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Akkusativobjekt

Als Akkusativobjekt wird ein Satzglied im Deutschen bezeichnet. Das Akkusativobjekt ist eine Objektart und somit eine Satzergänzung, die den Minimalsatz aus Subjekt und Prädikat erweitern kann. Das Objekt steht hier im 4. Fall, also im Akkusativ (vgl. Kasus), und kann mit der Frage Wen oder Was? erfragt werden. Es ist die Objektart, welche im Deutschen am häufigsten vorkommt. Darüber hinaus gibt es noch das Dativobjekt, das Genitivobjekt sowie das Präpositionalobjekt.

Subjekt, Prädikat, Akkusativobjekt

Im Deutschen gibt es vier verschiedene Satzglieder: Subjekt, Prädikat, Objekt sowie Adverbialbestimmung. Das Satzminimum bilden Subjekt und Prädikat, was bedeutet, dass diese in fast jedem Satz enthalten sind, der grammatisch korrekt und vollständig ist (vgl. Hauptsatz).


Laura
liest.

Der Beispielsatz beinhaltet ein Subjekt und ein Prädikat. Vereinfacht ließe sich sagen, dass das Subjekt der Täter eines Satzes ist und das Prädikat die Tat. Für viele Sätze reicht das aus, doch teils braucht es auch das Ziel einer solchen Tat – also gewissermaßen ein Opfer.

Dieses Opfer stellt in der Regel das Objekt. Ein Objekt ist somit das Ziel der Tat, die vom Prädikat benannt, und vom Subjekt ausgeführt wird. In einem Satz sähe das folgendermaßen aus.


Laura
liest
ein
Buch.

Das Objekt erweitert also den Minimalsatz aus Subjekt und Prädikat und ergänzt diesen. Es liefert dabei ergänzende Informationen und beschreibt das Ziel der Handlung, die das Subjekt tut.

In diesem Fall liest das Subjekt. Wir könnten fragen:„Wen oder was liest Laura?“ und würden als Antwort das Objekt ein Buch erhalten.


Fragewort + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Objekt


Hinweis: Es ist hilfreich, sich den Unterschied zwischen Subjekt, Prädikat und Objekt zu verdeutlichen, indem wir uns das Subjekt als Täter, das Prädikat als Tat und das Objekt als Opfer der Tat vorstellen. Diese Eselbrücke kann das Bestimmen der Satzglieder, wenn Sätze komplex sind, vereinfachen.

Akkusativobjekt bestimmen

Das Akkusativobjekt ist nun also ein Objekt, welches im Akkusativ steht. Es wird aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder einem Pronomen gebildet. Die Begleiter der Nomen und Pronomen, wie etwa Artikel oder Adjektive, sind ebenso ein Teil des Satzglieds.

Es lässt sich mit Wen oder was? erfragen.


Die
Katze
frisst
einen
kleinen
Fisch.

Im Beispielsatz erfragen wir das Subjekt mit Wer oder was handelt? und erhalten als Antwort die Wortgruppe die Katze. Das Prädikat können wir mit was tut das Subjekt? erfragen, worauf wir zur Antwort das finite Verb frisst erhalten.

Das Objekt können wir mit „Wen oder was frisst die Katze?“ erfragen und erhalten einen kleinen Fisch zur Antwort. Da es mit Wen oder was? erfragen ließ, handelt es sich hierbei um ein Akkusativobjekt.

Kurzum: Die Katze ist der Täter, das Prädikat frisst die Tat und das Akkusativobjekt einen kleinen Fisch ist das Ziel oder Opfer dieser Handlung. Außerdem wird deutlich, dass sowohl der unbestimmte Artikel ein als auch das Adjektiv kleinen ein Teil des Objekts sind.


Wen/Was + Prädikat + Subjekt?
Antwort: Akkusativobjekt


Übersicht: Weitere Akkusativobjekt-Beispiele.
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BeispielsatzFrage
Die Maus isst den Käse.Was isst die Maus?
Jonas liebt Greta.Wen liebt Jonas?
Das Mädchen spielt Handball.Was spielt das Mädchen?
Schüler und Lehrer haben FerienWas haben Schüler und Lehrer?
Wir genießen den Sonnenuntergang.Was genießen wir?
Hannes trifft seine Freunde.Wen trifft Hannes?
Hinweis: Das Akkusativobjekt ist das häufigste Objekt, das sich in deutschen Sätzen ausmachen lässt. Über zwei Drittel aller Objekte im Deutschen fallen darunter. Es besteht immer aus Nomen oder Pronomen, wobei zu diesen auch die jeweiligen Begleiter und Attribute gehören können. Darüber hinaus können Zahlwörter ein Teil des Akkusativobjekts sein. Das Akkusativobjekt erfragt man, indem man als Fragewörter Wen? oder Was? nutzt. Dabei werden Personen zumeist mit Wen? und alles andere mit Was? erfragt.

Akkusativobjekt als Nebensatz

Die Funktion des Objekts kann allerdings nicht nur ein Wort oder eine Wortgruppe im Satz übernehmen, sondern auch ein Nebensatz. Dann spricht man von einem Objektsatz. Die Antwort auf unsere Frage ist dann kein Satzglied des Hauptsatzes, sondern liefert uns einen kompletten Nebensatz, der dem Hauptsatz untergeordnet ist.


Lena
glaubt,
dass
er
kommt.

Erfragen wir nun die Satzglieder, wie bei den anderen Beispielen. Das Subjekt erfragen wir mit wer oder was handelt?, wobei die Antwort Lena lautet. Fragen wir, was das Subjekt tut?, gibt es das Prädikat glaubt als Antwort. Die Frage nach dem Akkusativobjekt, also was glaubt Lena?, liefert den ganzen Nebensatz […] dass er kommt.

Noch ein weiteres Beispiel:


Ich
will
nicht,
dass
wir
fliegen.

Auch in diesem Beispiel sind Subjekt und Prädikat schnell gefunden. Wesentlich ist allerdings, dass das Objekt auch hierbei durch einen kompletten Nebensatz gebildet wird. Da sich dieser durch Was will ich nicht? erfragen lässt, steht er im Akkusativ und bildet somit einen Akkusativobjektsatz.

Tipp: Solche Akkusativobjektsätze gibt es häufig. Ein Akkusativobjektsatz kann auch als es im Hauptsatz vertreten sein (Beispiel: Ich glaube es, dass wir uns sehen.). Steht der Nebensatz aber vor dem Hauptsatz, darf es nicht genutzt werden. Dann kann er aber durch das im Hauptsatz vertreten sein (Beispiel: Dass wir uns sehen, das glaube ich.) – siehe: Korrelat im Hauptsatz.

Zusammenfassung

  • Das Akkusativobjekt ist das im 4. Fall (Akkusativ) stehende Objekt eines Satzes. Mitunter wird es auch als direktes Objekt bezeichnet. Da es sich bei einem Objekt um eine Ergänzung handelt, die das Ziel der Handlung beschreibt, die das Subjekt ausführt, kann das Akkusativobjekt im Satz vorkommen – muss es aber nicht. Allerdings ist es häufig.
  • Das Akkusativ lässt sich mit Wen? oder Was? erfragen. Die Frage setzt sich also meist aus Wen/Was Prädikat + Subjekt + weitere Satzglieder zusammen. Folglich sollten erst Prädikat und Subjekt erfragt werden.
  • Darüber hinaus kann auch ein Nebensatz die Funktion eines Objekts im Hauptsatz übernehmen. Steht der Nebensatz im Akkusativ und antwortet auf Wen oder was?, spricht man von einem Akkusativobjektnebensatz.


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