Satzglieder
Als Satzglieder bezeichnet man Bestandteile eines Satzes, die darin eine bestimmte Funktion übernehmen, etwa Subjekt oder Objekt. Ein Satzglied kann aus einem Wort, einer Wortgruppe oder einem Nebensatz bestehen. Die Umstellprobe hilft häufig, zusammengehörende Bestandteile zu erkennen. Sie ist aber keine ausnahmslose Regel, nach der jedes Satzglied beliebig verschoben werden könnte. Für den Einstieg verwenden wir ein verbreitetes Schulmodell: Subjekt, Prädikat, Objekt und Adverbialbestimmungen. Dabei bildet das Prädikat den verbalen Satzkern und kann mehrteilig sein. Manche Grammatiken behandeln es gesondert und zählen außerdem das Prädikativ zu den Satzgliedern. Dazu gehört etwa der unten erklärte Gleichsetzungsnominativ. Die Einteilung ist also keine überall gültige Liste von genau vier Satzgliedarten. Zum Bestimmen verbinden wir die Umstellprobe mit Satzfragen, Wortformen und der Funktion im konkreten Satz. Keine dieser Hilfen löst für sich allein jeden Fall. Besonders bei mehrteiligen Prädikaten und prädikativen Ergänzungen ist eine genauere Prüfung nötig.Direkt üben · Erklärung und bisherige Aufgaben
Satzglieder selbst bestimmen
Markiere vollständige Satzglieder und den mehrteiligen Satzkern. Zwei Umstellproben zeigen, wie Satzglieder als Einheiten im Aussagesatz verschoben werden.
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Arbeitsblatt: Satzglieder selbst bestimmen
Name: ____________________ Klasse: __________
1. Markiere das vollständige Subjekt.
Der alte Rucksack wird am Morgen repariert.
Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.
2. Markiere das vollständige Akkusativobjekt.
Die Klasse liest heute im Museum eine alte Karte.
Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.
3. Markiere das vollständige Dativobjekt.
Nora gibt dem neuen Schüler einen Plan.
Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.
4. Markiere alle Verbteile des Prädikats.
Lea hat im Garten einen kleinen Schlüssel gefunden.
Du darfst mehrere Wörter markieren, die nicht nebeneinanderstehen.
5. Markiere die vollständige Ortsangabe.
Die Kinder laufen in der Halle.
Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.
6. Markiere das Prädikativ zum Subjekt.
Der Kurs ist ein guter Start.
Markiere die ganze gesuchte Einheit. Auch Artikel und nähere Bestimmungen können dazugehören.
7. Beginne den Satz mit „heute“. Behalte danach die Reihenfolge der übrigen Satzglieder bei.
Die Klasse liest heute einen Text.
Schreibe den ganzen Satz mit denselben Wörtern. Ein Schlusspunkt sowie Groß-/Kleinschreibung werden hier nicht bewertet.
8. Beginne den Satz mit „einen Text“. Behalte danach die Reihenfolge der übrigen Satzglieder bei.
Die Klasse liest heute einen Text.
Schreibe den ganzen Satz mit denselben Wörtern. Ein Schlusspunkt sowie Groß-/Kleinschreibung werden hier nicht bewertet.
Lösungen: Satzglieder selbst bestimmen
1. T04-N001
Der alte Rucksack
Der Rucksack ist hier das Subjekt, obwohl er nichts tut. An ihm geschieht etwas. Mit ihm stimmt wird in der dritten Person Singular überein; der und alte gehören zur Nominalgruppe.
2. T04-N002
eine alte Karte
Die Klasse liest etwas: eine alte Karte. Diese vollständige Nominalgruppe ist das Akkusativobjekt von liest. Die Klasse ist dagegen das Subjekt.
3. T04-N003
dem neuen Schüler
Dem neuen Schüler benennt bei geben den Empfänger und steht im Dativ. Alle drei Wörter bilden hier zusammen das Dativobjekt; einen Plan ist ein anderes Objekt im Akkusativ.
4. T04-N004
hat … gefunden
Das Perfekt besteht hier aus der Personalform hat und dem Partizip gefunden. Beide gehören zum verbalen Satzkern, auch wenn andere Satzglieder dazwischenstehen. In dieser Übung wird das Prädikat gesondert von den übrigen Satzgliedern behandelt.
5. T04-N005
in der Halle
Die Präpositionalgruppe gibt den Ort des Laufens an. Der Dativ von der Halle hängt an in; daraus wird die Gruppe nicht zu einem Dativobjekt. Auch bei Bewegung kann eine Ortsangabe im Dativ stehen.
