WORTWUCHS | Literaturlexikon

Präpositionalobjekt

Als Präpositionalobjekt wird eine Satzergänzung, also ein Objekt, im Deutschen bezeichnet. Ein deutscher Satz besteht in jedem Fall aus einem Subjekt und einem Prädikat. Diese beiden Satzglieder müssen vorhanden sein, damit ein Satz korrekt ist (vgl. Hauptsatz). Zumeist gesellt sich zu diesen Satzgliedern ein Objekt, das den Minimalsatz vervollständigt. Fast immer bestimmt das Prädikat, in welchem Fall das Objekt steht, wodurch es vier verschiedene Objektformen gibt: Genitivobjekt, Dativobjekt, Akkusativobjekt und Präpositionalobjekt. Das Präpositionalobjekt bildet hier eine Ausnahme, da der Fall des Objekts von einer Präposition bestimmt wird. So gibt es Verben, die immer mit einer Präposition zusammen verwendet werden. Bildet ein solches Verb das Prädikat, nennt man das Objekt, das auf ebendiese Präposition folgt und vom Verb gefordert wurde, Präpositionalobjekt (vgl. Präpositionalgruppe). Manche Prädikate fordern also bestimmte Präpositionen, die dann den Fall des Objekts bestimmen.

Begriff & Beispiel

Der Begriff Präpositionalobjekt setzt sich aus den Wörtern Objekt und Präposition zusammen. Als Objekt wird ein Satzglied bezeichnet, das den Minimalsatz aus Subjekt und Prädikat vervollständigt. Gefordert werden Objekte vom Prädikat. Das Prädikat bestimmt in der Regel auch, in welchem Fall das jeweilige Objekt steht.

Als Präposition wird eine Wortart bezeichnet. Eine Präposition steht nie allein, sondern hat stets ein Bezugswort. Ihre Aufgabe ist es, zu zeigen, wie sich dieses Bezugswort zu einer anderen Sache verhält. Die Präposition und ihr Bezugswort werden als Präpositionalgruppe bezeichnet. Es gilt außerdem, dass die Präposition das Bezugswort regiert – Sie bestimmt also den Kasus (Fall) ihres Bezugswortes.

Tipp: Unterschied zwischen Satzgliedern und Wortarten. (Klick!)
Für Schüler ist es oft schwierig, Satzglieder von Wortarten zu unterscheiden. Das ist in einigen Fällen gar nicht schlimm, sorgt aber in anderen Fällen zu gravierenden Fehlern und Folgefehlern bei der Bestimmung.


Mit Wortarten lassen sich die Wörter unserer Sprache kategorisieren, also einteilen. Wortarten sind Wörter mit einer bestimmten Fähigkeit. So stellen Verben beispielsweise Tätigkeiten dar, wie etwa laufen, sitzen oder warten.

Nomen repräsentieren konkrete oder abstrakte Dinge, wie Tisch, Bus oder Liebe, wohingegen als Interjektion alle Ausrufeworte wie peng, huch oder auch aua bezeichnet werden. Insgesamt gibt es zehn Wortarten und jedes Wort unserer Sprache lässt sich diesen zuordnen.


Als Satzglieder werden die Bestandteile eines Satzes bezeichnet, in die sich dieser zerlegen lässt. Satzglieder bleiben als Einheit erhalten und können aus mehreren Wörtern, die alle einer der zehn Wortarten angehören, bestehen.

Um zu verdeutlichen, dass sich die einzelnen Satzglieder beliebig in einem Satz umstellen lassen, können wir auf einen Beispielsatz schauen. Nehmen wir dafür den Satz:„Greta schreibt ihrer Freundin einen Brief.“ und sortieren die Satzglieder neu. Die Position des Prädikats bleibt übrigens immer gleich.


