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Satzglieder

Als Satzglieder bezeichnet man Bestandteile eines Satzes, die darin eine bestimmte Funktion übernehmen, etwa Subjekt oder Objekt. Ein Satzglied kann aus einem Wort, einer Wortgruppe oder einem Nebensatz bestehen. Die Umstellprobe hilft häufig, zusammengehörende Bestandteile zu erkennen. Sie ist aber keine ausnahmslose Regel, nach der jedes Satzglied beliebig verschoben werden könnte. Für den Einstieg verwenden wir ein verbreitetes Schulmodell: Subjekt, Prädikat, Objekt und Adverbialbestimmungen. Dabei bildet das Prädikat den verbalen Satzkern und kann mehrteilig sein. Manche Grammatiken behandeln es gesondert und zählen außerdem das Prädikativ zu den Satzgliedern. Dazu gehört etwa der unten erklärte Gleichsetzungsnominativ. Die Einteilung ist also keine überall gültige Liste von genau vier Satzgliedarten. Zum Bestimmen verbinden wir die Umstellprobe mit Satzfragen, Wortformen und der Funktion im konkreten Satz. Keine dieser Hilfen löst für sich allein jeden Fall. Besonders bei mehrteiligen Prädikaten und prädikativen Ergänzungen ist eine genauere Prüfung nötig.

Satzglieder selbst bestimmen

Markiere vollständige Satzglieder und den mehrteiligen Satzkern. Zwei Umstellproben zeigen, wie Satzglieder als Einheiten im Aussagesatz verschoben werden.

Du löst die Aufgaben selbst und bekommst eine begründete Rückmeldung. Deine Antworten werden nicht übertragen oder dauerhaft gespeichert. Ohne JavaScript bleiben Aufgaben und Lösungen lesbar.

Löse die Aufgaben mit kurzen Antworten oder markiere die gesuchten Wörter. Groß- und Kleinschreibung sowie ein Punkt am Ende werden bei diesen Texteingaben nicht bewertet. Es können mehrere Antworten richtig sein; die Erklärung zeigt dir die Lösung.

Arbeitsblatt: Satzglieder selbst bestimmen

Name: ____________________   Klasse: __________

1. Markiere das vollständige Subjekt.

T04-N001 · Grundlage

Der alte Rucksack wird am Morgen repariert.

Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.

2. Markiere das vollständige Akkusativobjekt.

T04-N002 · Grundlage

Die Klasse liest heute im Museum eine alte Karte.

Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.

3. Markiere das vollständige Dativobjekt.

T04-N003 · Grundlage

Nora gibt dem neuen Schüler einen Plan.

Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.

4. Markiere alle Verbteile des Prädikats.

T04-N004 · Grundlage

Lea hat im Garten einen kleinen Schlüssel gefunden.

Du darfst mehrere Wörter markieren, die nicht nebeneinanderstehen.

5. Markiere die vollständige Ortsangabe.

T04-N005 · Vertiefung

Die Kinder laufen in der Halle.

Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.

6. Markiere das Prädikativ zum Subjekt.

T04-N006 · Vertiefung

Der Kurs ist ein guter Start.

Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.

7. Beginne den Satz mit „heute“. Behalte danach die Reihenfolge der übrigen Satzglieder bei.

T04-N007 · Grundlage

Die Klasse liest heute einen Text.

Schreibe den ganzen Satz mit denselben Wörtern. Ein Schlusspunkt sowie Groß-/Kleinschreibung werden hier nicht bewertet.

8. Beginne den Satz mit „einen Text“. Behalte danach die Reihenfolge der übrigen Satzglieder bei.

T04-N008 · Vertiefung

Die Klasse liest heute einen Text.

Schreibe den ganzen Satz mit denselben Wörtern. Ein Schlusspunkt sowie Groß-/Kleinschreibung werden hier nicht bewertet.

Lösungen: Satzglieder selbst bestimmen

1. T04-N001

Der alte Rucksack

Der Rucksack ist hier das Subjekt, obwohl er nichts tut. An ihm geschieht etwas. Mit ihm stimmt wird in der dritten Person Singular überein; der und alte gehören zur Nominalgruppe.

2. T04-N002

eine alte Karte

Die Klasse liest etwas: eine alte Karte. Diese vollständige Nominalgruppe ist das Akkusativobjekt von liest. Die Klasse ist dagegen das Subjekt.

3. T04-N003

dem neuen Schüler

Dem neuen Schüler benennt bei geben den Empfänger und steht im Dativ. Alle drei Wörter bilden hier zusammen das Dativobjekt; einen Plan ist ein anderes Objekt im Akkusativ.

4. T04-N004

hat … gefunden

Das Perfekt besteht hier aus der Personalform hat und dem Partizip gefunden. Beide gehören zum verbalen Satzkern, auch wenn andere Satzglieder dazwischenstehen. In dieser Übung wird das Prädikat gesondert von den übrigen Satzgliedern behandelt.

5. T04-N005

in der Halle

Die Präpositionalgruppe gibt den Ort des Laufens an. Der Dativ von der Halle hängt an in; daraus wird die Gruppe nicht zu einem Dativobjekt. Auch bei Bewegung kann eine Ortsangabe im Dativ stehen.

6. T04-N006

ein guter Start

Ein guter Start sagt nach ist etwas über das Subjekt Der Kurs aus. Die Gruppe steht hier im Nominativ und ist kein Akkusativobjekt. Manche Schulmodelle fassen Kopulaverb und Prädikativ weiter als Prädikat zusammen; diese Übung unterscheidet beides.

7. T04-N007

Heute liest die Klasse einen Text.