6. T04-N006
ein guter Start
Ein guter Start sagt nach ist etwas über das Subjekt Der Kurs aus. Die Gruppe steht hier im Nominativ und ist kein Akkusativobjekt. Manche Schulmodelle fassen Kopulaverb und Prädikativ weiter als Prädikat zusammen; diese Übung unterscheidet beides.
7. T04-N007
Heute liest die Klasse einen Text.
Die vorangestellte Einheit steht geschlossen vor liest. Das finite Verb liest steht an zweiter Stelle, direkt nach der vorangestellten Einheit. Die Umstellprobe hilft bei diesem Satz; sie ist keine ausnahmslose Definition aller Satzglieder. Andere Wortfolgen können ebenfalls grammatisch sein, die Aufgabe verlangt aber ausdrücklich diese Umstellung.
8. T04-N008
Einen Text liest die Klasse heute.
Die vorangestellte Einheit steht geschlossen vor liest. Das finite Verb liest steht an zweiter Stelle, direkt nach der vorangestellten Einheit. Die Umstellprobe hilft bei diesem Satz; sie ist keine ausnahmslose Definition aller Satzglieder. Andere Wortfolgen können ebenfalls grammatisch sein, die Aufgabe verlangt aber ausdrücklich diese Umstellung.
Übersicht der Satzglieder
| Satzkern (Diese Satzglieder sind in fast jedem Satz enthalten.) |
||
|---|---|---|
| Satzglied | Fragewort | Beispielsatz & Frage |
| Subjekt | Wer oder was? |
|
| Prädikat | Welche Verbform oder Verbformen bilden den Satzkern? |
|
| Satzergänzung (Diese Satzglieder können den Satzkern erweitern.) |
||
| Satzglied | Fragewort | Beispielsatz & Frage |
| Akkusativobjekt | Wen?, Was? |
|
| Dativobjekt | Wem? |
|
| Genitivobjekt | Wessen? |
|
| Lokaladverbial | Wo?, Woher?, Wohin? |
|
| Temporaladverbial | Wann?, Wie lange? Wie oft? |
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| Modaladverbial | Wie?, Auf welche Weise?, Womit?, Wodurch? |
|
| Kausaladverbial (hier im weiteren Sinn) |
Warum?, Weshalb?, Wozu? |
|
Was ist ein Satzglied?
Wortarten und Satzglieder beschreiben verschiedene Ebenen. Wortarten ordnen Wörter nach ihren grammatischen Eigenschaften. Im verbreiteten Schulmodell unterscheidet man zehn Wortarten; andere Grammatiken teilen sie teilweise anders ein. Zur Bestimmung gehört der konkrete Satz: In Während der Pause lesen wir. ist während eine Präposition; in Während wir warten, lesen wir. ist es eine unterordnende Konjunktion. Gleiche Schreibungen müssen also nicht derselben Wortart angehören. Verben können Handlungen, Vorgänge oder Zustände ausdrücken, etwa laufen, wachsen und schlafen. Nomen bezeichnen unter anderem Lebewesen, Gegenstände und abstrakte Sachverhalte, etwa Maulwurf, Tisch und Liebe. Welche Funktion eine Wortgruppe im Satz übernimmt, ist dagegen eine Frage der Satzgliedbestimmung. Satzglieder sind anders. Hierbei geht es darum, welche Aufgabe oder Funktion ein Wort oder eine Wortgruppe in einem Satz erfüllt. Somit kann ein Wort in einem Satz ein ganz bestimmtes Satzglied sein und in einem anderen Satz eine andere Aufgabe übernehmen und dann ein ganz anderes Satzglied sein. Schauen wir auf ein Beispiel:Umstellprobe
In diesem einfachen Aussagesatz lassen sich ganze Satzglieder umstellen. Dabei bleibt die finite Verbform an zweiter Stelle, direkt nach der ersten vollständigen Einheit. Dass eine beliebige Umstellung unnatürlich klingt, beweist jedoch noch nicht, dass eine Wortgruppe kein Satzglied ist. In unserem Beispiel bleibt frisst an zweiter Stelle, direkt nach der ersten vollständigen Einheit. Subjekt und Akkusativobjekt können den Platz vor der Verbform tauschen. Die Kasusformen zeigen weiterhin, wer frisst und was gefressen wird. Versuchen wir das einmal!Noch Fragen zum Unterschied von Satzgliedern und Wortarten?
