WORTWUCHS | Literaturlexikon

Präposition

Die Präposition, auch Verhältniswort, Vorwort oder Lagewort, ist eine Wortart im Deutschen. Die Präposition steht niemals allein und fast immer vor dem Wort, auf das sie sich bezieht. Dieses Wort wird als Bezugswort bezeichnet, wobei dieses in der Regel ein Nomen oder Pronomen ist. Die Präposition gibt an, wie sich das Bezugswort zu einer anderen Sache verhält. Dabei können Angaben zu Ort, Zeit, Art/Weise und Ziel/Grund gemacht werden. Deshalb unterscheidet man lokale, temporale, modale und auch kausale Präpositionen. Die Präposition legt fest, in welchem Fall das Nomen oder Pronomen – auf das sie sich bezieht – verwendet werden muss. Somit regieren Präpositionen die jeweiligen Bezugswörter. Die Präposition gehört zu den nicht flektierbaren Wortarten und ist unveränderlich. Sie passt sich demnach nicht dem Geschlecht (Genus), der Anzahl (Numerus) und dem Fall (Kasus) an. Zu den Präpositionen gehören an, auf, in neben, seit, während, durch(vgl. Präpositionen-Liste).

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Begriff & Beispiel

Der Begriff leitet sich vom lateinischen praepositio ab, was sich mit Voranstellung übersetzen lässt. Die Übersetzung gibt erste Hinweise auf die Position einer Präposition im Satz. Die Präposition ist nämlich fast immer dem Bezugswort vorangestellt. Die deutsche Bezeichnung Vorwort verweist übrigens auf den gleichen Umstand. Ein Beispiel:


Ich sitze auf dem Stuhl.

Im obigen Beispiel-Satz wurden die Präposition und ihr Bezugswort farblich hervorgehoben. Der Artikel dem wurde farblich unterstrichen, weil er zum Bezugswort gehört. Im Beispielsatz wird die Funktion der Präposition deutlich: sie zeigt an, wie sich eine Sache – hier: das Nomen Ich – zum Bezugswort verhält. Das Ich steht auf dem Stuhl – natürlich könnte es aber auch neben oder hinter dem Stuhl sitzen.


Greta geht in die Schule.

Im Beispielsatz wurden die Präposition und ihr Bezugswort farblich markiert. Auch hierbei beschreibt die Präposition, wie sich eine Sache – in diesem Beispiel Greta – zu einer anderen Sache verhält. Greta geht nämlich in die Schule, aber natürlich könnte sie auch hinter die Schule gehen oder sogar auf das Schulgebäude klettern.

Wichtig: Eine Präposition zeigt das Verhältnis zwischen zwei Sachverhalten an. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Nomen oder Pronomen. Wie verhält sich also ein Nomen zu einem anderen Nomen oder eben Pronomen. Dieses Verhältnis kann örtlich (lokal) und zeitlich (temporal) sein oder aber die Art und Weise (modal) oder Zeit und Grund (kausal) beschreiben. Die obigen Beispiele zeigen übrigens lokale Präpositionen, da sie das örtliche Verhältnis zweier Sachen angeben. Schauen wir uns nun den Gebrauch an.

Gebrauch der Präpositionen

Wie bereits beschrieben, können Präpositionen nicht allein stehen, sondern haben immer ein Bezugswort. Hierbei handelt es sich meist um ein Nomen oder ein Pronomen. In wenigen Fällen aber auch um ein Adverb und in ganz seltenen Fällen um ein Adjektiv.

Sonstige SatzbestandteilePräpositionBezugswortWortart
des Bezugswortes
Präpositionalgruppe
Die Familie kümmert sichumdie Kinder.Nomen
Die Familie kümmert sichumihn.Pronomen
Die Familie kümmert sichabheute.Adverb
Die Familie hält ihnfürklug.Adjektiv
Hinweis: Die obige Übersicht zeigt, dass das Bezugswort der Präposition durch vier verschiedene Wortarten gebildet werden kann. Diese Übersicht soll vor allem der Vollständigkeit dienen. In den meisten Fällen handelt es sich um Nomen oder Pronomen. Außerdem wird deutlich, dass die Präposition und ihr Bezugswort zusammen als Präpositionalgruppe bezeichnet werden.

