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amorph

Form & Grammatik

AdjektivFremdwort
Lemma
amorph
Wortart
Adjektiv
Worttrennung
amorph
Steigerung und Gebrauch
Nicht steigerbar in der fachlichen Einordnung; Grundform am Zeilenende nicht trennen.

amorph: Amorph bedeutet ohne klar ausgeprägte Gestalt. In der Materialbeschreibung bezeichnet es einen nichtkristallinen Aufbau.

Bedeutungen

Ohne erkennbare Form oder Gliederung

Eine amorphe Masse lässt keine klare Gestalt erkennen. Übertragen kann auch ein Entwurf amorph wirken, wenn seine Gedanken noch keine übersichtliche Ordnung bilden. Die Beschreibung betrifft das betrachtete Ergebnis, nicht die Fähigkeiten der Person, die es geschaffen hat.

„Aus dem zunächst amorphen Entwurf entwickelte sich eine klar gegliederte Rede.“

Die Gedanken erhielten eine erkennbare Reihenfolge. Der erste Entwurf war deshalb nicht notwendig nutzlos.

Nichtkristalliner innerer Aufbau

Bei einem Feststoff kann amorph beschreiben, dass sein innerer Aufbau nicht die regelmäßige Fernordnung eines Kristalls besitzt. Gemeint ist damit eine Materialeigenschaft, nicht der sichtbare Umriss des Gegenstands.

„Das Material ist amorph, obwohl das daraus geformte Teil scharfe Kanten hat.“

Ein genau geformter Gegenstand kann aus amorphem Material bestehen. Umgekehrt beweist ein unregelmäßiger Umriss keinen amorphen inneren Aufbau.

amorph: Synonyme und andere Wörter

Bei Gestalt und Gedanken

formlos · ungegliedert · konturlos

Konturlos betrifft fehlende erkennbare Grenzen; ungegliedert betrifft eine Ordnung von Teilen. Formlos hat weitere Bedeutungen: Ein formloser Antrag ist nicht an eine feste Verfahrensform gebunden und deshalb gewöhnlich nicht amorph.

Die Notizen bilden noch einen amorphen Entwurf. → Die Notizen sind noch nicht zu einem gegliederten Entwurf verbunden.

Bei Materialien

nichtkristallin

Nichtkristallin trifft die fachliche Bedeutung. Chaotisch wäre hier eine ungenaue Wertung und beschreibt kein verlässlich bestimmtes Materialmerkmal.

Die Untersuchung beschreibt eine amorphe Struktur. → Die Untersuchung beschreibt eine nichtkristalline Struktur.

Beispiele und Verwendung

„Aus der Entfernung erschien die Ansammlung als amorphe Masse.“

Hier erklärt die Perspektive, weshalb keine Konturen erkennbar sind. Der Satz trifft keine fachliche Aussage über den Aufbau der einzelnen Gegenstände. Für einen gedanklichen Entwurf ist oft genauer zu sagen, welche Gliederung noch fehlt.

Grammatik und Beugung

Das Wort behält ph: eine amorphe Masse, mit amorphem Material. Prädikativ steht die Grundform: Der Stoff ist amorph. Die fachliche Einordnung wird nicht gesteigert. Bei einem Eindruck fehlender Ordnung ist weniger gegliedert häufig genauer. Die Grundform amorph hat keine Trennstelle am Zeilenende.

Die Tabellen zeigen die gebeugte Grundstufe. In der gemischten Deklination gilt der Plural etwa nach keine oder meine; der unbestimmte Artikel ein hat keinen Plural. Die dezent markierten Teile sind tatsächliche Endungen.

amorph: Starke Deklination – ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativamorpheramorpheamorphesamorphe
Genitivamorphenamorpheramorphenamorpher
Dativamorphemamorpheramorphemamorphen
Akkusativamorphenamorpheamorphesamorphe
amorph: Schwache Deklination – nach der, die, das
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativamorpheamorpheamorpheamorphen
Genitivamorphenamorphenamorphenamorphen
Dativamorphenamorphenamorphenamorphen
Akkusativamorphenamorpheamorpheamorphen
amorph: Gemischte Deklination – nach ein, kein oder einem Possessivwort
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativamorpheramorpheamorphesamorphen
Genitivamorphenamorphenamorphenamorphen
Dativamorphenamorphenamorphenamorphen
Akkusativamorphenamorpheamorphesamorphen

Herkunft

Amorph geht auf griechisch ámorphos zurück, das etwas Ungestaltetes oder Formloses bezeichnet. Der Bezug auf Form erklärt die allgemeine Bedeutung; die heutige materialwissenschaftliche Verwendung ist fachlich enger.