unparteiisch

Unparteiisch: Bei einer Beurteilung keine Seite bevorzugend und sich an sachlichen Maßstäben orientierend.

Was bedeutet unparteiisch?

Unparteiisch handelt jemand, der die Beteiligten nach denselben relevanten Kriterien beurteilt. Persönliche Nähe, Sympathie oder Gruppenzugehörigkeit sollen das Ergebnis nicht bestimmen. Unparteilichkeit kann gerade deshalb zu einer Entscheidung zugunsten einer Seite führen, wenn die Gründe dafür sprechen.

Sie bedeutet nicht, jede Behauptung gleich überzeugend zu finden oder bei Unrecht unentschieden zu bleiben. Entscheidend ist das Verfahren: Werden Argumente angehört, Maßstäbe offengelegt und vergleichbare Fälle gleich behandelt? Eine bloße Selbstaussage reicht als Beleg nicht aus.

Auf den PunktUnparteiisch heißt ohne sachfremde Bevorzugung. Ein begründetes Urteil darf trotzdem eindeutig ausfallen.

Beispiele und Verwendung

Die Schlichterin hörte beide Seiten unparteiisch an.

So ist es gemeint: Sie gewährt beiden Beteiligten eine faire Möglichkeit zur Darstellung.

Er entschied unparteiisch, obwohl eine Bewerberin seine Freundin war.

So ist es gemeint: Die persönliche Beziehung soll die Bewertung nicht bestimmen.

Ein unparteiisches Urteil kann eine Behauptung klar zurückweisen.

So ist es gemeint: Gleichbehandlung verlangt keine Gleichsetzung aller Argumente.

Typische Verbindungen: unparteiisch urteilen, eine unparteiische Vermittlerin, unparteiisch bleiben, unparteiisch prüfen.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

neutral
Kann das Fernbleiben von einem Konflikt oder fehlende Positionierung meinen; unparteiisch beurteilt man auch aktiv.
objektiv
Betont die Orientierung an überprüfbaren Sachverhalten und nicht nur die Behandlung der Parteien.
gerecht
Ist weiter und betrifft auch das Ergebnis sowie die Angemessenheit der Maßstäbe.

Parteiisch, voreingenommen und einseitig sind Gegenbegriffe, sofern sie eine unsachliche Bevorzugung benennen.

Unparteiisch in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte bewertet Selin Entwürfe für ein Plakat. Ihr Bruder nimmt teil. Sie deckt die Namen ab, prüft alle Entwürfe anhand der vorher vereinbarten Kriterien und notiert Gründe. Der Entwurf ihres Bruders erreicht nicht die Endrunde. Auf Nachfrage erklärt sie dieselben Maßstäbe, die sie bei den anderen angewandt hat.

  1. Beobachtung: Selin verdeckt die Namen, nutzt vorab festgelegte Kriterien und dokumentiert ihre Bewertung.
  2. Deutung: Diese Schritte stützen die Deutung, dass sie unparteiisch vorgeht und familiäre Nähe nicht bevorzugt.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene zeigt ein nachvollziehbares Verfahren. Ob die Kriterien selbst sinnvoll sind, wäre eine zusätzliche Frage.

Musterformulierung

Selin bemüht sich um eine unparteiische Auswahl. Die verdeckten Namen und einheitlichen Kriterien erschweren eine Bevorzugung ihres Bruders. Dass sie auch seine Ablehnung mit denselben Maßstäben begründet, stützt diese Haltung. Die Qualität der Kriterien muss davon getrennt beurteilt werden.

Der Absatz belegt Unparteilichkeit an einem Verfahren, ohne daraus eine Fehlerfreiheit sämtlicher Entscheidungen abzuleiten.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·par·tei·isch
Verwandtes Nomen
die Unparteilichkeit

Das Adjektiv enthält die Folge -eiisch: unparteiisch. Substantiviert wird es großgeschrieben und gebeugt: ein Unparteiischer, mit dem Unparteiischen.

Grundformunparteiisch
Komparativunparteiischer
Superlativam unparteiischsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunparteiischerunparteiischeunparteiischesunparteiische
Genitivunparteiischenunparteiischerunparteiischenunparteiischer
Dativunparteiischemunparteiischerunparteiischemunparteiischen
Akkusativunparteiischenunparteiischeunparteiischesunparteiische
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unparteiischedie unparteiischedas unparteiischedie unparteiischen
Genitivdes unparteiischender unparteiischendes unparteiischender unparteiischen
Dativdem unparteiischender unparteiischendem unparteiischenden unparteiischen
Akkusativden unparteiischendie unparteiischedas unparteiischedie unparteiischen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unparteiischereine unparteiischeein unparteiischeskeine unparteiischen
Genitiveines unparteiischeneiner unparteiischeneines unparteiischenkeiner unparteiischen
Dativeinem unparteiischeneiner unparteiischeneinem unparteiischenkeinen unparteiischen
Akkusativeinen unparteiischeneine unparteiischeein unparteiischeskeine unparteiischen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Unparteiisch verneint parteiisch im Sinne einer einseitigen Begünstigung. Es bedeutet daher mehr als die bloße Nichtmitgliedschaft in einer politischen Partei.

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