    Subjekt     Prädikat     Dativobjekt     Akkusativobjekt
Umstellung der Satzglieder (Umstellprobe)
Gretaschreibtihrer Freundineinen Brief.
Ihrer FreundinschreibtGretaeinen Brief.
Einen BriefschreibtGretaihrer Freundin.
Hinweis: Der Satz wurde mehrmals umgestellt. Dabei wurde ersichtlich, dass sich zwar die einzelnen Satzglieder umstellen lassen, aber einige Wörter stets zusammen bleiben. Folglich lassen sich die Satzglieder umstellen, wodurch wir zusammengehörige Wörter als Satzglieder identifizieren können. Allerdings lassen sich eben nicht alle Wörter (Wortarten) in eine beliebige Reihenfolge bringen.

Deshalb ist das Präpositionalobjekt ein Sonderfall. Da es nämlich von der Präposition eingeleitet wird, wird der Kasus, in dem es steht, von der Präposition vorgegeben und eben nicht vom Prädikat, wie es bei allen anderen Objektformen im Deutschen die Regel ist.

Es hängt allerdings immer vom Prädikat ab, von welcher Präposition ein präpositionales Objekt eingeleitet wird, da nicht jede Präposition auf jedes Verb folgen kann. Schauen wir auf ein Beispiel:


Lena
wartet
auf
den
Bus.

Der obige Beispielsatz ist ein einfacher Hauptsatz, der aus Subjekt, Prädikat und Objekt besteht. Das Subjekt ist das Nomen Lena, das Prädikat wird durch das Verb warten gebildet und das Objekt bilden die Präposition auf, der Artikel den sowie das Nomen Bus. Und weil das Objekt von einer Präposition eingeitet wird, spricht man von einem Präpositionalobjekt oder einem präpositionalen Objekt.

Wir sehen, dass das Objekt von einer Präposition eingeleitet wird – nämlich von auf. Dieses wurde wiederum vom Verb warten benötigt, da man auf etwas oder jemanden wartet. Die Präposition auf verlangt in der Verbindung mit dem Verb warten den Akkusativ, weshalb es den Bus heißen muss. Somit hat das Prädikat die Präposition verlangt und diese hat den Fall (Kasus) des Objekts bestimmt (Akkusativ).

Tipp: Deklination des Wortes Bus. (Klick!)
SingularPlural
Nominativder Busdie Busse
Genitivdes Bussesder Busse
Dativdem Bus
dem Busse
den Bussen
Akkusativden Busdie Busse
Fazit: Als Präpositionalobjekt wird in der Grammatik ein Objekt bezeichnet, das aus mehreren Wörtern besteht und von einer Präposition eingeleitet wird. Im Gegensatz zu anderen Objekteformen wird der Fall des Objekts nicht vom Prädikat, sondern von der verwendeten Präposition bestimmt. Die Präposition gehört zum Verb und kann nicht weggelassen werden. Welches Verb allerdings eine präpositionale Ergänzung braucht, muss leider auswendig gelernt werden. Wir haben dafür eine Liste vorbereitet: Verben mit Präpositional-Ergänzung.

Dativ und Akkusativ

Das Beispiel stand im Akkusativ. Allerdings können präpositionale Objekte sowohl im Akkusativ als auch im Dativ stehen. Wie bereits beschrieben, hängt der Kasus von der verwendeten Präposition ab, da jede Präposition einen anderen Kasus für ihr Bezugswort verlangt. Allerdings handelt es sich immer um den Dativ oder Akkusativ.


Hannes
erzählt
von
der
Reise.

Der Beispielsatz ist, wie schon der vorherige, ein Hauptsatz. Er wird aus einem Subjekt, einem Prädikat und einem Objekt gebildet. Das Subjekt ist das Nomen Hannes, das Prädikat ist das Verb erzählen und das Objekt bilden die Präposition von, der Artikel der sowie das Nomen Reise. Da das Objekt von einer Präposition eingeitet wird, handelt es sich auch hierbei um ein Präpositionalobjekt.

In diesem Fall steht das präpositionale Objekt im Dativ. Das Prädikat erzählen benötigt die Präposition von. Diese Präposition fordert im Zusammenspiel mit dem Verb erzählen den Dativ.