Die vorangestellte Einheit steht geschlossen vor liest. Das finite Verb liest steht an zweiter Stelle, direkt nach der vorangestellten Einheit. Die Umstellprobe hilft bei diesem Satz; sie ist keine ausnahmslose Definition aller Satzglieder. Andere Wortfolgen können ebenfalls grammatisch sein, die Aufgabe verlangt aber ausdrücklich diese Umstellung.

8. T04-N008

Einen Text liest die Klasse heute.

Die vorangestellte Einheit steht geschlossen vor liest. Das finite Verb liest steht an zweiter Stelle, direkt nach der vorangestellten Einheit. Die Umstellprobe hilft bei diesem Satz; sie ist keine ausnahmslose Definition aller Satzglieder. Andere Wortfolgen können ebenfalls grammatisch sein, die Aufgabe verlangt aber ausdrücklich diese Umstellung.

Übersicht der Satzglieder

Satzkern
(Diese Satzglieder sind in fast jedem Satz enthalten.)
Satzglied Fragewort Beispielsatz & Frage
Subjekt Wer oder was?
  • Peter schießt ein Tor.

  • Frage: Wer schießt ein Tor?
  • Antwort: Peter.
Prädikat Welche Verbform oder Verbformen bilden den Satzkern?
  • Peter schießt ein Tor.

  • Frage: Was tut Peter?
  • Antwort: schießt.
Satzergänzung
(Diese Satzglieder können den Satzkern erweitern.)
Satzglied Fragewort Beispielsatz & Frage
Akkusativobjekt Wen?, Was?
  • Peter schießt ein Tor.

  • Frage: Was schießt Peter?
  • Antwort: ein Tor.
Dativobjekt Wem?
  • Rebekka glaubt ihm.

  • Frage: Wem glaubt Rebekka?
  • Antwort: ihm.
Genitivobjekt Wessen?
  • Wir gedenken der Toten.

  • Frage: Wessen gedenken wir?
  • Antwort: der Toten.
Lokaladverbial Wo?, Woher?, Wohin?
  • Sie fährt in die Berge.

  • Frage: Wohin fährt sie?
  • Antwort: in die Berge.
Temporaladverbial Wann?, Wie lange? Wie oft?
  • Wir fahren um 6 Uhr.

  • Frage: Wann fahren wir?
  • Antwort: um 6 Uhr.
Modaladverbial Wie?, Auf welche Weise?, Womit?, Wodurch?
  • Sie kommt mit der Bahn.

  • Frage: Wie kommt sie?
  • Antwort: mit der Bahn.
Kausaladverbial
(hier im weiteren Sinn)
Warum?, Weshalb?, Wozu?
  • Martin weinte wegen einer Verletzung.

  • Frage: Weshalb weinte Martin?
  • Antwort: Wegen einer Verletzung.
Hinweis: In der obigen Übersicht wurde versucht, möglichst eindeutige Sätze zu bilden. Grundsätzlich gibt es aber viele verschiedene Möglichkeiten, die Satzglieder anzuordnen. Weitere Erklärungen findest du im Folgenden.

Was ist ein Satzglied?

Wortarten und Satzglieder beschreiben verschiedene Ebenen. Wortarten ordnen Wörter nach ihren grammatischen Eigenschaften. Im verbreiteten Schulmodell unterscheidet man zehn Wortarten; andere Grammatiken teilen sie teilweise anders ein. Zur Bestimmung gehört der konkrete Satz: In Während der Pause lesen wir. ist während eine Präposition; in Während wir warten, lesen wir. ist es eine unterordnende Konjunktion. Gleiche Schreibungen müssen also nicht derselben Wortart angehören. Verben können Handlungen, Vorgänge oder Zustände ausdrücken, etwa laufen, wachsen und schlafen. Nomen bezeichnen unter anderem Lebewesen, Gegenstände und abstrakte Sachverhalte, etwa Maulwurf, Tisch und Liebe. Welche Funktion eine Wortgruppe im Satz übernimmt, ist dagegen eine Frage der Satzgliedbestimmung. Satzglieder sind anders. Hierbei geht es darum, welche Aufgabe oder Funktion ein Wort oder eine Wortgruppe in einem Satz erfüllt. Somit kann ein Wort in einem Satz ein ganz bestimmtes Satzglied sein und in einem anderen Satz eine andere Aufgabe übernehmen und dann ein ganz anderes Satzglied sein. Schauen wir auf ein Beispiel:

Die
Katze
frisst
einen
kleinen
Fisch.

Der obige Beispielsatz besteht aus sechs Wörtern. Ihre Wortarten lassen sich im vorliegenden Satz bestimmen. Dabei sind die und einen Artikel, Katze und Fisch Nomen, wobei frisst ein finites Verb und kleinen ein Adjektiv ist. So weit, so gut. Schauen wir nun, aus wie vielen Satzgliedern der obige Beispiel-Satz besteht und welche Aufgaben die Satzglieder im Satz übernehmen. In unserem hier verwendeten Schulmodell besteht der Beispielsatz aus Subjekt, Prädikat und Objekt. Am Anfang steht das Subjekt, danach folgt das Prädikat und an der letzten Stelle steht ein Objekt. Dass es sich hier tatsächlich um Satzglieder handelt, die Wörter und Wortgruppen also zusammengehören, können wir nun mittels Verschiebung, auch als Umstellung bezeichnet, überprüfen.
Hinweis: Die Umstellprobe ist eine nützliche Hilfe, aber kein ausnahmsloser Beweis. Im gewöhnlichen Aussagesatz steht die finite Verbform an zweiter Stelle, direkt nach der ersten vollständigen Einheit. Weitere Prädikatsteile können an anderer Stelle stehen: Die Katze hat den Fisch gefressen. Andere Satzarten haben andere Stellungsregeln. Prüfe deshalb Funktion, Wortformen und Zusammenhang mit.