Position der Präposition

In den meisten Fällen steht die Präposition vor ihrem Bezugswort. Teilweise darf sie aber auch hinter dem Wort stehen und in wenigen Fällen muss sie sogar dahinter stehen. Darüber hinaus gibt es auch Präpositionen, die das Wort oder die Wortgruppe umschließen.

    Präposition     Bezugswort     Präpositionalgruppe
Vor dem Bezugswort
Ich sitze

auf

einem Stuhl.
Ludwig kümmert sich

um

ihn.
Er wartet

bis

Sonntag.
Nach dem Bezugswort
Wir trennen den Müllder Umwelt

zuliebe.

Der Einfacheit

halber

treffen wir uns nach dem Unterricht.
Einem Bericht

zufolge

ist die Sängerin verstorben.
Vor oder nach dem Bezugswort
Wir sindunseren Kunden

gegenüber

höflich.
Wir sind

gegenüber

unseren Kundenhöflich.
Sabine hat sichMarios Vorschlag

entgegen

für Blau entschieden.
Sabine hat sich

entgegen

Marios Vorschlagfür Blau entschieden.
Der Straße

entlang

standen viele Bäume.

Entlang

Der Straßestanden viele Bäume.
Um das Bezugswort herum
Ich tat es

um

meines Vaters

willen.

Hinweis: Die obigen Beispiele zeigen die möglichen Positionen der Präposition im Deutschen. Für gewöhnlich steht die Präposition vor dem Bezugswort. Präpositionen, die um das Bezugswort herum stehen, gibt es im aktiven Sprachgebrauch kaum. Sie sind aber der Vollständigkeit halber aufgeführt.

Formen der Präposition

Präpositionen verdeutlichen immer das Verhältnis zwischen zwei Sachverhalten. Deshalb werden sie als Verhältniswörter bezeichnet. Grundsätzlich wird also die Frage beantwortet, wie sich der eine Satzbestandteil zum jeweiligen Bezugswort verhält.

Die Präposition kann dies auf vier verschiedene Arten tun: in Bezug auf Ort, Zeit, Art/Weise und Ziel/Grund. Dafür werden die lateinischen Begriffe lokal, temporal, modal und kausal verwendet. Demzufolge gibt es lokale, temporale, modale und kausale Präpositionen. Schauen wir uns diese anhand einiger Beispielsätze an:

Sonstige SatzbestandteilePräpositionBezugswortWortart
des Bezugswortes
Präpositionalgruppe
Magda gehtindie Schule.lokal
Ort
Rebekka kamvoreiner Stunde.temporal
Zeit
Sie sprachmitMühe.modal
Art/Weise
Theresa schwitztwegender Hitze.kausal
Grund/Ziel

Lokale Präpositionen

Präpositionen des Ortes beziehen sich immer auf einen Ort oder eine Bewegung. Deshalb lassen sich sich mit Woher? (Herkunft), Wo? (Ort) und Wohin? (Richtung) erfragen. Ein Beispiel:


Lisa sitzt auf dem Stuhl.

Die Präposition im Beispiel-Satz lässt sich nun erfragen. Da wir keine Herkunft und auch keine Richtung erfragen wollen, sondern einen Ort, nämlich den Stuhl, fragen wir: „Wo sitzt Lisa?“. Die Antwort umfasst die Präposition und das Bezugswort. Beides zusammen wird als Präpositionalgruppe bezeichnet. Die Antwort auf unsere Frage lautet: Auf dem Stuhl!“ – noch ein Beispiel:


Tom geht nachmittags zu einem Freund.

