Stilmittel-Übungen mit Lösungen
Erkennen · unterscheiden · begründet deuten
Stilmittel üben heißt mehr als Namen zuordnen. In diesen 24 Aufgaben erkennst du sprachliche Merkmale, unterscheidest ähnliche Figuren und begründest die Wirkung am Text. Zu jeder Antwort erfährst du, was dafür oder dagegen spricht.
Die Aufgaben behandeln Metapher, Vergleich, Personifikation, Alliteration, Anapher, Epipher, Hyperbel und rhetorische Frage. Alle Übungssätze und Szenen sind eigene, erfundene Beispiele. Es gibt keine Zeitbegrenzung und keine Anmeldung.
Stilmittel-Trainer mit erklärten Lösungen
Wähle eine Lernstufe und starte eine Runde. Bei „Gemischt“ kommen Aufgaben aus allen drei Bereichen infrage. Acht Aufgaben sind ein guter Einstieg; für eine ausführliche Runde wähle „Alle der Stufe“.
Deine Lernrunde
Erst selbst überlegen, dann die Begründung vergleichen.
Die Erklärungen helfen dir auch dann weiter, wenn du noch unsicher bist. Wähle eine Antwort; nach dem Prüfen werden die Lösung und ihre Begründung sichtbar.
Ein Lösungsweg zum Nachmachen
Eigenes Beispiel
Vor der verschlossenen Tür warteten die beiden.
Wir klopften. Wir riefen. Wir gaben nicht auf.
- Beobachten„Wir“ steht dreimal am Satzanfang.
- BenennenDiese Wiederholung ist eine Anapher; die kurzen Hauptsätze stehen zudem nebeneinander.
- DeutenDie Anfänge bündeln die Handlungen als gemeinsames, beharrliches Vorgehen.
Ausformuliert: Die Anapher „Wir“ verbindet die aufeinanderfolgenden Versuche, jemanden hinter der Tür zu erreichen. Zusammen mit „gaben nicht auf“ betont sie in dieser Szene die gemeinsame Ausdauer. Sie beweist jedoch nicht, dass die Tür später geöffnet wird.
Falls dir noch Begriffe fehlen, hilft die Stilmittelübersicht mit markierten Beispielen. Die Schritt-für-Schritt-Erklärung zur Wirkung von Stilmitteln zeigt, wie du eine Beobachtung in einen Analyseabsatz überführst.
Alle 24 Aufgaben zum Nachlesen
Hier findest du dieselben Aufgaben wie im Trainer. Die Lösungen bleiben zunächst zugeklappt. Überlege vor dem Öffnen, welches Merkmal du tatsächlich am Satz zeigen kannst.
Erkennen: acht Aufgaben
Aufgabe 1: Welches Stilmittel macht aus einem Gespräch bildlich eine Verbindung?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung B: Metapher
Bildbereich: eine Brücke verbindet getrennte Ufer. Gemeinter Bereich: Ein Gespräch bringt entfremdete Menschen wieder zusammen. Diese übertragene Verwendung macht die Metapher aus; eine echte Brücke kommt in der Szene nicht vor.
- A · Epipher: Eine Epipher wiederholt Wörter am Ende aufeinanderfolgender Einheiten. Eine solche Wiederholung gibt es hier nicht.
- B · Metapher: Das Gespräch ist keine gebaute Brücke. Die Vorstellung einer Verbindung zwischen getrennten Seiten wird auf die Annäherung der Freunde übertragen.
- C · Hyperbel: Die Brücke steht bildlich für eine Verbindung. Eine maßlose Übertreibung wird hier nicht ausgesprochen.
- D · Rhetorische Frage: Der Satz ist eine Aussage und enthält keine Frage, die eine bestimmte Antwort nahelegt.
Aufgabe 2: Welches Stilmittel verbindet in der Markierung zwei verschiedene Bereiche ausdrücklich miteinander?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung D: Vergleich
Entscheidend ist nicht das Wort „wie“ allein: Es führt hier tatsächlich einen Vergleich zwischen Schritten und Trommelschlägen ein. Ein „wie“ in einer Frage wie „Wie spät ist es?“ wäre kein solcher Vergleich.
- A · Personifikation: Den Schritten wird kein menschliches Handeln zugeschrieben. Ihr Klang wird einem anderen Klang gegenübergestellt.
- B · Anapher: Es werden keine Wörter an mehreren Satz- oder Versanfängen wiederholt.
- C · Epipher: Es gibt keine gleichlautenden Enden mehrerer Sätze oder Verse.
- D · Vergleich: Das Vergleichswort „wie“ verbindet die Schritte mit Trommelschlägen. Gemeinsam ist ihnen hier der kräftige, wiederholte Klang.
Aufgabe 3: Welcher Begriff benennt hier am genauesten, dass etwas Unbelebtes wie ein Mensch empfindet und handelt?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung A: Personifikation
Die genaue Bezeichnung lautet Personifikation. Sie kann zugleich als besondere Form bildlicher Übertragung und damit in Beziehung zur Metapher betrachtet werden. Die beiden Begriffe schließen einander nicht grundsätzlich aus.
- A · Personifikation: Sich beleidigt fühlen und aus Trotz etwas verweigern sind menschliche Verhaltensweisen. Der unbelebte Schrank erhält solche Eigenschaften.
- B · Vergleich: Der Schrank wird nicht ausdrücklich mit einem Menschen verglichen. Er wird unmittelbar als empfindlich handelnd dargestellt.
- C · Alliteration: Gefragt ist die menschliche Reaktion des Schranks, nicht die Wiederholung von Anfangslauten.
- D · Epipher: Eine Wiederholung an mehreren Satzenden liegt nicht vor.