Umstellprobe

In diesem einfachen Aussagesatz lassen sich ganze Satzglieder umstellen. Dabei bleibt die finite Verbform an zweiter Stelle, direkt nach der ersten vollständigen Einheit. Dass eine beliebige Umstellung unnatürlich klingt, beweist jedoch noch nicht, dass eine Wortgruppe kein Satzglied ist. In unserem Beispiel bleibt frisst an zweiter Stelle, direkt nach der ersten vollständigen Einheit. Subjekt und Akkusativobjekt können den Platz vor der Verbform tauschen. Die Kasusformen zeigen weiterhin, wer frisst und was gefressen wird. Versuchen wir das einmal!

Die
Katze
frisst
einen
kleinen
Fisch.

Einen
kleinen
Fisch
frisst
die
Katze.

Im ersten Satz werden die Satzglieder als Subjekt, Prädikat, Objekt (kurz: SPO) angeordnet. Im zweiten ist die Stellung der Satzglieder OPS. Dennoch bleibt der Satz grammatisch korrekt und somit die Satzaussage erhalten. Die Satzglieder ließen sich also umstellen. Die Umstellung bestätigt hier die gewählten Wortgruppen. Die folgende bewusst fehlerhafte Fassung trennt einen kleinen Fisch auseinander und ergibt keinen korrekten gewöhnlichen Aussagesatz. Eine unnatürlich klingende Umstellung ist aber nicht in jedem Fall ein Beweis für falsche Satzgliedgrenzen.

 FALSCH:
Einen
kleinen
frisst
die
Katze
Fisch.

Noch Fragen zum Unterschied von Satzgliedern und Wortarten?
Für Schüler ist es oft schwierig, Satzglieder von Wortarten zu unterscheiden. Das ist in einigen Fällen gar nicht schlimm, sorgt aber in anderen Fällen zu gravierenden Fehlern und Folgefehlern bei der Bestimmung.
Mit Wortarten lassen sich die Wörter unserer Sprache kategorisieren, also einteilen. Wortarten werden anhand grammatischer Eigenschaften unterschieden. Verben können Handlungen, Vorgänge oder Zustände ausdrücken, etwa laufen, wachsen und schlafen. Nomen repräsentieren konkrete oder abstrakte Dinge, wie Tisch, Bus oder Liebe, wohingegen als Interjektion alle Ausrufeworte wie peng, huch oder auch aua bezeichnet werden. Das verbreitete Schulmodell unterscheidet zehn Wortarten; die Einteilung hängt vom Grammatikmodell ab. Auch der konkrete Satz ist wichtig: während der Pause enthält eine Präposition, während wir warten eine unterordnende Konjunktion.
Als Satzglieder werden die Bestandteile eines Satzes bezeichnet, in die sich dieser zerlegen lässt. Ein Satzglied kann aus einem Wort oder einer Wortgruppe bestehen; bei entsprechender Funktion auch aus einem Nebensatz. Die Wortarten seiner Bestandteile und seine Funktion im Satz müssen getrennt bestimmt werden. An dem einfachen Aussagesatz Greta schreibt ihrer Freundin einen Brief. zeigen wir mögliche Umstellungen vollständiger Satzglieder. Die finite Verbform schreibt bleibt hier an zweiter Stelle. Das gilt nicht unverändert für jede Satzart und nicht für alle Teile eines mehrteiligen Prädikats.
    Subjekt     Prädikat     Dativobjekt     Akkusativobjekt
Umstellung der Satzglieder (Umstellprobe)
Greta schreibt ihrer Freundin einen Brief.
Ihrer Freundin schreibt Greta einen Brief.
Einen Brief schreibt Greta ihrer Freundin.
Hinweis: In den drei Fassungen bleiben ihrer Freundin und einen Brief jeweils zusammen. Die Umstellung macht hier die Wortgruppen sichtbar. Nicht jede denkbare Wortfolge ist jedoch möglich. Die Probe muss mit der Funktion und den Wortformen abgeglichen werden.
Wir merken uns: Die Umstellprobe ist eine Hilfe zum Erkennen zusammengehörender Wörter. Satzglieder lassen sich nicht beliebig verschieben; eine ungewöhnliche Reihenfolge beweist allein noch keine falsche Grenze. Prüfe deshalb auch Funktion, Wortformen und Zusammenhang.

Satzglieder bestimmen

Die verschiedenen Satzglieder haben unterschiedliche Funktionen. Eine passende Frage an den Satz hilft beim Bestimmen. Prüfe die Antwort außerdem anhand der Wortformen, der Verbindung mit dem Verb und gegebenenfalls der Umstellprobe. Wir beginnen mit den vier Bereichen unseres Schulmodells: Subjekt, Prädikat, Objekt und Adverbialbestimmung. Objekte und Adverbialbestimmungen haben verschiedene Unterarten; Prädikative ergänzen die Betrachtung im Abschnitt zum Gleichsetzungsnominativ. Deshalb beginnen wir mit Subjekt und Prädikat.

Subjekt & Prädikat

Viele einfache Aussagesätze bestehen aus Subjekt und Prädikat, zum Beispiel Die Katze frisst. Für solche Beispiele spricht man auch von einem Minimalsatz oder Satzminimum. Was ein vollständiger Satz benötigt, hängt jedoch vom Verb und von der Konstruktion ab. Es gibt auch subjektlose Sätze wie Mir ist kalt. und Aufforderungen ohne ausgesprochenes Subjekt wie Komm!