Auch dieses Beispiel beinhaltet eine lokale Präposition. In diesem Fall möchten wir allerdings keinen Ort erfragen, sondern eine Richtung. Wir fragen deshalb: „Wohin geht Tom nachmittags?“, woraufhin wir als Antwort erneut die Präposition samt Bezugswort erhalten, also die Präpositionalgruppe. Die Antwort lautet: Zu einem Freund!“

Wichtige lokale Präpositionen in der Übersicht
Sonstige SatzbestandteilePräpositionBezugswort
Präpositionalgruppe
Das Fahrrad lehntander Bushaltestelle.
Hannes springtaufdie Mauer.
Emma kommtausBerlin.
Der Hund istbeiFreunden.
Die Hasen sitzenhinterdem Busch.
Die Kinder sindinder Schule.
Sie stehtnebenmir.
Der Stift liegtunterdem Heft.
Mesut Özil schießt den Ballüberdas Tor.
Das Geschenk istvonmeiner Oma.
Jonathan stehtvordem Fernseher.
Wir gehen nochzueinem Kumpel.
Rebekka stehtzwischenden Partygästen.

Temporale Präpositionen

Präpositionen der Zeit beziehen sich immer auf einen Zeitpunkt oder einen Zeitraum. Deshalb lassen sich sich mit Wann? (Zeitpunkt) und Wie lange? (Zeitraum) erfragen. Sie zeigen also an, inwiefern sich eine Sache zu einer anderen in Bezug auf die Zeit verhält. Ein Beispiel:


Martin kommt um 9 Uhr.

Hier lässt sich das Verhältniswort aus dem Beispiel-Satz erfragen. Da wir keinen Zeitraum, also keine ausgedehnte Zeitspanne, meinen, fragen wir nach einem Zeitpunkt. Wir nutzen dafür das Fragewort Wann? und unsere Frage lautet:„Wann kommt Martin?“. Die Antwort beinhaltet abermals die Präposition und das Bezugswort, also die Präpositionalgruppe. Die Antwort ist:Um 9 Uhr!“ – noch ein Beispiel:


Die Jungs werden für eine Woche im Ferienlager sein.

Der Beispielsatz beinhaltet eine temporale Präposition. Dieses Mal ist kein genauer Zeitpunkt gemeint, sondern eine Zeitspanne. Deshalb können wir das Verhältniswort mit Wie lange? erfragen. Unsere Frage lautet also:„Wie lange sind die Jungs im Ferienlager? und die Antwort ist:Für eine Woche!“. Der obige Beispielsatz enthält übrigens auch eine lokale Präposition: nämlich das Wort im (Frage: Wo werden die Jungs für eine Woche sein? Antwort:“Im Ferienlager!“).

Wichtige temporale Präpositionen in der Übersicht
Sonstige SatzbestandteilePräpositionBezugswort
Präpositionalgruppe
Peer möchteab22 Uhrschlafen.
Ich fangeamMontagan.
Sie rufenaußerhalbder Öffnungszeitenan.
Magda wartetbisnächsten Monat.
Vivian istfürzwei Wochenin Rom.
Ich fliegeindrei Tagennach New York.
Du musstinnerhalbeiner Stundefertig werden.
Er schläft immernachder Arbeit.
Ich binseit15 JahrenDeutschlehrer.
Ich schaueum9 Uhreinen Film.
Wir warten schonübereine Stundeauf die Ergebnisse.
Bekki warvordem Unterrichtbeim Arzt.
Wir haben unswährenddes Urlaubskennengelernt.

Modale Präpositionen

Modale Präpositionen beschreiben die Art und Weise oder Ähnliches. Demnach geben sie an, wie sich eine Sache zu einer anderen verhält. Wir können sie mithilfe des Fragewortes Wie? erfragen. Ein Beispiel:


Susanne fährt mit der Straßenbahn.

Das Verhältniswort aus dem obigen Beispiel lässt sich erfragen. Da wir wissen möchten, wie Susanne fährt, können wir unsere Frage folgendermaßen formulieren:„Wie fährt Susanne?“ und erhalten die Antwort:Mit der Straßenbahn!“. Auch in diesem Beispiel liefert uns die Antwort die ganze Präpositionalgruppe, also die Präposition und ihr Bezugswort. Schauen wir auf ein weiteres Beispiel:


Katrin hält den Vortrag auf Französisch.

