anomisch

Anomisch: durch Anomie geprägt: einen Zustand gestörter, unklarer oder nicht mehr verbindlicher sozialer Regeln betreffend.

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Was bedeutet anomisch?

Das soziologische Adjektiv bezieht sich auf Normen und gesellschaftliche Orientierung. Es kann Situationen beschreiben, in denen bisherige Regeln nicht mehr tragen und neue Maßstäbe noch nicht verbindlich geworden sind. Es ist kein allgemeines Schimpfwort für ungewöhnliche Menschen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

„Die Untersuchung beschreibt eine anomische Situation.“

Die Verbindlichkeit sozialer Regeln ist gestört.

„Der Roman schildert anomische Verhältnisse nach einem Umbruch.“

Die Figuren können sich nicht mehr auf bisherige Erwartungen verlassen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Anomal bedeutet von einer Norm oder Regel abweichend und ist ein anderes Wort. Anomisch betrifft speziell den Zusammenhang von sozialer Ordnung und Orientierung. Nicht jede einzelne Regelverletzung belegt schon gesellschaftliche Anomie.

Schreibweise und Grammatik

Adjektiv anomisch, mit einem m. Bezugsnomen: Anomie. Formen: eine anomische Lage, in anomischen Verhältnissen. Vor einem Nomen stimmt die Endung mit dessen grammatischer Umgebung überein. In einer Verbindung mit sein bleibt die Grundform dagegen endungslos. Die Tabellen unten unterscheiden deshalb die Formen nach bestimmten Artikeln, nach ein beziehungsweise keine und ohne Artikel. Sie zeigen keine unterschiedlichen Bedeutungen, sondern unterschiedliche Satzumgebungen desselben Adjektivs.

Steigerung

Als sachliche Zuordnung wird das Adjektiv gewöhnlich nicht gesteigert. Unterschiede beschreibt man genauer, indem man die betreffende Eigenschaft oder den Vergleichsmaßstab nennt; eine Endung allein macht aus einer Zuordnung noch keinen sinnvoll messbaren Grad.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativanomischeranomischeanomischesanomische
Genitivanomischenanomischeranomischenanomischer
Dativanomischemanomischeranomischemanomischen
Akkusativanomischenanomischeanomischesanomische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativanomischeanomischeanomischeanomischen
Genitivanomischenanomischenanomischenanomischen
Dativanomischenanomischenanomischenanomischen
Akkusativanomischenanomischeanomischeanomischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativanomischeranomischeanomischesanomischen
Genitivanomischenanomischenanomischenanomischen
Dativanomischenanomischenanomischenanomischen
Akkusativanomischenanomischeanomischesanomischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Die folgende kurze Erläuterung ist ein selbst entworfenes Anwendungsbeispiel, kein Zitat aus einem Fachtext.

In einer erfundenen Erzählung verlieren bisher verbindliche Absprachen nach einem institutionellen Zusammenbruch ihre Geltung. Die Analyse erläutert die anomische Situation anhand widersprüchlicher Erwartungen.

Der Beispielabsatz bindet das Wort an die dargestellten Verhältnisse. Er diagnostiziert keine einzelne Figur und macht aus einem Konflikt nicht ohne weitere Belege eine Aussage über die gesamte Gesellschaft.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.