Die
Katze
frisst.

Das Subjekt ist eine grammatische Funktion. Eine Nominalgruppe oder ein Pronomen als Subjekt steht im Nominativ und stimmt in Person und Zahl mit der finiten Verbform überein. Häufig hilft die Frage Wer oder was? zusammen mit dem Prädikat. Das Subjekt ist nicht automatisch der Handelnde: In Die Katze wird gestreichelt. ist die Katze das Subjekt, obwohl sie die Handlung nicht ausführt. Im Beispiel fragen wir also, "Wer oder was frisst?". Die Antwort ist:"Die Katze", was somit das Subjekt ist.

Wer oder was? – Frage mit dem Prädikat des konkreten Satzes.
Antwort: Subjekt

Prüfe zusätzlich Nominativform und Übereinstimmung mit der finiten Verbform.


Das Prädikat ist der verbale Satzkern. Es kann eine Handlung, einen Vorgang oder einen Zustand ausdrücken und aus mehreren Teilen bestehen. Im Beispiel hilft die Frage Was tut die Katze?: frisst ist das Prädikat. In Die Katze hat gefressen. gehören dagegen hat und gefressen zusammen. Bei Die Katze schläft. wird ein Zustand beschrieben; eine Tätigkeitsfrage ist daher nur eine Lernhilfe, keine Definition.

Welche Verbform(en) bilden den Satzkern?
Antwort: Prädikat
Merke! Suche zuerst die Verbform oder die zusammengehörenden Verbteile und prüfe dann, ob der Satz ein Subjekt enthält. Viele einfache Sätze haben beides. Subjektlose Sätze und Aufforderungen ohne ausgesprochenes Subjekt sind jedoch ebenfalls möglich. Anschließend bestimmst du die weiteren Funktionen.

Objekt

Nun können Subjekt und Prädikat zwar einen einfachen Satz bilden, aber manchmal soll dieser um zusätzliche Informationen ergänzt werden. Diese Information kann unter anderem das Objekt liefern, weshalb es auch als Satzergänzung bezeichnet wird. Das Verb legt fest, welche Ergänzungen zu seiner jeweiligen Verwendung passen. Dazu können Objekte gehören. Bei fressen bezeichnet das Akkusativobjekt, was gefressen wird. Das passt zu diesem Handlungsbeispiel; andere Verben wie kennen oder gefallen beschreiben keine solche Handlung mit einem Ziel.

Die
Katze
frisst
einen
kleinen
Fisch.

Das Objekt ist eine vom Verb bestimmte Ergänzung. Ob es ausdrücklich genannt werden muss oder weggelassen werden kann, hängt vom Verb, seiner Bedeutung und dem Zusammenhang ab. Auch zum Erkennen eines Objekts können Fragen helfen; die Kasusformen und die Verbindung mit dem Verb müssen dazu passen. In unserem Schulmodell unterscheiden wir drei Kasusobjekte – Genitiv-, Dativ- und Akkusativobjekt – sowie das Präpositionalobjekt. Die passende Frage und die Form der Ergänzung helfen beim Unterscheiden. Es ist nicht nötig, unabhängig vom jeweiligen Verb immer vier Fragen abzuarbeiten. Dazu später mehr. Im konkreten Beispiel bezeichnet die Ergänzung, was die Katze frisst. Das ist eine Eigenschaft dieses Beispiels, keine allgemeine Definition aller Objekte. Wir fragen für dieses Beispiel mit Wen? oder Was? danach. Die Frage lautet also:"Wen oder was frisst die Katze?" und die Antwort lautet:"Einen kleinen Fisch." - also ist einen kleinen Fisch. das Objekt in unserem Beispielsatz. Wir erfragen das Objekt also meistens folgendermaßen:

Fragewort + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Objekt
Übersicht der Fragewörter verschiedener Objekte.
Objekte Mögliche Fragewörter
Genitivobjekt
  • Wessen?
Dativobjekt
  • Wem?
Akkusativobjekt
  • Wen? oder Was?
Präpositionalobjekt
Hinweis: Eine genaue Erläuterung zum Gebrauch dieser Fragewörter sowie zahlreiche Beispiele finden sich im Abschnitt zum jeweiligen Objekt. Wenn es also Unsicherheiten gibt, wie diese Fragewörter gebraucht werden, lies einfach den Beitrag bis zum Ende.
Hinweis: Die Frage, um das Objekt richtig zu bestimmen, richtet sich danach, in welchem Fall (Kasus) das Objekt steht. Der Kasus des Objektes wird direkt durch das Prädikat bestimmt, teils durch eine Präposition, die vom Prädikat gefordert wird und in seltenen Fällen auch durch ein Adjektiv (vgl. Valenz). In der Regel reicht unser Sprachgefühl aus, um die richtige Frage zu formulieren. Die Objektfragen erläutern wir im nachfolgenden Abschnitt.

Objektarten

In unserem Schulmodell unterscheiden wir drei Kasusobjekte: Genitivobjekt, Dativobjekt und Akkusativobjekt. Hinzu kommt das Präpositionalobjekt. Bei diesem bestimmt eine zur Verbverbindung gehörende Präposition die Form ihrer Ergänzung; in den folgenden Beispielen steht diese im Dativ oder Akkusativ. Objekte sind Ergänzungen, deren Form zur jeweiligen Verwendung des Verbs gehört. Ob eine Ergänzung ausdrücklich stehen muss, hängt vom Verb und vom Zusammenhang ab. In Mir gefällt das Bild. ist mir ein Dativobjekt, ohne ein Handlungsziel zu bezeichnen.