Mit Wortarten lassen sich die Wörter unserer Sprache kategorisieren, also einteilen. Wortarten werden anhand grammatischer Eigenschaften unterschieden. Verben können Handlungen, Vorgänge oder Zustände ausdrücken, etwa laufen, wachsen und schlafen. Nomen repräsentieren konkrete oder abstrakte Dinge, wie Tisch, Bus oder Liebe, wohingegen als Interjektion alle Ausrufeworte wie peng, huch oder auch aua bezeichnet werden. Das verbreitete Schulmodell unterscheidet zehn Wortarten; die Einteilung hängt vom Grammatikmodell ab. Auch der konkrete Satz ist wichtig: während der Pause enthält eine Präposition, während wir warten eine unterordnende Konjunktion.
Als Satzglieder werden die Bestandteile eines Satzes bezeichnet, in die sich dieser zerlegen lässt. Ein Satzglied kann aus einem Wort oder einer Wortgruppe bestehen; bei entsprechender Funktion auch aus einem Nebensatz. Die Wortarten seiner Bestandteile und seine Funktion im Satz müssen getrennt bestimmt werden. An dem einfachen Aussagesatz Greta schreibt ihrer Freundin einen Brief. zeigen wir mögliche Umstellungen vollständiger Satzglieder. Die finite Verbform schreibt bleibt hier an zweiter Stelle. Das gilt nicht unverändert für jede Satzart und nicht für alle Teile eines mehrteiligen Prädikats.
| Umstellung der Satzglieder (Umstellprobe) | |||
|---|---|---|---|
| Greta | schreibt | ihrer Freundin | einen Brief. |
| Ihrer Freundin | schreibt | Greta | einen Brief. |
| Einen Brief | schreibt | Greta | ihrer Freundin. |
| Hinweis: In den drei Fassungen bleiben ihrer Freundin und einen Brief jeweils zusammen. Die Umstellung macht hier die Wortgruppen sichtbar. Nicht jede denkbare Wortfolge ist jedoch möglich. Die Probe muss mit der Funktion und den Wortformen abgeglichen werden. | |||
Satzglieder bestimmen
Die verschiedenen Satzglieder haben unterschiedliche Funktionen. Eine passende Frage an den Satz hilft beim Bestimmen. Prüfe die Antwort außerdem anhand der Wortformen, der Verbindung mit dem Verb und gegebenenfalls der Umstellprobe. Wir beginnen mit den vier Bereichen unseres Schulmodells: Subjekt, Prädikat, Objekt und Adverbialbestimmung. Objekte und Adverbialbestimmungen haben verschiedene Unterarten; Prädikative ergänzen die Betrachtung im Abschnitt zum Gleichsetzungsnominativ. Deshalb beginnen wir mit Subjekt und Prädikat.Subjekt & Prädikat
Viele einfache Aussagesätze bestehen aus Subjekt und Prädikat, zum Beispiel Die Katze frisst. Für solche Beispiele spricht man auch von einem Minimalsatz oder Satzminimum. Was ein vollständiger Satz benötigt, hängt jedoch vom Verb und von der Konstruktion ab. Es gibt auch subjektlose Sätze wie Mir ist kalt. und Aufforderungen ohne ausgesprochenes Subjekt wie Komm!Wer oder was? – Frage mit dem Prädikat des konkreten Satzes.
Antwort: Subjekt
Prüfe zusätzlich Nominativform und Übereinstimmung mit der finiten Verbform.
Welche Verbform(en) bilden den Satzkern?
Antwort: Prädikat
Objekt
Nun können Subjekt und Prädikat zwar einen einfachen Satz bilden, aber manchmal soll dieser um zusätzliche Informationen ergänzt werden. Diese Information kann unter anderem das Objekt liefern, weshalb es auch als Satzergänzung bezeichnet wird. Das Verb legt fest, welche Ergänzungen zu seiner jeweiligen Verwendung passen. Dazu können Objekte gehören. Bei fressen bezeichnet das Akkusativobjekt, was gefressen wird. Das passt zu diesem Handlungsbeispiel; andere Verben wie kennen oder gefallen beschreiben keine solche Handlung mit einem Ziel.Fragewort + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Objekt
Übersicht der Fragewörter verschiedener Objekte.