Aufgabe 4: Welches Stilmittel entsteht durch die markierten Anfangslaute?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung C: Alliteration
Bei der Alliteration hörst du auf den Wortanfang. Groß- oder Kleinschreibung spielt dafür keine Rolle. Eine Folge gleicher Anfangsbuchstaben genügt dagegen nicht immer, denn derselbe Buchstabe kann unterschiedlich ausgesprochen werden.
- A · Hyperbel: Die Aussage kann wörtlich gemeint sein. Die markierten b-Laute erzeugen keine Übertreibung.
- B · Anapher: Verschiedene Wörter beginnen mit demselben Laut. Es wird nicht dasselbe Wort an mehreren Satz- oder Versanfängen wiederholt.
- C · Alliteration: „Bunte“, „Bücher“ und „bieten“ beginnen mit demselben b-Laut. Diese Wiederkehr des Anlauts ist eine Alliteration.
- D · Vergleich: Die Aussage stellt nicht zwei Dinge mithilfe einer Vergleichsformulierung gegenüber.
Aufgabe 5: Wie heißt die Wiederholung der markierten Wörter an den Satzanfängen?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung C: Anapher
Die Position liefert den entscheidenden Hinweis: „Wir suchen“ beginnt jeden Satz. Daneben kann man den Satzbau untersuchen; das ändert nichts daran, dass die markierte Wortwiederholung eine Anapher ist.
- A · Epipher: Bei einer Epipher stünde die wiederholte Wortgruppe an den Enden der Einheiten. Hier steht sie jeweils am Anfang.
- B · Hyperbel: Die Wiederholung ist keine maßlose Übertreibung. Gesucht ist ihre Stellung im Satz.
- C · Anapher: Die Wortgruppe „Wir suchen“ steht wiederholt am Anfang aufeinanderfolgender Sätze. Genau diese Stellung kennzeichnet die Anapher.
- D · Personifikation: Hier sprechen Menschen über ihre eigene Suche. Einem unbelebten Gegenstand wird kein menschliches Verhalten gegeben.
Aufgabe 6: Wie heißt die Wiederholung der markierten Wörter an den Satzenden?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung A: Epipher
Die Epipher lenkt den Blick hier immer wieder auf dasselbe Anliegen: Es fehlt Zeit, insbesondere für das Gespräch. Beim Benennen zunächst die Stellung prüfen, beim Deuten anschließend den Inhalt der Wiederholung erklären.
- A · Epipher: „Zeit“ steht am Ende aller drei aufeinanderfolgenden Sätze. Das ist eine Epipher.
- B · Vergleich: Die Sätze stellen keine zwei Bereiche in einem ausdrücklichen Vergleich gegenüber. Die markierten Wörter wiederholen sich.
- C · Anapher: Die Satzanfänge unterscheiden sich. Die wiederholte Stelle liegt jeweils am Ende, nicht am Anfang.
- D · Alliteration: Gefragt ist die Wiederkehr des ganzen Wortes an den Satzenden. Gleiche Anfangslaute benachbarter Wörter sind nicht das untersuchte Merkmal.
Aufgabe 7: Welches Stilmittel steckt in der offensichtlich übertriebenen Zeitangabe?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung D: Hyperbel
Die im Text genannten drei Minuten machen die Übertreibung eindeutig. Sie zeigt hier Leas Ungeduld. Eine Hyperbel ist keine verlässliche Zeit- oder Mengenangabe und muss nicht automatisch ironisch gemeint sein.
- A · Epipher: Es wird keine Wortgruppe am Ende mehrerer Einheiten wiederholt.
- B · Vergleich: Lea stellt die drei Minuten nicht ausdrücklich einer anderen Zeitspanne gegenüber. Sie nennt direkt eine unrealistische Dauer.
- C · Personifikation: Eine Person spricht über ihr Warten. Unbelebtes wird dabei nicht vermenschlicht.
- D · Hyperbel: Tausend Jahre sind im gegebenen Zusammenhang unmöglich. Lea übertreibt die tatsächlichen drei Minuten maßlos.
Aufgabe 8: Welche Funktion hat die markierte Frage in dieser kurzen Rede?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung B: Sie legt als rhetorische Frage nahe: Niemand möchte gutes Essen verschwenden.
Eine rhetorische Frage erkennst du nicht allein am Fragezeichen. Erst die Redesituation und der anschließende Aufruf zeigen, dass hier keine offene Informationssuche gemeint ist.
- A · Sie fragt nach einer bestimmten Person, die Samira noch nicht kennt.: Die Rede bittet nicht um Namen. Der anschließende Aufruf baut darauf auf, dass Wegwerfen als unerwünscht gilt.
- B · Sie legt als rhetorische Frage nahe: Niemand möchte gutes Essen verschwenden.: Samira setzt die ablehnende Antwort voraus und leitet daraus ihre Aufforderung ab. Die Frage dient hier als überzeugende Aussage.
- C · Sie fragt nach der Menge weggeworfener Lebensmittel.: Eine Menge wird weder erfragt noch genannt. Die Frage richtet sich auf eine Haltung zum Wegwerfen.
- D · Sie fordert eine Auskunft darüber, wann eingekauft wird.: Weder Zeitpunkt noch Einkaufsplan sind Gegenstand der Frage.
Unterscheiden: acht Aufgaben
Aufgabe 9: Welche Zuordnung beschreibt die beiden markierten Formulierungen am genauesten?
B: Ihre Antwort wirkte wie ein Schlüssel zu dem schwierigen Problem.
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung D: A enthält die Metapher; B formuliert den Bildzusammenhang als ausdrücklichen Vergleich.