Auch in diesem Beispiel lässt sich die Präpositionalgruppe und somit das Verhältniswort und Bezugswort mithilfe des Fragewortes Wie? erfragen. Dafür formulieren wir als Frage:„Wie hält Katrin den Vortrag?“ und erhalten als Antwort:Auf Französisch!“

Wichtige modale Präpositionen in der Übersicht
Sonstige SatzbestandteilePräpositionBezugswort
Präpositionalgruppe
Ich lese heuteaufArabisch
Das Hemd istausBaumwolle.
Diese Regel gilt auchfürdich.
Sie fuhrgegenden Wind.
Joshua maltinvielen Farben.
Er arbeitetmitgroßer Mühe.
Sie küsste einanderohnejegliche Gefühle.
Ich liebe dichvonganzem Herzen.
Er gehtzuFuß.

Kausale Präpositionen

Eine kausale Präposition beziehen sich immer auf einen Grund, einen Zweck oder eine Ursache. Deshalb lassen sie sich mit Fragewörtern erfragen, die nach einem Grund fragen. Hierfür eignen sich Wieso?, Warum?, Weswegen? oder auch Aus welchem Grund? Die Antwort auf diese Frage liefert die Begründung, die mit einer kausalen Präposition eingeleitet wird. Schauen wir auf ein Beispiel:


Der Strom ist aufgrund des Sturms ausgefallen.

Das Verhältniswort im Beispiel-Satz lässt sich mit einer der obigen W-Frage erfragen. Wir möchten hierbei wissen, was die Ursache für den Stromausfall war. Wir fragen deshalb:„Weshalb ist der Strom ausgefallen?“ oder „Aus welchem Grund ist der Strom ausgefallen?“ und erhalten die Präpositionalgruppe, die die Präposition sowie das Bezugswort einschließt, als Antwort. Die Antwort lautet nämlich:Aufgrund des Sturms!“. Schauen wir auf ein weiteres Beispiel:


Jonas fuhr zur Erholung in die Berge.

Auch in diesem Beispiel-Satz lässt sich mithilfe der richtigen Frage das Verhältniswort erfragen. Wir sind auch hier auf eine Begründung oder eine Urache aus und fragen mithilfe von Weshalb? nach. Die Frage lautet dann:„Weshalb fuhr Jonas in die Berge?“, wobei wir als Antwort erneut die Präpositionalgruppe erhalten. Die Antwort lautet:Zur Erholung!“ und besteht aus Präposition und Bezugswort.

Wichtige kausale Präpositionen in der Übersicht
Sonstige SatzbestandteilePräpositionBezugswort
Präpositionalgruppe
Wir feiernanlässlichdes Geburtstageseine Party.
Peter lerntangesichtsder Prüfungenjeden Tag.
Wir fahrenaufgrunddes Wettersnach Italien.
Johanna wollte den FehlerausAngstnicht zugeben.
Du hast dichdankGretas Hilfeverbessert.
Es gab viele Unfälleinfolgedes Nebels.
Selma hattetrotzihres Urlaubskeine Zeit.
Axel kämpfteungeachtetder Mahnungweiter.
Ich habe michwegendirverspätet.

Präpositionen und Fälle (Kasus)

Wie in den obigen Übersichten und Beispielen ersichtlich wurde, regiert eine Präposition immer den Kasus ihrer Bezugswörter. Die Präposition gibt also vor, in welchem Fall das Wort, auf das sie sich bezieht, verwendet werden muss. Das zugehörige Wort (Nomen, Pronomen, Artikel) muss also in diesem Fall verwendet werden.

Es gibt keine eindeutige Regel, wann eine Präposition diesen oder jenen Fall verlangt. Der Fall, der verwendet wird, muss also stets mitgelernt werden. Deshalb nun eine Übersicht der wichtigsten Präpositionen und ob diese den Genitiv, Dativ oder Akkusativ verlangen. Den Nominativ verlangt übrigens keine Präposition.

