anschließend
Form & Grammatik
- Stichwort
- anschließend
- Worttrennung
- an·schlie·ßend
- Gebrauch
- Zeitadverb unverändert; adjektivisch verwendetes Partizip I von anschließen vor einem Nomen gebeugt. Im Zeit-/Anschlusssinn keine gewöhnliche Steigerung.
Anschließend gingen wir, aber die anschließende Pause. In der Schweiz und Liechtenstein schreibt man anschliessend.
Anschließend ordnet etwas zeitlich nach einem zuvor genannten Vorgang ein. Als Adverb bedeutet es danach; als adjektivisch verwendetes Partizip beschreibt es etwas Folgendes, etwa die anschließende Besprechung. Auch ein räumliches Anschließen ist je nach Satz möglich.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Danach: ein Adverb für die Reihenfolge
In ‚Wir lesen den Text und sprechen anschließend darüber‘ verbindet anschließend zwei zeitliche Schritte. Das Wort bleibt unverändert und bezieht sich auf das Geschehen. Es macht die Reihenfolge verständlich, nennt aber keine genaue Uhrzeit oder Dauer. Wenn diese wichtig ist, müssen zusätzliche Angaben hinzukommen. Eine reine Reihenfolge erklärt außerdem noch keine Ursache.
Die anschließende Besprechung: Gebrauch vor einem Nomen
Vor einem Nomen verhält sich das Partizip I von anschließen wie ein Adjektiv: ‚nach anschließender Besprechung‘, ‚die anschließende Pause‘. Es ordnet den Gegenstand oder Vorgang einem zuvor genannten Bezugspunkt zu. Der Satz sollte erkennen lassen, woran sich die Besprechung oder Pause anschließt. Ohne diesen Bezug bleibt die Zeitangabe unvollständig.
Räumliche Nähe und Anschluss unterscheiden
In einer Raumbeschreibung kann ein an den Saal anschließender Raum gemeint sein. Hier geht es um eine räumliche Verbindung oder unmittelbare Folge, nicht um eine spätere Zeit. Davon verschieden ist angeschlossen als Partizip II, etwa bei einem angeschlossenen Gerät. Ein Gerät kann verbunden sein; anschließend erklärt dagegen nicht, ob sein Anschluss bereits durchgeführt wurde.
Beispiele und Verwendung
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
„Zuerst sammeln wir Fragen; anschließend ordnen wir sie nach Themen.“
So ist es gemeint: Das Adverb verbindet zwei Arbeitsschritte und bleibt unverändert.
„In der anschließenden Diskussion werden zwei Vorschläge genauer geprüft.“
So ist es gemeint: Vor dem Nomen wird das Partizip gebeugt. Die Endung gehört zur Nominalgruppe mit der Diskussion.
„Im an den Lesesaal anschließenden Raum stehen weitere Regale.“
So ist es gemeint: Die Verbindung ist räumlich. Das Partizip beschreibt, wo sich der Raum im Verhältnis zum Lesesaal befindet.
Typische Wortverbindungen
Anschließend besprechen, anschließend prüfen, eine anschließende Pause, der daran anschließende Abschnitt. In längeren Abläufen sollten Bezugspunkte eindeutig bleiben. Wenn mehrere Vorgänge genannt sind, kann ein genauer Zusatz wie ‚nach dem ersten Versuch‘ leichter verständlich sein als ein weiteres anschließend.
Ähnliche Wörter und Gegenbegriffe
| Wort oder Ausdruck | Unterschied und Verwendung |
|---|---|
| danach | Ist in zeitlicher Verwendung häufig austauschbar. Auch dieses Adverb braucht einen aus dem Kontext erkennbaren früheren Vorgang. |
| daraufhin | Kann zusätzlich eine Reaktion oder Folgerelation nahelegen. Anschließend stellt zunächst die zeitliche Reihenfolge heraus. |
| später | Bezeichnet einen späteren Zeitpunkt, ohne notwendigerweise einen unmittelbaren Anschluss an den vorherigen Schritt zu betonen. |
| angeschlossen | Ist das Partizip II von anschließen. Es beschreibt etwa eine hergestellte Verbindung und darf nicht mit anschließend verwechselt werden. |
Grammatik und richtige Schreibung
Die unveränderte Zeitangabe anschließend ist ein Adverb. Die beugbare Form vor einem Nomen ist das adjektivisch verwendete Partizip I von anschließen. Geschrieben wird sie im deutschen Standard mit ie, ß und abschließendem d. Die folgenden Tabellen zeigen nur den adjektivischen Gebrauch. Aus dem Adverb in ‚anschließend gingen wir‘ werden keine gebeugten Formen im gleichen Satz.
