Die Vorgangsbeschreibung ist dafür gedacht, dem späteren Leser einen Vorgang oder Ablauf so detailliert wie möglich zu beschreiben, sodass dieser den beschriebenen Vorgang selbständig nachvollziehen und nachmachen kann. Die Vorgangsbeschreibung wird im Fachbereich Deutsch der Grundschule eingeführt, um einfache Abläufe zu beschreiben.

Prinzipiell geht es darum, eine Anleitung anzufertigen, die ein Leser schrittweise nachstellen kann. Beispielsweise kann eine Vorgangsbeschreibung ein Rezept beinhalten, eine Bastelanleitung darstellen oder auch ein wissenschaftliches Experiment beschreiben. Demnach sind Genauigkeit und die richtige Reihenfolge der einzelnen Schritte die wichtigsten Merkmale dieser Textform.

Hinweis: In diesem Beitrag möchten wir Ihnen zeigen, worauf es bei einer Vorgangsbeschreibung ankommt, wie sie aufgebaut ist, welche formalen Kriterien sie erfüllen muss und wie Sie selbst eine solche Beschreibung formulieren können, um Ihren Lesern Abläufe zu erklären.

Vorgangsbeschreibung vorbereiten

Bevor wir mit dem eigentlichen Schreiben und Formulieren beginnen können, sollten wir einige Vorbereitungen treffen, sodass wir später keine wichtigen Dinge vergessen.

  • Überlegen Sie sich in einem ersten Schritt, welchen Vorgang Sie beschreiben möchten. Ganz egal, ob es sich nun um ein Rezept oder eine Bastelanleitung handelt. Wichtig ist, dass klar ist, worum es gehen soll und wir keine Abläufe miteinander vermischen.
  • Spielen Sie das Ganze einmal selbst durch. Wenn es um die Zubereitung eines Essens geht, kochen Sie dieses vor, möchten Sie etwas basteln, probieren Sie es selbst aus. Wenn wir eine Vorgangsbeschreibung schreiben, sollten wir uns nicht auf unser Gedächtnis verlassen, da wir so mögliche Stolpersteine übersehen könnten.

  • Beim Durchführen der Aufgabe, des Experiments oder der gewählten Tätigkeit ist es sinnvoll, sich Notizen zu machen. Halten Sie stichpunktartig fest, welche Schritte nacheinander stattfinden und seien Sie möglichst genau dabei.
  • Halten Sie außerdem in Stichpunkten fest, welche Dinge für die Durchführung erforderlich sind. Immerhin soll der spätere Leser das Ganze selbst durchspielen können und da ist es ärgerlich, wenn eine wichtige Zutat oder ein notwendiges Werkzeug fehlt.

Vorgangsbeschreibung schreiben

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann es ans Schreiben gehen. In diesem Abschnitt möchten wir Ihnen Hinweise geben, worauf beim Verfassen der Vorgangsbeschreibung zu achten ist.

  • Die Vorgangsbeschreibung bezieht sich immer auf wiederholbare Vorgänge. Das bedeutet, dass Abläufe, die nicht zu wiederholen sind, nicht durch sie beschrieben werden können.
  • Dabei ist zu beachten, dass wir eindeutig formulieren, worauf es ankommt. Es darf beim Empfänger nicht zu Fehlerinterpretationen des Gesagten kommen. Deshalb sind auch Fachbegriffe beim Formulieren sparsam zu verwenden.
  • Alle wesentlichen Merkmale des Vorgangs müssen in der Beschreibung auftauchen und auch die korrekte Reihenfolge der Einzelschritte sollte korrekt beschrieben werden.
  • Dabei ist es sinnvoll, den Stil dem Vorgang anzupassen („danach…“, „davor“, „anschließend nehmen Sie“, „bevor Sie das tun…“ etc.)
  • Der Text besteht grundsätzlich aus Überschrift, Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  • Die Überschrift benennt knapp, worum es geht. Die Einleitung klärt darüber auf, was im Text passiert und was das Ergebnis der Anleitung sein wird. Im Hauptteil erklären wir schrittweise, wie der Vorgang nachgestellt werden kann. Der Schluss rundet die Vorgangsbeschreibung ab und kann weitere Hinweise für Varianten und individuelle Abänderungen beinhalten.
  • Die Vorgangsbeschreibung ist stes im Präsens (Gegenwart) zu schreiben.
  • Es ist ratsam, einen Nominalstil zu verwenden. Das bedeutet, dass wir möglichst auf Verben verzichten und auf Substantive beim Beschreiben setzen sollten. Allerdings ist das kein Muss.
  • Vor dem eigentlichen Text sollte immer eine Auflistung der benötigten Materialien stehen, sodass der Leser sich diese zur Durchführung besorgen kann.
  • Achten Sie beim Verfassen der Vorgangsbeschreibung darauf, dass Sie Ihre Leser einheitlich ansprechen und durchgehend das gleiche Personalpronomen verwenden (Sie, du, man).
  • Die Ausdrucksweise ist stets unpersönlich und beschreibt den Vorgang allgemeingültig.
  • Aufbau einer Vorgangsbeschreibung
    • Überschrift (muss beinhalten, worum es geht)
    • Benötigte Materialien (Zutaten, Werkzeuge und sonstige Vorbereitungen)
    • Knapper Text (klare Handlungsanweisungen in Einleitung, Hauptteil & Schluss)
    • Mögliche Variationen (Veränderungen, Abänderungen, Serviervorschläge)

