allgemein
Form & Grammatik
- Stichwort
- allgemein
- Worttrennung
- all·ge·mein
- Komparativ
- allgemeiner
- Superlativ
- am allgemeinsten
Allgemein kann heißen, dass etwas viele oder alle Menschen beziehungsweise Fälle betrifft. Es kann auch beschreiben, dass eine Aussage auf einer übergeordneten Ebene bleibt und Einzelheiten offenlässt.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Viele oder alle betreffend
Allgemeine Hinweise richten sich an die gesamte gemeinte Gruppe. Allgemeine Zustimmung beschreibt eine breite oder gemeinsame Reaktion. Ob wirklich jede einzelne Person eingeschlossen ist, hängt von der jeweiligen Aussage ab; besonders in sachlichen Texten ist es hilfreich, den Geltungsbereich zu nennen.
Übergeordnet statt im Einzelnen
Eine allgemeine Erklärung stellt zunächst Zusammenhänge oder Grundzüge dar. Das kann als Einführung sinnvoll sein. Wird eine konkrete Antwort erwartet, kann dieselbe Allgemeinheit allerdings als ungenau empfunden werden. Das Wort ist also nicht von sich aus ein Lob oder ein Tadel.
Die Wendung im Allgemeinen
Im Allgemeinen fasst das Typische zusammen und lässt Ausnahmen zu. Wer schreibt, ein Bus sei im Allgemeinen pünktlich, behauptet damit gerade nicht, dass es niemals eine Verspätung gebe.
Beispiele und Verwendung
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
„Die allgemeinen Hinweise stehen vor den Aufgaben für die einzelnen Gruppen.“
So ist es gemeint: Hier bezeichnet das Wort den gemeinsamen Geltungsbereich.
„Die Antwort blieb allgemein: Welche Tür repariert werden sollte, erfuhr niemand.“
So ist es gemeint: Hier fehlt die Konkretisierung. Der zweite Satz erklärt, worin diese Unbestimmtheit besteht.
„Im Allgemeinen findet die Probe freitags statt.“
So ist es gemeint: Die Wendung beschreibt die übliche Regel, ohne einzelne Ausnahmen auszuschließen.
Typische Wortverbindungen
Allgemeine Hinweise, allgemeine Zustimmung, allgemeine Fragen; etwas allgemein erklären oder allgemein bekannt sein. In allgemein bekannt bezieht sich allgemein auf die Verbreitung der Kenntnis.
Synonyme für allgemein: passend zum Zusammenhang
Allgemein kann den Geltungsbereich einer Aussage oder ihre fehlende Ausführung im Einzelnen betreffen. Für die erste Lesart kommen übergreifend und grundsätzlich infrage, für die zweite je nach Kritik unbestimmt oder wenig konkret. Nicht jede allgemeine Aussage ist ungenau.
| Alternative | Passend bei | Unterschied |
|---|---|---|
| übergreifend | Mehreren Bereichen gemeinsamen Fragen | Betont das Verbindende statt die Einzelheit. |
| grundsätzlich | Einer Regel auf übergeordneter Ebene | Kann Ausnahmen zulassen; nicht automatisch ausnahmslos. |
| unbestimmt | Einer Antwort ohne nötige Festlegung | Enthält eine Kritik an fehlender Genauigkeit. |
| üblicherweise | Der Wendung im Allgemeinen | Benennt den Normalfall und lässt Abweichungen zu. |
Eigene Sprachbeispiele: Die Erläuterungen zeigen, was sich beim Ersetzen verändert.
Erstes Satzpaar
Ausgangssatz: „Die allgemeinen Hinweise gelten für alle Arbeitsgruppen.“
Alternative: „Die übergreifenden Hinweise gelten für alle Arbeitsgruppen.“
Die Alternative erhält den gemeinsamen Bezug. Sie sagt nicht, dass die Hinweise oberflächlich wären: Eine gemeinsame Regel kann sehr genau formuliert sein.
Zweites Satzpaar
Ausgangssatz: „Im Allgemeinen beginnt die Probe um sechs.“
Alternative: „Üblicherweise beginnt die Probe um sechs.“
Beide Fassungen beschreiben den Normalfall. Sie versprechen nicht, dass die Uhrzeit an jedem einzelnen Tag unverändert bleibt.
Hier passt der Austausch nicht: Allgemeine Zustimmung ist nicht unbestimmte Zustimmung. Die erste Verbindung betrifft die Verbreitung des Einverständnisses, die zweite dessen mangelnde Festlegung. Der Austausch würde somit eine andere Eigenschaft behaupten.