Steigerung: Als Zeit- oder Anschlussangabe wird anschließend normalerweise nicht gesteigert. Eine Sitzung ist nicht anschließender als eine andere. Für genauere Abstände passen beispielsweise ‚unmittelbar danach‘, ‚kurz darauf‘ oder eine Zeitangabe.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | anschließender | anschließende | anschließendes | anschließende |
| Genitiv | anschließenden | anschließender | anschließenden | anschließender |
| Dativ | anschließendem | anschließender | anschließendem | anschließenden |
| Akkusativ | anschließenden | anschließende | anschließendes | anschließende |
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | anschließende | anschließende | anschließende | anschließenden |
| Genitiv | anschließenden | anschließenden | anschließenden | anschließenden |
| Dativ | anschließenden | anschließenden | anschließenden | anschließenden |
| Akkusativ | anschließenden | anschließende | anschließende | anschließenden |
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | anschließender | anschließende | anschließendes | anschließenden |
| Genitiv | anschließenden | anschließenden | anschließenden | anschließenden |
| Dativ | anschließenden | anschließenden | anschließenden | anschließenden |
| Akkusativ | anschließenden | anschließende | anschließendes | anschließenden |
Die Tabellen zeigen die Adjektivformen vor einem Nomen. Ein unbestimmter Artikel wie ein hat keinen Plural; die Pluralspalte der gemischten Beugung gilt etwa nach keine oder meine. Ohne Artikel gelten dort die starken Formen. Das Nomen erhält gegebenenfalls zusätzlich seine eigene Fallendung.
Einen Ablauf deutlich ordnen
Eigene, erfundene Situation: In einer erfundenen Projektanleitung stehen drei Aufgaben: Material verteilen, Entwürfe zeichnen und Ergebnisse vergleichen. Die erste Fassung reiht sie ohne klare Verbindung aneinander.
Beobachtung und Wortwahl: Die Leser müssen wissen, welcher Schritt jeweils vorausgeht. Das Zeitwort anschließend hilft beim Übergang; konkrete Ergänzungen verhindern, dass es bei vielen Teilschritten mehrdeutig wird.
Zu Beginn verteilt jede Gruppe das Material auf ihren Arbeitstischen. Anschließend zeichnet jedes Mitglied einen eigenen Entwurf. In der anschließenden Besprechung vergleicht die Gruppe die Vorschläge nach Platzbedarf und Verständlichkeit. Erst nach diesem Vergleich wählt sie einen Entwurf für die gemeinsame Ausarbeitung aus.
Warum das funktioniert: Der Absatz verwendet das ungebeugte Adverb und das gebeugte Partizip in unterschiedlichen Satzpositionen. Er ordnet die Schritte, ohne dauernd dasselbe Bindewort zu wiederholen. Der letzte Satz ersetzt einen unklaren weiteren Anschluss durch einen ausdrücklich genannten Bezugspunkt.
Grenze der Aussage: Eine zeitliche Ordnung begründet nicht automatisch, warum genau diese Reihenfolge notwendig ist. Falls ein Schritt eine Voraussetzung für den nächsten bildet, sollte eine wirkliche Anleitung diese Beziehung zusätzlich erklären. Der Ablauf hier ist ein erfundenes Sprachbeispiel.
Kurz geprüft
Ist anschließend immer ein ungebeugtes Adverb?
Antwort und Erklärung
Nein. In ‚anschließend sprechen wir‘ ist es ein Adverb. In ‚die anschließende Aussprache‘ liegt ein adjektivisch verwendetes Partizip mit einer Beugungsendung vor. Der Satzbau entscheidet, welche Beschreibung der Wortform zutrifft.
Weitere Wörter für deinen Text findest du in der Adjektivliste mit Wortauswahl und Vergleichen. Die Grundregeln erklärt der Beitrag Adjektive: Verwendung, Beugung und Steigerung.
