Die Gegenstandsbeschreibung ist eine der ersten Übungen für Schüler und Schülerinnen im Umgang mit der Schriftsprache und begegnet uns oft im Deutschunterricht der Grundschule.

Hierbei kommt es vor allem auf Genauigkeit an, denn die Gegenstandsbeschreibung soll nicht nur präzise, sondern auch so gestaltet sein, dass der beschriebene Gegenstand nicht verwechselt werden könnte und möglichst unter mehreren der gleichen Art zu erkennen ist.

Gehen wir beispielsweise davon aus, dass es in einem Fundbüro zwanzig Jacken gibt, die von freundlichen Bürgern abgegeben wurden, muss die Beschreibung unserer Jacke alle anderen Jacken natürlich ausschließen und lediglich auf eine einzige zutreffen.

Deshalb ist es wichtig, bei der Gegenstandbeschreibung nicht nur genau und präzise, sondern möglichst detailliert das Objekt zu beschreiben. Dabei sollten wir auf alle möglichen Auffälligkeiten eingehen, um unseren Gegenstand von allen anderen abzuheben.

Gegenstandsbeschreibung schreiben

Wenn wir nun eine Gegenstandsbeschreibung schreiben möchten, gibt es einige Dinge, die es zu beachten gilt. Wir haben uns für die Präsentation der einzelnen Hinweise und Anregungen für eine einfache Listenform entschieden.

  • Die Gegenstandsbeschreibung geht meist vom Allgemeinen zum Besonderen vor. Wir beginnen also mit den typischen Merkmalen unseres Gegenstand (Art, Farbe, Größe) und beschreiben danach die Details (Kratzer, Aufkleber, Schäden).
  • Idealerweise beginnen wir damit, den Gegenstand überhaupt einmal einzuordnen, sodass der spätere Leser gleich weiß, was er sich vorstellen muss. Was für ein Gegenstand ist es also, den wir beschreiben?
  • Nun beschreiben wir den Gegenstand mit seinen Einzelheiten, Merkmalen und Details. Dabei unbedingt darauf achten, dass man vom Wichtigen und natürlich Auffälligem zum Unwichtigen und weniger Auffälligem geht. So stellen wir sicher, dass die Hauptmerkmale beim Leser ankommen! Ähnlichen gehen wir bei der Beschreibung einer fiktionalen Figur vor (→ Charakterisierung).
  • Weiterhin ist es sinnvoll, bei de Gegenstandsbeschreibung eine logische Reihenfolge einzuhalten. Entweder beschreiben wir den Gegenstand von links nach rechts, von oben nach unten oder auch von außen nach innen.
  • Außerdem werden Gegenstandsbeschreibungen immer im Präsens verfasst (Gegenwart), wobei wir Fachausdrücke benutzen, um das Objekt möglichst genau zu beschreiben.
  • Außerdem wird der Text sachlich geschrieben, wie beispielsweise eine Inhaltsangabe (→ Inhaltsangabe schreiben) und ist natürlich frei von einer persönlichen Wertung.
  • Adjektive sind bei einer solchen Beschreibung sehr hilfreich. Wer hier die richtigen und beschreibende Wörter findet, kann den Gegenstand im Eigentlichen nur präzise und genau beschreiben.

Mögliche Details für die Gegenstandsbeschreibung

Die Größe und das Gewicht des Gegenstands, sowie Farbe und Material. Hat das Objekt Kratzer, Aufkleber oder ist beschädigt? Ist der Gegenstand noch neuwertig oder hat schon einige Jahre auf dem Buckel? Welche möglichen Details gibt es noch?

Beispiel einer Gegenstandsbeschreibung

Nun möchten wir das Geschriebene natürlich auch anhand eines Beispiels veranschaulichen. Dafür soll eine gewöhnliche Tasse für die Gegenstandsbeschreibung herhalten und wir hoffen, dass Sie im Anschluss ein ungefähres Bild unserer Kaffeetasse haben.

Die Tasse besteht aus Keramik und ist etwa 10 cm hoch und 6 cm breit, wobei die Trinköffnung nicht rund, sondern oval ist. Die Tasse hat einen großen Henkel, der mit grünen Schlangenlinien verziert ist. Diese Schlangenlinien gehen vom Henkel um die weiße Tasse herum und bilden dabei spiralförmige Muster.

Am oberen Rand der Trinköffnung ist ein wenig Farbe abgeplatzt. Allerdings nicht am Mundansatz, sondern dem Henkel gegenüber, wodurch sich ein kleiner Riss von oben nach unten zieht. Dieser ist jedoch von Innen nicht zu erkennen und nur äußerlich sichtbar.

Am Unterboden der Tasse befindet sich ein Aufkleber, der einen gelben Stern zeigt. Ehemals sollte dieser den Preis der Tasse verbergen und ist nur zu erkennen, wenn die Tasse angehoben wird.

Mögliche Übungen für die Gegenstandsbeschreibung

Abschließend möchten wir Ihnen noch einige Übungen zur Gegenstandsbeschreibung vorstellen, die sich für den Unterricht oder als kleine Aufwärmübung eignen.
1. Aufgabe zur Gegenstandsbeschreibung
  • Auf dem Weg aus dem Schwimmbad hat Du Deinen Rucksack verloren und weißt nicht genau, wo. Deshalb rufst Du beim Schwimmbad an und fragst nach, ob Dein Rucksack dort abgegeben wurde. Beschreibe diesen nun so genau, wie möglich.
2. Aufgabe zur Gegenstandsbeschreibung
  • Du hast Dein Portemonnaie in der Umkleidekabine nach dem Sportunterricht verloren. verfasse nun eine Gegenstandsbeschreibung Deiner Geldbörse für das Schwarze Brett der Schule.
3. Aufgabe zur Gegenstandsbeschreibung
  • Du hast bei einem spannenden Weltrekord mitgemacht. Allerdings hast Du beim Rekordversuch Deine Federtasche vergessen. Beschreibe nun ausführlich, welche Merkmale und Eigenschaften Deine Federtasche besonders auszeichnen.

    Zeitungsartikel „Schüler stricken für Weltrekord“ (Quelle: Onlineausgabe der Mittelbayrischen Zeitung, Zugriff 31.08.2013)

    Die Grundschule sah rot – und das im wahrsten Sinne des Wortes. In Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat und dem Pettendorfer Seniorenforum tauschten die Kinder einen Vormittag lang Stifte und Hefte gegen Strick- und Häkelnadeln und rote Wolle. Die für die meisten Schüler ungewohnte Beschäftigung war Teil eines Weltrekordversuchs. Sie unterstützten mit ihrer Handarbeit das Regensburger Aktionsbündnis gegen Aids (RAgA), dessen erklärtes Ziel es ist, die größte Aidsschleife der Welt entstehen zu lassen und damit einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde zu schaffen.
  • Gegenstandsbeschreibung

Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Gegenstandsbeschreibung
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001