren Partnerin erkennen.
- Grenze der Aussage: Die Szene liefert keinen Beleg für eine konkrete Gewalttat oder einen ausgearbeiteten Plan. Solche Behauptungen gingen über den Text hinaus.
Musterformulierung
Viktors Haltung gegenüber seiner früheren Partnerin wirkt hasserfüllt. Er kritisiert nicht nur das gemeinsame Projekt, sondern wünscht ihr ausdrücklich den Verlust ihres Erfolgs und wiederholt diese Abwertung über längere Zeit. Die Feindschaft richtet sich damit gegen die Person und ihr Wohlergehen, nicht bloß gegen eine strittige Entscheidung.
Die Erklärung zeigt den Übergang von Sachkritik zu persönlicher Feindschaft. Zeitraum und Schadenwunsch tragen die Deutung. Zugleich behauptet sie keine Tat, die im Beispiel nicht vorkommt.
Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.
Grammatik und richtige Schreibweise
- Wortart
- Adjektiv (Eigenschaftswort)
- Worttrennung
- hass·er·füllt
- Verwandtes Nomen
- der Hass
Die heutige Schreibung lautet hasserfüllt mit ss und ll. Der Bestandteil erfüllt bleibt erkennbar. Vor einem Nomen heißt es eine hasserfüllte Bemerkung; nach klingen steht die Grundform: Die Bemerkung klingt hasserfüllt.
Beugung: Welche Endung passt?
Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hasserfüllter | hasserfüllte | hasserfülltes | hasserfüllte |
| Genitiv | hasserfüllten | hasserfüllter | hasserfüllten | hasserfüllter |
| Dativ | hasserfülltem | hasserfüllter | hasserfülltem | hasserfüllten |
| Akkusativ | hasserfüllten | hasserfüllte | hasserfülltes | hasserfüllte |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der hasserfüllte | die hasserfüllte | das hasserfüllte | die hasserfüllten |
| Genitiv | des hasserfüllten | der hasserfüllten | des hasserfüllten | der hasserfüllten |
| Dativ | dem hasserfüllten | der hasserfüllten | dem hasserfüllten | den hasserfüllten |
| Akkusativ | den hasserfüllten | die hasserfüllte | das hasserfüllte | die hasserfüllten |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein hasserfüllter | eine hasserfüllte | ein hasserfülltes | keine hasserfüllten |
| Genitiv | eines hasserfüllten | einer hasserfüllten | eines hasserfüllten | keiner hasserfüllten |
| Dativ | einem hasserfüllten | einer hasserfüllten | einem hasserfüllten | keinen hasserfüllten |
| Akkusativ | einen hasserfüllten | eine hasserfüllte | ein hasserfülltes | keine hasserfüllten |
Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.
Wortbildung und Herkunft
Das Wort verbindet Hass mit erfüllt und lässt sich durch von Hass erfüllt erläutern. Das innere Gefühl wird dabei wie etwas beschrieben, das eine Person ausfüllt oder ihre Äußerung bestimmt. Diese Wortbildung erklärt die starke Intensität des Ausdrucks.
