Autor
Form & Grammatik
- Stichwort
- Autor
- Worttrennung
- Au·tor
- Artikel
- der Autor
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Autors
- Plural
- die Autoren
Autor ist ein maskulines Substantiv. Die Formen sind im Singular und Plural unterschiedlich aufgebaut: Im Genitiv Singular steht s, im Plural en. Dativ und Akkusativ Singular erhalten kein en.
Autor bezeichnet den Verfasser eines Textes oder literarischen Werkes. In weiteren Zusammenhängen kann auch der Urheber eines künstlerischen Werkes gemeint sein. Der Autor ist die schreibende beziehungsweise schöpferische Person, nicht automatisch die erzählende Stimme im Werk.
Wer hat den Text verfasst?
Ein Autor verfasst einen Text. Das kann ein Roman, ein Fachbeitrag, eine Anleitung oder ein anderer schriftlicher Beitrag sein. Die Bezeichnung setzt nicht voraus, dass die Person berühmt ist oder hauptberuflich schreibt. Auch ein kurzer sachlicher Text hat einen Verfasser.
Schriftsteller ist enger mit literarischer Tätigkeit verbunden. Verfasser lässt sich dagegen gut auf einen einzelnen Text beziehen. Wer die Verfasserschaft einer Anleitung nennt, muss die Person deshalb nicht zugleich als Romanschriftsteller bezeichnen.
In literarischen Analysen ist eine weitere Grenze wichtig: Die reale Person, die den Text geschrieben hat, ist nicht ohne Weiteres mit dessen Erzähler gleichzusetzen. Eine erfundene Erzählstimme kann unwissend, widersprüchlich oder unzuverlässig sein. Ihre Behauptungen sind damit noch keine persönlichen Aussagen des Autors.
Die Erzählperspektive betrifft die Gestaltung dieser Stimme und ihren Zugang zum Geschehen. Eine Ich-Erzählung ist daher nicht allein wegen des Wortes ich ein autobiografischer Bericht. Zusätzliche Informationen wären nötig, um Werk und Leben der schreibenden Person miteinander zu verbinden.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| Verfasser | der Autor eines Beitrags | Betont die Entstehung eines konkreten Textes. |
| Schriftsteller | ein literarisch arbeitender Autor | Enger auf literarisches Schreiben bezogen. |
| Urheber | der Autor eines Werkes | Weiterer Begriff; auch andere schöpferische Arbeiten sind möglich. |
| Textverfasser | der Autor einer Anleitung | Macht den Textbezug besonders deutlich. |
Eigene Beispiele: einen Text zuordnen
Ausgangssatz: Der Autor des Begleittexts erklärt die Reihenfolge der Ausstellung.
Alternative: Der Verfasser des Begleittexts erklärt die Reihenfolge der Ausstellung.
Die eigenen Sätze benennen dieselbe Rolle. „Der Herausgeber erklärt die Reihenfolge“ wäre nur dann passend, wenn diese Person den Text tatsächlich verfasst hat. Herausgeben und Schreiben sind verschiedene Aufgaben.
Eigene Beispiele: Erzähler und Autor unterscheiden
Ausgangssatz: Der Erzähler der erfundenen Geschichte behauptet, alle Nachbarn zu kennen.
Alternative: Die erzählende Stimme der erfundenen Geschichte behauptet, alle Nachbarn zu kennen.
Hier ist Autor gerade kein passendes Ersatzwort. Die Aussage gehört zunächst zur gestalteten Stimme. Eine Analyse kann untersuchen, ob der weitere Text ihre Behauptung bestätigt oder untergräbt, ohne daraus eine biografische Aussage zu machen.
Des Autors, aber die Autoren
Autor ist ein maskulines Substantiv. Die Formen sind im Singular und Plural unterschiedlich aufgebaut: Im Genitiv Singular steht s, im Plural en. Dativ und Akkusativ Singular erhalten kein en.
Deklination von Autor
Autor ist ein maskulines Substantiv. Die Formen sind im Singular und Plural unterschiedlich aufgebaut: Im Genitiv Singular steht s, im Plural en. Dativ und Akkusativ Singular erhalten kein en.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Autor | die Autoren |
| Genitiv | des Autors | der Autoren |
| Dativ | dem Autor | den Autoren |
| Akkusativ | den Autor | die Autoren |
Richtig sind daher ein Gespräch mit dem Autor und der Name des Autors. „Mit dem Autoren“ ist im Singular nicht die passende Standardform. Bei mehreren Personen heißt es dagegen mit den Autoren.
Autor ohne h
Autor wird ohne h geschrieben. Das Wort geht auf lateinisch auctor zurück. Die deutsche Schreibung darf nicht einfach aus dem ähnlich aussehenden englischen Wort übernommen werden. Zusammensetzungen sind etwa Autorenname und Autorenlesung.
Absichten nicht erfinden
„Der Autor will zeigen, dass …“ behauptet eine Absicht. Wenn diese nicht belegt ist, sind Formulierungen wie „Die Szene lässt erkennen …“ oder „Der Gegensatz legt die Deutung nahe …“ genauer. Sie erklären die beobachtete Textwirkung. Biografische Angaben und Textbeobachtungen können zusammenarbeiten, sollten aber nicht stillschweigend füreinander eingesetzt werden.
Weitere Nomen bietet das Substantivwörterbuch.