Tipp: Deklination des Wortes Reise. (Klick!)
SingularPlural
Nominativdie Reisedie Reisen
Genitivder Reiseder Reisen
Dativder Reiseden Reisen
Akkusativdie Reisedie Reisen
Hinweis: Präpositionale Objekte stehen also immer im dritten oder vierten Fall, also im Dativ oder im Akkusativ. Welches Verb allerdings eine präpositionale Ergänzung braucht und in welchem Fall dann das Objekt steht, muss stets auswendig gelernt werden. Hierfür gibt es keine einfache Herleitung, wobei sich Muttersprachler in der Regel auf ihr Sprachgefühl verlassen können.

Objekte erfragen

Allgemein gilt, dass man Satzglieder erfragen kann, falls man sich bei der Bestimmung unsicher ist. Dies gilt auch für alle Objektformen, wodurch sich herausfinden lässt, um welche Objektform es sich handelt. So lassen sich mühelos Genitiv-, Dativ-, Akkusativ- und natürlich auch Präpositionalobjekte erkennen und bestimmen.

Dabei wird das Subjekt mit Wer oder Was handelt? erfragt und das Prädikat mit Was tut das Subjekt? Demnach ist es am einfachsten, wenn wir zuerst das Subjekt im Satz bestimmen, dann das Prädikat und im Anschluss die anderen Satzglieder des Satzes.

Um das Objekt zu erfragen, bilden wir aus Subjekt und Prädikat einen Fragesatz und leiten diesen mit Wessen? für den Genitiv, Wem? für den Dativ und Wen?/Was? zum Erfragen des Akkusativobjekts ein.


Jonas
fängt
einen
Fisch.

Der obige Hauptsatz besteht aus Subjekt, Prädikat und Objekt.

Das Subjekt erfragen wir, indem wir die Frage stellen, wer im Satz handelt, also etwas tut. Das ist Jonas. Das Prädikat wird deutlich, indem wir fragen, was das Subjekt tut. In diesem Fall fängt es etwas.

Wenn wir nun herausfinden möchten, um was für ein Objekt es sich handelt, müssen wir lediglich die korrekte Frage nach diesem stellen und dafür einen Fragesatz aus Subjekt und Prädikat bilden:


Wessen fängt Jonas?
Wem fängt Jonas?

Wen/Was fängt Jonas?


Die Antwort auf eine der obigen Fragen ist das Objekt des Satzes. Im Beispiel wäre die Antwort einen Fisch. Somit handelt es sich um ein Akkusativobjekt. Widmen wir uns nun dem präpositionalen Objekt, das gewissermaßen aus der Reihe fällt und eine Ausnahme zur beschriebenen Regel darstellt, da es anders erfragt wird.

Präpositionalobjekt erfragen (Fragewort)

Wie beschrieben, lassen sich Genitiv-, Dativ- und Akkusativobjekte mit einer der vorgestellten W-Fragen und dem Subjekt und Prädikat erfragen. Beim Präpositionalobjekt ist es so, dass es immer mit der Präposition erfragt werden muss. Allein dadurch sehen wir, dass es sich um ein präpositionales Objekt handeln muss.

Um das zu verdeutlichen, können wir erneut auf einen Beispielsatz blicken. Hierbei werden wir versuchen, das Objekt zu erfragen und dadurch herausfinden, um welche Objektart es sich handelt.


Der
Kuchen
riecht
nach
Mandeln.

Wenn wir versuchen, das Objekt zu erfragen, fällt auf, dass immer die Präposition gebraucht wird, um die Frage zu formulieren. Demnach funktionieren die obigen Fragen nicht. Die Frage lautet also:

Präposition + Wen/Was/Wem + Prädikat + Subjekt ?

Wessen riecht der Kuchen?
Wem riecht der Kuchen?
Wen/Was riecht der Kuchen?

Nach was riecht der Kuchen?


Die Antwort darauf liefert uns das Präpositionalobjekt. Die Antwort lautet dabei: Nach Mandeln. Es steht in diesem Fall im Akkusativ. Wir merken uns also, dass das präpositionale Objekt immer von einer Präposition eingeleitet wird und sich auch nur mit dieser erfragen lässt. Schauen wir zur Verdeutlichung auf ein weiteres Beispiel:


Die
Schüler
reden
über
den
Lehrer.