Präpositionen, die den Genitiv verlangen
PräpositionBeispielsatz
abseitsAbseits der Großstädte lebt es sich ruhiger.
abzüglichDer Preis gilt abzüglich der Mehrwertsteuer.
angesichtsEine Belagerung halte ich angesichts der starken Mauern für sinnlos.
anlässlichWie feierten eine Party anlässlich Peters Geburtstags.
anstelleSie wollen anstelle des Religionsunterrichts einen Werteunterricht einführen.
aufgrundAufgrund des Unwetters haben wir schulfrei.
aufseitenWir kämpfen aufseiten der Arbeiter.
außerhalbDas Gasthaus befindet sich außerhalb des Dorfes.
beiderseitsEs ragen beiderseits der Allee Bäume in den Himmel.
dankIch wurde dank seiner Hilfe früher fertig.
diesseitsDas Gebiet diesseits des Waldes.
entlangDie Kinder gingen entlang des Baches zur Schule.
infolgeInfolge des Hochwassers wurden viele Menschen obdachlos.
innerhalbWir treffen uns innerhalb der Ferien.
jenseitsJenseits des Ozeans liegt Amerika.
linksDas Haus liegt links des Rheins.
längsDie wunderschönen Gärten liegen längs des Hanges.
mithilfeDas Zimmer habe ich mithilfe meiner Freundin gestrichen.
nördlich10 Kilometer nördlich der Grenze lag die Wüste.
oberhalbOberhalb des Tals lag das Kloster.
östlichÖstlich Berlins steht jede achte Wohnung leer.
rechtsDer Kanal war rechts der Straße.
seitlichSeitlich der Eingangstür war ein buntes Fenster.
stattStatt des Geldes gab er ihr seinen Ehering.
südlichNorditalien ist eine Großregion südlich der Alpen.
trotzWir gingen trotz des Regens spazieren.
um … willenIch tat es um meines Vaters willen.
ungeachtetSie wurde ungeachtet ihrer Leistung entlassen.
unterhalbIch habe eine Verletzung unterhalb des Knies.
unweitUnweit des Sees gibt es einen Zeltplatz.
wegenIch ärgere mich wegen der fehlenden Buchstaben.
weitabRebekka wohnt fernab des Zentrums.
westlichDer Klövensteen ist ein Erholungsgebiet westlich Hamburgs.
währendWährend der Party haben wir gestritten.
zugunstenWir sammeln Spenden zugunsten der Erdbebenopfer.
zuungunstenDas Kräfteverhältnis hat sich zuungunsten der Indianer verschoben.
zuzüglichMeine Wohnung kostet 900 Euro zuzüglich der Nebenkosten.
Präpositionen, die den Dativ verlangen
PräpositionBeispielsatz
ausDer Dichter liest aus seinem Werk.
aus … herausEr handelte aus einer Laune heraus.
außerAußer ihm kann keiner seine Handschrift lesen.
beiSusi ist bei einem Freund.
bis zuIch bin vom Kopf bis zu den Zehen entspannt.
entgegenEntgegen meinem Rat hat er das Haus gekauft.
entsprechendIch habe mich entsprechend meinem Alter entwickelt.
gegenüberIch bin gegenüber der Rechtschreibreform skeptisch.
gemäßDer Einsatz ist gemäß internationalem Recht illegal.
getreuGetreu der Rechtschreibreform ist „morgen Früh“ korrekt geschrieben.
mitBetty möchte ein Haus mit einem Garten kaufen.
mitsamtDie Santa Maria sank mitsamt der Ladung.
nachIch kenne Heinrich Heine nur dem Namen nach.
naheDie Ruinen der antiken Stadt liegen nahe dem Fluss.
samtDie Wohnung samt allem Inventar wude verkauft.
seitIch kenne dich seit Jahren.
vonThomas nimmt die Wäschevon der Leine.
von … ausAlle Sehenswürdigkeiten sind von der Pension aus sehr gut zu erreichen.
zuDas Kind läuft zu seiner Mutter.
…zufolgeEinem Gerücht zufolge sind Jonas und Rebekka verlobt.
Präpositionen, die den Akkusativ verlangen
PräpositionBeispielsatz
bisEr ist bis nächsten Montag unterwegs.
durchDie Kugel drang durch den Oberschenkel.
… entlangWir gehen den Weg entlang.
fürDas Geschenk ist für meine Oma.
gegenWir sind gegen die Mieterhöhung.
ohneEr lebt hier ohne eine Aufenthaltsgenehmigung.
umDie ISS wird um die Erde kreisen.
um … herumDie Planeten drehen sich um die Sonne herum.
Wechselpräpositionen – fordern Dativ oder Akkusativ
Hinweis: Als Regel gilt bei den folgenden Verhältniswörtern, dass die Präposition im Dativ verwendet wird, wenn es um eine Position geht und wir nach Wo? fragen. Der Akkusativ wird verwendet, wenn eine Bewegung ausgedrückt wird und auf die Frage Wohin? geantwortet werden kann.