Beide Formulierungen nutzen dasselbe Bild: Ein Schlüssel öffnet etwas bisher Verschlossenes. Der Unterschied liegt in der sprachlichen Verknüpfung. Daraus folgt aber nicht, dass jeder Satz mit „wie“ automatisch ein Vergleich oder jeder Satz ohne „wie“ automatisch eine Metapher wäre.
- A · A ist ein Vergleich, weil das Wort „war“ die verglichenen Dinge verbindet.: „War“ ist hier eine Form von „sein“. Es setzt Antwort und Schlüssel bildlich gleich und führt keinen ausdrücklichen Vergleich wie „wirkte wie“ ein.
- B · B kann kein sprachliches Bild sein, weil darin „wie“ steht.: Auch ein Vergleich kann bildhaft sein. Das „wie“ zeigt hier die Form der Verbindung, nicht das Fehlen eines Bildes.
- C · Beide Sätze sind wörtlich gemeint: Eine Antwort ist ein Gegenstand aus Metall.: Es geht um das Lösen eines Problems. Ein wirklicher Türschlüssel wird in keinem Satz beschrieben.
- D · A enthält die Metapher; B formuliert den Bildzusammenhang als ausdrücklichen Vergleich.: A nennt die Antwort unmittelbar einen Schlüssel. B stellt Antwort und Schlüssel mit „wie“ ausdrücklich einander gegenüber.
Aufgabe 10: Welche Erklärung ist fachlich am genauesten?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung B: Es ist eine Personifikation; zugleich lässt sich die Stelle als bildliche Bedeutungsübertragung verstehen.
Eine präzise Analyse beschreibt zuerst den Vorgang: Das Gefühl „Sorge“ bekommt die Gestalt und das Verhalten eines menschlichen Besuchers. Mit „Personifikation“ benennst du diesen Vorgang genauer als nur mit dem Oberbegriff „sprachliches Bild“.
- A · Es kann keine Personifikation sein, weil die Sorge ein abstrakter Begriff ist.: Gerade auch abstrakte Begriffe können personifiziert werden. Hier erhält die Sorge die Handlung eines Menschen.
- B · Es ist eine Personifikation; zugleich lässt sich die Stelle als bildliche Bedeutungsübertragung verstehen.: Die Sorge wird als menschlicher Gast dargestellt. Personifikation benennt dieses Merkmal genauer, ohne jede Beziehung zur Metapher auszuschließen.
- C · Personifikation und Metapher schließen sich immer gegenseitig aus.: Diese strenge Trennung ist nicht haltbar. Personifikation kann als besondere Art der metaphorischen Übertragung aufgefasst werden.
- D · Es ist nur dann bildliche Sprache, wenn ein Vergleichswort wie „wie“ vorkommt.: Eine Bedeutungsübertragung kann ohne Vergleichswort formuliert sein. Genau das geschieht hier.
Aufgabe 11: Warum bilden die markierten Wörter trotz verschiedener Anfangsbuchstaben eine Alliteration?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung C: Weil das V in „Vogel“ und das f in „fliegt“ beide als f-Laut gesprochen werden.
Sprich die Wörter laut aus: „Vogel“ beginnt wie „fliegt“ mit /f/. Bei der Suche nach Alliterationen zählt die Aussprache. Dass die Folge alliteriert, beweist für sich genommen noch keine bewusste Absicht des Schreibenden.
- A · Weil beide Wörter dieselbe Bedeutung haben.: „Vogel“ benennt ein Tier, „fliegt“ eine Handlung. Bedeutungsgleichheit ist kein Merkmal der Alliteration.
- B · Weil eine Alliteration gleiche Endsilben voraussetzt.: Die Alliteration betrifft den Anlaut, nicht den Wortausgang.
- C · Weil das V in „Vogel“ und das f in „fliegt“ beide als f-Laut gesprochen werden.: In der üblichen deutschen Aussprache beginnt beides mit /f/. Verschiedene Buchstaben können also denselben Anlaut wiedergeben.
- D · Weil jedes beliebige Paar benachbarter Wörter eine Alliteration ist.: Die Nachbarschaft allein genügt nicht. Entscheidend ist hier der gleiche Anfangslaut.
Aufgabe 12: Bilden die Wörter „Vater“ und „Vase“ in der üblichen deutschen Aussprache eine Alliteration?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung A: Nein: „Vater“ beginnt mit dem f-Laut, „Vase“ mit einem Laut wie das w in „Wasser“.
Die Schreibweise allein kann in die Irre führen: Vater → /f/, Vase → /v/. Gemeint ist die übliche standarddeutsche Aussprache. Gleiche Buchstaben sind daher weder eine notwendige noch immer eine ausreichende Bedingung für eine Alliteration.
- A · Nein: „Vater“ beginnt mit dem f-Laut, „Vase“ mit einem Laut wie das w in „Wasser“.: Standardsprachlich stehen /f/ und /v/ einander gegenüber. Trotz gleicher Anfangsbuchstaben sind die Anlaute verschieden.
- B · Ja, allein der gemeinsame Buchstabe V beweist die Alliteration.: Derselbe Buchstabe kann verschiedene Laute wiedergeben. Deshalb reicht der Blick auf die Schreibweise hier nicht.
- C · Nein, weil Alliterationen niemals aus Substantiven bestehen können.: Auch Substantive können alliterieren, etwa „Buch und Bild“. Die Wortart ist nicht das Problem.
- D · Ja, weil zwei Wörter in einem Satz immer gleich anfangen.: Wörter eines Satzes haben keineswegs automatisch gleiche Anfangslaute. Das muss einzeln geprüft werden.
Aufgabe 13: Welches Merkmal liegt in beiden Sätzen vor, obwohl kein Satzanfang wörtlich wiederholt wird?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung A: Ein Parallelismus: Subjekt, Prädikat und Akkusativobjekt stehen jeweils in derselben Reihenfolge.