Akkusativobjekt

Das Akkusativobjekt ist ein Objekt, das im Akkusativ steht. Es wird entweder aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder auch einem Pronomen gebildet. Die Begleiter der Nomen und Pronomen, wie etwa Artikel oder Adjektive, sind stets ein Teil des Satzglieds. Das Akkusativobjekt wird mit Wen oder Was? erfragt.

Die
Katze
frisst
einen
kleinen
Fisch.

Das Akkusativobjekt wird mit Wen? oder Was? erfragt. Hier fragen wir also:"Wen oder was frisst die Katze?" und können daraus ableiten, dass einen kleinen Fisch das Objekt sein muss. Und da es sich auf ebendiese Weise erfragen lässt, ist es ein Akkusativobjekt.

Wen/Was + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Akkusativobjekt
Übersicht: Weitere Akkusativobjekt-Beispiele.
    Subjekt     Prädikat     Akkusativobjekt

Beispielsatz Frage
Die Maus isst den Käse. Was isst die Maus?
Ich liebe dich. Wen liebe ich?
Das Mädchen spielt Handball. Was spielt das Mädchen?
Schüler und Lehrer haben Ferien Was haben Schüler und Lehrer?
Wir genießen unseren Urlaub. Was genießen wir?
Basti besucht seinen Kumpel. Wen besucht Basti?
Hinweis: Akkusativobjekte begegnen dir häufig. Zum Erkennen helfen die Frage Wen oder was?, die Kasusform und die Verbindung mit dem Verb. Eine passende Frage allein ersetzt die Prüfung der Form und Funktion nicht.

Dativobjekt

Das Dativobjekt ist ein Objekt, das im Dativ steht. Es wird entweder aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder auch einem Pronomen gebildet. Die Begleiter der Nomen und Pronomen, wie etwa Artikel oder Adjektive, sind stets ein Teil des Satzglieds. Das Dativobjekt wird mit Wem? und selten mit Welcher Sache? erfragt.

Paula
glaubt
dem
Reiseführer.

Wir wissen, dass das Dativobjekt mit Wem? erfragt wird. Wir stellen also die folgende Frage an unseren Beispielsatz:"Wem glaubt Paula?" und erhalten als Antwort:"dem Reiseführer." und daraus lässt sich ableiten, dass es sich um das Dativobjekt des Satzes handelt.

Wem + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Dativobjekt
Übersicht: Weitere Dativobjekt-Beispiele.
    Subjekt     Prädikat     Dativobjekt

Beispielsatz Frage
Ich helfe ihm. Wem helfe ich?
Hannah antwortet dem alten Mann. Wem antwortet Hannah?
Das Auto gehört meinen Nachbarn. Wem gehört das Auto?
Magdalena ähnelt ihrem Vater Wem ähnelt Magdalena?
Hannes will Vivian helfen Wem will Hannes helfen?
Sie verzeiht ihrem Mann. Wem verzeiht sie?
Hinweis: Das Dativobjekt ist neben dem Akkusativobjekt das häufigste Objekt im Deutschen. Wenn man das Dativobjekt eines Satzes erfragen will, fragt man entweder Wem? oder Welcher Sache?.

Genitivobjekt

Das Genitivobjekt ist ein Objekt, das im Genitiv steht. Es wird aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder einem Pronomen gebildet. Die Begleiter der Nomen und Pronomen, wie beispielsweise Artikel oder Adjektive, sind stets ein Teil des Satzglieds. Das Genitivobjekt wird mit Wessen? erfragt.

Wir
gedenken
der
Verstorbenen.

Erfragen wir die Satzglieder im obigen Beispiel. Wir fragen, Wer gedenkt der Verstorbenen? und erhalten als Antwort das Subjekt Wir, stellen wir nun die Frage, Was wir tun?, erhalten wir das Prädikat gedenken als Antwort. Fragen wir nun Wessen gedenken wir?, erhalten wir darauf die Antwort der Verstorbenen. Hierbei handelt es sich also um das Genitivobjekt des Satzes, da es sich mit Wessen? erfragen lässt.

Wessen + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Genitivobjekt
Übersicht: Weitere Genitivobjekt-Beispiele.
    Subjekt     Prädikat     Genitivobjekt

Beispielsatz Frage
Er schämte sich seiner Herkunft. Wessen schämte er sich?
Rebekka entledigte sich des unnötigen Gepäcks. Wessen entledigte sich Rebekka?
Der Wahlleiter enthielt sich seiner Stimme. Wessen enthielt sich der Wahlleiter?
Ich freue mich des Lebens. Wessen freue ich mich?
Er rühmte sich guter Taten. Wessen rühmte er sich?
Hinweis: In der Regel fällt es den meisten Schülern und Studenten sehr leicht, das Akkusativ- und Dativobjekt zu bestimmen. Die meisten haben allerdings Schwierigkeiten beim Genitivobjekt. Zwar ist dieses nicht so häufig vertreten, wie die anderen Objektarten, doch mitunter taucht es eben auf. Hierbei kann es hilfreich sein, sich die Artikel des jeweiligen Nomens genau anzuschauen. Diese verraten meist, ob es im Genitiv steht (→ zur Genitiv-Übersicht).

Präpositionalobjekt

Beim Präpositionalobjekt gehört die Präposition zur jeweiligen Verbverbindung. Sie bestimmt den Kasus ihrer nominalen Ergänzung, etwa warten auf den Bus (Akkusativ) oder erzählen von einer Reise (Dativ). Das Verb kann je nach Verwendung auch ohne ein solches Objekt vorkommen. Die Präposition gehört zur Frage nach dieser Ergänzung.

Die
Schüler
sprechen
über
den
Lehrer.