Beispiel: Ich stelle es auf den Tisch (Akk., Wohin?) • Es steht auf dem Tisch (Dat., Wo?)
PräpositionBeispielsatz
anDativ: Das Bild hängt an der Wand.
Akkusativ: Ich hänge das Bild an die Wand.
aufDativ: Das Buch liegt auf dem Tisch.
Akkusativ: Hans legt das Buch auf den Tisch.
hinterDativ: Wir treffen uns hinter der Schule.
Akkusativ: Wir gehen hinter die Schule.
inDativ: Kai ist in der Wohnung.
Akkusativ: Kai geht in die Wohnung.
nebenDativ: Hannes sitzt neben der Pflanze.
Akkusativ: Hannes setzt sich neben die Pflanze.
überDativ: Die Lampe hängt über dem Sofa.
Akkusativ: Ich hänge die Lampe über das Sofa.
unterDativ: Die Katze liegt unter dem Tisch
Akkusativ: Die Katze läuft unter den Tisch.
vorDativ: Greta steht vor der Tür.
Akkusativ: Greta geht vor die Tür.
zwischenDativ: Pumuckl sitzt zwischen den Flaschen.
Akkusativ: Ein Kobold läuft zwischen den Flaschen herum.

Verschmelzung: Präposition + bestimmter Artikel

Einige Präpositionen können mit dem Artikel des Nomens, auf das sie sich beziehen, eine Verbindung eingehen. Die Präposition und der Artikel verschmelzen dann miteinander. Einige Verschmelzungen sind verbindlich, manche können gemacht werden, müssen es aber nicht und einige sind ausschließlich in der Umgangssprache zu finden.

Insgesamt gibt es 14 Verhältniswörter, welche mit dem Artikel eines Nomens verschmelzen können. Diese sind: an, auf, aus, bei, durch, für, hinter, in, über, um, unter, von, vor, zu. Die Präpositionen können allerdings nur mit bestimmten Artikeln verschmelzen. Ein Beispiel:


Ich ging durch das Gebüsch.

Dieser Beispielsatz beinhaltet eine Präposition sowie ein Bezugswort und dessen Begleiter. In diesem Fall ist das Bezugswort das Nomen Gebüsch und der Begleiter das. Dies ist ein bestimmter Artikel, der mit der Präposition verschmelzen kann. Das sieht dann so aus:


Ich ging durchs Gebüsch

Allerdings kann nicht jedes Verhältniswort mit einem bestimmten Artikel verschmelzen und zahlreiche Verbindungen sind auch nur in der Umgangssprache zu finden. Deshalb haben wir eine Übersicht erstellt, die sämtliche Präpositionen, die mit Artikeln verschmelzen können, auflistet. Dabei ist farblich markiert, ob es sich um eine standardsprachliche oder umgangssprachliche Form handelt.

    Standardsprache     Umgangssprache
dasdemdenderdie
anansamxxx
aufaufsaufmaufnxx
ausxausmxxx
beixbeimxxx
durchdurchsxxxx
fürfürsxxxx
hinterhintershintermhinternxx
ininsimxxx
überübersübermübernxx
umumsxxxx
unteruntersuntermunternxx
vonxvomxxx
vorvorsvormvornxx
zuxzumxzurx
Hinweis: Verschmelzungen, die umgangssprachlich sind, können in jedem Zusammenhang verwendet werden. In fachlichen Texten, also in sämtlichen Arbeiten, die für die Schule oder die Universität verfasst werden oder bei offiziellen Schreiben und journalistischen Textsorten sollte aber stets die Standardsprache bevorzugt werden. Das Verwenden der Umgangssprache kann hier als schlechter Stil gewertet werden und mindert außerdem die sprachliche Eleganz eines Textes (vgl. Eloquenz).