Über wen reden die Schüler?

Auch in diesem Beispielsatz lässt sich das Präpositionalobjekt nur zusammen mit der Präposition erfragen. Die Antwort auf die Frage ist: über den Lehrer. Folglich handelt es sich bei dieser Wortgruppe um ein präpositionales Objekt, das hierbei im Akkusativ steht.

Tipp: Deklination von Mandel und Lehrer. (Klick!)
SingularPlural
Nominativdie Mandeldie Mandeln
Genitivder Mandelder Mandeln
Dativder Mandelden Mandeln
Akkusativdie Mandeldie Mandeln
SingularPlural
Nominativder Lehrerdie Lehrer
Genitivdes Lehrerder Lehrer
Dativdem Lehrerden Lehrern
Akkusativden Lehrerdie Lehrer
Wichtig! Präpositionale Objekte werden also von einer Präposition eingeleitet, die vom Prädikat verlangt wird. Darüber hinaus lassen sie sich nur mithilfe der jeweiligen Präposition erfragen, weil diese für die Verwendung des Prädikats notwendig ist. Hierbei werden die meisten Fehler beim Bestimmen gemacht.

Wesentlich ist, dass das Prädikat die Präposition einfordert, also nicht nur zufällig mit ihr kombiniert wurde. Sollte das Prädikat die Präposition nicht einfordern, handelt es sich meist um eine Adverbialbestimmung.

Präpositionalobjekt & Adverbialbestimmung

Eine Adverbialbestimmung ist ein Satzglied, das nähere Umstände in einem Satz erläutert. Die Abverbialbestimmung kann Auskunft über die Zeit, den Ort, die Art und Weise und den Grund einer Handlung angeben. Adverbiale werden oft durch eine Präposition eingeleitet und deshalb sehr häufig mit dem Präpositionalobjekt verwechselt.

In den bisherigen Ausführungen haben wir das Subjekt, das Prädikat und das Objekt kennengelernt. Das vierte Satzglied im Deutschen ist die Adverbialbestimmung. Schauen wir auf ein Beispiel:


Hannah
wohnt
in
Berlin.

Im Beispiel finden sich Subjekt, Prädikat und Adverbialbestimmung. Das Subjekt ist das Nomen Hannah, das Prädikat wird durch das Verb wohnen gebildet und das Adverbial bilden die Präposition in und das Nomen Berlin. Bei dem Adverbial handelt es sich um eine adverbiale Bestimmung des Ortes, da es Auskunft über einen Ort liefert.

Es fällt auf, dass die adverbiale Bestimmung durch eine Präposition eingeleitet wird. Der entscheidende Unterschied ist allerdings, dass diese nicht zwangsläufig vom Prädikat gefordert wird. Die Präposition ist also in einem gewissen Maße austauschbar und Hannah könnte auch neben, bei oder hinter Berlin wohnen und dennoch würde die ungefähre Satzaussage erhalten bleiben.

Der wesentliche Unterschied ist also, dass die einleitende Präposition eines Adverbials durch eine andere Präposition getauscht werden kann. Dabei kann sich zwar die Bedeutung des Satzes verändern, aber der Sinn des Satzes bleibt grundsätzlich erhalten (Beispiel: Ich stehe vor/hinter/neben/in der Schule).

Das funktioniert bei Präpositionalobjekten nicht. Tauschen wir hier die Präposition, ergibt der Satz keinen Sinn mehr, da die jeweilige Präposition eng mit dem Prädikat verknüpft ist und von diesem eingefordert wird. Tauscht man also die einleitende Präposition eines präpositionalen Objekts, verliert der Satz seinen Sinn (Beispiel: Ich stehe auf dich – tauschen wir das auf, geht der Sinn verloren).

Dieser Umstand wird auch beim Erfragen des Satzglieds deutlich. Adverbiale Bestimmungen können ohne Präposition erfragt werden, da diese nicht unmittelbar mit dem Prädikat verknüpft sind. Das funktioniert beim Erfragen des präpositionalen Objekts nicht, weshalb hierbei die Präposition immer ein Teil der Frage ist.