| Objekte | Mögliche Fragewörter |
|---|---|
| Genitivobjekt |
|
| Dativobjekt |
|
| Akkusativobjekt |
|
| Präpositionalobjekt |
|
| Hinweis: Eine genaue Erläuterung zum Gebrauch dieser Fragewörter sowie zahlreiche Beispiele finden sich im Abschnitt zum jeweiligen Objekt. Wenn es also Unsicherheiten gibt, wie diese Fragewörter gebraucht werden, lies einfach den Beitrag bis zum Ende. | |
Objektarten
In unserem Schulmodell unterscheiden wir drei Kasusobjekte: Genitivobjekt, Dativobjekt und Akkusativobjekt. Hinzu kommt das Präpositionalobjekt. Bei diesem bestimmt eine zur Verbverbindung gehörende Präposition die Form ihrer Ergänzung; in den folgenden Beispielen steht diese im Dativ oder Akkusativ. Objekte sind Ergänzungen, deren Form zur jeweiligen Verwendung des Verbs gehört. Ob eine Ergänzung ausdrücklich stehen muss, hängt vom Verb und vom Zusammenhang ab. In Mir gefällt das Bild. ist mir ein Dativobjekt, ohne ein Handlungsziel zu bezeichnen.Akkusativobjekt
Das Akkusativobjekt ist ein Objekt, das im Akkusativ steht. Es wird entweder aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder auch einem Pronomen gebildet. Die Begleiter der Nomen und Pronomen, wie etwa Artikel oder Adjektive, sind stets ein Teil des Satzglieds. Das Akkusativobjekt wird mit Wen oder Was? erfragt.Wen/Was + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Akkusativobjekt
Übersicht: Weitere Akkusativobjekt-Beispiele.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Die Maus isst den Käse. | Was isst die Maus? |
| Ich liebe dich. | Wen liebe ich? |
| Das Mädchen spielt Handball. | Was spielt das Mädchen? |
| Schüler und Lehrer haben Ferien | Was haben Schüler und Lehrer? |
| Wir genießen unseren Urlaub. | Was genießen wir? |
| Basti besucht seinen Kumpel. | Wen besucht Basti? |
Dativobjekt
Das Dativobjekt ist ein Objekt, das im Dativ steht. Es wird entweder aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder auch einem Pronomen gebildet. Die Begleiter der Nomen und Pronomen, wie etwa Artikel oder Adjektive, sind stets ein Teil des Satzglieds. Das Dativobjekt wird mit Wem? und selten mit Welcher Sache? erfragt.Wem + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Dativobjekt
Übersicht: Weitere Dativobjekt-Beispiele.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Ich helfe ihm. | Wem helfe ich? |
| Hannah antwortet dem alten Mann. | Wem antwortet Hannah? |
| Das Auto gehört meinen Nachbarn. | Wem gehört das Auto? |
| Magdalena ähnelt ihrem Vater | Wem ähnelt Magdalena? |
| Hannes will Vivian helfen | Wem will Hannes helfen? |
| Sie verzeiht ihrem Mann. | Wem verzeiht sie? |
Genitivobjekt
Das Genitivobjekt ist ein Objekt, das im Genitiv steht. Es wird aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder einem Pronomen gebildet. Die Begleiter der Nomen und Pronomen, wie beispielsweise Artikel oder Adjektive, sind stets ein Teil des Satzglieds. Das Genitivobjekt wird mit Wessen? erfragt.Wessen + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Genitivobjekt
Übersicht: Weitere Genitivobjekt-Beispiele.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Er schämte sich seiner Herkunft. | Wessen schämte er sich? |
| Rebekka entledigte sich des unnötigen Gepäcks. | Wessen entledigte sich Rebekka? |
| Der Wahlleiter enthielt sich seiner Stimme. | Wessen enthielt sich der Wahlleiter? |
| Ich freue mich des Lebens. | Wessen freue ich mich? |
| Er rühmte sich guter Taten. | Wessen rühmte er sich? |
Präpositionalobjekt
Beim Präpositionalobjekt gehört die Präposition zur jeweiligen Verbverbindung. Sie bestimmt den Kasus ihrer nominalen Ergänzung, etwa warten auf den Bus (Akkusativ) oder erzählen von einer Reise (Dativ). Das Verb kann je nach Verwendung auch ohne ein solches Objekt vorkommen. Die Präposition gehört zur Frage nach dieser Ergänzung.Präposition + Fragewort + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Präp.objekt
Übersicht: Weitere Präpositionalobjekt-Beispiele.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Lena wartet auf den Bus. | Worauf wartet Lena? |
| Die Kinder erzählen von der Reise. | Wovon erzählen die Kinder? |
| Der Sommer riecht nach Blumen. | Wonach riecht der Sommer? |
| Sie zweifelt an der Geschichte. | Woran zweifelt sie? |
| Der Großvater leidet an einer Krankheit. | Woran leidet der Großvater? |
Mehrere Objekte
Bisher wurden die Beispiele aus einem Subjekt, einem Prädikat sowie einem Objekt gebildet. Mitunter tauchen allerdings auch noch andere Satzglieder auf, wobei auch mehrere Objekte vorkommen können. Aber auch diese lassen mit den vorherigen Fragen bestimmen. Wenn in einem Satz mehrere Objekte vorkommen, was im Deutschen sehr oft passiert, handelt es sich recht oft um eine Kombination aus Akkusativobjekt und Dativobjekt. Natürlich sind aber auch andere Kombinationen möglich. Schauen wir auf einen Beispielsatz:Fragewort + Prädikat + Subjekt + Sonstiges?