Fragen wir nach der Ergänzung im Beispiel, gehört über zur Frage: Über wen sprechen die Schüler? In dieser Verwendung ist die Präposition vom Verb bestimmt. Verben aus dem Wortfeld sprechen haben verschiedene Verbindungen, etwa sprechen über und erzählen von. Das bedeutet nicht, dass jedes Vorkommen dieser Verben ein solches Objekt braucht: Er spricht leise. ist ebenfalls ein vollständiger Satz. Da die Präposition unmittelbar vom Verb im Prädikat gefordert wird, muss sie auch ein Teil unserer Frage sein. Wir könnten also fragen Über wen sprechen die Schüler? und würden dann als Antwort das präpositionale Objekt über den Lehrer erhalten. Dieses steht hierbei im Akkusativ, da es sich mit der Präposition und Wen? oder Was? erfragen ließ. Das Präpositionalobjekt kann auch im Dativ stehen.

Susi
erzählt
von
ihrem
Mann.

Auch in diesem Beispielsatz steckt ein präpositionales Objekt. Wer versucht, das Objekt im Beispiel zu erfragen, muss abermals eine Frage stellen, die von einer Präposition eingeleitet wird. Wir fragen also:"Von wem erzählt Susi?" und erhalten darauf als Antwort das Präpositionalobjekt von ihrem Mann, das hierbei im Dativ steht.

Präposition + Fragewort + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Präp.objekt
Übersicht: Weitere Präpositionalobjekt-Beispiele.
    Subjekt     Prädikat     Präpositionalobjekt

Beispielsatz Frage
Lena wartet auf den Bus. Worauf wartet Lena?
Die Kinder erzählen von der Reise. Wovon erzählen die Kinder?
Der Sommer riecht nach Blumen. Wonach riecht der Sommer?
Sie zweifelt an der Geschichte. Woran zweifelt sie?
Der Großvater leidet an einer Krankheit. Woran leidet der Großvater?
Hinweis: Beim Präpositionalobjekt ist die Präposition an die konkrete Verbverbindung gebunden, etwa auf in auf den Bus warten. Bei räumlichen Adverbialen lassen sich häufig verschiedene Präpositionen einsetzen: vor dem Bahnhof warten und neben dem Bahnhof warten sind beide grammatisch, bezeichnen aber verschiedene Orte. Diese Probe hilft bei der Unterscheidung; einzelne Verben lassen auch mehrere feste Präpositionsverbindungen zu.

Mehrere Objekte

Bisher wurden die Beispiele aus einem Subjekt, einem Prädikat sowie einem Objekt gebildet. Mitunter tauchen allerdings auch noch andere Satzglieder auf, wobei auch mehrere Objekte vorkommen können. Aber auch diese lassen mit den vorherigen Fragen bestimmen. Wenn in einem Satz mehrere Objekte vorkommen, was im Deutschen sehr oft passiert, handelt es sich recht oft um eine Kombination aus Akkusativobjekt und Dativobjekt. Natürlich sind aber auch andere Kombinationen möglich. Schauen wir auf einen Beispielsatz:

Ich
gebe
dir
einen
Stift.

Im Beispielsatz gibt es das Subjekt, ein Prädikat sowie zwei Objekte. Wir fragen:"Wem gebe ich einen Stift?" und erhalten als Antwort das Dativobjekt dir. Weiterhin können wir fragen:"Was gebe ich dir?" und bekommen zur Antwort das Akkusativobjekt einen Stift. Die Fragen bleiben also identisch - auch bei mehreren Objekten im Satz. Lediglich unsere vereinfachte Fragestellung verändert sich ein wenig. Wir erfragen die Objekte, wenn es mehrere im Satz gibt, nämlich mit den anderen Bestandteilen des Satzes gemeinsam. Das bedeutet für unsere obige Darstellung das Folgende:

Fragewort + Prädikat + Subjekt + Sonstiges?
Antwort: Objekt
Übersicht: Weitere Sätze mit mehreren Objekten.
    S.     P.     Akkusativ     Dativ     Genitiv     PräpO.

Beispielsatz Frage
Der Anwalt klagte die Verbrecher des Mordes an.
  • Akkusativ Wen klagt der Anwalt des Mordes an?
  • Genitiv: Wessen klagt der Anwalt die Verbrecher an?
Die Kinder erzählen ihren Eltern von der Busfahrt.
  • Dativ: Wem erzählen die Kinder ...?
  • Präp.O.: Von welcher Sache erzählen ...? (Dat.)
Ich gratuliere Anne zur Geburt ihrer Tochter.
  • Dativ Wem gratuliere ich zur Geburt ...?
  • Präp.O.: Zu welcher Sache gratuliere ich Anne? (Dat.)
Die Unpünktlichkeit hat Conny | den Job gekostet
  • Akkusativ Wen hat die Unpünktlichkeit den Job gekostet?
  • Akkusativ: Was hat Conny die Unpünktlichkeit gekostet?

Frage: Gibt es ein Nominativobjekt?

Im Deutschen gibt es vier Fälle. Das sind Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Es scheint auf den ersten Blick nur logisch, dass es zu jedem dieser Fälle auch ein Objekt geben müsste. Allerdings fehlt das Nominativobjekt in der obigen Übersicht. Aber warum? In der hier verwendeten Einteilung gibt es kein Nominativobjekt. Es gibt aber Sätze mit einer weiteren nominalen Ergänzung im Nominativ, die das Subjekt näher bestimmt. Diese Ergänzung nennt man Prädikativ, bei einer Nominalgruppe auch Gleichsetzungsnominativ. Eine Nominalgruppe als Subjekt steht im Nominativ; daraus folgt noch keine handelnde Rolle. In Martin ist ein Löwe. bezeichnet ein Löwe keine betroffene Sache, sondern charakterisiert Martin. Die Gruppe steht ebenfalls im Nominativ und ist hier ein Gleichsetzungsnominativ.

