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GTP

Form & Grammatik

SubstantivAbkürzung
Lemma
GTP
Wortart
Substantivische Abkürzung; Genus je nach Bedeutung Neutrum oder Femininum
Schreibung
GTP steht in Großbuchstaben und ohne Punkte. Die Buchstabenfolge wird nicht silbisch getrennt.
Worttrennung
GTP wird nicht silbisch getrennt. Die Langformen sind bedeutungsabhängig: „Guanosintriphosphat“ und „Gruppentransferpolymerisation“.
Langform
Guanosintriphosphat (Biochemie); Gruppentransferpolymerisation (Polymerchemie)
Formen
Biochemie: das GTP; des GTP / des GTPs; dem GTP; das GTP. Polymerchemie: die GTP; der GTP; der GTP; die GTP.
Plural
Biochemie: mehrere Einzelmoleküle heißen „GTP-Moleküle“. Polymerchemie: kein üblicher Plural des Verfahrensnamens; mehrere Verfahren können als „GTP-Verfahren“ bezeichnet werden.
Gebrauch
Im Kontext von GDP, ATP oder G-Proteinen meint GTP meist Guanosintriphosphat. Bei Acrylmonomeren und Polymerisationsverfahren kann die Abkürzung Gruppentransferpolymerisation bedeuten.
Kürzelart
Abkürzung; Neutrum oder Femininum nach Bedeutung

Formen und Verwendung im Detail ↓

Definition · kurz erklärt

GTP ist eine fachsprachliche Abkürzung mit mindestens zwei klar unterscheidbaren Verwendungen: In der Biochemie steht sie für Guanosintriphosphat; in der Polymerchemie für Gruppentransferpolymerisation.

Bedeutungen

1 Guanosintriphosphat in der Biochemie

GTP ist ein Nukleosidtriphosphat aus Guanosin und drei Phosphatgruppen. Bei seiner Hydrolyse kann eine Phosphatgruppe abgespalten werden; die dabei verfügbare Energie lässt sich in der Zelle mit anderen Reaktionen koppeln. GTP spielt unter anderem im Wechsel zwischen GDP- und GTP-gebundenen Zuständen von G-Proteinen sowie bei der Proteinbiosynthese eine Rolle.

„Das Protein bindet GTP, bevor es in den aktiven Zustand wechselt.“

Der Beispielsatz veranschaulicht eine mögliche GTP-Bindung. Nicht jedes Protein bindet GTP, und der Satz beschreibt nicht den gesamten Signalweg.

2 Gruppentransferpolymerisation in der Polymerchemie

In der Polymerchemie steht GTP für Gruppentransferpolymerisation, ein Verfahren zur Polymerisation bestimmter Monomere. Der Name verweist auf einen Polymerisationsmechanismus, bei dem eine Gruppe mit dem aktiven Kettenende verbunden bleibt. Die fachliche Terminologie wird weiter verwendet, auch wenn einzelne mechanistische Deutungen im Lauf der Forschung präzisiert wurden.

„Die Studie vergleicht die GTP mit einem weiteren Polymerisationsverfahren.“

Hier bezeichnet GTP ein Verfahren der Polymerchemie, keinen Stoffwechselbaustein. Welche Monomere oder Reaktionsbedingungen untersucht werden, ergibt sich aus der Studie.

Unterschiede

Im biochemischen Zusammenhang stehen oft auch ATP, GDP und G-Proteine: Dann meint GTP Guanosintriphosphat. ATP enthält Adenosin statt Guanosin; GDP besitzt zwei statt drei Phosphatgruppen. Im Zusammenhang mit Acrylmonomeren, Katalysatoren und Polymerisationsverfahren meint GTP dagegen Gruppentransferpolymerisation. Die beiden Bedeutungen sind fachlich unabhängig und nicht austauschbar.

Das Kürzel ist grammatisch nicht auf ein einziges Geschlecht festgelegt: Als Guanosintriphosphat heißt es „das GTP“, als Gruppentransferpolymerisation „die GTP“.

Beispiele und Verwendung

In biochemischen Texten begegnen Verbindungen wie „GTP-Bindung“, „GTP-Hydrolyse“, „GTP-gebunden“ und „GTP-Molekül“. Mit dem Grundwort bleibt erkennbar, ob von einem Vorgang, einem Bindungszustand oder einer gezählten Einheit die Rede ist.

„Die Abbildung zeigt zwei GTP-Moleküle am Proteinkomplex.“

Gezählt werden hier einzelne biochemische Moleküle. Die Aussage sagt nichts darüber, wie schnell sie umgesetzt werden.

In der Polymerchemie sind Verbindungen wie „GTP-Verfahren“ oder „GTP-Polymerisation“ möglich. Der Artikel vor der selbstständigen Abkürzung richtet sich nach der Langform und damit nach dem Fachgebiet.

Grammatik und Beugung

Die Grammatik hängt von der gemeinten Langform ab. Bei Guanosintriphosphat ist das Kürzel sächlich; im Genitiv sind „des GTP“ und „des GTPs“ belegt. Bei Gruppentransferpolymerisation ist es weiblich. Die Tabelle trennt beide Verwendungen.

GTP: Fälle nach Bedeutung
FallBiochemie: GuanosintriphosphatPolymerchemie: Gruppentransferpolymerisation
Nominativdas GTPdie GTP
Genitivdes GTP / des GTPsder GTP
Dativdem GTPder GTP
Akkusativdas GTPdie GTP

Im biochemischen Sinn werden einzelne Moleküle am klarsten als „GTP-Moleküle“ gezählt. Bei der Verfahrensbedeutung bleibt GTP gewöhnlich ein singularischer Name; bei mehreren Verfahren steht die Mehrzahl am Grundwort, zum Beispiel „GTP-Verfahren“.

Die Buchstabenfolge GTP steht ohne Punkte und wird nicht silbisch getrennt. Zusammensetzungen erhalten zur besseren Lesbarkeit einen Bindestrich, etwa „GTP-Molekül“ und „GTP-Verfahren“.

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