Tipp: Wie werden Adverbiale erfragt? (Klick!)
AdverbialeMögliche Fragewörter
Ort
  • Ort: Wo?
  • Richtung: Wohin?
  • Herkunft: Woher?
  • Erstreckungsgebiet: Wie weit?
Zeit
  • Zeitpunkt: Wann?
  • Dauer: Wie lange? Seit wann? Bis wann?
  • Häufigkeit: Wie oft?
Art & Weise
  • Beschaffenheit: Wie?
  • Quantität: Wie viel?
  • Grad/Intensität: Wie sehr?
  • Mittel: Womit? Mit welcher Absicht?
  • Begleitung: Mit wem?
  • Vergleich: sehr unterschiedlich.
Grund
  • Grund/Ursache: Warum? Weshalb?
  • Folge: Mit welcher Folge?
  • Bedingung: Unter welcher Bedingung?
  • Zweck/Ziel: Mit welchem Zweck/Ziel? Mit welcher Absicht?
  • Einräumung: Trotz welchen Umstandes?

In wessen wohnt Hannah?
In wem wohnt Hannah?
In wen/was wohnt Hannah?

Wo wohnt Hannah?


Das Beispiel zeigt das Beschriebene deutlich. Bei dem Satzglied in Berlin muss es sich um eine adverbiale Bestimmung handeln, da die Präposition im Satz in einem gewissen Rahmen austauschbar ist und auch beim Erfragen nicht erforderlich ist. Handelt es sich allerdings um ein Präpositionalobjekt, kann die Präposition in der Frage nicht weggelassen werden. Schauen wir auf ein vorheriges Beispiel:


Die
Schüler
reden
über
den
Lehrer.

Über wen reden die Schüler?

Das Beispiel muss ein präpositionales Objekt sein, da das Prädikat reden und die Präposition über miteinander eng verknüpft sind.

Wir können die Präposition nicht einfach durch eine andere ersetzen, da dann der Sinn verloren geht. Die möglichen Umformungen: „Die Schüler reden neben/hinter/während den Lehrer.“ sind grammatisch nicht korrekt und drücken auch nichts Ähnliches aus. Außerdem kann die Präposition in der Satzglied-Frage nicht wegfallen.

Hinweis: Die klare Unterscheidung von präpositionalem Objekt und adverbialer Bestimmung kann kompliziert sein. Wesentlich ist, dass die Präposition eines Adverbials austauschbar ist und der Sinn der Satzes dennoch erhalten bleibt. Beim Erfragen des Satzglieds kann sie deshalb wegfallen. Die Präposition des präpositionalen Objekts kann nicht mühelos ausgetauscht werden, weil sie mit dem Prädikat verknüpft ist. Sie bleibt stets ein Teil der Satzglied-Frage.

Nebensatz als Präpositionalobjekt

Mithilfe der bisherigen Ausführungen lassen sich präpositionale Objekte erkennen, erfragen und von anderen Satzgliedern abgrenzen. Ein Punkt wurde bisher allerdings nicht bedacht: Es gilt, dass Nebensätze unter gewissen Umständen die Funktion eines Objekts übernehmen können. Folglich kann auch ein Nebensatz zum Präpositionalobjekt werden. Dabei gibt es einige Besonderheiten.

Wenn ein Nebensatz zum Objekt wird, spricht man von einem Objektsatz. Wie bereits ausgeführt, können Objekte im Genitiv, Dativ und Akkusativ stehen und darüber hinaus als Präpositionalobjekt verwendet werden. Dann stehen sie im Dativ oder Akkusativ.


Ich
möchte
einen
Bonbon.

Der obige Hauptsatz besteht aus Subjekt, Prädikat und Objekt. Das Objekt steht im Akkusativ, da es sich mit Wen? oder Was? erfragen lässt (Frage: Was möchte ich? Antwort: einen Bonbon!).

Das Objekt lässt sich durch einen Nebensatz ersetzen. Dann haben wir es mit einem Nebensatz zu tun, der die Funktion des Objekts übernimmt. Das wird dann als Objektsatz bezeichnet.