Anapher und Parallelismus können gemeinsam vorkommen, müssen es aber nicht. Hier wird die grammatische Struktur wiederholt, nicht der Wortlaut des Satzanfangs. Die Gegenüberstellung von „öffnet“ und „schließt“ kann man zusätzlich untersuchen; sie ersetzt die Satzbauanalyse nicht.
- A · Ein Parallelismus: Subjekt, Prädikat und Akkusativobjekt stehen jeweils in derselben Reihenfolge.: Mara/Jonas sind die Subjekte, öffnet/schließt die Prädikate, die Tür/das Fenster die Objekte. Der Satzbau läuft parallel.
- B · Eine Anapher: Die beiden Sätze beginnen mit demselben Wort.: „Mara“ und „Jonas“ sind verschiedene Wörter. Der gleiche Satzbau ist nicht automatisch eine wörtliche Anfangswiederholung.
- C · Eine Epipher: Das letzte Wort ist in beiden Sätzen gleich.: „Tür“ und „Fenster“ sind unterschiedliche Wörter. Ein gleiches Satzende liegt nicht vor.
- D · Eine rhetorische Frage: Es wird keine Antwort erwartet.: Beide Sätze sind Aussagen. Dass sie keine Antwort verlangen, macht sie nicht zu rhetorischen Fragen.
Aufgabe 14: Wie heißen die jeweils markierten Wiederholungen in A und B?
B: Wir suchen Mut. Dafür brauchen wir Mut.
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung C: A ist eine Anapher, B eine Epipher.
Für die Unterscheidung brauchst du keine Wirkung zu erraten. Schau zunächst auf die Position: Anfang → Anapher, Ende → Epipher. Anschließend kannst du erklären, was der Text durch die Wiederholung hervorhebt.
- A · A ist eine Epipher, B eine Anapher.: Die Zuordnung ist vertauscht: In A steht die Wiederholung am Anfang, in B am Ende.
- B · Beide sind ausschließlich Alliterationen, weil jeweils ein Wort wiederkehrt.: Gefragt ist die Wiederholung ganzer Wörter an festen Satzpositionen. Dafür sind Anapher und Epipher die genauen Bezeichnungen.
- C · A ist eine Anapher, B eine Epipher.: „Heute“ beginnt die beiden Sätze in A. „Mut“ beendet die beiden Sätze in B.
- D · Keine ist ein Stilmittel, denn Stilmittel brauchen mindestens drei Sätze.: Schon zwei aufeinanderfolgende Einheiten können die jeweilige Wiederholungsfigur bilden.
Aufgabe 15: Welche Aussage über die beiden Fragen ist am besten durch den Kontext gestützt?
B: In einer Rede für sichere Schulwege fragt Niko: „Wer möchte Kinder unnötig gefährden?“ Danach fordert er einen sicheren Übergang.
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung B: A sucht eine Information; B legt eine ablehnende Antwort nahe und stützt damit eine Forderung.
Fragewörter und Satzzeichen sagen noch nicht, ob eine Frage rhetorisch ist. Untersuche, ob die sprechende Person eine fehlende Information erlangen oder eine schon nahegelegte Antwort für ihre Aussage nutzen will.
- A · Beide Fragen sind rhetorisch, weil sie mit einem Fragezeichen enden.: Auch echte Informationsfragen enden mit einem Fragezeichen. Satzzeichen allein entscheiden die Funktion nicht.
- B · A sucht eine Information; B legt eine ablehnende Antwort nahe und stützt damit eine Forderung.: In A fehlt Niko die Abfahrtszeit. In B behandelt er die Ablehnung unnötiger Gefährdung als gemeinsames Anliegen seiner Zuhörer.
- C · A ist rhetorisch, weil Niko eine andere Person anspricht.: Gerade von dieser Person erwartet er eine neue Information. Das Ansprechen allein macht eine Frage nicht rhetorisch.
- D · B ist sicher eine echte Informationsfrage, weil sie mit „Wer“ beginnt.: Auch eine Wer-Frage kann rhetorisch sein. Hier spricht der Redezusammenhang gegen eine Suche nach bestimmten Namen.
Aufgabe 16: Welche Zeitangabe ist im ausdrücklich gegebenen Zusammenhang eine Hyperbel?
B: Nach denselben zehn Minuten ruft eine Reisende: „Das dauert hier eine Ewigkeit!“
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung D: B, weil zehn Minuten zu einer unbegrenzten Dauer übersteigert werden.
Eine große oder auffällige Zahl ist nicht automatisch eine Hyperbel. Prüfe, ob der Text tatsächlich über das wörtlich Glaubhafte hinausgeht. In dieser Aufgabe macht der Vergleich mit den Uhrzeiten den Unterschied überprüfbar.
- A · A, weil jede Zahlenangabe automatisch übertreibt.: Die zehn Minuten ergeben sich genau aus den beiden Uhrzeiten. Hier ist die Angabe wörtlich und sachlich nachvollziehbar.
- B · A und B, weil beide dieselbe Situation beschreiben.: Derselbe Vorgang lässt sich sachlich oder übertrieben darstellen. Entscheidend ist die Formulierung, nicht nur der Gegenstand.
- C · Keine, weil eine Hyperbel ausschließlich in Gedichten vorkommt.: Übertreibungen treten auch in Alltagsgesprächen auf. B ist dafür ein Beispiel.
- D · B, weil zehn Minuten zu einer unbegrenzten Dauer übersteigert werden.: „Eine Ewigkeit“ überschreitet die tatsächliche Wartezeit offensichtlich. Das kann hier die Ungeduld der Reisenden ausdrücken.