Antwort: Objekt
Übersicht: Weitere Sätze mit mehreren Objekten.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Der Anwalt klagte die Verbrecher des Mordes an. |
|
| Die Kinder erzählen ihren Eltern von der Busfahrt. |
|
| Ich gratuliere Anne zur Geburt ihrer Tochter. |
|
| Die Unpünktlichkeit hat Conny | den Job gekostet |
|
Frage: Gibt es ein Nominativobjekt?
Im Deutschen gibt es vier Fälle. Das sind Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Es scheint auf den ersten Blick nur logisch, dass es zu jedem dieser Fälle auch ein Objekt geben müsste. Allerdings fehlt das Nominativobjekt in der obigen Übersicht. Aber warum? In der hier verwendeten Einteilung gibt es kein Nominativobjekt. Es gibt aber Sätze mit einer weiteren nominalen Ergänzung im Nominativ, die das Subjekt näher bestimmt. Diese Ergänzung nennt man Prädikativ, bei einer Nominalgruppe auch Gleichsetzungsnominativ. Eine Nominalgruppe als Subjekt steht im Nominativ; daraus folgt noch keine handelnde Rolle. In Martin ist ein Löwe. bezeichnet ein Löwe keine betroffene Sache, sondern charakterisiert Martin. Die Gruppe steht ebenfalls im Nominativ und ist hier ein Gleichsetzungsnominativ.Adverbialbestimmungen
Als Adverbialbestimmung, auch als Umstandsbestimmung, Adverbiale oder auch Adverbial benannt, wird im Deutschen eine Ergänzung des Satzes bezeichnet. Das Adverbial bestimmt dabei die ausgedrückte Handlung oder den ausgedrückten Zustand eines Satzes genauer. Die Adverbialbestimmung ist ein eigenständiges Satzglied und sagt immer aus, unter welchen Umständen eine Sache geschieht. Wir unterscheiden in adverbiale Bestimmungen des Ortes, der Zeit, der Art und Weise und des Grundes. Sie können aus einem Wort oder einer Wortgruppe bestehen und werden mit W-Fragen erfragt.Lokaladverbial
Eine adverbiale Bestimmung des Ortes wird auch als Lokaladverbial oder Umstandsbestimmung des Ortes bezeichnet. Diese Bestimmung gibt uns Auskunft über den Ort, die Richtung oder die Herkunft eines Geschehens. Wir können sie mit Wo?, Woher? und Wohin? erfragen.Wo/Wohin/Woher?
Antwort: Lokaladverbial
Übersicht: Weitere Lokaladverbiale als Beispiel.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Ich lese in der Badewanne. | Wo lese ich? |
| Die Pflanze steht auf dem Tisch. | Wo steht die Pflanze? |
| Die Vase ist vom Regal gefallen | Woher ist die Vase gefallen? |
| Sie stammt aus Brasilien. | Woher stammt sie? |
Temporaladverbial
Eine adverbiale Bestimmung der Zeit wird auch als Temporaladverbial oder Umstandsbestimmung der Zeit bezeichnet. Diese Bestimmung gibt uns eine Auskunft über den Zeitpunkt oder den Zeitraum eines Geschehens. Wir können sie mit den Fragewörtern Wann?, Wie lange? und Wie oft? erfragen.Wann/Wie lange/Wie oft?