Ich
möchte,
dass
du
bleibst.

Dieses Beispiel besteht aus Subjekt, Prädikat und Objekt(satz). Der Objektsatz besteht aus der Konjunktion dass, dem Pronomen du und dem Verb bleibst. Der Objektsatz ersetzt hierbei das Objekt.

Dass es sich so verhält, können wir überprüfen, indem wir versuchen, das Objekt zu erfragen. Unsere Frage lautet hierfür: Was möchte ich? und liefert die Antwort: dass du bleibst. Der Objektsatz steht somit im Akkusativ. Objektsätze können auch Präpositionalobjekte ersetzen.


Er
zweifelt,
dass
die
Aussage
stimmt.

Auf den ersten Blick gleichen sich die Objektsätze aus diesem und dem vorherigen Beispiel. In beiden Fällen wird der Objektsatz durch die Konjunktion dass eingeleitet und ersetzt das Objekt. Allerdings sollte uns beim Erfragen des Objekts eine Besonderheit auffallen.

Erfragen wir also den Objektsatz:


Wessen zweifelt er?
Wem zweifelt er?
Wen/Was zweifelt er?

An was zweifelt er?


Es fällt auf, dass wir eine Präposition benötigen, um den Objektsatz zu erfragen, obwohl diese im eigentlichen Satz überhaupt nicht vorgekommen ist. Da sich die Präposition in unserer Frage allerdings nicht austauschen lässt und zum Erfragen notwendig ist, muss es sich um ein Präpositionalobjekt handeln.

Daraus können wir eine Regel ableiten: Wird ein Präpositionalobjekt durch einen Nebensatz ersetzt, entfällt die Präposition, die vom Verb gefordert wird, manchmal. Wir können dann nur durch das Erfragen feststellen, dass es sich um ein präpositionales Objekt handelt.

Teils wird die Präposition aber nicht einfach weggelassen, sondern durch ein Pronominaladverb ersetzt. Dieses besteht dann aus der Vorsilbe da(r) und der weggefallenen Präposition. Aus unserem vorherigen Beispiel wird dann das Folgende:


Er
zweifelt
daran,
dass
die
Aussage
stimmt.

Zusammenfassung

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Satzglied im Überblick


  • Als Präpositionalobjekt wird eine Objektart im Deutschen bezeichnet. Dieses wid durch eine Präposition eingeleitet, die vom Prädikat gefordert wird. Folglich regiert die Präposition den Kasus des Präpositionalobjekts.
  • Das Präpositionalobjekt kann entweder im Dativ oder im Akkusativ stehen. Ein präpositionales Objekt, das im Genitiv steht, gibt es nicht.
  • Die Objektart lässt sich, wie alle anderen Objekte erfragen. Zum Erfragen des Objekts ist allerdings immer die Präposition erforderlich. Die Frage lautet hierbei: Präposition + Wem/Wen/Was + Prädikat + Subjekt + X.
  • Wenn eine Präposition zum Erfragen erforderlich ist, kann es sich um kein anderes Satzglied handeln. Die Präposition und das Fragewort lassen sich aber grundsätzlich durch ein Pronominaladverb, also wo(r)+Präposition ersetzen (Beispiel: An was denkt er? wird zu Woran denkt er?).
  • Nicht zu verwechseln ist das Präpositionalobjekt mit den adverbialen Bestimmungen. Auch diese können von einer Präposition eingeleitet werden. Im Unterschied zum präpositionalen Objekt, lässt sich diese allerdings austauschen, wobei der grundsätzliche Satzsinn erhalten bleibt. Würde man die Präposition, die das Präpositionalobjekt einleitet, tauschen oder weglassen, wäre der Satz nicht mehr korrekt.
  • Darüber hinaus kann ein Nebensatz das Präpositionalobjekt bilden. Man spricht dann von einem Objektsatz. Liegt ein solcher Fall vor, wird das präpositionale Objekt nicht mehr von einer Präposition eingeleitet. Diese ist allerdings immer noch zum Erfragen des Objektsatzes erforderlich.


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