Deuten: acht Aufgaben
Aufgabe 17: Welche Deutung der Metapher ist durch die ganze Szene am besten gestützt?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung C: Das Nicken gibt Mila in einer ungewohnten Situation ersten Halt und Orientierung.
Eine tragfähige Deutung verbindet Bild und Kontext: „Anker“ → Halt; neue Klasse → Unsicherheit; freundliches Nicken → erste Sicherheit. Daraus darfst du noch keine dauerhafte Freundschaft oder vollständige Lösung aller Probleme ableiten.
- A · Das Ankerbild stellt Elifs Freundlichkeit vor allem als Einschränkung von Milas Bewegungsfreiheit dar.: Ein Anker kann festhalten. Die neue Klasse und das ausdrücklich freundliche Nicken legen hier jedoch einen hilfreichen Halt näher als eine Einschränkung.
- B · Das Nicken kündigt eine feste Freundschaft an, die alle Schwierigkeiten des Umzugs dauerhaft beseitigt.: Das Bild macht erste Sicherheit verständlich. Dauer, Stärke und weitere Entwicklung der Beziehung sind noch nicht erzählt.
- C · Das Nicken gibt Mila in einer ungewohnten Situation ersten Halt und Orientierung.: Ein Anker hält etwas fest. Auf Milas Unsicherheit übertragen, macht das Bild den kleinen Moment von Sicherheit verständlich.
- D · Die Metapher hebt vor allem Milas Wunsch hervor, möglichst schnell an ihre alte Schule zurückzukehren.: Ein solcher Wunsch wäre in der Situation denkbar, wird aber nicht ausgesprochen. Das Nicken verbindet das Ankerbild mit dem ersten positiven Kontakt am neuen Ort.
Aufgabe 18: Welche Analyse erklärt den Vergleich in dieser Szene am genauesten?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung A: Das Bild geschlossener Türen verdeutlicht, dass Paul im Gespräch keinen Zugang zu seinen Gedanken eröffnet.
Das Wort „wie“ benennt die Form; die Tür als versperrter Zugang erklärt das Bild. Der Kontext stützt Pauls Verschlossenheit in diesem Gespräch. Seine Gründe und sein gesamter Charakter lassen sich daraus nicht sicher bestimmen.
- A · Das Bild geschlossener Türen verdeutlicht, dass Paul im Gespräch keinen Zugang zu seinen Gedanken eröffnet.: Kurze Antworten und Themenwechsel begrenzen das Gespräch. Die geschlossenen Türen stellen diese Abgrenzung anschaulich dar.
- B · Der Vergleich zeigt, dass Paul die Gruppe vor belastenden Einzelheiten des Unfalls schützen möchte.: Das wäre ein mögliches Motiv. Der Text zeigt aber nur sein ausweichendes Verhalten und nennt keinen Schutzgedanken.
- C · Die geschlossenen Türen kennzeichnen Paul als grundsätzlich gefühllosen Menschen.: Das Bild beschreibt seine Abgrenzung in diesem Gespräch. Für ein Urteil über seinen gesamten Charakter fehlen weitere Beobachtungen.
- D · Das Türbild verspricht, dass Paul im nächsten Gespräch von selbst ausführlich erzählen wird.: Geschlossene Türen lassen sich zwar öffnen. Eine spätere Öffnung Pauls wird dadurch aber nicht angekündigt oder garantiert.
Aufgabe 19: Welche Wirkungsaussage passt am besten zu diesem Ausschnitt?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung D: Die Uhr erscheint als spöttischer Gegenspieler; dadurch wird Noras empfundenes Unbehagen beim Zögern anschaulich.
Die Wirkung entsteht aus dem Zusammenspiel von Mittel und Situation. Dass die Uhr „spottet“, ist keine Aussage über eine wirklich denkende Uhr. Die Formulierung rückt Noras belastete Wahrnehmung in den Vordergrund; ihr Prüfungsergebnis erfahren wir nicht.
- A · Die Personifikation zeigt, dass die beschleunigte Uhr Nora objektiv weniger Zeit zum Öffnen lässt.: Der Text misst keine Beschleunigung und nennt keine Frist. Beschrieben wird das als spöttisch empfundene Ticken.
- B · Die Uhr ersetzt eine wohlwollende Begleitung, die Nora beim Öffnen des Umschlags ermutigt.: Ein menschliches Gegenüber wird zwar vorstellbar. Das Verb „spottet“ und Noras Zögern stützen aber eine belastende, keine wohlwollende Beziehung.
- C · Das menschliche Verhalten der Uhr lässt Nora ihre Angst bereits überwinden und erleichtert über sich selbst lachen.: Eine komische Vorstellung ist grundsätzlich möglich. Eine Überwindung der Angst oder ein Lachen Noras wird jedoch nicht erzählt.
- D · Die Uhr erscheint als spöttischer Gegenspieler; dadurch wird Noras empfundenes Unbehagen beim Zögern anschaulich.: Das Verb „spottet“ macht aus einem Gegenstand ein scheinbar handelndes Gegenüber. Noras Angst vor dem Öffnen erklärt, warum das Ticken so bedrängend wirkt.
Aufgabe 20: Welche Aussage verbindet die sprachliche Beobachtung mit einer vorsichtigen Deutung des Plakats?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung B: Der gleiche b-Anlaut verbindet „Bücher“ und „bilden“ zu einer einprägsamen Formel, die das Bildungsversprechen des Lesetags unterstützt.
Eine gute Wirkungsaussage bleibt am Wortlaut: b-Anlaut → klangliche Verbindung; Bücher/bilden → Bildungsversprechen; Plakat → werbende Einladung. Dass jeder Leser die Formel tatsächlich behält oder den Lesetag besucht, ist damit nicht nachgewiesen.