Martin
ist
ein
Löwe.

Im Beispiel ist Martin das Subjekt; die finite Verbform ist bildet das Prädikat. Die Frage Wer oder was ist Martin? führt zu ein Löwe. An diesem Beispiel sieht man, warum die Frage allein nicht genügt: Sowohl Nominativ- als auch Akkusativfragen können was enthalten. Entscheidend sind die Form und die Verbindung mit sein. Schauen wir einmal genauer hin, fällt nämlich auf, dass das Nomen Löwe und der Begleiter ein nicht im Akkusativ stehen. Im Akkusativ würde aus dem unbestimmten Artikel ein die Form einen; beim bestimmten Artikel hieße es den statt der. Das schwach gebeugte Nomen Löwe erhält hier die Endung -n: Löwen. Stünde die Wortgruppe im Akkusativ, würde dort einen Löwen stehen. Die Wortgruppe steht im Nominativ und folglich haben wir es nicht mit einem der bekannten Objekte, sondern mit dem Gleichsetzungsnominativ zu tun. Ein Gleichsetzungsnominativ steht insbesondere bei sein, werden und bleiben; auch heißen kann eine entsprechende Namensangabe verbinden. Verbindungen mit als, etwa als zuverlässig gelten, sind davon zu unterscheiden. Die folgenden Verben können in solchen prädikativen Verbindungen auftreten:

sein
werden
gelten (als)
bleiben
heißen
(sich) fühlen (als)
scheinen

Wichtig! Man spricht immer nur dann von einem Gleichsetzungsnominativ, wenn ein weiteres Satzglied im Nominativ steht und dieses mit dem Subjekt gleichgesetzt werden kann. Der Gleichsetzungsnominativ bezieht sich also immer auf das Subjekt des Satzes und beschreibt dieses näher.

Adverbialbestimmungen

Als Adverbialbestimmung, auch als Umstandsbestimmung, Adverbiale oder auch Adverbial benannt, wird im Deutschen eine Ergänzung des Satzes bezeichnet. Das Adverbial bestimmt dabei die ausgedrückte Handlung oder den ausgedrückten Zustand eines Satzes genauer. Die Adverbialbestimmung ist ein eigenständiges Satzglied und sagt immer aus, unter welchen Umständen eine Sache geschieht. Wir unterscheiden in adverbiale Bestimmungen des Ortes, der Zeit, der Art und Weise und des Grundes. Sie können aus einem Wort oder einer Wortgruppe bestehen und werden mit W-Fragen erfragt.
Hinweis: Adverbialbestimmungen und Präpositionalobjekte können beide Präpositionalgruppen sein. Bei Sie wartet vor dem Bahnhof. beschreibt vor dem Bahnhof den Ort. Die Variante neben dem Bahnhof ist grammatisch, verändert aber die Ortsangabe. In Sie wartet auf den Bus. gehört auf dagegen zur Verbverbindung. Entscheidend sind die konkrete Bedeutung und die Verbindung mit dem Verb, nicht bloß das Vorhandensein einer Präposition.

Lokaladverbial

Eine adverbiale Bestimmung des Ortes wird auch als Lokaladverbial oder Umstandsbestimmung des Ortes bezeichnet. Diese Bestimmung gibt uns Auskunft über den Ort, die Richtung oder die Herkunft eines Geschehens. Wir können sie mit Wo?, Woher? und Wohin? erfragen.

Peter
wohnt
in
Berlin.

Im Beispielsatz wohnt das Subjekt Peter in der Hauptstadt Berlin. Bei der Wortgruppe in Berlin handelt es sich allerdings nicht um ein Objekt, weshalb wir sie auch mit keiner der Objektfragen erfragen können. Es handelt sich um eine Adverbialbestimmung, die Auskunft über einen Ort gibt. Erfragen lässt sich sich mit Wo wohnt Peter?

Wo/Wohin/Woher?
Antwort: Lokaladverbial
Übersicht: Weitere Lokaladverbiale als Beispiel.
    Subjekt     Prädikat     Lokaladverbial

Beispielsatz Frage
Ich lese in der Badewanne. Wo lese ich?
Die Pflanze steht auf dem Tisch. Wo steht die Pflanze?
Die Vase ist vom Regal gefallen Woher ist die Vase gefallen?
Sie stammt aus Brasilien. Woher stammt sie?

Temporaladverbial

Eine adverbiale Bestimmung der Zeit wird auch als Temporaladverbial oder Umstandsbestimmung der Zeit bezeichnet. Diese Bestimmung gibt uns eine Auskunft über den Zeitpunkt oder den Zeitraum eines Geschehens. Wir können sie mit den Fragewörtern Wann?, Wie lange? und Wie oft? erfragen.

Wir
gehen
um
6
Uhr.

Der obige Beispielsatz enthält ein Subjekt, ein Prädikat sowie ein Temporaladverbial, das uns Auskunft über einen genauen Zeitpunkt gibt. Bei der Wortgruppe um 6 Uhr handelt es sich folglich um kein Objekt, das wir mit den bisherigen Fragewörtern erfragen könnten. Allerdings lässt sich das Adverbial mit Wann? erfragen. Wir fragen also:"Wann gehen wir?" und erhalten als Antwort das Temporaladverbial um 6 Uhr.