Obligatorische Verschmelzungen

Fast immer kann sowohl die verschmolzene als auch die getrennte Form verwendet werden. Wenn dann die eine oder die andere Form genutzt wird, hat das also vor allem stilistische Gründe. Es gibt allerdings auch Konstruktionen, bei denen die Verschmelzung obligatorisch ist, also verbindlich vorgeschrieben wird.

Nachfolgend eine Übersicht:

1. Feste Wendungen
am Anfang; am Boden liegen; ans Licht bringen; ans Werk gehen; aufs Land fahren; beim Alten bleiben; beim Wort nehmen; jmd. ins Herz treffen; jmd. schlägt das Herz bis zum Hals; jmd. kommt ums Leben; die Dinge beim Namen nennen; im Ernst; im Vertrauen; im Sinne von; ins Vertrauen ziehen; vom Regen in die Traufe; zum Hauptmann/Admiral/Leutnant befördern; zum ersten/dritten/letzten Mal; vom Besten/Schönsten; zur Sache kommen; zur See fahren …
Hinweis: In festen Wendungen können sogar umgangssprachliche Verschmelzungen verwendet werden. Diese sind bei festen Wendungen obligatorisch, also verbindlich, und nicht veränderlich.
2. Bildung des Superlativs mit am (vgl. Adjektiv)
am schönsten, am tollsten, am jüngsten, am größten, am kleinsten, am besten, am schwersten …
3. Zeit- und Datumsangaben
am 9. August; im März; im Sommer; um 9 Uhr; vom Dienstag; vom letzten Tag; bis zum Winter …
4. Substantivierte Infinitive (Grundform des Verbs)
Freude am Spielen; ans Feiern denken; beim Essen nicht sprechen; beim Umziehen helfen; im Sterben liegen; der Traum vom Reisen erzählen; das ist zum Lachen …
Achtung: viele Ausnahmen!
5. Viele geografische Eigennamen, die mit Artikel gebraucht werden
am Mittelmeer; im Rhein schwimmen; zum Bodensee fahren; im Schwarzwald sein …

Zusammenfassung

Kurzübersicht: Das Wichtigste zur Wortart im Überblick


  • Als Präposition, auch Verhältniswort, Vorwort oder Lagewort, wird eine Wortart im Deutschen bezeichnet. Die Präposition zeigt das Verhältnis zwischen einzelnen Satzgliedern an. In den meisten Fällen zeigt sie auf, wie sich ein Nomen zu einem anderen Nomen, Pronomen oder auch zu einem Adverb oder Adjektiv verhält.
  • Fast immer steht die Präposition vor dem Wort, auf das sie sich bezieht. Allerdings kann sie auch hinter diesem stehen oder dieses umschließen. Präpositionen, die um das Bezugswort herum stehen, gibt es im aktiven Sprachgebrauch allerdings selten (Bsp.: um … willen).
  • Man unterscheidet vier Formen der Präposition: lokale, temporale, modale und kausale. Diese beschreiben inwiefern sich eine Sache in Bezug auf Ort, Zeit, Art/Weise oder Grund/Ziel zu einer anderen verhält.
  • Die Präposition regiert immer den Kasus ihrer Bezugswörter. Die Präposition gibt also vor, in welchem Fall das Wort, auf das sie sich bezieht, verwendet werden muss. Das zugehörige Wort (Nomen, Pronomen, Artikel) muss also in diesem Fall verwendet werden.
  • Dabei gilt, dass ein Verhältniswort nie den Nominativ einfordert. Allerdings durchaus Genitiv, Dativ oder Akkusativ. Fast alle Präpositionen verlangen stets den gleichen Fall. Einige fordern manchmal Dativ und manchmal Akkusativ. Diese nennt man Wechselpräpositionen. Dies bedeutet, dass der Fall mit der Präposition und ihrer Funktion gelernt werden muss.
  • Außerdem können Verhältniswörter versteckt sein. Dies liegt darin begründet, dass sie mit dem bestimmten Artikel eines Nomens verschmelzen können. Einige dieser Verbindungen sind obligatorisch, manche fakultativ und andere sind lediglich umgangssprachlich.


Inhaltsverzeichnis