- A · Der gemeinsame Anlaut belegt, dass die Bibliothek ihr Versprechen für sämtliche Bücher zuverlässig einlösen kann.: Die Klangverbindung unterstützt das Versprechen sprachlich. Ob alle Bücher zuverlässig bilden, wird damit nicht bewiesen.
- B · Der gleiche b-Anlaut verbindet „Bücher“ und „bilden“ zu einer einprägsamen Formel, die das Bildungsversprechen des Lesetags unterstützt.: Die beiden Kernwörter werden klanglich zusammengebunden. Das passt zur werbenden Einladung, ohne eine garantierte Reaktion aller Leser zu behaupten.
- C · Der b-Laut bildet die schnelle Bewegung beim Umblättern nach und verspricht besonders rasches Lesen.: Diese spezielle Lautdeutung ist am Wortlaut nicht belegt. Der Plakattext verspricht neues Wissen und Entdeckung, keine Lesegeschwindigkeit.
- D · Die Wortfolge wirkt nur durch den Klang; die positive Bedeutung von „bilden“ spielt für das Plakat keine Rolle.: Die Formel verbindet Lautgestaltung und positives Leseversprechen. Den Inhalt ganz auszublenden, würde einen wesentlichen Teil der Werbeaussage übergehen.
Aufgabe 21: Welche Deutung der wiederholten Satzanfänge wird durch die Szene gestützt?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung B: Das wiederholte „Wir werden“ bündelt die Vorhaben zu einem gemeinsamen, auf die Zukunft gerichteten Versprechen.
Bezeichne nicht nur die Wirkung als „betonend“. Erkläre, was hervorgehoben wird: die Gruppe und ihr gemeinsames Weiterarbeiten. Die Anapher unterstützt hier den ermutigenden Ton, garantiert aber keine erfolgreiche sportliche Zukunft.
- A · Die wiederholte Zukunftsform sagt einen Sieg beim nächsten Spiel als gesichertes Ergebnis voraus.: Die Kapitänin kündigt Arbeit und erneutes Antreten an. Ein sicherer Sieg wird weder zugesagt noch durch das Stilmittel bewiesen.
- B · Das wiederholte „Wir werden“ bündelt die Vorhaben zu einem gemeinsamen, auf die Zukunft gerichteten Versprechen.: „Wir“ schließt das Team ein, „werden“ richtet die Aussagen nach vorn. Die Wiederholung verbindet die einzelnen Schritte zum gemeinsamen Vorhaben.
- C · Das wiederholte „Wir“ hebt die Kapitänin als einzige verantwortlich Handelnde von den anderen ab.: „Wir“ und „zusammen“ beziehen das Team ein. Eine ausschließliche Verantwortung der Kapitänin wird gerade nicht betont.
- D · Die gleichbleibenden Satzanfänge lenken das Team dazu, die Niederlage und ihre Ursachen nicht mehr anzusehen.: Das wäre ein mögliches Ablenkungsziel in einer anderen Rede. Hier wird die gemeinsame Betrachtung der Fehler jedoch ausdrücklich als erster Schritt genannt.
Aufgabe 22: Was hebt die wiederholte Wortgruppe an den Satzenden in dieser Szene hervor?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung D: Die Epipher unterstreicht Toms gegenwärtigen Vorbehalt; das Wort „noch“ lässt eine spätere Veränderung offen.
Hier lohnt sich die genaue Lektüre eines kleinen Wortes: Ohne „noch“ klänge die Ablehnung anders. Die Epipher bündelt die Aussagen um den derzeit fehlenden Glauben und das fehlende Vertrauen. Eine spätere Versöhnung bleibt möglich, ist aber nicht versprochen.
- A · Die dreimalige Verneinung legt fest, dass Tom die Freundschaft endgültig beendet hat.: „Noch nicht“ betont den gegenwärtigen Zustand. Ein endgültiges „nie wieder“ steht gerade nicht im Text.
- B · Das wiederholte „noch“ verspricht der Freundin, dass die Versöhnung bald sicher erfolgen wird.: „Noch“ lässt eine Veränderung offen. Zeitpunkt und tatsächlicher Eintritt der Versöhnung werden aber nicht zugesagt.
- C · Die wiederholten Satzenden zeigen, dass Tom eine sofortige zweite Entschuldigung als einzige Bedingung stellt.: Der Text beschreibt Toms Haltung. Eine neue Entschuldigung oder eine konkrete Bedingung für die Wiederherstellung des Vertrauens nennt er nicht.
- D · Die Epipher unterstreicht Toms gegenwärtigen Vorbehalt; das Wort „noch“ lässt eine spätere Veränderung offen.: Jeder Satz endet bei derselben Grenze. „Noch“ zeigt zugleich, dass der Zustand nicht ausdrücklich als endgültig bezeichnet wird.
Aufgabe 23: Welche Deutung passt zur Übertreibung und zum beschriebenen Verhalten?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung A: Die übergroße Zahl macht die Aufgaben aus Deniz’ Sicht überwältigend; das Liegenlassen des Briefes unterstützt diese Lesart.
Die Hyperbel zeigt eine empfundene Belastung, keine belastbare Statistik. Eine vorsichtige Analyse kann von Überforderung sprechen, weil Zahl, Sichfallenlassen und Aufschieben zusammenpassen. Eine psychologische Diagnose oder ein Urteil über Deniz’ gesamten Charakter wäre zu weitgehend.
- A · Die übergroße Zahl macht die Aufgaben aus Deniz’ Sicht überwältigend; das Liegenlassen des Briefes unterstützt diese Lesart.: Übertreibung und Handlung passen zusammen: Die Menge erscheint subjektiv kaum zu bewältigen, obwohl die Szene keine Million Aufgaben zeigt.