Beispiel für eine Vorgangsbeschreibung

Um das Geschriebene zu verdeutlichen, möchten wir das Ganze anhand von einem Beispiel illustrieren. Mitunter können Sie dieses auch als Vorlage oder Muster verwenden.

  • Pappmaché machen
    • Benötigte Materialien: Zeitungspapier, Eierkartons, jede Menge Tapetenkleister, Wasser, einen großen Topf und einen handelsüblichen Handmixer.

    • Die nachfolgende Anleitung erklärt schrittweise, wie Sie Pappmaché herstellen können, um daraus Dinge zu formen und es nach Ihren Vorstellungen zu gestalten.

      Zerkleinern Sie das Zeitungspapier in Papierfetzen, was problemlos mit der Hand zu erledigen ist. Zerreißen Sie anschließend einige der Eierkartons, da das spätere Pappmaché so stabiler wird. Schätzen Sie anschließend die Menge der Schnipsel, um später die richtige Menge Kleister zu wählen. Probieren Sie, wie viele Hände Sie mit den Papierfetzen füllen können.

      Geben Sie die Schnipsel in den Topf und füllen Wasser hinzu. Pro verwendete Doppelseite einer Zeitung sollte ungefähr ein Liter Wasser verwendet werden. Stellen Sie den Topf mit der breiigen Masse anschließend auf eine Herdplatte, die bei mittlerer Hitze läuft und decken den Topf ab.

      Warten Sie, bis die Masse zu köcheln beginnt und sorgen Sie außerdem dafür, dass die obersten Pappschnipsel stets mit Wasser bedeckt sind. Wenn das spätere Pappmaché 20 bis 25 Minuten geköchelt hat, nehmen Sie es vom Herd, um es weiterzuverarbeiten. Lassen Sie das Ganze ein wenig abkühlen, um sich nicht zu verbrennen.

      Verrühren Sie die abkühlende Masse mit dem Handmixer. Wahlweise können Sie das Ganze auch mit Ihren Händen kneten. Anschließend gießen Sie das übrige Wasser aus dem Topf. Wenn das Wasser nicht problemlos abläuft, können Sie es händisch aus der Masse pressen.

      Nehmen Sie den Tapetenkleister zur Hand. Auf eine handvoll Pappmaché geben Sie einen Esslöffel Kleister in die Masse. Rühren Sie das Pappmaché kräftig durch und sorgen dafür, dass daraus eine knetbare und formbare Masse entsteht. Anschließend können Sie das fertige Pappmaché verarbeiten.

      Ist Ihnen das Endergebnis zu flüssig, können Sie den Anteil von Eierkartons erhöhen, sodass die fertige Knetmasse fester wird. Wahlweise kann auch weniger Wasser verwendet werden.
Checkliste für die Vorgangsbeschreibung

  • Drückt die Überschrift aus, worum es in der Vorgangsbeschreibung geht?
  • Geht aus der Einleitung klar hervor, welcher Vorgang beschrieben wird?
  • Wurde darauf verwiesen, welche Materialien für den Vorgang erforderlich sind?
  • Sind alle Handlungsabläufe in der richtigen Reihenfolge beschrieben?
  • Wird die gewählte Personalform durchgehend im Text verwendet (Sie, du, man)?
  • Sind die einzelnen Schritte nachvollziehbar und für andere wiederholbar?
  • Haben wir den Text durchgängig im Präsens verfasst?
  • Gibt es am Ende einen abschließenden Satz, der den Text abrundet?

Tipp: Wenn wir die fertige Vorgangsbeschreibung einem Freund oder Bekannten vorlegen und ihn darum bitten, den Text zu lesen und den Anweisungen zu folgen, können wir sehr gut sehen, ob alle wichtigen Punkte erfüllt wurden. Ist das Endergebnis richtig und es gibt keine Rückfragen, haben wir eine solide Beschreibung des Vorgangs angefertigt. Wenn nicht, müssen wir nachbessern.

Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Vorgangsbeschreibung
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001