Antwort: Temporaladverbial
Übersicht: Weitere Temporaladverbiale als Beispiel.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Ich gehe am Sonntag tanzen. | Wann gehe ich tanzen? |
| Wir sind seit 25 Jahren verheiratet. | Wie lange sind wir verheiratet? |
| Steve geht mehrmals im Monat schwimmen | Wie oft geht Steve schwimmen? |
| Sie fährt am Wochenende weg. | Wann fährt sie weg? |
Modaladverbial
Eine adverbiale Bestimmung der Art und Weise, auch Modaladverbial oder Umstandsbestimmung der Art und Weise, gibt Auskunft darüber, wie oder unter welchen Umständen etwas passiert. Sie lässt sich mit Wie?, Auf welche Weise?, Womit? und Wodurch? erfragen.Wie/Womit/Wodurch?
Antwort: Modaladverbial
Übersicht: Weitere Modaladverbiale als Beispiel.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Der Junge singt vergnügt. | Wie singt der Junge? |
| Das Kind lächelt freundlich. | Wie lächelt das Kind? |
| Hans hat heftig geschimpft. | Wie hat Hans geschimpft? |
| Er hat mit Öl gemalt. | Womit hat er gemalt? |
Kausaladverbial
In einem verbreiteten Schulmodell werden unter dem Kausaladverbial begründende Angaben im weiteren Sinn zusammengefasst. Dabei unterscheiden wir Grund oder Ursache im engeren Sinn (Warum?, Weshalb?) von Zweck oder Absicht (Wozu?, final). Genauere Einteilungen führen finale Angaben und weitere Bedeutungsgruppen gesondert auf. Die folgenden Beispiele zeigen Gründe und einen Zweck; die Frage muss zur jeweiligen Bedeutung passen.Grund: Warum/Weshalb? · Zweck: Wozu?
Antwort: Kausaladverbial
Übersicht: Weitere Kausaladverbiale als Beispiel.
| Beispielsatz | Frage |
|---|---|
| Das Bild wirkt deshalb. | Weshalb wirkt das Bild? |
| Hannah trägt eine Sonnenbrille zwecks besserer Sicht. | Wozu trägt Hannah eine Sonnenbrille? (Zweck) |
| Peter kann nicht, weil er verletzt ist. | Warum kann Peter nicht? |
Satzglieder & Attribute
Ein Attribut bestimmt ein Nomen innerhalb einer Wortgruppe näher. In Die freundliche Nachbarin liest ein Buch. ist die freundliche Nachbarin das vollständige Subjekt. Das Adjektiv freundlich erscheint hier in der Form freundliche und bildet ein Attribut innerhalb dieser Gruppe. Es wird hier nicht als eigenes Satzglied neben dem Subjekt gezählt.
Auch das Buch der Nachbarin enthält ein Attribut: der Nachbarin ist ein Genitivattribut zu Buch. Bei der Satzgliedbestimmung betrachten wir die ganze Wortgruppe und unterscheiden ihre innere Gliederung von ihrer Funktion im Satz.
Weitere Begriffe kannst du in der Wortwuchs-Suche nachschlagen.
Zusammenfassung
- Satzglieder übernehmen bestimmte Funktionen im Satz. Sie können aus einem Wort, einer Wortgruppe oder einem Nebensatz bestehen. Die Umstellprobe hilft beim Erkennen, ist aber kein ausnahmsloser Test.
- Unser Schulmodell beginnt mit Subjekt, Prädikat, Objekt und Adverbialbestimmung. Andere Modelle behandeln das Prädikat gesondert. Prädikative, etwa der Gleichsetzungsnominativ, müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
- Viele einfache Sätze bestehen aus Subjekt und Prädikat. Es gibt jedoch auch subjektlose Konstruktionen. Das Subjekt ist eine grammatische Funktion und nicht immer der Handelnde; das Prädikat ist der ein- oder mehrteilige verbale Satzkern.
- Objekte sind Ergänzungen, die durch die jeweilige Verwendung des Verbs bestimmt werden. Sie sind nicht immer Ziel einer Handlung: Mir in Mir gefällt das Bild. ist beispielsweise ein Dativobjekt. Wir kennen im Deutschen Akkusativ-, Dativ- und Genitivobjekt. Beim Präpositionalobjekt gehört eine Präposition zur Verbverbindung. Sie bestimmt den Kasus ihrer nominalen Ergänzung; unsere Beispiele zeigen Akkusativ und Dativ.
- Die Adverbialbestimmung sagt aus, unter welchen Umständen eine Sache geschieht. Wir unterscheiden in adverbiale Bestimmungen des Ortes, der Zeit, der Art und Weise und des Grundes. Adverbiale können aus einem Wort oder einer Wortgruppe bestehen und lassen sich ebenso erfragen.