- B · Die Zahl weist nach, dass die anstehenden Aufgaben objektiv von niemandem zu bewältigen sind.: Die Übertreibung macht eine subjektiv erlebte Belastung deutlich. Über den vollständigen Umfang und die objektive Bewältigbarkeit der Aufgaben sagt sie nichts Verlässliches.
- C · Die Kombination aus großer Zahl und Liegenlassen bestimmt Deniz eindeutig als dauerhaft arbeitsscheu.: Die einzelne Szene zeigt Zögern und mögliche Überforderung. Eine dauerhafte Charaktereigenschaft wäre damit nicht ausreichend belegt.
- D · Die Übertreibung ist zwingend ironisch gemeint und zeigt deshalb, dass Deniz in Wahrheit nichts zu tun hat.: Eine Hyperbel ist nicht automatisch Ironie. Die sechs Briefe und das Aufschieben stützen hier Belastung, nicht das Gegenteil der Aussage.
Aufgabe 24: Welche Analyse der rhetorischen Frage ist am besten am Text belegt?
Lösung und Begründungen anzeigen
Lösung C: Die Frage legt ein Nein nahe und stellt die bisherige Zugangsbeschränkung als ungerecht dar; so stützt sie die anschließende Forderung.
Eine vollständige Erklärung nennt die nahegelegte Antwort und ihre Funktion im Argument: Nein → gleicher Zugang → Handlungsforderung. Damit beschreibst du die Überzeugungsstrategie. Ob alle Zuhörer tatsächlich zustimmen, kann der Ausschnitt nicht zeigen.
- A · Die Frage bittet vorrangig um Auskunft darüber, welches technische Bauteil die Rampe reparieren würde.: Die Formulierung bewertet die Bedingungen des Zugangs. Eine konkrete Reparaturtechnik wird nicht erfragt.
- B · Die Frage eröffnet eine ergebnisoffene Abstimmung darüber, ob manche Menschen ausgeschlossen bleiben sollen.: Die Formulierung „wirklich“ und die folgende Forderung zeigen die Haltung der Sprecherin. Sie behandelt die möglichen Antworten nicht als gleichwertig.
- C · Die Frage legt ein Nein nahe und stellt die bisherige Zugangsbeschränkung als ungerecht dar; so stützt sie die anschließende Forderung.: Frage und Folgesatz greifen ineinander: Der Zugang soll nicht von der Fähigkeit abhängen, Treppen zu steigen. Die rhetorische Frage fordert die Zuhörer zur Zustimmung auf.
- D · Die Frage dokumentiert, dass bereits alle Zuhörer der Sprecherin zugestimmt haben.: Die Frage wirbt um Zustimmung. Tatsächliche Reaktionen des Publikums werden aber nicht beschrieben.
Arbeitsblatt und Lösungsblatt zum Drucken
Acht ausgewählte Aufgaben verbinden alle drei Lernstufen. Notiere neben der Antwort jeweils eine kurze Begründung am Wortlaut. Du kannst die beiden Blätter getrennt drucken oder im Druckdialog als PDF speichern.
Stilmittel üben · Aufgabenblatt
Wortwuchs · wortwuchs.net/stilmittel-uebungen/
Name: ________________________ Datum: ______________
Alle Sätze sind eigene Übungsbeispiele. Wähle je Aufgabe die am besten passende Antwort und begründe sie mit einer genauen Textbeobachtung. Bei den Deutungsaufgaben soll deine Begründung das sprachliche Merkmal mit dem Inhalt der Szene verbinden. Die Lösungen stehen getrennt vom Aufgabenblatt.
1. Welches Stilmittel macht aus einem Gespräch bildlich eine Verbindung?
Nach dem Streit war ihr Gespräch eine Brücke zurück zur Freundschaft.
- Epipher
- Metapher
- Hyperbel
- Rhetorische Frage
Meine Begründung:
2. Welches Stilmittel entsteht durch die markierten Anfangslaute?
Bunte Bücher bieten neue Ideen.
- Hyperbel
- Anapher
- Alliteration
- Vergleich
Meine Begründung:
3. Wie heißt die Wiederholung der markierten Wörter an den Satzenden?
Am Morgen fehlt uns Zeit. Selbst am Abend bleibt kaum Zeit. Für ein Gespräch brauchen wir Zeit.
- Epipher
- Vergleich
- Anapher
- Alliteration
Meine Begründung:
4. Welche Erklärung ist fachlich am genauesten?
Die Sorge setzte sich zu ihm an den Tisch und ließ ihn nicht mehr allein.
- Es kann keine Personifikation sein, weil die Sorge ein abstrakter Begriff ist.
- Es ist eine Personifikation; zugleich lässt sich die Stelle als bildliche Bedeutungsübertragung verstehen.
- Personifikation und Metapher schließen sich immer gegenseitig aus.
- Es ist nur dann bildliche Sprache, wenn ein Vergleichswort wie „wie“ vorkommt.
Meine Begründung:
5. Bilden die Wörter „Vater“ und „Vase“ in der üblichen deutschen Aussprache eine Alliteration?
Auf dem Bild stehen Vater und Vase nebeneinander.
- Nein: „Vater“ beginnt mit dem f-Laut, „Vase“ mit einem Laut wie das w in „Wasser“.
- Ja, allein der gemeinsame Buchstabe V beweist die Alliteration.
- Nein, weil Alliterationen niemals aus Substantiven bestehen können.
- Ja, weil zwei Wörter in einem Satz immer gleich anfangen.
Meine Begründung:
6. Welches Merkmal liegt in beiden Sätzen vor, obwohl kein Satzanfang wörtlich wiederholt wird?
Mara öffnet die Tür. Jonas schließt das Fenster.
- Ein Parallelismus: Subjekt, Prädikat und Akkusativobjekt stehen jeweils in derselben Reihenfolge.