Die Wendung „im Allgemeinen“ lässt sich häufig durch normalerweise ersetzen. Vor einem Nomen brauchst du jedoch eine gebeugte Form: „die allgemeinen Regeln“ kann beispielsweise „die übergreifenden Regeln“ heißen. Prüfe außerdem, welche Personengruppe tatsächlich mitgemeint ist; allgemein bedeutet im Alltag nicht zwingend jede denkbare Person.
Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter und Gegenbegriffe
| Wort oder Ausdruck | Unterschied und Verwendung |
|---|---|
| konkret | Bezeichnet einen bestimmten Fall oder eine genau benannte Handlung. Eine allgemeine Regel kann durch ein konkretes Beispiel erklärt werden. |
| präzise | Betont die Genauigkeit. Allgemeine Aussagen können durchaus präzise formuliert sein; allgemein und ungenau sind daher keine vollständigen Synonyme. |
| besonders / speziell | Geeignete Gegenbegriffe, wenn es um einen Teilbereich oder Einzelfall geht. Für den Geltungsbereich kann auch individuell passen. |
Grammatik und richtige Schreibung
Allgemein ist ein Adjektiv: eine allgemeine Frage. In im Allgemeinen wird es substantiviert und großgeschrieben. Dagegen bleibt es in allgemein bekannt klein. Die Wendung lautet nicht im allgemeinen, wenn kein folgendes Nomen die Kleinschreibung begründet.
Steigerung: Allgemein – allgemeiner – am allgemeinsten. Die Steigerung passt zur Reichweite oder Abstraktion: eine allgemeinere Fragestellung. Sie ist keine Aussage darüber, dass ein Hinweis für mehr als alle gelten könnte.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | allgemeiner | allgemeine | allgemeines | allgemeine |
| Genitiv | allgemeinen | allgemeiner | allgemeinen | allgemeiner |
| Dativ | allgemeinem | allgemeiner | allgemeinem | allgemeinen |
| Akkusativ | allgemeinen | allgemeine | allgemeines | allgemeine |
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | allgemeine | allgemeine | allgemeine | allgemeinen |
| Genitiv | allgemeinen | allgemeinen | allgemeinen | allgemeinen |
| Dativ | allgemeinen | allgemeinen | allgemeinen | allgemeinen |
| Akkusativ | allgemeinen | allgemeine | allgemeine | allgemeinen |
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | allgemeiner | allgemeine | allgemeines | allgemeinen |
| Genitiv | allgemeinen | allgemeinen | allgemeinen | allgemeinen |
| Dativ | allgemeinen | allgemeinen | allgemeinen | allgemeinen |
| Akkusativ | allgemeinen | allgemeine | allgemeines | allgemeinen |
Die Tabellen zeigen die Adjektivformen vor einem Nomen. Ein unbestimmter Artikel wie ein hat keinen Plural; die Pluralspalte der gemischten Beugung gilt etwa nach keine oder meine. Ohne Artikel gelten dort die starken Formen. Das Nomen erhält gegebenenfalls zusätzlich seine eigene Fallendung.
Vom allgemeinen Urteil zur nachvollziehbaren Aussage
Eigene, erfundene Situation: Eine Schülerin soll einen fiktiven Vorschlag zur Neugestaltung des Pausenhofs beurteilen. Im Entwurf steht nur, der Hof solle schöner werden.
Beobachtung und Wortwahl: Das Ziel ist genannt, doch Orte, Maßnahmen und Bedürfnisse fehlen. Das rechtfertigt die Beschreibung als allgemein, ohne den gesamten Vorschlag abzuwerten.
Der Vorschlag bleibt zunächst allgemein, weil er lediglich einen schöneren Pausenhof fordert. Erst der ergänzte Plan macht das Ziel greifbar: Zwei Bänke sollen im Schatten stehen, und die freie Fläche neben der Turnhalle soll für Ballspiele erhalten bleiben.
Warum das funktioniert: Das Adjektiv benennt ein genau erläutertes Merkmal des Textes. Danach zeigen zwei konkrete Maßnahmen, wie sich die Aussage verbessern lässt.
Grenze der Aussage: Allgemeine Ziele sind nicht nutzlos. Sie können einen Überblick geben, müssen aber für eine praktische Umsetzung ergänzt werden.
Kurz geprüft
Schließt die Aussage „Im Allgemeinen gelingt die Zusammenarbeit“ jeden Streit aus?
Antwort und Erklärung
Nein. Sie beschreibt den vorherrschenden Eindruck und lässt Ausnahmen zu. Für eine ausnahmslose Aussage wäre eine andere Formulierung nötig.
Weitere Wörter für deinen Text findest du in der Adjektivliste mit Wortauswahl und Vergleichen. Die Grundregeln erklärt der Beitrag Adjektive: Verwendung, Beugung und Steigerung.