Wann/Wie lange/Wie oft?
Antwort: Temporaladverbial
Übersicht: Weitere Temporaladverbiale als Beispiel.
    Subjekt     Prädikat     Temporaladverbial

Beispielsatz Frage
Ich gehe am Sonntag tanzen. Wann gehe ich tanzen?
Wir sind seit 25 Jahren verheiratet. Wie lange sind wir verheiratet?
Steve geht mehrmals im Monat schwimmen Wie oft geht Steve schwimmen?
Sie fährt am Wochenende weg. Wann fährt sie weg?

Modaladverbial

Eine adverbiale Bestimmung der Art und Weise, auch Modaladverbial oder Umstandsbestimmung der Art und Weise, gibt Auskunft darüber, wie oder unter welchen Umständen etwas passiert. Sie lässt sich mit Wie?, Auf welche Weise?, Womit? und Wodurch? erfragen.

Ich
komme
mit
der
Bahn.

Der Beispielsatz wird aus einem Subjekt, einem Prädikat sowie dem Modaladverbial gebildet. Letzteres lässt sich nicht mit den bisherigen Satzgliedfragen erfragen, erläutert aber einen Umstand näher. Es gibt nämlich die Antwort darauf, wie etwas passiert. Erfragen können wir es mit Wie? oder Womit komme ich? - die Antwort liefert uns das Modaladverbial mit der Bahn.

Wie/Womit/Wodurch?
Antwort: Modaladverbial
Übersicht: Weitere Modaladverbiale als Beispiel.
    Subjekt     Prädikat     Modaladverbial

Beispielsatz Frage
Der Junge singt vergnügt. Wie singt der Junge?
Das Kind lächelt freundlich. Wie lächelt das Kind?
Hans hat heftig geschimpft. Wie hat Hans geschimpft?
Er hat mit Öl gemalt. Womit hat er gemalt?

Kausaladverbial

In einem verbreiteten Schulmodell werden unter dem Kausaladverbial begründende Angaben im weiteren Sinn zusammengefasst. Dabei unterscheiden wir Grund oder Ursache im engeren Sinn (Warum?, Weshalb?) von Zweck oder Absicht (Wozu?, final). Genauere Einteilungen führen finale Angaben und weitere Bedeutungsgruppen gesondert auf. Die folgenden Beispiele zeigen Gründe und einen Zweck; die Frage muss zur jeweiligen Bedeutung passen.

Ich
habe
es
aufgrund
des
Regens
nicht gesehen

Das obige Beispiel beinhaltet Subjekt, Prädikat, Akkusativobjekt sowie eine adverbiale Bestimmung des Grundes. Letztere lässt sich hier mit Weshalb? erfragen. Die Frage "Weshalb habe ich es nicht gesehen?" liefert als Antwort das Kausaladverbial aufgrund des Regens.

Grund: Warum/Weshalb? · Zweck: Wozu?
Antwort: Kausaladverbial
Übersicht: Weitere Kausaladverbiale als Beispiel.
    Subjekt     Prädikat     Kausaladverbial

Beispielsatz Frage
Das Bild wirkt deshalb. Weshalb wirkt das Bild?
Hannah trägt eine Sonnenbrille zwecks besserer Sicht. Wozu trägt Hannah eine Sonnenbrille? (Zweck)
Peter kann nicht, weil er verletzt ist. Warum kann Peter nicht?

Satzglieder & Attribute

Ein Attribut bestimmt ein Nomen innerhalb einer Wortgruppe näher. In Die freundliche Nachbarin liest ein Buch. ist die freundliche Nachbarin das vollständige Subjekt. Das Adjektiv freundlich erscheint hier in der Form freundliche und bildet ein Attribut innerhalb dieser Gruppe. Es wird hier nicht als eigenes Satzglied neben dem Subjekt gezählt.

Auch das Buch der Nachbarin enthält ein Attribut: der Nachbarin ist ein Genitivattribut zu Buch. Bei der Satzgliedbestimmung betrachten wir die ganze Wortgruppe und unterscheiden ihre innere Gliederung von ihrer Funktion im Satz.

Weitere Begriffe kannst du in der Wortwuchs-Suche nachschlagen.

Zusammenfassung

  • Satzglieder übernehmen bestimmte Funktionen im Satz. Sie können aus einem Wort, einer Wortgruppe oder einem Nebensatz bestehen. Die Umstellprobe hilft beim Erkennen, ist aber kein ausnahmsloser Test.
  • Unser Schulmodell beginnt mit Subjekt, Prädikat, Objekt und Adverbialbestimmung. Andere Modelle behandeln das Prädikat gesondert. Prädikative, etwa der Gleichsetzungsnominativ, müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
  • Viele einfache Sätze bestehen aus Subjekt und Prädikat. Es gibt jedoch auch subjektlose Konstruktionen. Das Subjekt ist eine grammatische Funktion und nicht immer der Handelnde; das Prädikat ist der ein- oder mehrteilige verbale Satzkern.
  • Objekte sind Ergänzungen, die durch die jeweilige Verwendung des Verbs bestimmt werden. Sie sind nicht immer Ziel einer Handlung: Mir in Mir gefällt das Bild. ist beispielsweise ein Dativobjekt. Wir kennen im Deutschen Akkusativ-, Dativ- und Genitivobjekt. Beim Präpositionalobjekt gehört eine Präposition zur Verbverbindung. Sie bestimmt den Kasus ihrer nominalen Ergänzung; unsere Beispiele zeigen Akkusativ und Dativ.
  • Die Adverbialbestimmung sagt aus, unter welchen Umständen eine Sache geschieht. Wir unterscheiden in adverbiale Bestimmungen des Ortes, der Zeit, der Art und Weise und des Grundes. Adverbiale können aus einem Wort oder einer Wortgruppe bestehen und lassen sich ebenso erfragen.