- Eine Anapher: Die beiden Sätze beginnen mit demselben Wort.
- Eine Epipher: Das letzte Wort ist in beiden Sätzen gleich.
- Eine rhetorische Frage: Es wird keine Antwort erwartet.
Meine Begründung:
7. Welche Deutung der Metapher ist durch die ganze Szene am besten gestützt?
Seit dem Umzug kennt Mila niemanden in der Klasse. Am ersten Morgen darf sie sich zu Elif setzen. Elifs freundliches Nicken ist ein Anker in diesem fremden Tag.
- Das Ankerbild stellt Elifs Freundlichkeit vor allem als Einschränkung von Milas Bewegungsfreiheit dar.
- Das Nicken kündigt eine feste Freundschaft an, die alle Schwierigkeiten des Umzugs dauerhaft beseitigt.
- Das Nicken gibt Mila in einer ungewohnten Situation ersten Halt und Orientierung.
- Die Metapher hebt vor allem Milas Wunsch hervor, möglichst schnell an ihre alte Schule zurückzukehren.
Meine Begründung:
8. Welche Analyse der rhetorischen Frage ist am besten am Text belegt?
Bei der Schulversammlung spricht eine Schülerin über die kaputte Rampe: „Soll der Zugang zur Aula wirklich davon abhängen, ob jemand Treppen steigen kann? Wir brauchen einen Eingang, den alle nutzen können.“
- Die Frage bittet vorrangig um Auskunft darüber, welches technische Bauteil die Rampe reparieren würde.
- Die Frage eröffnet eine ergebnisoffene Abstimmung darüber, ob manche Menschen ausgeschlossen bleiben sollen.
- Die Frage legt ein Nein nahe und stellt die bisherige Zugangsbeschränkung als ungerecht dar; so stützt sie die anschließende Forderung.
- Die Frage dokumentiert, dass bereits alle Zuhörer der Sprecherin zugestimmt haben.
Meine Begründung:
Stilmittel üben · Lösungsblatt
Wortwuchs · wortwuchs.net/stilmittel-uebungen/
Die Buchstaben beziehen sich auf das Aufgabenblatt. Im interaktiven Trainer werden die Antworten in wechselnder Reihenfolge angezeigt.
1. Antwort B: Metapher
Bildbereich: eine Brücke verbindet getrennte Ufer. Gemeinter Bereich: Ein Gespräch bringt entfremdete Menschen wieder zusammen. Diese übertragene Verwendung macht die Metapher aus; eine echte Brücke kommt in der Szene nicht vor.
2. Antwort C: Alliteration
Bei der Alliteration hörst du auf den Wortanfang. Groß- oder Kleinschreibung spielt dafür keine Rolle. Eine Folge gleicher Anfangsbuchstaben genügt dagegen nicht immer, denn derselbe Buchstabe kann unterschiedlich ausgesprochen werden.
3. Antwort A: Epipher
Die Epipher lenkt den Blick hier immer wieder auf dasselbe Anliegen: Es fehlt Zeit, insbesondere für das Gespräch. Beim Benennen zunächst die Stellung prüfen, beim Deuten anschließend den Inhalt der Wiederholung erklären.
4. Antwort B: Es ist eine Personifikation; zugleich lässt sich die Stelle als bildliche Bedeutungsübertragung verstehen.
Eine präzise Analyse beschreibt zuerst den Vorgang: Das Gefühl „Sorge“ bekommt die Gestalt und das Verhalten eines menschlichen Besuchers. Mit „Personifikation“ benennst du diesen Vorgang genauer als nur mit dem Oberbegriff „sprachliches Bild“.
5. Antwort A: Nein: „Vater“ beginnt mit dem f-Laut, „Vase“ mit einem Laut wie das w in „Wasser“.
Die Schreibweise allein kann in die Irre führen: Vater → /f/, Vase → /v/. Gemeint ist die übliche standarddeutsche Aussprache. Gleiche Buchstaben sind daher weder eine notwendige noch immer eine ausreichende Bedingung für eine Alliteration.
6. Antwort A: Ein Parallelismus: Subjekt, Prädikat und Akkusativobjekt stehen jeweils in derselben Reihenfolge.
Anapher und Parallelismus können gemeinsam vorkommen, müssen es aber nicht. Hier wird die grammatische Struktur wiederholt, nicht der Wortlaut des Satzanfangs. Die Gegenüberstellung von „öffnet“ und „schließt“ kann man zusätzlich untersuchen; sie ersetzt die Satzbauanalyse nicht.
7. Antwort C: Das Nicken gibt Mila in einer ungewohnten Situation ersten Halt und Orientierung.
Eine tragfähige Deutung verbindet Bild und Kontext: „Anker“ → Halt; neue Klasse → Unsicherheit; freundliches Nicken → erste Sicherheit. Daraus darfst du noch keine dauerhafte Freundschaft oder vollständige Lösung aller Probleme ableiten.
8. Antwort C: Die Frage legt ein Nein nahe und stellt die bisherige Zugangsbeschränkung als ungerecht dar; so stützt sie die anschließende Forderung.
Eine vollständige Erklärung nennt die nahegelegte Antwort und ihre Funktion im Argument: Nein → gleicher Zugang → Handlungsforderung. Damit beschreibst du die Überzeugungsstrategie. Ob alle Zuhörer tatsächlich zustimmen, kann der Ausschnitt nicht zeigen.
Vom Übungssatz zur eigenen Analyse
Kannst du ein Stilmittel erklären, versuche es im nächsten Schritt an einem zusammenhängenden Text. Eine isolierte Form verrät noch nicht, was sie im Gedicht, in einer Rede oder Erzählung bewirkt. Beachte besonders Sprecher, Situation und die umgebenden Sätze.
